"Hilfe! Hausaufgaben "

StartseiteForum › "Hilfe! Hausaufgaben "
Startseite Navigation
EinloggenRegistrieren

Anonym schrieb am 23.05.2019 09:39

Hilfe! Hausaufgaben

Hallo ihr Lieben,
Ich brauche mal Erziehungsrat. Wie schafft ihr es bei Hausaufgabenverweigerern entspannt zu bleiben? Habt ihr Tipps.
Zum Hintergrund: meine Große macht sehr ungern Hausaufgaben. Sie hat meist sehr wenig auf. Aktuell in der 2. klasse Montessori Zweig. Leider mit ha. Bis vor wenigen Monaten war die Hausaufgabe nicht vorgegeben sondern sie sollten je eine Seite im rechtschreib oder schreibschriftbuch machen und eine Seite im Mathe Arbeitsbuch. Das ging meist gut weil sie die Wahl hatte und sich Dinge ausgesucht hat ,die sie forderten oder eben auch nicht.
Nun ist aber meist eine Nummer grammatikhausaufgabe oder mathebuch vorgegeben und seitdem quält es uns alle.
Sie macht die ha meist nach einer Spielzeit nach dem Mittagessen. Braucht aber für Aufgaben die vllt 10 Minuten dauern würden sicher 1-2h. Malt dann Blumen ins Heft oder lenkt sich anders ab. Nur wenn ich wirklich neben ihr sitze konzentriert sie sich. Letzteres will ich aber nicht.
Meine Haltung war immer sie macht sie wenn sie es machen will. Nun haben wir aber öfter das Problem, dass sie sie mittags nicht macht und dann um 20 Uhr Panik bekommt und dann ha machen will. Das funktioniert dann gar nicht mehr.
Leider gibt es von der Lehrerin inzwischen Striche und nachsitzen für nicht gemachte ha. Ist für mich ein Unding. Bisher kam es bei ihr nicht vor, weil sie eben dann fast schon nachts ha macht.
Habt ihr einen guten Rat?
Ich habe natürlich auch schon die wenn du nicht ha machst dann.. Karte gezogen aber ehrlich ich fühle mich so blöd dabei. Vor allem weil ich ha schon prinzipiell für blödsinn halte. Belehrt mich da auch gerne ;)
Tiana

Antworten

Carli (Profil) schrieb am 23.05.2019 10:03

Hallo Tiana,
mittlerweile werden hier, 5. Klasse, die Hausaufgaben zuverlässig alleine erledigt. Ging zum Teil schon in der Grundschule gut, bei manchen Kindern klappt das aber auch erst später. Ich persönlich finde, dass man jüngere Kinder oft überfordert, wenn man ihnen freigestellt, wann sie ihre Aufgaben - Hausaufgaben, Aufräumen, Instrument üben... - erledigen. Es ist doch wahnsinnig schwer, Zeiträume von mehreren Stunden sinnvoll einzuteilen. Bei uns hat sich bewährt: Mittagessen, evtl. eine kurze Ausruhzeit und dann am Stück alle Aufgaben erledigen. Falls es mal viel war dann eben den Rest abends vor dem Fernsehen oder einer sonstigen beliebten Tätigkeit. Dann bleibt ganz viel wirklich freie Zeit ohne im Kopf haben zu müssen, dass noch etwas zu erledigen ist.
Du schreibst, dass du Hausaufgaben für Blödsinn hälst. Diese Einstellung kann sich natürlich auf dein Kind übertragen, auch wenn du es gar nicht laut äußerst.
Eine positive Haltung zu Dingen, die nun mal im Moment so sind, kann vielleicht auch helfen.
Viel Erfolg!

munkes (Profil) schrieb am 23.05.2019 10:16

Ich habe ja schon in Monte Schule und Kiga gearbeitet, meine Tochter hat bis auf Schule alles von Monte durch, auch Hort.
Ich liebe das Konzept, vor allem wenn es gut umgesetzt wird. Was mir aber grad bei den größeren Kindern aufgefallen ist, ist dieses arg ausgeprägte Lust- Prinzip. Wenn mir ein Junge in der achten Klasse sagt, dazu habe ich jetzt keine Lust, dann sträubt sich mir alles. Nach der neunten in der Lehre einmal zum Meister gesagt: Abmahnung!
Klar, Kids in den ersten Klassen haben diesen Kontakt mit der Erwachsenen Welt noch nicht greifbar, dürfen aber mittels HA schon mal dran schnuppern.
Es gibt einfach im Leben Dinge, die sein müssen, dazu gehören zb meiner Meinung nach die Hausaufgaben. Ob das nun sinnig oder unsinnig ist, gehört für mich dabei nicht zur Fragestellung. Wie oft muss ich als Erwachsener Dinge tun, die ich eigentlich bescheuert finde? Grad bei Behörden oder eben in der Arbeit.
Die Schule ist die Arbeit unserer Kinder und ich wünsche mir von meiner Zweitklässlerin, dass sie ihr bestes gibt. Das ist dann aber auch genug. Sie macht und ich helfe und korrigiere nur auf Wunsch.
Immer wenn ich meiner Tochter solche Entscheidungen frei stelle bekommen wir Streit. Eben weil sie es dann doch anders entscheidet als ich es mir erhoffe, die Tragweite aber nicht überblickt.
Ihre beste Freundin wird dieses Jahr durchfallen. Ein Blitzgescheites Kind, dass einfach mal immer nur macht worauf es Lust hat mit dem Segen der Eltern. Ich hoffe du verstehst das nicht als Angriff oder Belehrung! Ich seh nur grad, dass ich doch manchmal nicht so locker bin.

ConnyH (Profil) schrieb am 23.05.2019 11:50

Hallo Tiana,

wie Carli schon schrieb: deine Haltung bekommt sie mit. Und hat dann einen Konflikt: Mama findet die Hausaufgaben eigentlich doof (sagt aber was anderes...), die Lehrerin sagt, die sind wichtig...hm. Ich denke auch, du musst erstmal deine Haltung zu den HA klären. Dann kannst du deiner Tochter auch klar gegenüber sein.

