"Die Kinder werden groß und ich depressiv"

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Anonym schrieb am 11.10.2018 10:10

Die Kinder werden groß und ich depressiv

Ich komme nicht damit zurecht, dass meine Kinder größer werden und nicht mehr so betüddelt werden müssen wie früher.
Schleichend fing es an, als mein Jüngstes letztes Jahr in die Schule kam. Jetzt geht es mir so schlecht dass ich viel viel weine (vor allem vormittags wenn alle weg sind).
Ich wünsche mir so sehr die Zeit zurück in der sie noch kleiner waren. Die Ältesten sind schon in der Pubertät, an denen merke ich wie schnell es geht und sie mich kaum mehr brauchen.
Hab mir deswegen auch ne Therapie gesucht.
Ich habe das Gefühl, dass gerade mein Jüngstes Kind stirbt.
Alles ist weg, die gesamte Kindheit.
Jeden Tag werden sie älter, die Zeit kann nicht zurückgedreht werden....
Geht es euch ähnlich?

Antworten

Anonym schrieb am 11.10.2018 10:37

Liebe Ano,

meine Kinder sind noch klein (5,2 und ein Baby), und ich habe diese Gedanken schon jetzt oft. Denke, ich muss alles ganz doll genießen, JETZT, denn die Zeit geht so schnell rum und dann sind sie aus dem Haus ehe ich gucken kann...und dann...?
Ich kann Dich gut verstehen.

LG
Ano_ich

Anonym schrieb am 11.10.2018 10:57


Schleichend fing es an, als mein Jüngstes letztes Jahr in die Schule kam. Jetzt geht es mir so schlecht dass ich viel viel weine (vor allem vormittags wenn alle weg sind).


Wie beschäftigst du dich vormittags? Hast du Arbeit? Ich würde echt versuchen mich abzulenken bzw. anderem zu widmen.
Und warum nicht so wie Dorle sagt, einen Hund, finde sowas wirklich legitim, warum auch nicht? (habt ihr vielleicht schon?)
Oder so wie N. die arbeitet in der Schule mit, Kindern helfen, warum nicht ab und an mal ein Baby betreuen?

Aber ansonsten geb ich ganz offen und ehrlich zu, nein, ich kenne das nicht. Ich hab zwar immer wieder Sehnsucht nach einem wohlriechenden Baby, wollte auch immer mehr Kinder (hab nur 2), nochmal schwanger sein, das war so traumhaft. Aber im Alltag, jetzt gerade je älter meine Kinder werden, sie beschäftigen mich ungemein: Schulprobleme, Pubertät, Erziehung allgemein, dass sie mal ohne Gemecker aufräumen, ... Meine Ehe ist mal wieder schwierig, Mann ist wie ein Kind ;-), beruflich auch alles besch... und somit schwinden bei mir oben genannte Sehnsüchte ganz schnell dahin. Aber das hilft dir sicherlich nicht weiter!

Anonym schrieb am 11.10.2018 11:22

Hallo Du Liebe,

ja, ich versteh das gut. Aber: auch bei einem 3., 4. oder 5. Kind käme irgendwann der Abschied von der Kindheit der Kinder. Und wäre für Dich vermutlich nicht einfacher.

Vielleicht musst Du einfach erstmal noch genauer nachspüren, warum es Dir so geht. Ob Du etwas aus Deiner Kindheit aufarbeiten musst, was Dich stark an er Kindheit Deiner Kinder hängen lässt.

Haustier finde ich auch nicht schlecht. Oder Garten.

Da es mir auch ein bisschen so geht und ich mich aber einfach unheimlich gerne mit Kindern beschäftige, habe ich beschlossen, beruflich umzusatteln auf Klavierunterricht und Musikkurse für Kinder und hospitiere grad bei so was. Dabei stelle ich fest,dass mir süße fremde Babies und Kinder in diesen Kursen fast genauso viel geben wie ein eigenes, dafür aber eben kurz und ganz viele ;) ...

Alles Liebe.

bkoe

purzelmurzel (Profil) schrieb am 11.10.2018 11:48

Du brauchst Aufgaben und musst deine Zeit füllen. Nicht mit Haushalt, sondern etwas, was dich auffüllt innerlich - oder anfangs zumindest deine Zeit ;-)
Ich denke, du arbeitest nicht. Dann such doch etwas oder engagiere dich ehrenamtlich. Hast du ein soziales Netzwerk? Wo tauschst du dich aus und mit wem?
Deine Kinder brauchen dich nach wie vor und werden dich immer brauchen, auch wenn sich das ändert, natürlich. Ich glaube, es ist für den Menschen generell sehr schlecht viel Zeit allein zu verbringen ;-)

Lola (Profil) schrieb am 11.10.2018 14:53

Ich habe mit meinem Job echt genug um die Ohren. Aber ich kenne das trotzdem. Was mir gerade sehr hilft und was ich echt geniesse ist, dass mein grosser nun im gymmi viel für Englisch tun muss und wieder mit mir lernt. Er hat vorher alles selbstständig allein gemacht. Und jetzt braucht er mich wieder. :) Das schafft mehr Nähe.

