"Nachtcafé- heute mal früher"

StartseiteForum › "Nachtcafé- heute mal früher"
Startseite Navigation
EinloggenRegistrieren

Anonym schrieb am 12.02.2019 18:53

Nachtcafé- heute mal früher

Ich will nicht mehr! Verheiratet sein. Mein Mann ist oft nett, aber eben ein Choleriker und dazu Perfektionist. Was nicht 100 Prozent läuft wird bebrüllt. Auto falsch geparkt? Oft gehts um Zentimeter...Gebrüll.
Falsches Hemd im Schrank? Gebrüll! Essen ist immer falsch, oder ungesund oder nicht lecker oder sonst was.
Wir ziehen dauernd um weil irgendwas nicht perfekt ist. Zu laut, zu leise...egal.
Und ich kann das einfach nicht mehr. Ich möchte irgendwann mal wieder glücklich sein.
Ich arbeite. Wirklich viel. So gut wie ich kann. Reicht nicht. Es reicht nie.
Er hat Affären. Weil meine Lust ihm nicht reicht.

Es fühlt sich einfach nur noch mies an. Ich will das nicht mehr.
Aber ich hab Angst davor mit drei Kindern alleine zu sein...

Ich liege wach. Ich heule mir die Augen aus. Jede Nacht. Morgens bin ich müde. Schaffe wieder nicht genug, mache Fehler. Werde angebrüllt. Ich will nicht mehr. Aber ich Trau mich nicht.

Es ist so schade. Es war mal so schön. Ich wünsche mir das Früher zurück. Aber es kommt nicht. Es kommt nur Gebrüll.

Und ständige „Witze“ auf meine Kosten. Ja, ich bin echt nicht die Schlauste, oder Schnellste oder Schönste. Trotzdem tut es weh.

Wie kann ich Mut finden?

Antworten

Anonym schrieb am 12.02.2019 20:15

Das hört sich nicht gut an. Nach allem, was du schreibst, siehst du im Moment nichts mit deinem Mann, was noch gut ist?!
Und das geht auch schon lange so.

Es ist definitiv nicht normal, ständig zu brüllen. Das hat niemand "verdient", auch nicht DU (du bist ein wertvoller Mensch)! Auch sein Verhalten lässt darauf schließen, dass er höchst unzufrieden ist. Und /oder psychisch krank (bipolare Störung würde mir da am ehesten einfallen).
Von außen wirkt das fast schon irreal, dass du das tatsächlich mitmachst.

Ich kann dir nur empfehlen, darüber nachzudenken, schreibe dir deine Antworten vielleicht auf (und prüfe sie gegen - sind das eingeimpfte Glaubenssätze oder ist das realistisch?):
- Warum / wofür lässt du dir das gefallen?
- Hoffst du, dass das von allein wieder vorbei geht - wenn ja, warum?
- Was macht das Verhalten deines Mannes (und deines!) mit euren Kindern?
- Was hält dich davon ab, dich klar zu positionieren - "Stopp, ich will das nicht mehr, ich mache das nicht mehr mit!"?
- Was willst du, was soll sich ändern?

Schau dir mal eure Situation von außen an.
Es muss ja nicht in eine Trennung münden, aber wenn sich was ändern soll, wird das nicht von allein passieren.
Sehe die Trennung als Möglichkeit an, damit du zumindest einen Ausweg hast.
Tu etwas, um dein Selbstwertgefühl zu stärken, das ja ziemlich im Keller ist.
Hole dir Hilfe (Frauenhaus, Beratungsstellen, ..).

Ich spreche nur aus meiner Erfahrung mit dem Vater meiner Tochter - er hat eine bipolare Störung. Unter Stress, und meine Schwangerschaft war für ihn Stress - fing er an, rumzubrüllen. So wie du es beschreibst, wegen Pillepalle.
Ich habe auch eine Zeit gedacht, das müsste ich für das Kind "aushalten". Aber das ist definitiv für ein Kind nicht gut. Wie schon gesagt, dass muss ja nicht in Trennung münden. DAS liegt dann an ihm - ist er bereit, sich zu ändern, eine Therapie zu machen (auch wenn er keine psychische Erkrankung hat, braucht er mindestens eine Verhaltenstherapie und ihr eine Paartherapie).

Wenn er nicht bereit ist - seine Entscheidung, aber deine Konsequenz muss klar sein.

Lasse dich nicht unterpflügen!
B.