Ich tappe auch immer mal wieder in die Falle "was will die Lehrkraft denn nu' schon wieder..." - und merke, dass es den Kindern nicht hilft. Die haben dann einen Konflikt und schwimmen. Oder ich gehe eben notfalls mit der Lehrkraft in die Diskussion (so geschehen bei der Großen, allerdings 7. Klasse) - aber dann ist es eben authentisch und muss nicht vom Kind gelöst werden. Das schaffen wir die mE bis zur Mittelstufe niemals allein.

Bei uns ist es so, dass ich die Verantwortung für die Erledigung der Hausaufgaben ans Kind abgebe ("du sitzt morgen in der Stunde und hast es nicht, und musst evtl. nachsitzen usw"). Für die passende Umgebung/ Zeitpunkt, um die HA gut zu erledigen, bin ich zuständig (zumindest in der Grundschule). Und da hilft mE ein verlässlicher Zeitpunkt, bei uns nach dem Essen und 10min Pause. Dann startet erst die freie Zeit.

Wenn trotz allem die Hausaufgaben zur Belastung werden, dann würde ich mal an Unterforderung denken und das Gespräch mit der Lehrerin suchen. Vielleicht kann sie dir dann auch erklären, warum die Kinder keine Wahlaufgaben mehr erledigen dürfen, gerade im Montessori-Zweig.

Du schreibst, dass du die Maßnahmen der Lehrerin auch für ein Unding hälst...wie ist denn generell das Verhältnis zu ihr? Hast du ein gutes Gefühl, dass dein Kind da gut aufgehoben ist?

LG ConnyH

Inge (Profil) schrieb am 23.05.2019 11:59

Ich sehe das wie Munkes.

Hausaufgaben dienen für mich in aller erster Linie dazu, das Kind schrittweise an selbständiges, planvolles Arbeiten und Lernen heranzuführen. Und auch daran unliebsame Dinge zu tun.
Der Anfang sind eben die eher freiwilligen HA, dann kommen kleine Pflichtaufgaben und über die nächsten Jahre dann nicht nur eine, sondern viell. noch was dazu. Dann nicht auf den nächsten Tag, ev. ein kleines Referat, Vokabeln lernen, selbst Informationen beschaffen...

Eigentlich sind die HA in der Verantwortung deiner Tochter und die Lehrerin fordert sie ein. Eben mit Strichliste und Nacharbeit, wenn das Kind seine Aufgaben nicht erledigt hat. Manche mögen das als Strafe ansehen, man kann es mit gleichem Recht aber auch als logische Konsequenz bezeichnen. Wenn ich meine Arbeit nicht mache, muss ich sie wann anders nacharbeiten.

Trotzdem kann es natürlich sein, dass das Kind noch Hilfe in der Zeiteinteilung und der Organisation braucht. Und da kannst du eben helfen: Z. B. HA werden nach dem Mittagessen gemacht. HA anschauen: Ich glaube, das schaffst du locker in 15 min (Zeit eher großzügig angeben). Was denkst du?

Nicht machen, später machen (so wie es jetzt ist, sind HA im Zweifelsfall ein praktisches Mittel um die Bettgehzeit nach hinten zu schieben), sind keine Option.

Wenn das Kind nach einer halben Stunde nicht fertig ist, geht es ohne HA in die Schule.

Einen Kommentar an die Lehrerin würde ich da nur mit geben, wenn die HA WIRKLICH zu umfangreich waren und das Kind nicht getrödelt/ geträumt hat.

LG Inge

Lenchen (Profil) schrieb am 23.05.2019 13:05

Hallo ihr Lieben,
Ich brauche mal Erziehungsrat. Wie schafft ihr es bei Hausaufgabenverweigerern entspannt zu bleiben?
Tiana


Moin,

ich möchte dir kurz zu diesem Satz antworten. Zu dem Rest wurde mMn schon umfassend geschrieben.

Ich habe hier einen konkreten Ablaufplan. Mein Kind weiß also was ich wann erwarte. Die HA werden wegen Kleinkind derzeit auf dem Küchentisch erledigt während ich das Abendessen vorkoche/vorbereite, Wäsche falte, Küche aufräume. Während dieser Zeit bin ich für Fragen, Ermunterung und Rückversicherungen (ist meinem Kind sehr wichtig) da. Danach nicht mehr. Wer hier also tüdelt und trödelt, hat leider Pech gehabt. Was bei mir _immer_ zu Unfrieden geführt hat, war meine Untätigkeit während der HA. Seit ich _mein_ Programm habe, nutze ich die Zeit sinnvoll und bin deutlich entspannter.

Liebe Grüße
Lena

Lola (Profil) schrieb am 23.05.2019 14:56

Wie ist denn das Kind sonst so vom Charakter?

Ich habe mit meinem mit Hausaufgaben und noch anderem gekämpft, bis er Mitte zweite Klasse war. Deutlich besser wurde es (jedes unserer "Bock-Probleme") ohne Druck. Sonst saßen wir auch 2 Stunden an den Hausaufgaben und ich war auch fix und fertig. Kurz drauf hatten wir einen Schulwechsel, wo er echt viel nachholen musste und es lief wunderbar.

Anonym schrieb am 23.05.2019 15:04

Ich bin ganz erstaunt über die Freiwilligkeit am Anfang, von der hier einige berichten.
Hier an unserer stinknormalen staatlichen Schule, in der es eine Mischung aus Frontalunterricht und Tagesplan gibt, gab es vom ersten Tag an Pflichthausaufgaben in Mathe und Deutsch. Das waren natürlich anfangs v.a. Schreiblektionen für die Buchstaben und Zahlen. Als es dann ans Rechnen und Schreiben ging, kamen zu den dennoch täglichen Pflichthausaufgaben freiwillige Aufgaben dazu. Mein Kind ist halbwegs fit in allem, macht ab und zu eine Zusatzaufgaben in Mathe und niemals eine in Deutsch. Als ich ihn einmal fragte, warum er nichts zusätzlich macht, meinte er: „Rechnen macht mir Spaß, lesen und schreiben nicht - aber dafür spiele ich gern.“ Also gut, was soll ich da sagen?! Hat er ja recht.
(Wobei ich das eher umgekehrt sehe und als Erst- und Zweitklässler sicher keine freiwilligen Matheaufgaben gemacht hätte ;) )

