"@ Lehrerinnen: wie geht ein gutes Elterngespräch?"

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Anonym schrieb am 13.06.2018 22:51

@ Lehrerinnen: wie geht ein gutes Elterngespräch?

Hier sind doch mehrere Lehrerinnen - mögt ihr mich mal in Eure Welt gucken lassen?

Wie ist das mit den Elterngesprächen? Wie sind die aus Lehrerperspektive? Notwendiges Übel? Gute Sache? Wie macht man die gut? Was wünscht ihr Euch von Eltern, die zum Gespräch kommen? Kommen eh immer die falschen Eltern?

Macht ihr euch bsp. Notizen? Fragt ihr die Eltern was? Beschließt ihr gemeinsam was?

Hintergrund: hier bei uns lief in der Kindergartenzeit die Kommunikation und Zusammenarbeit total gut, alle waren sich sehr nah, es war eine kleine, herzliche Einrichtung, es gab Zeit, man wusste viel voneinander.

Jetzt ist hier Grundschule, wir hatten ein paar Gespräche und die waren für mich alle seltsam... unkonkret. Unpersönlich auch. Und irgendwie ergebnislos.

Wenn ich sas Netz durchsuche und auf Lehrer-Plattformen gucke, dann steht da ja eine Menge..... Aber wie ist es denn in echt?

Neugierig, die Lohgar

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Anonym schrieb am 14.06.2018 07:54

Hallo Logar,

es gibt ja planmäßige Elterngespräche über den Entwicklungsstand des Kindes und außerplanmäßige, entweder von der Schule oder den Eltern eingefordert. Und dann gibt es noch die (meist von Eltern initiierten) "ZwischenTürundAngel-Gespräche". Je nachdem können diese Gespräche gut vorbereitet werden oder auch nicht.

Grundsätzlich sind Elterngespräche je nach Lehrer oder nach Eltern ganz verschieden. Insofern werden dich die Erfahrungen hier im Forum vielleicht nicht viel weiter bringen.

Bei euch ist vielleicht die Problematik, dass aufgrund der letzten Monate deine Gefühle gegenüber dieser Schule inkl. Lehrern negativ geprägt sind. Da kann man nicht unvoreingenommen in ein Elterngespräch gehen. Und wenn ihr in der ersten Klasse schon mehrere Gespräche hattet, geht vielleicht auch die Lehrerin nicht mehr unvoreingenommen in ein Gespräch mit euch.

Ich arbeite als Lernbegleiterin an einer freien Montessorischule und wir nehmen uns viel Zeit für Elterngespräche. Beide Seiten kommen ausreichend zu Wort. Je nach Lehrer/in "verwässern" solche Gespräche manchmal auch Richtung privater Plauderei.

LG ano Lernbegleiterin

Anonym schrieb am 14.06.2018 09:40

Ich bin zwar Lehrerin, aber in der Förderschule, wo wir es schon immer gewohnt sind, sehr individuell auf Schüler und deren Eltern einzugehen.
Bei uns ist das deshalb ganz klar:
- vor einem Gespräch ist i.d. Regel schon grob mit den Eltern ausgemacht, worum es gehen soll (z.B. Förderplan, spezielle Hilfsmittel, bestimmte Probleme)
- weil wir alles im Team von 2-3 Lehrkräften machen ist untereinander auch im Vorfeld abgesprochen, wie man was man besprechen will
- Eltern werden immer auch nach ihren Fragen/Wünschen/Einschätzungen etc. gefragt
- am Ende gibt es meistens eine Vereinbarung, ein klares Ergebnis
- je nach Inhalt des Gesprächs und Entwicklungsstand der Schülerin können die dabei sein (das finde ich immer am Besten)
- insgesamt wird auf positive Atmosphäre geachtet; Getränke stehen bereit; das Gespräch startet immer mit etwas Positivem und endet möglichst auch so

Aber als Mutter hab ich das an der Grundschule und an der weiterführenden Schule schon ganz anders erlebt.
Da sind wir auch schon aus völlig empathiefreien Gesprächen gegangen und haben gedacht: hat die über unser Kind geredet?
Gut waren hier meistens die offiziellen Beratungs-Gespräche, das heißt hier Schüler-Lehrer-Eltern-Gespräch und die ergänzen in manchen Jahrgängen das Zeugnis.

Wenn dein Gegenüber schwach darin ist, ein Gespräch zu strukturieren, dann mußt Du es vorsichtig in die Hand nehmen. Sagen, was Du besprechen willst, Ergebnisse einfordern.
Auch nochmal nachfragen: habe ich es richtig verstanden, dass Sie das und das meinen....und so zu klaren Aussagen/Ergebnissen kommen.
Ich finde, das darf man ruhig machen.

Zum Glück wechseln die Lehrkräfte an vielen Schulen ja meistens nach zwei Jahren, ihr werdet auch sicher mal bessere erwischen!

LG AnoH

Anonym schrieb am 14.06.2018 09:46

... und ja, bei uns wird i.d.Regel ein Ergebnisprotokoll geschrieben.
Auch das ergibt sich aus der Team-Arbeit.
Nur so kann man ja alle auf den gleichen Stand bringen.

Außer bei Förderplangesprächen. Da ja die Gesprächsinhalte sowieso schon im Förderplan stehen muss nicht noch extra ein Protokoll erstellt werden.

AnoH

Anonym schrieb am 14.06.2018 13:52

Elterngespräche sind überhaupt kein notwendiges Übel. Sonst würde sich keiner die Zeit dafür nehmen.
In der Grundschule ist es mir eher oft zu viel Privates. Ich denke oft, das geht einfach niemand etwas an und wen mein Kind schüchtern ist und es in der Schule aber aktiv mitmachen kann, ist alles im Rahmen.

Wenn ich Elterngespräche führe, dann entweder, weil sie einmal im Jahr stattfinden. Da kommen die Eltern die möchten oder wenn etwas bestimmtes ansteht. Es ist immer sehr hilfreich, die Eltern auch kennenzulernen und mit ihnen direkt zu reden. Gerade Teenies erzählen ja seeeeeeeeeeeeeehr einseitig manchmal. Gerade von den Nebenfächern bekommen die Eltern oft praktisch gar nichts mit und wundern sich dann, wenn es ne 5 in nem Test gibt ;-) Ja, das gibt es auch in Nebenfächern!
Wenn ich selber als Mutter in ein GEspräch gehe, dann mache ich mir auch Notizen, was ich für wichtig halte.!