"Von der Naivität, umweltverträglich zu reisen"

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Anonym schrieb am 28.07.2021 18:41

Von der Naivität, umweltverträglich zu reisen

...und das als Familie.
Ja, ich weiss, ich bin (sehr) naiv...eine Woche vorher mit 5 Leuten (PLUS Fahrrädern!!) Bahnfahrten zwischen deutschen Großstädten buchen zu wollen...
Aber wir haben es hinbekommen. Ausm Pott an die Elbe und wieder zurück.
Mein Gott, was ein Akt. Dass viele Familien mit dem Auto unterwegs sind, ist für mich keine Frage. Einerseits von den Kosten, andererseits vom Service...die DeeBee hat einfach keine Konkurrenz. Und ist vermutlich ausgerichtet auf gewinnträchtige Fernzüge, wo vielleicht 1 Fahrrad (wenn überhaupt) reinpasst.

Nun ja. Wir wagen dieses Abenteuer, gönnen uns die Woche mit Elbflorenz und so...mal schauen. Vielleicht mach ich mal einen Blog übers Langsam Reisen als Familie. Hatten wir schon länger vor.

Danke fürs Zulesen! Ist ein sinnbefreiter Thread, der einfach rausmusste ;o)
Schöne Ferien!

LG ConnyH

Antworten

Inge (Profil) schrieb am 28.07.2021 22:07

Wir sind auch mal mit dem Zug zur Fahrradtour an die Altmühl gefahren.
Einfach geht anders :o)
Aber immerhin sind wir hin gekommen, mit dem Auto hätten wir das nämlich nicht geschafft:

1 Liegerad
1 Tandem
1 Kinderrad (24")
und der Fahrradanhänger
+ Gepäck incl. Zelt, Schlafsäcke, Kocher etc.

Für die Kinder wars ein Riesenabenteuer (naja, die Kleine war ein halbes Jahr alt und hat das Abenteuer verpennt), für uns war die Zugfahrt anstrengend, aber hat trotzdem Spaß gemacht.

Ganz wichtig:
Einer steigt ein, der zweite Erwachsene bleibt draußen bis alles Gepäck etc. und v. a. die Kinder im Zug sind. Auf diese Weise kann es nie passieren, dass ein Kind alleine irgendwo steht.
Die Bahn hat uns aber auch die nötige Zeit zum einsteigen gelassen (und der Zugführer bei der Rückfahrt sogar geholfen)

LG Inge

Anonym schrieb am 29.07.2021 11:18

Eigentlich sind wir sehr geübt im Reisen mit Fahrrad und Kind...seit die Große ein halbes Jahr alt ist, reisen wir mit Rad und Hänger durch die Gegend; mit der DeeBee immer ein Abenteuer ;o)
Was mich nur sehr irritiert, ist die Tatsache, dass es kaum möglich ist, bei Fernzügen (oder Fernbussen) ein Fahrradplatz zu ergattern. Gestern war ich kurz davor, von Dräsdn ins Ruhrgebiet einen Sprinter zu mieten...wäre billiger für 3 Leute inkl. 5 Fahrrädern >:(
Ok, wir sind spät dran...aber so langsam müsste der Trend doch sehr klar sein, dass es mehr Bedarf an Fahrradabteilen gibt. Und da die Fahrradkarte bald soviel kostet wie ein Sitzplatz, kann auch nicht mit Gewinnmargen argumentiert werden.

In die Eifel kamen wir bisher problemlos, auch mit diversen Umstiegen in irgendwelche Pusemuckeldörfer...jetzt bereisen wir Landeshauptstädte, das scheint ein großes Problem zu sein...:o/
Ist aber auch in Reiseradforen ein Thema, dass die Radplätze in Zügen eingespart werden. Ja, da ist noch viel Luft nach oben...

Egal, morgen gehts los, hurra!

LG ConnyH

Anonym schrieb am 29.07.2021 13:40

Ja, und die Bedingungen werden immer strenger. Was vor zwei Jahren noch kein Problem war, ist inzwischen ganz offiziell nicht mehr erlaubt.

Wir haben ein "Minilastenrad" mit faltbarem Korb für den Kindertransport. Damit sind wir incl. Anhänger vor zwei Jahren noch problemlos zur Ostsee gefahren im Regionalverkehr. Dieses Jahr (ohne Hänger) wurden wir angegiftet, Lastenräder wären nicht erlaubt. Dabei war außer unseren zwei Rädern nur noch ein weiteres Rad da. Und das Rad hat zusammengeklappt die gleiche Stellfläche wie jedes normale Fahrrad.

Ein Blick in die aktuellen (in jedem Regionalverbund unterschiedlichen) Beförderungsbedingungen hat ergeben: Keine Lastenräder mehr, egal wie groß, keine Tandems, keine Liegeräder, etc. ... Zum Glück durften wir trotzdem mit.

Das Absurde: mit einem normalen Rad und (faltbarem) Hänger hätten wir problemlos fahren dürfen, obwohl das Gespann deutlich mehr Platz braucht, als unser zusammengefaltetes "Lastenrad".

Ja, es sind zunehmend mehr Menschen mit Rad im Zug unterwegs. Leider ist die Konsequenz von DeeeBeee und Co, die Bedingungen zu verschärfen, statt die Kapazitäten zu erhöhen.

Wir überlegen inzwischen ernsthaft, beim nächsten Mal Räder und ggf. Anhänger vor Ort zu mieten. Wirklich Schade.

LG Camilla

Anonym schrieb am 29.07.2021 14:16

Generell finde ich, braucht man als (Groß)familie in Deutschland unendlich viel Langmut, wenn man ohne Auto leben will. Jetzt mit dem vierten Kind und obendrauf noch Corona hat es sich bei uns noch einmal massiv verschärft.