In dem Alter machen Kinder ja keine Hausaufgaben, weil sie einsehen, dass es wichtig für ihr Fortkommen ist. Sie machen sie, um dem Lehrer und ggf. Den Eltern zu gefallen bzw. Sie bei der Nichterledigung nicht zu enttäuschen.
Ich sage zu meinem Kind, wenn er keine Lust auf Hausaufgaben hat, dass sein einziger echter Job, den er im Moment hat, die Schule ist, und ich erwarte, dass er das erledigt, was zu erledigen ist, und ihm danach der ganze Tag oder das ganze Wochenende zur freien Verfügung steht.
Und wenn er meint, er müsse seine Hausaufgaben nicht machen, müsste er mit den Konsequenzen leben - sie am nächsten Tag zusätzlich zu den neuen Hausaufgaben erledigen zum Beispiel. Das wäre für ihn Strafe genug. Ab und zu motzt er rum, aber ich kenne da gar nichts, die HAs werden erledigt. Punkt.
Aber wie gesagt, das war vom ersten Tag an so und die Freiwilligkeit kam erst später hinzu und ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn er diese freiwilligen Aufgaben nicht macht.

Aus Erfahrung als Lehrerin hoffe und wünsche ich im Sinne deines Kindes und seiner Laufbahn, dass es noch nicht zu spät ist.

Gruß, Sols.

ChristineT (Profil) schrieb am 23.05.2019 17:32

Nein, zu spät ist es noch nicht. Aus meiner Erfahrung mit verschiedenen Grundschulen muss ich sagen, dass ich dieses Konzept mit völlig "freiwilligen" Hausaufgaben am mühsamsten fand. Ich finde schon erstrebenswert, dass ein Kind am Ende der Grundschulzeit lesen, schreiben und die Grundrechenarten kann und das funktioniert u. U. nicht, wenn man immer nur das macht, wozu man Lust hat. Das, was etwas schwerer fällt, fällt dann leicht hinten runter. Aber auch das Kind mit diesem Grundschulkonzept hat es noch gelernt (jetzt 8. Klasse) und macht seine Hausaufgaben mittlerweile völlig selbstständig.

Evi (Profil) schrieb am 23.05.2019 20:26

Bei uns geht es mal gut mal weniger gut. An nicht so guten Tagen läuft es auch nur wenn ich neben dem Kind (1.Klasse sitze). Ich mache es inzwischen so, dass ich es mir mit nem Kaffee und meinen Stricksachen neben dem Kind gemütlich mache. Einfach nur dasitzen funktioniert für mich nicht da ich zu ungeduldig bin. Ich motiviere dann ein bisschen, gebe ein bisschen Hilfestellung und das funktioniert hier dann gut.

Grüße Eva

Anonym schrieb am 23.05.2019 22:02

Danke euch. Es überrascht mich das die meisten von euch doch Eher streng damit umgehen. Mein Kind ist sehr gut in der Schule, ein dickkopf der gerne den langen eigenen Weg geht und nicht die Abkürzung um mir zu gefallen ;) oder der Lehrerin. Nachsitzen will sie nicht.
Ich schätze das sehr an ihr. Das macht ha aber nicht leichter.
Für verloren halte ich sie nicht. Ich glaube aber eben tatsächlich nicht an das System ha. Und frage mich ob wir für uns die Schulfrage nochmal neu klären müssen. Meine Tochter lernt gerne ,noch ! aber eben nicht mit Druck und ha erlebt sie als solchen. Die freiheitsgrade werden hier eher weniger mit jedem Schuljahr . Ich denke wenn sie die hat tut sie deutlich mehr, weil sie vieles interessiert aber der Zwang ihr die Freude oft nimmt. Sie schreibt z.b. Gerne Geschichten hat aber auf Wörter mit ie abzuschreiben keine Lust. Eine Geschichte aus Wörtern mit ie hat sie dann heute geschrieben als Alternative. Nur immer fällt mir auch nicht etwas anderes ein.
Ein fester ha Zeitpunkt werden wir versuchen leider bedingt durch Geschwister und nachmittagstermine täglich wechselnd. Danebensitzen geht eben deshalb leider nicht. Ich muss 2 weitere Kinder bei Laune halten insbesondere den mittleren de sie sonst noch mehr ablenkt.
Die Lehrerin schätze ich sehr. Ich finde dennoch nicht alles gut was sie umsetzt. Nachsitzen in der Grundschule wegen vergessener ha ist für mich ein Nogo. Aber durch euren Blickwinkel verstehe ich mehr den Wunsch dahinter jemanden aufs Leben und Pflichten vorzubereiten.

Tiana

Anonym schrieb am 23.05.2019 23:25

Du schreibst gar nicht, warum Du Hausaufgaben ablehnst.
Besucht sie denn eine Ganztagsschule? Hier ist es im Schulgesetzt so vorgeschrieben: Ganztagschule ist ohne Hausaufgaben (außer am kurzen Freitag), Halbtagsschule ist mit Hausaufgaben.
Gerade in den ersten Jahren muss doch einfach Vieles geübt werden, ab der Fünften fallen die reinen Fleiß- und Übeaufgaben weitgehend weg und meine Tochter hatte dann schlagartig viel weniger HAs.
Mir ist lieber, sie machen in der Schule auch noch was anderes, als nur in Arbeitsheften zu arbeiten. Also Gruppenspiele machen, malen, basteln, über sachthemen reden, zusammen singen etc. Bei 4 oder 5 Schulstunden käme das doch sonst viel zu kurz.
Und einen Teil des einfachen Übens machen sie zu Hause - wo es oftmals ruhiger ist, als mit 26 Kindern.

Evtl. findest Du persönlich auch Rechtschreibung, Zeichensetzung etc. nicht so wichtig? Kann ich mir aber kaum denken, ist ja klar, dass Einem das im Leben nützt, was man in der Grundschule lernt und übt.

