"Umfrage: beruflicher Wiedereinstieg mit Kleinkind"

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Anonym schrieb am 18.09.2020 20:46

Umfrage: beruflicher Wiedereinstieg mit Kleinkind

Juhu!
Ich muss euch mal um Sichtweisen bitten. Ich weiß nicht was gerade gut für mich und meine Familie ist.
Vorweg: finanziell ist es gerade nicht so toll. Mein Mann ist seit Anbeginn der Corona Krise in 100% Kurzarbeit, wir hatten seit März etwas weniger als 50% des Einkommens. Mein Elterngeld plus hat geendet im Juli und mein Nebenverdienst ist gaaaaanz gering. Also hab ich mich ab 1.8. Arbeitslos gemeldet. Baby ist 1,5 Jahre. Mein Arbeitsvertrag war ein befristeter und endete noch in der Schwangerschaft. Mein Arbeitgeber ist son aus Ausbeuter Bildungsträger. Es war meine dritte Befristung.
Jetzt hab ich mich dort wieder beworben und ieheewig nix gehört. Und wie es da immer ist: die rufen an alles schnell schnell und ich soll am besten morgen anfangen.
Fakten
1. Pro
Es ist ne Stelle in der alten Maßnahme mit lieben Kollegen und an meinem alten Schreibtisch. Es sind 15 Stunden (früher 20) und ich verdiene ca 30€ weniger (!!!) Als ich aktuell ALG 1 beziehe.

2. Kontra
Es ist: tadadaaaaaa wieder befristet. Und ja auch völlig rechtmäßig da sich mich nun nicht mehr zeitlich befristen sondern sachlich (Elternzeit Vertretung für ne Kollegin an einem anderen Standort, mit anderer Tätigkeit und anderer Ausbildung)
Ja und das kotzt mich schon sehr arg an. Dann ist es so, dass wohl völlig Landunter ist und meine 15 Stunden nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eigentlich bräuchten sie noch ne ganze Stelle aber da sparen (und bescheißen wieder) sie.
Generell ist die Stelle unterdurchschnittlich bezahlt.

Weil meine Jobsuche recht aussichtslos war hab ich jetzt noch 2 gesetzliche Betreuung angenommen und eine kleine Weiterbildung für ne 450 € Beschäftigung im ambulanten Krisendienst gemacht. Und ab März startet meine 2 jährige Weiterbildung.
Ich hab heute A Agentur Termin gehabt die hat mir voll den Druck genommen. Bisher kein Stress sofort irgendwas anzufangen.

Meine kleine Tochter schläft immer noch keine Nacht annähernd durch und ich bin die letzten Tage eh wieder so krass demoralisiert deswegen. Ich bin mitunter weder körperlich noch geistig Leistungsfähig. Sie gewöhnt sich gerade (mega super und ohne Probleme!!!) bei der Tagesmutter ein und ich hadere sehr damit, jetzt dann gleich auch arbeiten zu gehen. Bisschen Zeit für mich..

Die Nächte übernimmt ab heute mein Mann aber nur wenn er nicht arbeiten muss. Wann er wieder ran muss weiß natürlich niemand und er arbeitet jetzt vermehrt als Referent...

Was tu ich nur???

Munkes

Antworten

Anonym schrieb am 18.09.2020 21:34

Hallo Munkes,

ich würde nicht für weniger als ALG1 arbeiten gehen. Zumal dir die Agentur ja keinen Druck macht.
Das einzig Positive was du anführst sind die alten Kollegen. Der Rest hört sich durchweg negativ an. Aus meiner Sicht schlägt die Waage eindeutig aus ;o/
LG Doro

Anonym schrieb am 19.09.2020 00:15

Hört sich für mich auch so an, als ob Du nicht wirklich willst und auch nicht musst. ALGI läuft ja noch fast ein Jahr, von daher ist finanziell auch kein weiterer Druck da, Du musst halt weiter bewerben und eventuell die verordneten Kurse machen. Aber sonst hört sich das nicht so an, als ob Du diese schlechten Bedingungen annehmen musst.

Hast Du denn genügend andere Stellen, auf die Du Dich bewerben kannst und die besser sind? Das ist eigentlich die einzige Frage, die ich noch sehe. Gibt es eine Alternative? Zum einen musst Du ja Bewerbungen nachweisen für die Arbeitsagentur, zum anderen musst/willst Du ja irgendwann einen Job annehmen. Wenn das gegeben ist, würde ich auch nicht annehmen. Befristet und mit schlechter Bezahlung, wozu?