Z.B. kann ich bei DeeeBeee aktuell für Familien nur noch Sitzplätze in Zweierreihen hintereinander buchen. Oder ich muss hoffen, das die anderen Plätze am Tisch oder im Abteil noch frei sind. Sehr erbauliche Aussichten, wenn ich mit vier Kindern (das älteste 6 Jahre) alleine unterwegs bin.

Jetzt hatten wir für ein Wochenende im August deshalb ernsthaft überlegt, ein Auto zu mieten (das machen wir normalerweise ca. 1-2 mal pro Jahr) und hätten dafür 600€ plus Sprit gezahlt :-O .

Wenn ich jetzt noch rechne, dass die Kinder in ein paar Jahren alle vier eine Jahreskarte für die Öffis brauchen, um zur Schule zu kommen... *seufz*

solskinn (Profil) schrieb am 01.08.2021 21:59

Wir hatten das auch vor. Mit vier Kindern im Auto plus Gepäck wäre schwer, plus Fahrräder unmöglich. Also war der Plan ich fahre mit Baby und Gepäck im Auto hin, der Mann mit den Kindern und den Rädern mit dem Zug. Ideale Verbindung zum Urlaubsort, extra so hotel gebucht, ohne Umstieg, zwei Stunden durchfahren.
Jetzt erfuhren wir aus der Tageszeitung, dass die Bahnstrecke die ganzen Sommerferien gesperrt ist! Eine Hauptlinie zum schwäbischen Meer! In den Sommerferien!! Schienenersatzverkehr ist eingerichtet, Fahrradmitnahme aber nicht möglich.
Jetzt fahren wir ohne Räder mit zwei Verbrennern und kaufen uns bald doch einen Bus, den ich nie wollte.

Rita (Profil) schrieb am 02.08.2021 14:33

an die vorletzte Schreiberin:

wieso müsst ihr den Weg zur und von der Schule selbst zahlen?

Hier müssen auch alle 4 Kinder mit dem Bus fahren und erhalten die Jahreskarte natürlich kostenfrei.
damit fahren sie auch außerhalb der Schulzeiten mit dem Bus - der allerdings aus unserem Kaff nur 2x pro Tag fährt...
zurück gibt es wenigstens bis 18 Uhr noch 3-4 weitere Fahrten.

Ein autofreies Leben ist jedenfalls hier auf dem Land unmöglich, da noch eher im Urlaub...

LG
Rita

Anonym schrieb am 02.08.2021 14:59

wieso müsst ihr den Weg zur und von der Schule selbst zahlen?

Weil wir uns gegen die Einzugsgebietsschule entschieden haben und für eine Schule in privater Trägerschaft.

Dazu kommt, dass wir am äußersten Stadtrand von Berlin wohnen und die Kinder in Brandenburg zur Schule gehen. Und es bekommen alle Schüler in Berlin eine Jahreskarte Zone AB für die Stadt, aber nicht Zone BC für Stadtrand und Umland. Unsere Kinder bekommen also eine teurere Jahreskarte kostenlos, die sie praktisch kaum nutzen werden und die günstigere, die sie für den Schulweg brauchen, nicht. Zu allen anderen Schulen in privater Trägerschaft, die innnerhalb Berlins sind, wären sie aber länger gefahren (dafür kostenlos).

Wir sind also quasi selbst Schuld. Aber die Einzugsgebietsschule hat einen sehr rauen Umgangston und kam für uns vor allem für unsere sehr sensible Große (Epilepsiekind mit zeitweilig selektivem Mutismus) nicht in Frage. Da wäre sie hoffnungslos untergegangen. Und der tägliche Fahrweg ist so auch schon lang genug.

Es ist kompliziert ;-)

Anonym schrieb am 07.08.2021 16:05

So, wir sind wieder glücklich, wohlbehalten und mit vielen Eindrücken im Gepäck wieder da!
Fazit: immer Regionalexpress nehmen, wenn möglich. Ist zwar eine Himmelfahrt, aber für die Fahrradsituation wesentlich entspannter.
Noch ein Fazit: es gibt unter den Radreisenden immer eine helfende Hand :o)
Weiteres Fazit: dickes Fell weiter wachsen lassen, was Bahnbeamte angeht, die einen beim Einstieg komisch stressen wollen. Mit 5 Leuten inkl. Fahrrad+Gepäck ist man ja quasi sein eigener Flash-Mob ;o)
Also, Bahnreisen kann man auch als Großfamilie gut machen...beim nächsten Besuch im dicken B (was wir aus Umstiegsgründen als Zwischenstopp eingebaut haben) lassen wir die Räder aber zu Hause. Wobei ich das Radfahren in Berlin entspannter fand als in Dresden.

Schöne Ferien da draußen!
LG ConnyH

Anonym schrieb am 08.08.2021 09:59

Meine Kinder haben gestern versucht, nach hause zu kommen.
1.zug viel aus.
Regio mit zwei raeder zwei Taschen total ueberfuellt.
Vor dem 2. zug vuel einer aus.
Sie hatten Radtickets mit sellplatznr.
Due waren dann velegt, weil der zug vorhet ausviel.
Nur caos.
Stress.
Der schaffner ueverfordert.
Beim Einsteigen war keiner im Radabteil.
Nach fast doppelt so langer fahrzeit total generft zu hause angekommen.

Lg

NadineK (Profil) schrieb am 13.08.2021 13:24

wir fahren mit 6 Kindern ohnehin ein grosses Auto (T4 von VW) aber wir nehmen für die Fahrräder immer einen Anhänger mit. Wir besitzen einen eigenen aber die kann man auch günstig mieten. Wenn wir auf "unsere" Lieblingsinsel Insel fahren sparen wir so auch die Leihgebühren