Anonym schrieb am 23.05.2019 23:49

Du schreibst gar nicht, warum Du Hausaufgaben ablehnst.

mir geht es genauso, ich finde HA sehr wichtig.
Zum einem, einfach um den Stoff zu verfestigen, gerade dann, wenn die Schule ja sowieso nur so kurz ist (halbtags). Ich sehs wie meine Vorschreiberin, dass schafft die Schule gar nicht, in so wenig Zeit, alles nur ausschliesslich dort zu lernen.
Bei den HA merke ich dann auch gleich, ob mein Kind etwas verstanden hat, ob es noch Erklärungsbedarf gibt oder ob einfach nur noch geübt werden muss, damit es flüssig funktioniert. Bei den teilweise grossen Klassenstärken kann die Lehrerkraft ja nicht immer auf jeden einzeln eingehen.
Ich denke, selbst in der Schule, wird dein Kind Dinge schon gemacht haben, die ihr vielleicht nicht gefallen haben, seis nur Singen oder ebend Aufsatzschreiben ;-) Genauso ist es mit den HA, alles kann einem nicht gefallen, aber davon wird das Kind ja nicht gleich lernmüde oder gar gestresst. Da brauchst schon mehr Frustration und Misserfolge.
Ich selbst kenne es auch nur mit HA, war allerdings auch nie Monte, das war doch schon immer so, seh an HA vor allem nix Negatives. Und bis jetzt fand ich ihre HA alle wichtig, selten, dass in meinen Augen, mal was Unnützes dabei war.
LG, Marlis

ConnyH (Profil) schrieb am 24.05.2019 06:14

Danke euch. Es überrascht mich das die meisten von euch doch Eher streng damit umgehen. Mein Kind ist sehr gut in der Schule, ein dickkopf der gerne den langen eigenen Weg geht und nicht die Abkürzung um mir zu gefallen ;) oder der Lehrerin. Nachsitzen will sie nicht.
Ich schätze das sehr an ihr. Das macht ha aber nicht leichter.
Für verloren halte ich sie nicht. Ich glaube aber eben tatsächlich nicht an das System ha. Und frage mich ob wir für uns die Schulfrage nochmal neu klären müssen. Meine Tochter lernt gerne ,noch ! aber eben nicht mit Druck und ha erlebt sie als solchen.


Ich hole jetzt mal wieder meine "HB-Keule" raus - ignoriere bitte, wenn das nicht auf euch zutrifft. Aber dafür klingelts gerade mal wieder bei mir, daher muss ich was schreiben ;o) (Und außerdem kann ich seit ner Stunde eh nicht mehr schlafen, also eine wunderbare Ablenkung.)

Ich habe den Eindruck, dass HA für sie lästige Wiederholungen sind, die sie eigentlich nicht braucht. Und für dich stellt sich -aus eurer Sicht sicherlich berechtigt- die Frage: warum der ganze Stress?

Vielleicht ist sie hochbegabt.
HBchen brauchen 1-3 Wiederholungen, wo andere 10 brauchen.
Heisst: HA sind nervige Zeiträuber, die die Lehrerin will- die Mama nicht- und ich als Kind sowieso nicht. Und weiter bringen tun sie mich auch nicht, also wozu das Ganze?

Vielleicht bringt da ein offenes Gespräch mit der Lehrerin Klarheit. Wo ihr nochmal genau hinschaut, was sie wirklich braucht.

Es ist ja irgendwie eine Krux: einerseits das freie Lernen, genau hinzugucken: was brauche ich, um weiterzukommen, was interessiert mich, was ist spannend...
- und andererseits eben dieses Vorbereiten auf lästige Pflichten.
Wenn ich so drüber nachdenke, stellt sich ja schon die Frage: warum muss ich einem Menschen, der nah bei sich ist und gut weiss, was gerade für ihn wichtig ist, das aufdrücken, mit 7 oder 8 Jahren? Macht diese Pflicht Sinn?

Und genau diese Krux erlebe ich bei meinen Kindern (gerade auch bei der Großen, auch so ein Freigeist). Und da habe ich eben für mich beschlossen, das HA eben ein Teil des Jobs des einzelnen Kindes ist. Wie in jedem Job darf natürlich hinterfragt werden, wozu muss ich diese (lästige) Pflicht machen?
Und wie in jedem Job muss genau gekuckt werden: ist es, weil der Chef das eben so will? Oder kann ich vielleicht mit dem Chef vereinbaren, dass das so und so doch vielleicht effizienter ist? Oder ist es zwar lästig und doof, macht aber aus diesem und jenem Grund Sinn?

In der Grundschule bin ich mit den "Chefs" bei krassen Unlustphasen ins Gespräch gegangen und es wurde gemeinsam gekuckt, was denn los ist. Die guten Chefs sind da auch offen und haben die HA (bei uns in der 1./2. Klasse Wochenpläne) entsprechend angepasst: wenn das Kind einmal gezeigt hat, dass es den entsprechenden Sachverhalt drauf hat, reicht dem Chef das. Da muss man nicht noch 10 Päckchen mehr rechnen oder seitenweise ie einkringeln.
Bei den nicht so offenen Chefs (hauptsächlich bei der Großen auf der weiterführenden Schule zu finden) habe ich mit ihr geklärt, dass es eben genau diese lästigen Pflichaufgaben sind, weil der Chef das eben so will. Sie kann sich weigern mit der entsprechenden Konsequenz (haben wir ein gutes halbes Jahr ausprobiert), oder sie macht es eben. Und hofft auf einen besseren Chef :o)

Am Ablauf hier zu Hause wie oben beschrieben ändert das aber nix. Wenn einmal geklärt ist, dass und welche HA zu tun sind, werden die auch ohne weitere Diskussion erledigt. Klappt dann auch.

Ich wünsche euch, dass ihr eine gute Chefin habt, mit der ihr individuell vereinbaren könnt, was eure Tochter nach vorne bringt. Denn das ist doch das Wichtigste: dass die sich den Spass an der Schule erhalten. Ohne Spass an der Sache geht doch nix.

