"C*ytotec"

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maidli (Profil) schrieb am 13.02.2020 11:19

C*ytotec

Vielleicht haben es einige hier auch im Radio gehört.
BR und ich glaube SZ haben Rechercheergebnisse zum Thema C*ytotec in der Geburtshilfe (Einleitung) veröffentlicht.
Ich denke es ist gut, aufgeklärt zu sein und sich über Alternativen zu informieren.
Wir haben ja immer wieder Schwangere hier...

Lieben Gruß, Maidli

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/iq-wissenschaft-und-forschung/cytotec-geburtshilfe-arzneimittel-100.html

Antworten

Anonym schrieb am 13.02.2020 16:21

Hallo,

Hier die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Ich arbeite in einem Kreißsaal, in dem wir mit Cytotec niedrigdosiert einleiten und "erst" ab ET+10 eine Einleitung empfehlen. Abwartendes Verhalten wird unterstützt. Für die Frauen ist die orale Gabe viel weniger invasiv als eine ständige vaginale Manipultation.

In dem Kreißsaal, in dem ich davor gearbeitet habe wurde nur mit Vaginalgel (Dinprostin) eingeleitet. Nach 2 Tagen waren die Frauen total wund und wollten meist von sich aus eine Sectio.
Zu Überstimulationen kommt es ein beiden Fällen leider immer mal wieder.

Generell bin ich kein Freund von Einleitungen wegen "nur über ET". So oft sehen wir Kinder, die ET+ sein sollen und noch reichlich Käseschmiere und Fruchwasser haben. Aber wie so oft wird Schwangeren dann eben Angst gemacht und sie lassen sich einleiten.

https://www.dggg.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/stellungnahme-zur-berichterstattung-ueber-cytotec-zur-geburtseinleitung-1168/

Anonym schrieb am 14.02.2020 10:39

Bei meiner Fehlgeburt 2013 hab ich keine Chance gehabt Cytotec zum Einleiten zu bekommen. Schon toll und logisch: ne Ausschabung bringt ja viel mehr Kohle.
Vorgeschoben wurde Risiko und Off Lable Use.
Könnt grad kotzen. Den Schwangeren jubeln wir es hingegen rein. Klar, da sind Komplikationen vorprogrammiert und dann rollt der Rubel wieder.
Schön!
Munkes

Inge (Profil) schrieb am 14.02.2020 21:09

Sicher ist es richtig immer gut abzuwägen wenn ein Medikament off-label verwendet wird. Auf der anderen Seite werden viele Medikamente off-label verwendet bei Patienten, deren Leiden sonst kaum gelindert/ behandelt werden könnte.

Außerdem: off-label... In Deutschland. Die WHO hat das Medikament für genau diesen Zweck als untentbehrliches Medikament eingestuft.

Eine Geburtseinleitung sollte immer gut überlegt sein. Oft hat es einen Grund warum das Kind noch nicht "raus will", oft stimmt der errechnete Geburtstermin nicht.
Bei meinem ersten Kind wurde die Geburt auch eingeleitet, 14 Tage über dem Termin (nach Eisprung berechnet). Und mein Kind hatte sehr deutliche Zeichen einer Übertragung (keine Käseschmiere mehr, "Waschfrauenhändchen"). Womit eingeleitet wurde weiß ich nicht, es waren auf jeden Fall Prostaglandine. Im ersten Versuch als Scheidentablette (niedriger dosiert) im zweiten als Scheidentablette (höher dosiert). Schön war die Geburt nicht, ich bezweifle aber, dass ein Kaiserschnitt "schöner" gewesen wäre.