Alles Gute, akira

Anonym schrieb am 19.09.2020 00:22

Ja, Alternativen gibt es wenige.
Das ist ein Problem. Ich habe vorhin mit meinem Mann gesprochen, der meint er sieht eher, dass es mir gut täte. Mal raus kommen, Anerkennung, Struktur etc

Im Moment bin ich natürlich auch den ganzen Tag gut beschäftigt bei dem Bomben Wetter (-: Herbst/ Winter schaut anders aus.

Die Arbeitsstelle ist halt ca 300m von mir, ich mag die Kollegen und die reine Tätigkeit an sich auch. Es sind diese Rahmenbedingungen des Arbeitgebers und Logo: die Angst vorm Wiedereinstieg.

Langfristig will ich definitiv was anderes machen aber das hier jetzt wäre halt auch easy: keine Einarbeitungszeit (die ja schon immer anstrengend ist)

Oh man, vermutlich würde ich mich viel leichter tun wenn Kind nicht grad krank wäre.

Anonym schrieb am 19.09.2020 00:27

Es ist halt auch so:
Da bist du dein eigener Herr. So fachlich inhaltlich kann ich machen was ich denke, es gibt völlig freie Arbeitszeiteinteilung UND Vertrauensarbeitszeit. Als Mutter nicht das schlechteste.

Anonym schrieb am 19.09.2020 00:55

Die Gefahr, wenn Du das jetzt annimmst, aber eigentlich etwas anderes machen willst, ist halt, dass Du aus Einfachheit am Ende doch dabei bleibst. Vielleicht wäre es da doch besser, direkt etwas Besseres zu suchen? Wenn Dein Mann gerade eh zu Hause ist, kann er zur Zeit auch noch vieles helfen zu Hause, das würde Dich auch in der Einarbeitungszeit entlasten. Oder wie sieht es eigentlich mit Deiner Nebentätigkeit aus? Könntest Du da was ausbauen?

Aber ja, alles nicht so einfach. Am Ende musst Du abwägen. Ich kann Dir aber nur raten, nicht zu sehr auf Sicherheit und Einfachheit zu setzen, trotz der aktuellen Lage. Wenn Du nachher unglücklich auf der Arbeit bist, hilft Dir das auch nicht weiter.

Und nein, ich rede nicht nur mutig daher, ich bin nach der Elternzeit nicht in den sicheren Job zurückgekehrt, sondern habe trotz Corona einen Wechsel mit Probezeit riskiert. Und es tut mir gut. Die Bestätigung, dass die Bewerbung problemlos erfolgreich war, das neue Team, die neuen Aufgaben, einfach alles. Und ja, auch ich hatte nach der doch recht langen Pause etwas Angst vor dem Wiedereinstieg. Das ist doch normal. Aber es gibt sich alles so schnell wieder, wenn man nur mal anfängt.

Also mein Tipp: Mache eine Zusammenstellung über Pro, Kontra und Alternativen, aber nur dann, wenn Du fit bist und das Ganze auch richtig reflektieren kannst. Damit solltest Du ein gutes Bild Deiner Lage bekommen und dann trau Dich, die Entscheidung auch zu fällen.

Alles Gute, akira

Anonym schrieb am 19.09.2020 03:30

Danke Akira! Danke dir sehr.
Ja es ist alles vernünftig und so und ich erfülle die Erwartungen von meinem Mann, meiner Mutter und den Kollegen. Aber ich mag einfach nicht. Ich mag es nicht mehr machen.
Diese geringfügige Beschäftigung geht mit einer Schulung einher und ich bin voll begeistert. Ewig nicht mehr so fachlich gesprochen etc pp. Tatsächlich könnte sich da Perspektivisch auch was anständiges ergeben beruflich. Allerdings mit Pendeln , festen Arbeitszeiten etc

Anonym schrieb am 19.09.2020 10:30

Danke Akira! Danke dir sehr.
Ja es ist alles vernünftig und so und ich erfülle die Erwartungen von meinem Mann, meiner Mutter und den Kollegen. Aber ich mag einfach nicht. Ich mag es nicht mehr machen.
Diese geringfügige Beschäftigung geht mit einer Schulung einher und ich bin voll begeistert. Ewig nicht mehr so fachlich gesprochen etc pp. Tatsächlich könnte sich da Perspektivisch auch was anständiges ergeben beruflich. Allerdings mit Pendeln , festen Arbeitszeiten etc


Gern geschehen! Und noch ein Anstoß zum Thema "Erwartungen der anderen": Ich dachte auch, dass mich alle für verrückt erklären. Am Ende hat es keiner getan. Die einen haben den Mut bewundert und der ein oder andere meinte, es würde mir gut tun, ich wäre in dem alten Job ja auch nie so ganz glücklich gewesen. Das fand ich interessant, weil ich das nie so nach außen getragen habe, ich war ja auch nicht völlig unglücklich. Aber irgendwie haben es doch einige gemerkt.