Upps, lang geworden...na, dann kann ich mir jetzt 'nen Kaffee machen ;o)

LG ConnyH

Tiana (Profil) schrieb am 24.05.2019 08:24

Danke Conny
Das was du schreibst trifft es ziemlich genau. Hb denke ich aber eher nicht.
Mit dem lernen für ein Diktat oder eine Arbeit hat sie kein Problem. Auch Gedichte als ha macht sie. Nur das was sie schon kann hat sie über.
Ich selbst sehe es wie im link unten beschrieben. Ich habe mich im Studium sehr kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt und das hängt vermutlich einfach nach.
Ich werde nochmal den Kontakt mit der Lehrerin suchen. Eigentlich würde ich ihr die Zeit lieber gönnen ein Instrument zu lernen.
Mir war nicht bewusst das ha im Bildungsplan vorgesehen sind. An den privaten halbtagsschulen gibt es hier keine ha. Das macht es noch schwieriger denn ihre Freunde müssen alle nicht mittags ha machen. Die Klassenkameraden machen das alles im Hort.

https://mymonk.de/hausaufgaben-alarm/

ConnyH (Profil) schrieb am 24.05.2019 08:53

Danke dir für den interessanten Link! Besonders der zweite Teil gefällt mir gut...:o)
Ich glaube, ein Weg aus dem Dilemma geht nur über gute Kommunikation mit der Lehrkraft. Und bei vielen gehören HA (leider) zum Repertoire und werden nicht unbedingt hinterfragt.

Instrument lernen klingt doch nach einem guten Plan!

LG ConnyH

Anonym schrieb am 24.05.2019 09:33

Instrument lernen ist natürlich total schön, aber besonders hier heißt es üben üben üben... Auch das, was man gefühlt schon kann, weil es um eine gewisse Perfektion geht, ohne die es irgendwann nicht weiter geht. Am Anfang ist es leicht, die Fortschritte sind groß, die Übzeiten kurz, es macht viel Spaß. Das ändert sich aber bald. Ich kenne nur sehr wenige Kinder, die aus eigenem Antrieb über Jahre hinweg immer mit Spaß am Ball bleiben. Der Rest arrangiert sich mit dem lästigen Üben, weil man ja doch gewisse Ziele erreichen will, die Eltern dazu drängen... oder bleibt einfach ewig auf einem Niveau. Gerade im musikalischen Bereich ist Üben die allerwichtigste Vorraussetzung, im Idealfall täglich, auch in den Ferien. Ich will ganz bestimmt nicht davon abraten, ein Instrument zu lernen, denn es ist sicherlich eine der schönsten Sachen überhaupt, aber oft hat man ja nicht auf dem Schirm, wie viel Arbeit und Selbstdisziplin dahinter steckt.
Ano Musikerin

Anonym schrieb am 24.05.2019 10:25

Hallo,

Ich finde das, was in dem Link steht, zu einem großen Teil unsinnig (obwohl ich immer wieder gern bei mymonk lese).

Die Kinder in den heutigen Grundschulen sitzen eben nicht sechs Stunden lang still - weder 6 Stunden noch still.
Selbst an unserer, wie ich sie oben schon nannte, „stinknormalen staatlichen Schule“ ist dem nicht so. Und wir haben eine sehr konservative Rektorin, die Wert auf Pünktlichkeit und soziales Verhalten legt und auch nicht davor zurückschreckt Strafen auszusprechen und sie durchzuziehen. (Ich halte sie nicht in jedem Punkt für geeignet, aber das äußere ich ja dem Kind gegenüber nicht - von den Kindern wird sie übrigens vergöttert, was die meisten Eltern nicht verstehen können ;) )
Wir in Bawü erhalten im Prinzip nicht mal einen Stundenplan in den ersten beiden Klassen - wir wissen nur, wann der Unterricht beginnt und wann er endet und ob Sportunterricht ist (wegen der Klamotten). Aber ansonsten ist das ein an den Tag und die Situation angepasster Unterrichtsalltag mit Mischungen aus Deutsch und Mathe und Kunst und Sachunterricht und allem möglichen, in unterschiedlich langen Einheiten und von der Lehrkraft selbst zu wählenden Pausenzeiten. Nur die große Pause ist aufgrund organisatorischer Gründe festgelegt.
Der Text suggeriert auch, dass alles, was in den Hausaufgaben verlangt wird, Arbeit ist und keinen Spaß macht.
Aber muss denn alles immer Spaß machen?
Nein, muss es nicht.
Wenn einem Kind aber alles, was in irgendeiner Form gewünscht wird („Arbeit“ ist), keinen Spaß macht und deshalb verweigert wird, haben wir ein massives gesellschaftliches Problem.
Meine Kinder putzen allesamt nicht gern ihre Zähne, es macht ihnen keinen Spaß. Aber was soll ich da diskutieren? Es wird geputzt. Sie räumen auch nicht gern auf, gehen auch nicht gern zum Impfen, packen nicht gern ihre Vesperdosen selbst aus. Mein Sohn liest auch nicht gern. Soll ich dann sagen, na gut, macht dir halt keinen Spaß, macht ja nichts, wenn du es nicht gut kannst, dann lass es halt?! Sicher nicht.
Vielleicht ist es auch mancherorts so, dass die Grundschulkinder ewig in der Schule sind (nicht GTA gemeint), aber bei uns nicht. Hier gibt es erst ab der 3. Klasse überhaupt Nachmittagsunterricht und das ist dann Sport oder Kunst. Ansonsten sind die Kinder hier zwischen 12 und 14 Uhr daheim und haben nach den Hausaufgaben, die im Normalfall maximal eine halbe Stunde dauern, den ganzen Nachmittag frei.
Was mir dann viel mehr auffällt ist das Phänomen, dass dann alle Kinder in irgendwelche Hobbys gesteckt werden, weil sie ja gefördert werden müssen. Und danach dann jedes Mal die Diskussion los geht, weil ja jetzt noch die Hausaufgaben zu erledigen sind oder etwas gelernt werden muss.
Die Einsicht, dass Hausaufgaben einen persönlich weiterbringen, kommt ja tatsächlich erst später (sicher nicht bei vielen in der 8. Klasse, ich würde eher sagen bei den meisten - vor allem Jungs - in der 11.) und bei weitem auch nicht bei allen. Das ist so ein leidiges Thema, ehrlich. Es ist mittlerweile gang und gäbe, dass Schüler einfach nie ihre Hausaufgaben haben und danach die Eltern (!!!) um ein Gespräch bitten, weil die Klassenarbeitsnote so schlecht war. Und das zieht sich dann hoch und in der Oberstufe geht es zu wie auf einem Basar, da wird um jeden Punkt gefeilscht, aber früher hatte ich doch eine 2, warum habe ich jetzt nur 5 Punkte, wie kann das sein?! Aber von nichts kommt nichts. Und auch beißen will gelernt sein.
Und wenn ein Kind oder ein Jugendlicher ein Thema besonders spannend findet, glaube ich nicht, dass der Lehrer das nicht würdigt und nicht versucht es irgendwie in den Unterricht einzubauen. Das geht natürlich mit aufsteigender Jahrgangsstufe nicht universal, aber ich habe noch nie einen Schüler abgewiesen, der zum Beispiel gesagt hat, er habe ein besonders gutes Buch gelesen und wolle dazu gern etwas sagen oder ob wir nicht mal über dieses oder jenes aktuelles Thema sprechen könnten. Aber dafür erlasse ich ihm weder notwendige Aufgaben noch gebe ich automatisch eine 1.

