"Verknallt "

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Anonym schrieb am 06.10.2020 23:49

Verknallt

Einfach so ohne Vorwarnung ist es passiert.
Ich habe ihn erst einmal gesehen und ein paar Mal mit ihm telefoniert. Leider nicht privat.
Diese Woche muss ich noch mal zu seiner Arbeitsstelle - ich hoffe natürlich, dass ich ihn sehe.
Ist euch das auch schon passiert? Ich habe sooo große Sehnsucht, seine Stimme am Telefon zu hören oder ihn zu sehen. Und wenn das Telefon klingelt hoffe ich natürlich, dass er anruft. Obwohl die bisherigen Telefonate angekündigt waren.
Irgendwie ist es ziemlich peinlich. Ich bin verheiratet, er auch. Da wir Gemeinsamkeiten haben, war das erste Gespräch ziemlich privat.
Geht das wieder weg? So nach dem Motto "Aus den Augen aus dem Sinn"?
Höchstwahrscheinlich werden wir beruflich nichts mehr miteinander zu tun haben.
Am liebsten würde ich ihm sagen, dass ich ihn vermissen werde. Und dass es schade ist, dass wir uns nicht schon viel früher kennengelernt haben.
Mein Mann und ich machen seit kurzem eine Paartherapie. Das letzte Mal waren wir im August dort. Und seitdem sehe ich meinen Mann mit anderen Augen, mir wird immer klarer, dass ich nicht weitere 15-20 Jahre mit ihm zusammen sein werde.
Mein Mann ist vor einer halben Stunde ins Bett gegangen, deswegen bin ich jetzt erst an den Rechner gekommen um hier zu schreiben.
Liebe Grüße, M (lieber ano)

Antworten

Anonym schrieb am 07.10.2020 00:09

Liebe Ano,

also ich kenne das auch. Bei mir ist es wieder weggegangen.
Es passiert auch in einer Zeit als es mir mit meinem Mann nicht so gut ging. Wie sagte mal jemand zu mir: verheiratet sein ist ein Grund, aber kein Hindernis.
Ich habe es immer gut hingekriegt, zu einem habe ich noch ganz locker per WhatsApp Kontakt. Passiert ist nie was, wenn wir beide Single gewesen wären, wäre es wohl was anderes gewesen.

Anonym schrieb am 07.10.2020 08:10

Ich kenne das auch. Ist mir vor 5 Jahren mal passiert. Ich hätte ihm damals am liebsten auch erzählt, wie es mir geht. Hab ich zum Glück nicht.
Es ging wieder vorbei. Heute sind wir gut befreundet. Auch mit seiner Frau bin ich mittlerweile gut befreundet, die kannte ich damals aber noch nicht.
Das war auch der Hauptgrund, weshalb ich die Füße still gehalten und gehofft hab, dass es wieder vorbei geht: die Vorstellung, dass dabei zwei Familien kaputt gehen. Denn eigentlich war und bin ich mit meinem Mann glücklich verheiratet, ist halt nur nicht so aufregend, wie frisch verknallt zu sein. Hat aber andere Vorzüge...
Alles Gute Dir!

Anonym schrieb am 07.10.2020 09:01

Die TS schreibt in meinen Augen etwas Entscheidendes: Sie ist durch Paartherapie zu der Erkenntnis gekommen, dass ihre aktuelle Beziehung keine Zukunft hat.
Inwiefern das Verknalltsein Ursache oder Wirkung davon ist (das sprichwörtliche "Scheunentor", das ohnehin offen steht), ist eine Frage dabei. Ich tippe nach der Beschreibung eher auf letzteres.
Das wäre für mich der wesentlich wichtigere Ansatzpunkt.
Ich bin ein Freund klarer Verhältnisse - also theoretisch, praktisch habe ich auch fast zwei Jahre und eine Paartherapie gebraucht, um mich nach dieser Erkenntnis trennen zu können - und kann mich erst einlassen, wenn die Fronten geklärt sind. Aber da tickt ja auch jeder ein bisschen anders.
Und dann war es auch toll zu schwärmen und sich zu verknallen und dann zu denken, mein Gott, das wäre ja echt ein Griff ins Klo gewesen und sich neu umzusehen und dann auch irgendwann wieder zu landen.
Darauf zu hoffen, dass die Verliebtheit nach der Erkenntnis bezüglich der aktuellen Beziehung einfach wieder verschwinden, kann man natürlich, würde ich aber nicht. Das ist in meinen Augen etwas ganz anderes als zu sagen: Wir sind eigentlich glücklich, ich verstehe gar nicht, warum mir das passiert ist. Vielleicht wird die Schwärmerei für diesen einen Mann nachlassen, aber das eigentliche Problem ist dann ja auch nicht gelöst...

