"Wespennest, friedliche Koexistenz möglich?"

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Tiana (Profil) schrieb am 11.06.2020 21:13

Wespennest, friedliche Koexistenz möglich?

Hallo ihr Lieben,

Wir haben ein Wespennest im Rolladenkasten der Terrassentür.
Bisher sind sie völlig friedlich und ich ganz entspannt. Direkt daneben steht das voltegierpferd, also auch durch die kinder gibt es bisher keine Probleme. Sie fliegen auch nicht rein bei offener Tür. Nun steht auch unser Esstisch draußen in der Nachbarschaft und ich bin etwas in Sorge, dass die Tierchen gegen Herbst aggressiver werden könnten. Hat eine von euch da Erfahrungen? Bleiben die entspannten Wespen entspannt?

Danke

Antworten

akira (Profil) schrieb am 11.06.2020 21:52

Wir hatten mal ein Erdnest neben der Terrasse. Das einzige Problem, das ich mit den Tierchen hatte, war beim Apfelmuskochen. Der Geruch muss sie so angezogen haben, dass ich die Türen und Fenster auf der entsprechenden Seite alle zumachen musste, sonst hatte ich ständig eine im Haus. Gestochen hat sich bei uns aber nie jemand und auch sonst waren sie nicht aggressiv. Wir essen aber auch kaum draußen. Da stelle ich es mir schwieriger vor. Wie gesagt, beim Apfelmus waren sie sehr neugierig, das birgt schon ein gewisses Konfliktpotential. Und natürlich auch die Gefahr, dass jemand eine neugierige Wespe versehentlich verschluckt, das darf man nicht unterschätzen! Da hätte ich jetzt deutlich mehr Angst vor.

Kann man die eigentlich umsiedeln? Und erschrecken die sich nicht, wenn man den Rollladen benutzt? Grundlegend hat die Zeit mit Nest aber meine Meinung über Wespen deutlich verbessert, weil unsere das ganze Jahr sehr friedlich waren, das kannte ich so bisher nicht.

Viele Grüße, akira

Tiana (Profil) schrieb am 11.06.2020 22:39

Danke dir, das klingt beruhigend. Bisher interessieren sie sich nicht für essen. Das ist aber meine Sorge. Den Rolladen machen wir nur abends runter. Das finden sie doof. draußen stehen will ich da nicht.

Clarita (Profil) schrieb am 11.06.2020 23:15

Es kommt drauf an, welche Wespenart ihr habt. Wir haben auch total friedliche, die jedes Jahr ein bisschen woanders Nester machen, aber nur kleine. Die kommen kaum zum Essen, nur wenn Fallobst unter den Bäumen liegt, muss man natürlich barfuß aufpassen. Scheinen eher Feldwespen zu sein, die verkleiden auch ihre Waben nicht. Von den "normalen" Wespen, die diese großen Nester bauen, gibt es aber auch zwei Arten. Von denen ist die gemeine Wespe aggressiver als die deutsche Wespe.
Also im Zweifelsfall mal testen und mit einem Marmeladenbrot o.ä. In die Nähe des Nestes stellen. Wichtig ist natürlich auch, dass niemand allergisch ist oder sonst panisch wird. Es gibt aber eben auch die echt störenden gemeinen Wespen, wie man sie aus dem Freibad oder so kennt. Andere sind ganz normale Gartennützlinge.

Umsiedeln geht prinzipiell, sollten aber nur Experten machen. Wespen sind ja wie Wildbienen und Hornissen geschützt. Bei den Unteren Naturschutzbehörden sollten sie da weiterhelfen können und Kontakte vermitteln.

Bei Rollladenkästen ist etwas problematisch, dass die Wespen Isoliermaterial abknabbern, so wie auch Holz. Da die Wespen im Winter absterben (ggf. bis auf 2 Wächter), kann man am besten dann unerwünschte Nester entfernen und versuchen, die Einfluglöcher zu verschließen. Haben wir z. B. bei unserem Dachfenster gemacht. Häufigere Störung in der Anfangsphase des Nestbaus hilft auch.

solskinn (Profil) schrieb am 12.06.2020 00:12

Ich habe auch seit Jahren Wespennester rund ums Haus und die tun uns toi toi toi gar nichts. Zugegebenermaßen verhindere ich bisher erfolgreich durch Abkleben den Nestbau im Rolladenkasten. Aber an Stellen, an denen ich nicht hinkomme, besonders gern am Dach des Hauses oder unterm Carport, habe ich jedes Jahr ein Nest, nun auch wieder direkt über dem Esstisch auf der Terrasse. Ab und zu schaut mal eine vorbei, aber gar nicht aggressiv. Durch die offene Terrassentür kommen sie auch nicht rein. Im Winter versuche ich die Nester zu entfernen, komme aber nicht immer ran. Sie bauen dann daneben ein Neues.
Ich hatte mich mal informiert, man darf die ja gar nicht selbst entfernen und vor allem nicht zerstören.