Ach Loslassen ist schon schwer... :/

Was ich auch wichtig finde: die Zeit richtig füllen. Sonst wird man so unausgeglichen und kann man die Zeit mit den Kindern auch nicht richtig genießen. Also ich zumindest nicht.

AnjaAnja (Profil) schrieb am 11.10.2018 15:36

Hallo Ano,

ich find das auch schade, dass sie (so schnell) groß werden und kann deine Wehmut gut verstehen. Die Baby/Kleinkindzeit ist ja auch von besonderem Zauber.

Betüddelt werden müssen sie jetzt zwar nicht mehr so wie früher, aber „brauchen“ tun sie uns doch noch eine ganze Weile.

In der Zeit vor Schulbeginn meines Kleinsten diesen Sommer hatte ich auch dolle mit dem Thema zu tun.

Kennst du Reborn-Puppen? Ist das vielleicht was für dich?

Schöne Grüße
Ano-Anja

Cathrin (Profil) schrieb am 11.10.2018 15:43

Hi,

auch wenn es sich so anfühlt....sie brauchen Dich schon noch, nur anders! Meine Großen sind auch mitten in der Pubertät und da musste ich mich echt dran gewöhnen dass es anders ist. Zuwendung heisst dann eben nicht Kuscheln, Füttern und Gutenachtgeschichte, sondern tiefgründige Diskussionen über Themen die den Kindern jetzt gerade wichtig sind (auch wenn sie für mich vielleicht weniger wichtig erscheinen), Fahrdienst zu Verabredungen (wir wohnen aufm Land...), zusammen kochen oder andere gemeinsame Hobbys. Oder lernen / abfragen für die Schule - ok kommt hier auch eher selten vor weil sie meinen fälschlicherweise sie könnten das auch so *g*
Wenn ich jeden Morgen alleine zuhause wäre würde mir auch die Decke auf den Kopf fallen, zumal Du ja offensichtlich zur Zeit aus dem Beruf raus bist und den Haushalt wahrscheinlich top organisiert hast sodass das Dich nicht wirklich tagesfüllend beschäftigt.
Was mich stört, ist der Gedanke "die Kindheit ist vorbei, das Kind stirbt" - das ist genauso wie wenn man den Kindern immer sagt "oh du kommst in die Schule, jetzt beginnt der Ernst des Lebens" Ähm, nö. Es beginnt lediglich ein anderer Lebensabschnitt. Ob der schön wird oder nicht, das hängt auch von einem selbst und der Familie ab.
Und: Du kannst stolz auf Dich sein, Du hast mehrere kleine Wesen zu selbständigen Menschen erzogen, die im Leben gut zurechtkommen. Das schaffen nicht alle Eltern!!
Wie erlebt das denn Dein Mann / Partner? Hast Du mit ihm schonmal darüber gesprochen, gibt es evtl ein Hobby, das ihr als Paar wieder aufnehmen könnt?
Hat Dir Dein früherer Beruf gefallen, gibt es einen Weg dorthin zurück, muss ja erstmal nur Teilzeit sein?
Ich wünsche Dir einen guten Weg, um aus den Veränderungen für Dich positive Energie zu ziehen.
LG
Cathrin

Anonym schrieb am 11.10.2018 19:10

Hey Du

es klingt schon krass, wie sehr Du leidest, daher ist es sicher eine gute Idee, Dir helfen zu lassen.
Ich fand die Phase, in der Du jetzt steckst, auch nicht leicht. Man muss den eigenen Weg erst wieder finden, sich nicht nur über die Kinder definieren. Und in der Partnerschaft läuft es oft auch nicht ganz optimal.
Meine Beiden sind jetzt in der weiterführenden Schule, und ich kann es geniessen, dass sie so selbständig sind und ich meine Freiräume habe. Den eigenen Weg zu finden war schwierig, es waren auch einige Sackgassen dabei, aber es hat sich gelohnt! Auch in der Ehe hatten wir einige sehr schwierige Jahre, die nun zum Glück vorbei sind. Ich sage nur, 3 Jahre ohne S*x... Danach fühlt es sich an, wie das erste Mal :-)

Halte durch, schaue und höre in Dich hinein. Dazu braucht man Zeit und Ruhe.

Lola (Profil) schrieb am 11.10.2018 19:53

Wie alt bist du denn? Frauen haben oft auch eine kleine Midlife-Crisis. Kinder aus dem Haus, was waren meine Ziele? Habe ich davon etwas erreicht? Habe ich mir mein Leben so vorgestellt? Kann ich jetzt überhaupt noch neue Ziele in Angriff nehmen? Bin ich alt? Wo will ich noch hin mit meinem Leben?? Die menopause kündigt sich, je nach Alter, langsam an. Reicht mir das alles so?