Daher sind es oft nicht die tatsächlichen Erwartungen der anderen, die man versucht zu erfüllen, sondern die eigene Vorstellung davon.

Alles Gute Dir, akira

Anonym schrieb am 19.09.2020 13:02

Hallo Munkes,
wenn ich mich recht entsinne, beginnst du doch eine Ausbildung als Systemische Beraterin oder?
Frag doch mal bei denen an, ob von denen die gerade in Ausbildung sind, jemand Lust hätte dich bei deinem aktuellen Dilemma kostenlos (oder sehr kostengründig) zu beraten. Klassische und sehr! hilfreiche Methode in deiner Situation wäre ein Tetralemma.
Normalerweise freuen sie sich über willige zu Beratende als Übungsfall ;o)
LG Doro

Anonym schrieb am 19.09.2020 13:04

Btw...."Bombenwetter" kommt einem schnell über die Zunge, steht aber in der Kriegssprache für klare Sicht, um das Ziel gut zu treffen. Seit ich mir das bewusst gemacht habe, rutscht es mir nicht mehr raus. *klugscheißermodus off"
LG Doro

Anonym schrieb am 19.09.2020 20:26

Btw...."Bombenwetter" kommt einem schnell über die Zunge, steht aber in der Kriegssprache für klare Sicht, um das Ziel gut zu treffen. Seit ich mir das bewusst gemacht habe, rutscht es mir nicht mehr raus. *klugscheißermodus off"
LG Doro


Boah krass !!! Das wusste ich nicht. Find den Hinweis gut danke.
Ja die Weiterbildung wurde von August auf März verschoben... könnte da echt mal anfragen und mich als Opfer anbieten.

Die letzte Nacht war echt übel. Kind und Mann haben mich komplett in Ruhe gelassen und ich konnte trotzdem nicht schlafen (-: wie bei der Großen damals hab ich jetzt ne Schlafstörung entwickelt durch die 1,5 Jahre plus Schwangerschaft. Naja, jetzt geht es aufwärts und die nächsten Wochen gehören dem Papa.

Zu meiner Entscheidung. Ich war heute wirklich völlig übermüdet und mit den Kids einkaufen. Da hatte ich kurz schon die Idee, hab es aber gleich verworfen.
Zuhause dann mit meinem Mann diskutiert und bisschen gezofft. Natürlich sagt er ganz klar es ist meine Entscheidung und er steht hinter mir egal was ich mache. Wenn er mir raten sollte würde er halt sagen mach es. Also so zum Thema Erwartungen. Es sind schon eher meine eigenen...
Ja und dann sagt er, dass doch ich entscheiden kann wann ich da anfange. Und Zack, bum, das ist es. Die brauchen mich, die wollen mich und scheinbar geht die Kollegin offiziell erst im November in Muschu. Die können mich wohl schon früher einstellen weil sie Resturlaub hat. Aber im Prinzip ist es egal. Ich kann nicht vor 1.12. und Basta.
Es gibt ja selten nur Lösung A und B....
Jetzt geht es mir viel besser. Das Amt lässt mich in Ruhe, ich hab paar Wochen ohne Kind Zuhause etc pp.

Anonym schrieb am 20.09.2020 12:09




Es gibt ja selten nur Lösung A und B....


Und schwupps sind wir beim Tetralemma :o))
LG Doro

Anonym schrieb am 20.09.2020 19:53




Es gibt ja selten nur Lösung A und B....


Und schwupps sind wir beim Tetralemma :o))
LG Doro


Ahhhh! Jetzt Gockel ich das. Ich hab nicht die geringste Ahnung was es ist.

Anonym schrieb am 20.09.2020 19:58




Es gibt ja selten nur Lösung A und B....


Und schwupps sind wir beim Tetralemma :o))
LG Doro


Fünfte Position???
Cool!
Munkes

Anonym schrieb am 22.09.2020 21:04




Es gibt ja selten nur Lösung A und B....


Und schwupps sind wir beim Tetralemma :o))
LG Doro


Fünfte Position???
Cool!
Munkes


Hmmm....eigentlich nur vier.
LG Doro