Ich habe dieses Jahr Erdbienen, da muss ich auch erstmal nachlesen, was da jetzt Sache ist. Durch den vielen Klee in der Wiese läuft aber eh gerade niemand barfuß durch.

Tiana (Profil) schrieb am 12.06.2020 06:50

Danke euch, ich teste mal.
Abkleben haben wir Im april versucht, sie haben sich durchgefressen, mehrfach. Dann habe ich aufgegeben weil sie kaum auffallen.
An das nest kommen wir nicht dran. Die wespen sind ungewöhnlich klein, aber ich schätze sie wachsen noch ;)

Anonym schrieb am 12.06.2020 09:21

Wir hatten auch schon öfter Wespennester im Rolladenkasten. Aus verschiedenen Gründen wollten wir das aber nicht. Hauptsächlich, weil wir gerade erst die Fenster neu gemacht haben und keine Bauschäden wollten. Aber auch, weil sie sich meist in den Kinderzimmerfenstern eingenistet haben. Und wir haben scheinbar nur aggressive Arten bei uns, die uns beim draußen essen regelmäßig nerven.

Wir haben alle Fenster/Türen geschlossen und haben sie so lange geärgert (Laden hoch und runter), bis das Nest zerstört war. Die Larven und die Nestbrocken lagen dann auf der Fensterbank. Aber die Wespen haben sich dann ganz schnell einen neuen Platz gesucht und ihre Larven mitgenommen. War meist ne Sache von 30-90 Minuten.

Liebe Grüße,
S

Flaps (Profil) schrieb am 12.06.2020 14:16

Hier gibt es auch immer wieder Nester in der Nähe des Essplatzes draußen.

Wir haben immer eine Sprühflasche mit Wasser auf dem Tisch stehen und wenn eine angeflogen kommt vernebeln wir das Wasser damit am Essplatz.
Die Tierchen denken dann dass es regnet und drehen in der Regel ab.
Nur die Flüge sollte man nicht durchweichen, weil sie dann abstürzen können und oftmal s Kollegen von ihnen helfen kommen wollen ;-)

LG und maximale Erfolge bei der friedlichen CO-Existenz oder dem vertreiben.

Flaps

Tiana (Profil) schrieb am 12.06.2020 19:08

Das zerstören des nests ist nicht möglich durch den rolladen. Sie müssen gut drumherum gebaut haben ;)
Wir haben nun mal eine gefangen und lassen die art bestimmen. Ich will gerne sicher sein.
Bauschaden fürchte ich inzwischen auch etwas mehr. Davman sie im raum laut summen hört und wir nicht ganz sicher sind, ob sie sich durch das holz fressen wollen.
Mal sehen was der experte sagt.

Camilla (Profil) schrieb am 12.06.2020 22:20

Wir haben nun mal eine gefangen und lassen die art bestimmen. Ich will gerne sicher sein.

Das war das Beste, was ihr machen konntet :-) . Es gibt, wie schon teilweise genannt, zahlreiche Wespenarten, die meisten davon völlig harmlos und oft sogar als Insektenvertilger sehr nützlich im Garten, solange man nicht direkt das Nest traktiert.

Lediglich die Deutsche und die Gemeine Wespe können im Spätsommer problematisch werden, weil die Tiere wegen des zunehmenden Futtermangels dann aggressiv werden und beide Arten wirklich große Staaten bilden.

Wir haben z.B. jedes Jahr Feldwespen im Gewächshaus. Die Nester sind großteils auf Kleinkindhöhe, aber Sorgen mache ich mir keine. Die Kinder (selbst die Zweijährigen) wissen, dass sie nicht anfassen dürfen (und machen es auch nicht, weil sie sich alle lebhaft an diverse Bienen-, Hummel- und Wespenstiche erinnern). Und an Besuchern stören sich die Tiere nicht, selbst wenn man 20 cm vor dem Nest steht. Ich sorge nur dafür, dass jeder weiß, wo die Nester sind damit niemand versehentlich hineingreift.

Ganz viele Infos gibts im Link.

Falls ihr euch zum Zusammenleben entscheidet, dann überlegt mal, ob ihr eine Alternative zum täglichen Rolladen runter machen findet. Die Tiere würden es euch danken.

LG Camilla


https://www.aktion-wespenschutz.de/Startseite/START.HTM

Tiana (Profil) schrieb am 19.06.2020 19:58

Wir mussten es nun doch wegmachen lassen. Leider war der Experte nicht optimistisch. :(

Lg

Camilla (Profil) schrieb am 21.06.2020 21:15

Schade, aber ich hatte es insgeheim befürchtet. In solchen Nischen nisten doch meist Gemeine oder Deutsche Wespen. Und die sind im Spätsommer wirklich unangenehm.

Wir waren im letzten August zu einer Feier in einem Dorf, wo es unglaublich viele Wespen gab. Ich habe an einem einzigen Tag 3 Stiche bekommen, einfach nur, weil sich die Tiere beim Fallobst auf der Wiese gütlich getan haben und sich dann unter dem langen Kleid verheddert. Direkt neben der Terasse möchte ich die auch nicht haben.

LG Camilla