Anonym schrieb am 08.10.2020 10:50

Danke für eure Antworten.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mich noch mal so verknallen kann ;).
Es tut gut zu wissen, dass dieses "Phänomen" bei euch auch vorkommt :).
@ano von 00:09
Ich bin überhaupt nicht der Typ, der fremdgeht oder sich ständig verguckt. Im Gegenteil, mir gefallen nur sehr sehr sehr wenige Männer. Deswegen denke ich auch, dass es vorbei geht.
@ano von 08:10
Puh, danke. ich werde es auch für mich behalten. Seine Frau ist eine entfernte Kollegin meines Mannes. Ich habe sie im Netz gefunden, sie sieht sympathisch aus.
Genau, zwei Familien und viele Kinder werde ich nicht kaputt machen. Das geht nicht. Seine Kinder sind teilweise noch jünger als meine. Die brauchen den Papa, genau wie meine Kinder auch ihren Papa brauchen (obwohl meine älteren schon in der Pubertät sind).
@ano von 09:01
Ich weiß nicht, wohin mich mein Weg noch bringt. Ich lasse alles offen. Mein mann war in letzter Zeit sehr selbstverliebt, egozentrisch, egoistisch.
ich habe das Gefühl, dass er mich, meine Gefühle nicht wahrnimmt. Seit gestern ist es wieder besser (?).
Ich weiß nicht, ob wir nicht ein großes Kommunikationsproblem haben... und ich ihn anders wahrnehme als er sich...
Hinzu kommt, dass er sehr cholerisch sein kann. Und gestresst, genervt. Das drückt ständig meine Stimmung runter. Manchmal halte ich es mit ihm nicht aus. Vielleicht sehe ich nächstes Jahr klarer und kann mich trennen oder bleibe mit ihm zusammen (und ja, dass hat mit der jetzigen Flamme nichts zu tun).
Willst du mal berichten, wie es dir jetzt geht? Wie alt sind deine Kinder, wann war die Trennung (und warum), bist du wieder in festen Händen?
Liebe Grüße, die TS

Anonym schrieb am 08.10.2020 12:12

Liebe TS,

ich glaube ja das kann immer passieren mit dem Verknallen. Als ich mit meiner ersten große Liebe einige Zeit zusammen war, hatte ich immer mal wieder verrückte Fantasien mit anderen Männern. Naja, am Ende hat alles nicht sollen sein (habe mich dann getrennt, aber nicht wegen der Fantasien ;)) und das war auch gut so.
Von meinem Mann habe ich mich vor drei Jahren getrennt. Da war das jüngste Kind 3. Es war wie gesagt ein Prozess, der nicht von heute auf morgen lief. Es waren eher so etappenweise Erkenntnisse, die sich einstellten. Dennoch war es für mich ein zuerst unvorstellbarer, am Ende aber unausweichlicher Schritt. Ich wäre in der Beziehung kaputtgegangen und ich bin niemand, der Umstände hinnehmen kann. Zumindest nicht unbegrenzt lange. Wir haben es auch mit Paartherapie probiert, aber auch das war immer nur von kurzer positiver Veränderung begleitet. Eigentlich hat mich die Paartherapie und da besonders die zwei Einzelgespräche darin bestärkt mich zu trennen. Als ich es aussprechen konnte, sagte man Ex-Mann, dass das wohl für uns beide das beste sei. Er hatte nur nicht den Mumm es zu tun. Wir sind beide wieder liiert, verstehen uns soweit gut, aber ich merke, da wir wegen der Kinder ja schon viel Austausch haben müssen, dass es die einzig richtige Entscheidung war. Und ich freue mich auch auf den Tag, an dem alles mit den Kindern abgeschlossen sein wird und wir uns nur noch bei Geburtstagen oder Hochzeiten oder was auch immer sehen müssen. Aber das dauert noch ewig ;)

Ich dachte übrigens erst ich könne mich nach dieser langen Beziehung gar nicht mehr verlieben. Aber es ging dann doch sehr schnell. Seit kurzem bin ich wieder verheiratet. Hätte ich vor drei Jahren auch nicht gedacht.

Alles Gute dir!

Anonym schrieb am 22.10.2020 11:48

Es war wie gesagt ein Prozess, der nicht von heute auf morgen lief. Es waren eher so etappenweise Erkenntnisse, die sich einstellten. Dennoch war es für mich ein zuerst unvorstellbarer, am Ende aber unausweichlicher Schritt. Ich wäre in der Beziehung kaputtgegangen und ich bin niemand, der Umstände hinnehmen kann. Zumindest nicht unbegrenzt lange.

Ich glaube, dass ich mich schon in dem Prozess befinde.
Mir fallen Dinge auf, die ich auch nicht akzeptieren kann. Aber warum erst jetzt, nach 20 Jahren? So lange kenne ich meinen Mann schon
Habe ich das früher verdrängt?
Unsere Kinder sind zwischen 10 und knapp 16. Trennen kann ich mich (noch) nicht - ich will es auch nicht den Kindern antun.
Wenn ich mich trennen würde, irgendwann, wäre ich für die Kinder die Böse, Gemeine. Ich habe Angst, dass sie dann lieber beim Papa bleiben würden.
Den anderen Mann habe ich letzte Woche wieder gesehen, beruflich.
Wie es weiter geht, weiß ich nicht.... . Blöd, dass wir gerade Corona haben. Sonst würde ich viel mehr alleine unternehmen.

Liebe Grüße, die TS