Anonym schrieb am 12.02.2019 20:23

Du fragtest ja noch, wie du zu Mut kommst: (leider) nur aus dir selbst heraus.
Denke an deine Kinder. Und an dich!
Mir hat damals sehr eine Therapeutin geholfen, deren Flyer ich irgendwo mitgenommen hatte. Ich musste sie privat bezahlen, aber das war egal, dafür bekam ich schnell einen Termin.
Sie hat mir geholfen, mich zu positionieren und nicht als wehrloses Häufchen rum zu liegen. Also so was wie Mut zu haben, sich zu wehren im Sinne von "mit mir nicht!".

Dann kamen auch alle Ideen wie von allein, und ich sah einen Ausweg.

nochmal B.

Anonym schrieb am 12.02.2019 20:35

Von Außen immer schwer zu sagen, aber es hört sich sehr übel an. So übel, dass ich mich frage, warum du noch da bist. Das soll überhaupt nicht gemein klingen und du bist auch keineswegs feige, aber befindest dich anscheinend in einer mega Abhängigkeit. Mein erster Gedanke beim Lesen war: raus da, sofort! Kinder gepackt und ab zu einer Freundin, den Eltern etc. Abstand schaffen um überhaupt mal denken zu können!
Einfach ist das nicht, aber es geht um dich. Deinen drei Kindern geht es nur gut, wenn es dir gut geht! Es gibt auch eine tolle psychosomatische Familienklinik. Vielleicht ist das was? Ich könnte es definitiv wirklich wärmstens empfehlen.
Oder alleine zur Paarberatung? Gibt's ja kostenlos bei Caritas und Co.
Melde dich wenn du nähere Infos brauchst via Mail
Schermulli@googlemail.com
Alles Gute!

Erika (Profil) schrieb am 12.02.2019 21:36

Ich finde das Gebrüll deines Mannes überhaupt nicht normal. Warum lässt Du das mit Dir machen? Versuche möglichst vor Ort bei Dir Hilfe zu bekommen, die Dich darin unterstützen, Deinen Weg in Selbstachtung zu gehen.

Beim Lesen Deines Post dachte ich sofort an die Telefonseelsorge. Dort schon mal angerufen? Bundesweit kostenlos unter

0800/111 0 111
0800/111 0 222
116 123

Ein Seelsorgegespräch beim ansässigen Pfarrer/Pfarrerin könnte auch sehr gut sein. Hast Du da Kontakte?
Oder Frauenberatungsstellen?

Du fragst nach Mut. Häufig kommt er beim drüber reden. Such also auf alle Fälle Kontakt zu Menschen, denen Du erzählen kannst, was Dir passiert und wie es Dir geht.

Ich wünsche Dir alles, alles Gute!
Erika

Anonym schrieb am 13.02.2019 08:36

Ich war selbst in den letzten Wochen zu Gesprächsterminen bei einer Beratungsstelle (Diakonie, aber da gibt es ja auch noch viele andere). Und ich war positiv überrascht, wie unkompliziert, anonym und vor allem hilfreich es war, sich jemand Professionellem, Außenstehenden anzuvertrauen.


Zum Gedanken ordnen und nächste Schritte überlegen - das musst du nicht alleine schaffen!


Ganz viel Kraft für dich selbst wünsche ich dir.

Anonym schrieb am 13.02.2019 08:44

Ich hatte auch mal mail Kontakt mit der Telefonseelsorge, vielleicht kann ja das der erste Schritt sein. Mir hat das sehr geholfen so einige Sachen zu sortieren und mein Selbstbewusstsein zu stärken. Auf jeden Fall musst du dir Hilfe organisieren. Die Kinder leiden ja mit Sicherheit auch unter der Situation. Ich finde das Verhalten deines Mannes absolut inakzeptabel. Mein Mann motzt auch mal gerne rum schon das geht mir auf den Keks aber ich sage es ihm immer wieder und er versucht an sich zu arbeiten. Dein Mann geht absolut respektlos mit dir um das hast du nicht verdient und es ist auch irgendwie traurig was es mit dir gemacht hat ... welches Bild du von dir selbst hast. Ich kann verstehen dass du Angst hast es nicht zu schaffen. Deshalb ... Hilfe organisieren, Gedanken sortieren und Entscheidung treffen.

Grüße ANO

munkes (Profil) schrieb am 13.02.2019 15:12

Ich mach mir immer schnell Sorgen, wenn von der TS nach so einem Hilferuf dann nix mehr kommt.
Alles ok?

Alrun (Profil) schrieb am 13.02.2019 19:29

hm - ich mach mir nicht unbedingt Sorgen - find es nur... seltsam.