Ich sehe Hausaufgaben eher vor dem Hintergrund der sozialen Ungleichheit kritisch, besonders wenn es über wiederholende oder vertiefende Aufgaben hinausgeht. Vokabeln müssen natürlich gelernt werden, Schreibübungen kann man allein von der Zeit her nicht ausschließlich im Unterricht machen, Rechnen liegt dem einen mehr und dem anderen weniger, der dann eben mehr Übung und Festigung braucht. Hausaufgaben, die die Hilfe der Eltern bedürfen, gebe ich nicht.

Eine verpflichtende GT-Schule würde das Problem massiv entschärfen, aber das wollen viele ja auch nicht (mir inklusive - weil meine Kinder spielen können sollen. Sie haben aber zum Glück auch keine Hobbys.)

Ein sehr kontroverses Thema.

Grüße! Sols.

Henni (Profil) schrieb am 24.05.2019 12:03

Ich unterschreibe in allen Punkten - auch was den verlinkten Text angeht - bei Solskin.
Zeit zum Spielen, für eigene Interessen und für andere Dinge, die die Entwicklung fördern haben doch auch Kinder, die ihre HAs machen.
Das geht doch in der Grundschule gerade mal um 30 bis 60 Minuten!

Meine waren immer froh, wenn sie die HAs zu Hause machen konnten, und nicht mit den anderen zusammen im Hort.
Der Viertklässler hier setzt sich oft noch vor dem Mittagessen dran und ist dann um 14 Uhr fertig damit. Hat dann noch 6 Stunden für alles andere!

Henni

Lola (Profil) schrieb am 24.05.2019 12:38

Vielleicht kommt es auch auf die Art der Hausaufgaben an. Meine Kleine ist ja jetzt in der ersten Klasse einer ganz anderen (normalen) Schule als die Jungs. Und sie hat weniger so Schwungübungen und Buchstaben schreiben auf als die Jungs. Die mussten teilweise eine Seite den Buchstaben schreiben, dann noch in ein Buchstabenheft A5 die Buchstaben rein und passende Wörter und dann eine A5 Seite (Buchstabenheft) verschiedene Wörter mit dem Buchstaben. Dass das nervt, glaube ich. Meine Tochter muss nur eine Seite in einem A4 Heft schreiben.

ConnyH (Profil) schrieb am 24.05.2019 16:07

Nur kurz, weil wenig Zeit:

Wenn man den Artikel mal beiseite legt und nochmal auf die Ursprungs-TE-Situation zurückkommt, bleibe ich dabei:

Ein Kind, was (inhaltliche) Dinge schon kann, muss sie mE durch HA nicht noch zig-mal unter Beweis stellen. Es geht hier nicht ums Zähneputzen und auch Vokabeln muss ich nicht in der 2. Klasse pauken. Und ums Zimmer aufräumen geht es der TE ja nun auch nicht. Da wird mE jetzt vieles in einen Topf geworfen.

Vielleicht später mehr.

LG ConnyH

Anonym schrieb am 24.05.2019 16:52

Okay, den Einwand, dass es einen inhaltlichen Unterschied zwischen Zähneputzen und Hausaufgaben machen gibt, sehe ich schon ein. Dabei ging es mir auch eher um das Thema "Spaß" bzw. eben auch "Frustrationstoleranz".

Wir müssten dann eben wissen, um welche Arten von Aufgaben es sich handelt. Die TS schrieb von Matheaufgaben. Das Kind kann offenbar gut rechnen. Das ist auch eine Stärke meines Kindes in der 2. Klasse. Aus diesem Grund sieht es die Mathe-HA nie als Qual an. Die macht es ja mit links, fünf Minuten, fertig, Erfolgserlebnis. Ab und zu frage ich mal spontan was ab (im Moment Kleines 1x1 und Division mit Rest), da merkt man dann, ob es nicht doch noch irgendwo hängt oder ob sich da Leichtsinnsfehler einschleichen. Das machen wir immer eher spielerisch. Wenn es in dem Bereich Probleme bei der Erledigung der Aufgaben beim Kind gibt, würde ich es genau über diese Schiene probieren: Ist doch eh pipieinfach, komm, erledige das schnell, fertig. Dann lass ich es mir (ab und zu) mal zeigen und melde positiv zurück (der Lehrer sowieso) und das Kind ist zufrieden.

Quälend sind eher so Abschreibaufgaben. Bei uns wird jeden Freitag ein benotetes Diktat geschrieben, das sie am Montag vorher bekommen. Einzige verbindliche Aufgabe: ein Mal ist es abzuschreiben. Wenn es nach meinem Kind geht, würde er es am Donnerstag Abend abschreiben ;) Wir haben uns als Kompromiss auf Mittwoch nach der Schule geeinigt. Das geht auch nicht immer ohne Gemotze und Diskussionen, aber ich sag halt, dass ich weiß, was er jetzt viel lieber machen wollen würde, aber dies jetzt erledigt wird und er danach dann den lieben Gott einen guten Mann sein lassen kann. Dann verkrümelt er sich meckernd in sein Zimmer und je nach Umfang kommt er ein paar Minuten bis eine halbe Stunde später wieder raus, zeigt mir das Ergebnis und packt es weg. Und fertig.

