"Langjährige Freundschaft zerbricht am unerfüllten Kinderwunsch der Freundin"

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Anonym schrieb am 14.04.2018 15:00

Langjährige Freundschaft zerbricht am unerfüllten Kinderwunsch der Freundin

Ihr Lieben,

ich bin grade einfach nur traurig und wollte das mal niederschreiben.

Ich habe eine sehr langjährige Freundin, wir kennen uns aus dem Studium, haben da ne zeitlang zusammen gewohnt. Ist jetzt 15 Jahre her.
Seit vielen vielen Jahren trennen uns mehrere hundert Kilometer, aber das hat unserem Kontakt nie einen Abbruch getan. Wir waren immer per email und Telefon verbunden, zuletzt haben wir uns vor 2,5 Jahren gesehen, als ich mit damals noch einem Kind und Mann auf Tour in der alten Heimat war.

Wir haben 2012 beide versucht, schwanger zu werden mit dem ersten Kind, bei ihr warens damals schon 2 Jahre erfolgloser Versuch.
Wir haben dann zeitgleich uns durchchecken lassen, bei mir warens alte Pillenschäden, die den Hormonhaushalt komplett zum erliegen gebracht hatten, aber ne naturheilkundlich orientierte Ärztin hat mich wieder auf den Damm gebracht.
Bei meiner Freundin lagen die Dinge anders- ein eileiter komplett dicht, der andere schwer durchgägnig. Spermiogram des Mannes ein Desaster, so gut wie keine beweglichen Spermien.
Ich wurde also im Herbst 2012 schwanger, sie hatte um den Dreh rum die erste Fehlgeburt nach ICSI.
Wie durch ein Wunder hat es dann bei Ihr Anfang 2013 auf natürlichem Wege geklappt, ihr Sohn kam im Dezember 2013 zur Welt, mein erstes Kind im April 2013.
Seit dem hatte sie diverse erfolglose ICSIs hinter sich, schon meine 2. Schwangerschaft 2015 war ne Belastungsprobe für unsere Freundschaft.
Letztes Jahr dann eine erneute Fehlgeburt, daraufhin Komplikationen, Plazentareste hatten sich an der alten KS Narbe festgesetzt, und schlussendlich ist bei ihr im Urlaub die Gebärmutter gerissen, was sie nur knapp und mit Not OP überlebt hat.
Seitdem liegen ihre Nerven völlig blank, ihre Lebensplanung auch. Beruflich klapp auch nx bei ihr, alles sehr frustrierend.
Seit Jahren haben sie nach einem haus gesucht, was in unserer ehemaligen Studienstadt quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist.
Nun haben sie eins gekauft, 70 km weg bei einer anderen (sehr viel tolleren) Stadt, aber sie ist einfach total am Ende.
Sagt, das Haus ist nur ein mauer Kompromiss, von den anderen Lebensbereichen ganz zu schweigen.
Ich hatte seit letztem Herbst nichts mehr vion ihr gehört, und hatte vor 2 Wochen ne email geschrieben, ob sie inzwischen umgezogen seien (Umzug war für januar geplant), und wie es ihr geht. Vor ein paar Tagen hatte ich noch ne sms hinterher geschickt, weil ich mir echt Sorgen gemacht hatte so langsam.

Gestern nun also ne Antwort per email, nicht unfreundlich, aber es ist einfach offensichtlich, dass sie mittlerweile so fertig ist v.a. wegen der ganzen Babygeschichte, dass sie niemanden erträgt, der einen babybauch hat, ein kleines baby hat, mehr als 1 Kind usw.
Das schrieb sie auch so ganz klar, auch, dass es nicht persönlich gemeint ist, und auch, dass sie keine Großfamilien erträgt und sie auch nicht sagen kann, ob sich das jemals wieder ändern wird.
Unser letzter Kontakt im Herbst war, als ich grade frisch schwanger war mit unserem 3. Kind.

Ich hab gestern geantwortet, dass ich sie gut verstehen kann,und dass ich mich hilflos fühle, weil ich ihr so gar nicht helfen kann.

Heute Nacht lag ich lange wach und hab drüber nachgedacht, weil ich einfach nur traurig bin im Moment, dass ich hilflos mitansehen muss, wie unsere Freundschaft sich grade verabschiedet.

Ich hab ihr nun vorhin nochmal geschrieben, dass ich es derzeit für wenig sinnvoll erachte, dass wir weiter Kontakt haben, wenn ich für sie nur Triggerpunkt bin und ich sie ausserdem auch nicht nerven will.
Dass ich traurig bin, dass unsere Freundschaft unseren ungewollt komplett verschiedenen Lebenslagen nicht standhält.
Und dass sie, wenn sich bei ihr bezüglich dessen, womit sie umgehen kann, was ändert, sie sich jederzeit melden kann, ich bin da und werd mich freuen.
Dabei hab ich nur geheult.
Bei mir wachsen gute Freundschaften bzw. Freundschaften überhaupt nicht auf Bäumen, und es schmerzt mich sehr, dass es jetzt wieder eine weniger ist.