Hier noch nicht, aber beim Beitrag "plötzlich nicht mehr krankenversichert" fand ich es heftig.
erst ein Wochenende lang Hilferufe und ständig dran.
viele schrieben hier so nett und hilfreich.

dann Funkstille.
niemand erwartet eine ellenlange Erklärung.
kurzes statement, kurze Meldung wär einfach normal.
Besonders, wenn man so nette Zuwendung bekommt, die auch noch hilft.

zum Problem in diesem thread:

Hilfe von außen holen, auf jeden Fall.
und weg von dieser Situation, wenn es irgendwie geht.

Unvorstellbar, dauernd unter so einem Druck zu leben.
Völlig fremd ist mir ein derartiges Verhalten des Mannes und wie man überhaupt damit leben kann und wie es den Kindern dabei geht.
In so einer Situation war ich noch nie - jedenfalls nichts, was mich selbst betrifft.
Ich kann mir noch nicht mal vorstellen, dass jemand früher "normal" war und jetzt so - ich mein, dass man da nie Anzeichen dafür gesehen hat (und dann niemals mit so jemandem ine Beziehung eingeht - Liebe hin oder her. Ich bin da völlig pragmatisch)

Ich persönlich könnte mir gar nicht denken, dass sich jemand durch Paartherapie wieder zum verständnidvollen liebevollen Typ wandelt.
Oje, ich bin zu pessimistisch und hab so was noch nie erlebt, sorry.
Jedenfalls wünsche ich dir alles alles Gute!
lg
Alrun


munkes (Profil) schrieb am 13.02.2019 19:32

hm - ich mach mir nicht unbedingt Sorgen - find es nur... seltsam.

Hier noch nicht, aber beim Beitrag "plötzlich nicht mehr krankenversichert" fand ich es heftig.
erst ein Wochenende lang Hilferufe und ständig dran.
viele schrieben hier so nett und hilfreich.

dann Funkstille.
niemand erwartet eine ellenlange Erklärung.
kurzes statement, kurze Meldung wär einfach normal.
Besonders, wenn man so nette Zuwendung bekommt, die




Das Gefühl Teile ich natürlich auch. Es ist seltsam und ich empfand es beim KK Beitrag genauso.

munkes (Profil) schrieb am 13.02.2019 20:59

Mhhh, vermutlich sind es Trolle. Das ist komisch und schade.
Ich glaube ich antworte nur noch auf nicht Ano oder halb Ano Beiträge.

Flaps (Profil) schrieb am 14.02.2019 22:55

Der Beitrag mit dem Krankenkassenbeitrag ist kein Troll. Habe da persönlichen Kontakt zur Schreiberin. Allerdings meldet sie sich jetzt auch schon seit ner Weile nicht auf meine Mail zurück.

Aber ich kann das voll verstehen, dass man da keine Lust mehr hat zu schreiben...

Anonym schrieb am 15.02.2019 19:03

[...] Ich kann mir noch nicht mal vorstellen, dass jemand früher "normal" war und jetzt so - ich mein, dass man da nie Anzeichen dafür gesehen hat (und dann niemals mit so jemandem ine Beziehung eingeht - Liebe hin oder her. Ich bin da völlig pragmatisch)

Ich persönlich könnte mir gar nicht denken, dass sich jemand durch Paartherapie wieder zum verständnidvollen liebevollen Typ wandelt. [...] Alrun

Dazu - Troll hin oder her - meine Meinung oder Erfahrung: mit psychischen Erkrankungen können Menschen sich total verändern, und manchmal kommt auch so was schleichend oder tritt nur sporadisch auf.

Anfangs denkt man dann noch, das ist ein / zwei Ausrutscher, der Mann steht gerade unter Stress usw. Dann hofft man (irrationalerweise), dass sich das von alleine bessert, nur eine Phase ist. Als nächstes denkt man dann vielleicht schon, dass das nicht gut läuft, verdrängt das aber noch (sooo schlimm ist es ja auch nicht), weil eben auch viel dran hängt, es früher doch mal gut war und man Angst vor den Konsequenzen hat (ein bipolar gestörter Kranker kann - wie man ja schon weiß - sehr unangenehm werden). Bis man irgendwann realisiert, dass es nicht so weiter geht (an diese Punkt ist die TS mutmaßlich). Und DANN ist man ja auch nicht getrennt, dann geht es ja erst los.

Dafür muss man sich dann unbedingt Beistand holen, und mit kühlem Kopf die Sache planen.

Zum zweiten Punkt (Paartherapie): Das kommt drauf an. War er immer schon so? Dann wohl kaum. Aber ansonsten schon, zumindest wenn der Wille da ist.

B.