Ich verstehe also nicht, warum das Kind motzt, wenn es Aufgaben erledigen soll, die ihm inhaltlich liegen, und nicht motzt, wenn es Aufgaben sind, bei denen es Schwierigkeiten hat.
Umgekehrt ist es doch viel logischer für ein Kind.

(Klingt ja wirklich ein wenig nach HB, wobei ich in jeder meiner Klassen, gemessen an der Hausaufgabenmoral, 50% HB-Kinder haben müsste...)

Aber ist es eben wirklich so?!
Ich glaube, viele liegen da einem Fehlschluss auf. Später dann eben die Jugendlichen selbst: Ich mache das nicht, ich brauche das nicht, ich habe es immer ohne Übungen geschafft.
Und dann kommt halt das Ergebnis.

(Ich korrigiere gerade Abitur.)


Solskinn

Anonym schrieb am 24.05.2019 19:10

Mein Sohn - hochbegabt mit Brief und Siegel und Testergebnis - ist mittlerweile schon in der weiterfürhenden Schule.Und es gab in der Grundschulzeit kein Theater wegen der Hausaufgaben.
Er hat seine Hausaufgaben im Kinderhort gemacht. Es gab die Hausaufgabenzeit, und alle mussten an die Tische und fertig.
Er hat dann konzentriert und schnell gearbeitet und durfte - nach Kontrolle durch die Erzieher - dann raus zum Spielen oder lesen.
Was ich sagen will: Hochbegabung ist kein Grund für so ein Theater.
Vieleicht braucht das Kiind einfach ein anderes Setting? Also eine Situation der in alle andere auch Hausaufgaben machen?

Theater gab es in der vierten teilweise wegen dieser HSU Proben, für die er seitenweise sinnloses Zeugs auswendig lernen musste.

Gruß,
Ano mit HBchen

Anonym schrieb am 25.05.2019 15:22

Hallo Tiana,

grundsätzlich sehe ich es wie du und halte wenig von den Hausaufgaben. Und meine Kinder wissen das auch ;-)
Bei uns ist das so: 3 Kinder, davon 4.Klasse, 1.Klasse, staatl. Dorfgrundschule und eins im Kindergarten.

Unser großes Kind ist hochsensibel und sehr pfiffig. Wir schauen uns die Hausaufgaben immer zusammen an und die Erledigung ist auf 20-30min Maximum ausgelegt, meist weniger. Was es schon kann (vor allem Mathe) mache oft ich, nachdem ich mir nochmal vom Kind habe zeigen lassen, wie es geht ;-) denn Wiederholung nervt mein Kind extrem und Gespräche über schwereres Material mit der Lehrerin haben nichts gebracht.
Dieses Kind kann erst abends nach genügend Freispiel die Hausaufgaben erledigen. Und dann begleite ich es, wenn es das braucht. Die Schule ist für dieses Kind schon anstrengend genug. Hat sich trotzdem jetzt fürs G8 Gymnasium entschieden (entgegen meinem Wunsch nach Realschule und mehr Freizeit) und wurde auch dahin empfohlen.
Mit Druck läuft bei diesem Kind gar nichts.

Beim Erstklässlerkind mache ich es ähnlich. Mache oft die Matheblätter und dafür liest es etwas mehr. Schreiben nervt extrem, aber nebenbei die Lieblingsmusik zu hören macht es einigermaßen erträglich.

Ich unterstütze meine Kinder also soweit es geht bei den Hausis, finde Freispiel einfach wichtiger. Als Arbeit sehe ich schon die Zeit in der Schule an, damit ist ihr "Soll" für mich getan. Für uns ist das bisher der richtige Weg.

Liebe Grüße und einen guten Weg für euch!

Anonym schrieb am 25.05.2019 15:32

Und ich mag diesen Blogartikel einer Lehrerin :-)

https://liniert-kariert.de/2017/01/hausaufgaben-ein-drama-in-tausend-akten.html

Tiana (Profil) schrieb am 04.06.2019 09:31

Zwischenstand

Also ich möchte die ha nicht machen. Das ist ehrlich keine Option. Auch wenn sie das entlasten würde.
Aktuell haben wir unsere nachmittagsevents alle ausfallen lassen und sie macht immer nach dem Essen ha. Das ist ohne Zeitdruck deutlich besser. Aber sie braucht immerhnoch mindesten 1,5 h für langweilige ha wie ein ab in deutsch und 2 Aufgaben rechnen die sie schon kann. Nebenbei zeichnet sie Bilder. Es variiert auch sehr je nachdem ob sie wirklich Mittagessen hatte oder nicht. Ohne entsprechend schwierig. Das vorbereiten des Referats läuft dagegen gut.
Die Lehrerin berichtet jedoch gleiches in der Schule. Unkonzentriertheit, Lustlosigkeit, deutlich schlechteres Schriftbild. Inzwischen musste sie deshalb auch nachsitzen.
Das hat ihr sehr gut gefallen und sie überlegt nun dauerhaft auf ha zu verzichten.
Ich denke nun drüber nach die Schule zu wechseln wenn es so bleibt. Bei uns ist das bei weitem nicht so frei wie von Sols berichtet. Es ist zwar montematerial aber der Rest ist sehr starr, sowohl zeitlich als auch inhaltlich.

ConnyH (Profil) schrieb am 04.06.2019 12:51

Re: Zwischenstand

Liebe Tiana,

oh je...hört sich nicht gut, sondern nach ganz großer Langeweile an.


Aktuell haben wir unsere nachmittagsevents alle ausfallen lassen und sie macht immer nach dem Essen ha. Das ist ohne Zeitdruck deutlich besser. Aber sie braucht immerhnoch mindesten 1,5 h für langweilige ha wie ein ab in deutsch und 2 Aufgaben rechnen die sie schon kann.

Das Kind langweilt sich. Und jetzt wird es noch dafür bestraft, indem die schönen Sachen (Nachmittagsevents) ausfallen...
1,5 h in der 2. Klasse? Würde ich nicht machen. Nach einer halben Stunde abbrechen (so ist der Zeitrahmen in NRW, vielleicht ist das bei euch anders?) und gut ist.

