"Gewalttätiges Kind"

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Anonym schrieb am 09.08.2021 20:24

Gewalttätiges Kind

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Wir haben drei Söhne, 14, 11 und 2 Jahre. Unser mittlerer Sohn treibt uns mittlerweile in den Wahnsinn. Ich bin eh in psychologischer Behandlung, mein Therapeut sagt, das er an oppositionellen Verhalten leidet. Elterliche Autorität wird gar nicht mehr anerkannt. Er hört GAR NICHT. Wenn wir ihm etwas verbieten was seinen Grund hat, fängt er an uns zu beschimpfen und zu randalieren. Diverse Dinge im Haus sind schon kaputt gegangen, wir werden beschimpft oder er tut seinem kleinen Bruder weh. Häufig geht der Ärger über Stunden. Er macht Ärger beim Abendessen, er wird rausgeschickt mit der Ansage das wir ihn wieder reinholen. Er kommt 20x wieder rein und stänkert weiter, ist albern und versucht uns zu erpressen. Kriegt er seinen Willen nicht, wird der Frust wieder am Haus ausgelassen, Türen knallen, gegen Schränke treten etc. Er ist extrem respektlos Ich kann nicht mehr und mein Mann auch nicht. Am liebsten würde ich ausziehen:-(

Antworten

Anonym schrieb am 09.08.2021 22:22

Hi,
erstmal viel Kraft.
Negative Aufmerksamkeit ist auch aufmerksamkeit.
Er zieht ja alles auf sich.
Was braucht er?
Ich denke oft, in dem Alter suchen Kinder Grenzen.
Und sollten sie auch finden.
Haste mal in ner ruhigen Minute mit ihm geredet?.
Tueren knallen und zerstoeren, was ihm nicht gehoert, geht auch nicht. Das muss man dann auch klar sagen.
20x zurueckkommen... Dann bekommt man 20 x Rampenlicht, Zuwendung und Mittelpunkt.
Schick ihn raus und biete ihm an, wenn er denkt, er kann sich benehmen, kann er reinkommen.
Seine Entscheidung.
Zerstoeren, er kann in seinem Zimmer randalieren, mit allen Konsequenzen. Kaputtist kaputt.
Wird nicht ersetzt.
Koennt ihr ihm mehr Verantwortung uebertragen?


Ihm auch mal klar sagen, er kann hier nicht wohnen, wenn er eure Sachen zerstoert und euch verletzt.
Ihr richtet eure Wut nicht gegen sein Eigentum und schon gar nicht gegen ihn. Daswuerde ich ihm mal mit kurzen klaren Worten sagen, wenn er ruhig ist.
Und ihm um eine Entscheidung bitten.
Entweder er will sich familienfreundlich verhalten, oder es muss eine sichere Loesung gefunden werden.
Eigene Entscheidungen tragen oft mehr Gewicht.
Klar ihm sagen, dass uhr ihn liebt, aber Sucherheit auch wichtig ist.
Fragen, was er braucht. Boxsack oder so.
Ein Laufband, wo er such abreagieren kann.

Habt ihr nen Kindertherapeuten fuer Ihn.
Viel kraft

Ihm auch mal sagen, dass ihr Angst habt und traurig seid oder
Einfach mal weinen.

Anonym schrieb am 09.08.2021 22:30

Fühl dich gedrückt, das hört sich ja schlimm an. Das Kind ist 11, oder? In dem Alter würde ich es bei einer Erziehungsberatungsstelle versuchen. Die gibt es eigentlich überall - pro Landkreis eine, glaube ich. Die reden mit dir/mit euch, aber in dem Alter auch schon mit dem Kind. Kostet nichts. Wir waren das letzte halbe Jahr mit unserem 12jährigen bei der Erziehungsberatung. Also, hauptsächlich das Kind. Die Psychologin hat mit dem Kind wirklich intensiv gearbeitet, und mehrere Gepräche mit uns geführt. Topp! Ach ja, der Erstkontakt geht ganz einfach per Telefon.

Gruß,
RU

Anonym schrieb am 09.08.2021 22:31

Definitiv systematische Familientherapie!
Sucht euch gemeinsam Hilfe.
Ganz liebe Grüße
Munkes

Anonym schrieb am 10.08.2021 12:45

Definitiv systematische Familientherapie!
Sucht euch gemeinsam Hilfe.
Ganz liebe Grüße
Munkes


Dem schließe ich mich an. Ein Kindertherapeut ist hier keine Lösung.
Allerdings heißt es systemische Familientherapie liebe Munkes ;o) LG

Nachtkatze (Profil) schrieb am 10.08.2021 18:37

Was rät Dein Therapeut Dir denn? Der hat vermutlich mehr Hintergrund-Infos als wir…

Dicke Umarmung! Was für ne anstrengende Zeit!