Nebenbei zeichnet sie Bilder.
Guter Zeitvertreib und sehr effizient, das parallel zu machen ;o)

Das vorbereiten des Referats läuft dagegen gut.
Na, das ist dann doch _endlich_ mal eine Herausforderung...und die wird sie dankend annehmen.

Die Lehrerin berichtet jedoch gleiches in der Schule. Unkonzentriertheit, Lustlosigkeit, deutlich schlechteres Schriftbild. Inzwischen musste sie deshalb auch nachsitzen.
*kopfschüttel* Was gedenkt die Lehrerin denn von ihrer Seite aus zu tun? Ein Kind fängt doch nicht einfach so an, sich zu verschlechtern. Da steckt doch was dahinter, und das ist mE auch der Job der Lehrerin, das zu ergründen. Da muss ich nicht noch einen draufsetzen mit Nachsitzen!

Das hat ihr sehr gut gefallen und sie überlegt nun dauerhaft auf ha zu verzichten.
Oder darf deine Tochter beim Nachsitzen andere Aufgaben erledigen oder hat Exklusiv-Zeit mit der Lehrerin? Könnte auch ein Grund sein, warum sie gerne nachsitzt.

Ich denke nun drüber nach die Schule zu wechseln wenn es so bleibt. Bei uns ist das bei weitem nicht so frei wie von Sols berichtet. Es ist zwar montematerial aber der Rest ist sehr starr, sowohl zeitlich als auch inhaltlich.

Wie sind denn die anderen (höheren) Klassen? Wäre die Schulleitung offen für ein Gespräch? Vielleicht gibt es ja noch eine andere Lösung als direkt ein Schulwechsel.

Ich will nicht "missionieren" oder so, aber vielleicht müsst ihr HB nicht ganz ausschließen...hier mal ein Link, vielleicht passt ja doch was:
http://www.beratrain.de/spezialgebiet-hochbegabung/intelligenztest/checkliste-zum-erkennen-von-hochbegabung-im-alltag-/


LG ConnyH

Gerlind (Profil) schrieb am 04.06.2019 17:45

Ich muss nun doch noch meinen Senf dazu geben.
Ich hab mal einen Artikel gelesen, der hieß "Hausaufgaben stören den Familienfrieden" und genauso war das bei uns bei beiden Kindern in der Grundschule!
Inzwischen gehen beide auf eine Gesamtschule (IGS) bei der es einen Wochenplan gibt, der in der Schule erledigt werden muss und selbst der Kleene (5.) schafft das inzwischen gut.
Die Große (7.) hat es an dieser Schule so toll gelernt, sich selbst zu organisieren, das klappt mittlerweile auch hervorragend wenn sie für Klassenarbeiten lernen muss. Das wird beim Bruder wahrscheinlich immer etwas schleppend ablaufen aber alles in allem ist Schule hier seit letztem Sommer so entspannt geworden!!! Hier trauert niemand der Grundschulzeit hinterher und den "alten" Lehrerinnen möchte ich so manches mal meine Kinder präsentieren, wie toll die sich entwickelt haben!
Bei uns hat ein ganz regulärer Schulwechsel Wunder gewirkt, ggf. ist das aber auch schon vorher eine Option...
Gerlind

Anonym schrieb am 04.06.2019 22:38

Hallo Tiana,

du schreibst in deinen Posts, dass du "Hausaufgaben für Blödsinn hälst" und später, dass du "nicht an das Konzept Hausaufgaben glaubst", bestehst aber darauf, dass dein Kind die (langweiligen) Hausaufgaben erledigt? Wie passt das zusammen :-)?
Erhoffst du dir von einem Schulwechsel dann keine Hausaufgaben/Hausaufgaben im Hort?

Anonym schrieb am 05.06.2019 08:34

Naja ich bestehe nicht darauf das sie ha macht. sie bestand zuletzt darauf und wollte sie dann abends um 8 machen. Ich bestehe darauf dass sie sie vorher macht. Ich kann auch mit gar nicht leben. Wenn das nun ihr weg ist. Die andere Schule hat keine Hausaufgaben. Dort gibt es wochenpläne. Ähnlich wie oben in der Gesamtschule beschrieben. Einige Freundinnen sind dort.

Die Lehrerin versteht das Problem schon richtig. Sie interveniert nur in der Schule nicht und nimmt das kleinere Übel in Kauf. Wir haben auch den Auslöser ausgemacht. Hb ist es nicht. im Unterricht ist es Protest gegen eine Situation die meine Tochter ändern will. Und die Aufmerksamkeit durch das nachsitzen hat sie sichtlich genossen. Da ging es weniger um schwere Aufgaben sondern um die Zeit die sich die Lehrerin genommen hat mit ihr das Problem zu betrachten.
Ich denke weiterhin das ha in den niedrigen Stufen unnötig sind wenn sie so starr vorgegeben sind. Individualisiert macht es sicher Sinn, hatten wir auch nie ein Problem. Sie will sich gerne verbessern wenn sie etwas nicht kann. Nur etwas tun was sie nicht weiterbringt eben nicht. Ich sehe da eher den Charakter meines Mannes ;) mit wenig Einsatz viel rausholen. Das ist auch sein Lebensmotto.
Lg tiana

dorle (Profil) schrieb am 08.06.2019 06:28

wenn du nicht willst das sie es macht - dann lass sie diese blöde erfahrung durch die schule lernen.
lass sie einfach keine machen und ab einer gewissen uhrzeit ist dann eben schluss.
dann sitzt sie eben irgendwann mal nach und hat was gelernt fürs leben!
verstehe den haken nicht

wir müssen unsere kids nicht immer vor allem beschützen.
ein ganzes dorf erzieht ein kind - in diesem fall eben die lehrerin auch mit.

ch würde das sogar mir ihr vorher besprechen und grünes licht geben damit sie weiß das du da ein auge drauf hast und es dir nicht alles egal ist.

in der 2. klasse ist das doch alles noch easy und der schreck ist ein guter antrieb...gleichzeitig auch verkrlaftbar