Was genau stört das Kind denn? Wenn Du einfach mal nachgibst? Nur so um Druck rauszunehmen? Mit 11 hat er weder Geld noch Führerschein, ohne Dich kommt er nicht weit…;-)



Anonym schrieb am 10.08.2021 19:24

Definitiv systematische Familientherapie!
Sucht euch gemeinsam Hilfe.
Ganz liebe Grüße
Munkes


Dem schließe ich mich an. Ein Kindertherapeut ist hier keine Lösung.
Allerdings heißt es systemische Familientherapie liebe Munkes ;o) LG


Danke für den Hinweis. Vollkommen korrekt. Systemisch!!!
Das war mein Autopilot :-D

Munkes

Anonym schrieb am 10.08.2021 20:11

Hallo,

wir haben einen 12 jährigen, er ist allerdings der Älteste unserer Kinder. Uns hat Corona und das Homeschooling sehr geschafft, viel an unserer sonst so positiven Bindung gerüttelt. Und dann natürlich die Pubertät. Letztens ist er nach einem Streit einfach mal paar Stunden weg gewesen. Elterliche Autorität war noch nie sein Fall, dass ist für uns allerdings absolut okay. Wir leben eher bindungs- und bedürfnisorientiert.

Mir haben schon früher 2 Bücher zum Kommunikation sehr sehr gut getan:
So sag ich's meinem Kind
Hilfe, meine Kinder streiten

Als er so 9 wurde, habe ich das Buch von Remo Largo Jugendjahre gelesen.

Nach deiner Beschreibung finde ich, dass es sehr nach negativer Aufmerksamkeit klingt.
Wenn sich bei uns ein Kind so verhält, dann weiß ich, jetzt braucht es extra Zuwendung. Meistens organisiere ich/der Papa (wird immer wichtiger) dann gewünschte Unternehmungen alleine mit diesem Kind. Halte schlechte Laune aus (geht nur, wenn es einem selber gut geht). Schenke ihm positive Rückmeldung für alles, was mir auffällt. Sage mir immer wieder, dass es diesem Kind jetzt schlecht geht und es deshalb so handelt. Das mindert meinen Groll und lenkt die Aufmerksamkeit auf das eigentliche Problem, die fehlende positive Aufmerksamkeit.

Mich persönlich hat dieses Corona Schuljahr total geschafft. Ich bin richtig abgedriftet von dem Weg, den ich eigentlich mit den Kindern in Bezug auf Schule gehe. Das war extrem anstrengend und durch dieses Ausgelaugt sein bin ich viel motziger und leichter reizbar als sonst. Das haben mir die Kindern mit ihrem Verhalten wiederum gezeigt.

Ich wünsche euch alles Gute und empathische Menschen um euch herum, die eine Hilfe sein können.

Anonym schrieb am 10.08.2021 20:14

Der passende Spruch dazu: Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann habe ich es am nötigsten.

Allerdings sollte man sich die elterliche Liebe natürlich nicht verdienen sollen, jeder möchte geliebt werden. Aber die Kernaussage finde ich hilfreich.

Anonym schrieb am 10.08.2021 21:17

Er hat massive Probleme in der Schule. Er wird leider seit der 5.Klasse mit dem Schulwechsel ausgegrenzt aus der Klasse. Das grenzt an Mobbing in der Schule….er wird immer als letztes beim Sport ausgewählt leider ist das jetzt in der 6. Klasse auch nicht besser geworden. Hinzu kommt sehr viel Eifersucht gegenüber seinem kleinen Bruder und er will anscheinend Aufmerksamkeit um jeden Preis. Der Sozialpädagoge der Schule ist bereits eingeschaltet, genauso wie die Lehrerin und ein Therapeut der Familienbildungsstätte. Mit einer Kinder-Jugendtherapeutin sind wir im Gespräch. Mein Therapeut würde ihn aufgrund „oppositionellen Verhalten“ in die Kinder-und Jugendpsychatrie einweisen. Wir sind Hin-und Her gerissen. Unser Familientherapeut meint, das wir es auch ambulant lösen können.

Anonym schrieb am 11.08.2021 02:12

Hi,

wenn es anderst geht, würde ihn nicht einweisen.
Oft sagen, wie toll er ist, was er schon alles kann.
Bitten zu helfen, beim Kochen, Einkaufszettel schreiben und so.
Wenn er es zu lässt, knuddeln....
Mal eine Aktivität mit einem alleine.
Und Hilfe, ganz wichtig.

Kocht euch mal nen #Tee#

Liebe Grüsse

Anonym schrieb am 11.08.2021 14:15

Die Tochter einer Freundin war 1/4 Jahr lang stationär in dern KJP. Ihr hat die Trennung von der Familie sehr gut getan. Für die Eltern war der schritt hart, aber auch eine Entlastung, denn die Geschwister hatten wirklich strark zurückstecken müssen, und alle waren mit den Nerven am Ende. Alles hat Vor- und Nachteile.

LG, Ano mit Freundin

dorle (Profil) schrieb am 11.08.2021 16:43

Jetzt wissen wir viel was er macht und was andere öhm antun.
Er hört nicht, will seinen Willen durchsetzen...
Mal ne ganz andere Frage/Ansatz:
1. Wann hast du zuletzt in seinem Bett gelegen, seinen Kopf in der Armbeuge und als "Alibi" ein Buch gelesen? (eigentlich geht's ja um kuscheln)
2. Wann war er dein Vorkoster beim Kochen und wurde lächelnd nach seiner Meinung gefragt, dürft nachwürzen und dann am Tisch von dir vor allen gelobt und ihm eine Zukunft als Koch vorrausgesagt?
3. Wann hast du hartnäckig versucht mit ihm ein neues Hobby zu erarbeiten?
4. Wann hast du ihn das letzte mal nach seinem Lieblingslied gefragt und ihm deine neueste Playlist vorgespielt?
5. Wann hast du das letzte mal deinen Mann umarmt und geküsst und ohrhabt euch den mittleren geschnappt, auf dem Arm genommen und Gruppenkuscheln gemacht: kurz und intensiv!!!?

Das alles sind Sachen die ich mir nicht extra für dich ausgedacht habe.
Ich mach sie regelmäßig mit meinen Kids.
Irgendwie tut das ihnen gut.
Auch wenn sie offiziell natürlich nicht kuscheln wollen *ggggg*
Besonders meinem Büffelchen!
Dem Türknaller!
Dem 'Einsamen Wolf' der gerne mal blafft und knurrt!

Vielleicht ähneln sich unsere Kinder ja.
Meins, das kann ich dir sagen, hat einen EXTREMEN Hang zur Selbständigkeit, Freiheit ja fast Anarchie!

Er will über sich und seine Zeit selbst bestimmen.
Es tat ihm gut sein Essen selbst zu kochen.
Er will viel lernen.
Er braucht viel Raum für sich und in der Herde trotzen gefällt ihm nicht.
Trotzdem möchte er geliebt und anerkannt werden.
Es muss quasi abwechselnd mit ganzem Herzen armt werden und dann wieder frei gelassen werden.
Regeln bedürfen häufiger Wiederholungen.
Drück nützt gar nix.
Bei Wut Ruhe bewahren und abwarten.

Tip: die Klinken dick Überkreuz vor dem Schloss mit Stoff umwickeln damit die Tür nicht zuknallen kann!

Ich kann nur mutmaßen!

Denk dran: du selbst bist deine und seine beste Medizin!
Sei ehrlich!
Mal ist es Zeit für ein Nein und mal ist es nicht soooo wichtig.
Er ist ein Ausnahmekind.
Ständige Konsequenz ist hier fehl am Platz.
Jetzt muss das Herz und die Liedweitermachen.
Das Gehirn kommt hier mit Logik nicht weiter!
Allet Jute, und :wird schon werden!

Anonym schrieb am 12.08.2021 15:34

Ich bin die Ano über dir (TS)

Das ist auch mega hart in dem Alter, wenn man in der Schule so behandelt wird. Gibt es denn da Kinder, mit denen er gut kann? Die er einladen kann? Freundschaften festigen?

Erzähl doch mal von deinem Sohn, was ihn auszeichnet. Was kann er gut? Was macht ihn besonders? Welches Verhalten hat früher dein Herz so richtig springen lassen? Versuch dich auf das Positive zu konzentrieren.

Und dazu: habt ihr genügend Entlastung? Zeit für euch/dich? Man kann nur geben und klar sehen, wenn man nicht selbst leer ist. Genug Zeit zum Ausruhen und für sich selbst hat.

Unser 12- jähriger knallt auch mal Türen oder es geht was kaputt, wenn wir verschiedener Meinung sind (Ausgehen bis Mitternacht usw.). Ich mach daraus kein Frama, bleibe selber ruhig, zeige Alternativen auf. Das wird schon. Pubertät ist oft nicht einfach für die Kids.

Dafür besteht er darauf noch im Schlafzimmer zu schlafen mit seinen anderen Geschwistern. Ich lese auch weiterhin jeden Abend vor, jetzt halt Jugendromane usw. Den Tag über ganz groß und abends auftanken :-)

Alles Gute und viel Kraft, ihr schafft das schon

Nachtkatze (Profil) schrieb am 12.08.2021 17:44

Die Jungs sind 14,11 und 2…alle aus der selben Beziehung?
Irgendwie scheint da ja schon länger etwas in der Luft zu liegen….wenn es in der 5. auch schon so war.

Ich persönlich finde sooo viele Therapeuten nicht sinnvoll, einfach weil jeder etwas anderes sieht. Und ganz egal was Experten sagen: DU musst entscheiden und DU musst handeln.

Wie wäre es denn mit ner Kur für Dich und Nummer 3? Dein Mann bleibt mit 1 und 2 (und Haushaltshilfe) zu Hause? Einfach mal Luft holen…