Es fühlt sich einfach nur scheiße an.

LG
Ano_TS

Antworten

Priska (Profil) schrieb am 14.04.2018 15:31

Kann nichts zu sagen, außer dass Ihr mir beide Leid tut. Vielleicht sieht es in ein paar Jahren wieder etwas anders aus... alles Gute Dir!

Anonym schrieb am 14.04.2018 16:11

Ja, kenne ich auch. Ist total schwierig. Beim ersten Kind, hat sie sich gefreut, beim zweiten unterstützt und wurde Patentante, beim dritten war sie einfach nur noch frustriert. Sagte immer, sie könne sich ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen...

Deine Traurigkeit kann ich gut verstehen.
Mir kam nur die Idee, ob du sie in ihrer Trauer darüber unterstützen könntest, ihr Tipps geben könntest, mit ihr vielleicht so ne Art Brieffreundschaft haben könntest, in dem es um andere wichtigen Dinge in deinem Leben geht, als um deine Kinder!?!?
Ihr vielleicht Adressen raussuchen, ein gutes Buch und ihr zu zeigen, dass du sie total gut verstehen kannst und sie auch in diesem Prozess untersützen möchtest und kannst !?!

Purzel

Anonym schrieb am 14.04.2018 17:13

Ich bin 40, meine Freundin und ich sind wie Schwestern seit wir uns mit 5 kennengelernt haben, von der 1. Klasse bis Abi zusammen in einer Klasse, nebeneinandergewohnt bis wir 16 waren - immer ein A... und ein Eimer!! Sie hat mit 12 schon angefangen überall den Babysitter zu spielen und ist zum absoluten Kindernarr geworden, mich haben Babies/Kinder wenig bis gar nicht interessiert bis ich mit 33 meinen Mann kennenlernte und plötzlich einen Kinderwunsch hatte (jetzt bin ich mit Kind der glücklichste Mensch der Welt, fühle mich komplett). Bei meiner Freundin stellte sich raus, dass sie keine Kinder bekommen kann. Meine Tochter wird jetzt 6, seit ca 2 Jahr habe ich auch meine Freundin wieder, sie konnte es auch einfach nicht ertragen, sie brauchte Zeit! Zeit sich ihr Leben so einzurichten und darin glücklich zu sein wie es halt geht. In dieser Zeit wollte sie auch nichts mit Kinderkram oder Müttern zu tun haben, konnte sie nicht und hat sie auch ehrlich gesagt. Ich habe ihr gesagt, dass ich jeder Zeit für sie da sein werde und mich laaange in Geduld geübt, in der Zeit hatten wir sehr sporadischen SMS Kontakt aber mehr auch nicht. Das ist furchtbar traurig. Ich drück Dir die Daumen und ganz doll Deiner Freundin, dass sie ihren Weg findet, damit klarzukommen.

Anonym schrieb am 14.04.2018 17:39

Hier leider auch ähnlich. Meine Freundin findet einfach keinen Partner, trotz starkem Familienwunsch. Mit jedem Jahr wird es schwieriger. Sie wurde zunehmend depressiv und die Konfrontation mit meinen Kindern führte oft zu einbrüchen. Nun bekommen wir das dritte Kind und der Kontakt ist kaum möglich. Wenn wir uns treffen dann eher ohne Kind und unter Vermeidung dieser Themen. Nur das Leben ohne ist natürlich auch nicht mehr meine Welt. Ein Familienbericht kann sie nicht ertragen. Das macht die Freundschaft unheimlich schwierig und ich muss sagen auch für mich immer mehr zur Bekanntschaft.
Lass ihr Zeit. Lg

Anonym schrieb am 14.04.2018 17:47

Noch mal Ano von 17:13 vielleicht zum Mut machen!
Ich habe meine Freundin wirklich komplett wieder. Sie ist glücklich verheiratet hat Haus und Hund und eben kein Kind, kann ganz ehrlich darüber sprechen und sagt auch, dass sie nicht weiß, ob sie noch mal wieder in ein Loch fällt aber JETZT ist sie glücklich wie es ist. Wir müssen nicht mehr um Themen rumeiern und sie ist meiner Tochter eine tolle Tante. Es hat Jahre gedauert aber es ist gut!!

Anonym schrieb am 14.04.2018 17:50

Ja, wirklich traurig, dass die Freundschaft daran zu zerbrechen scheint. Fühle dich gedrückt.

Deine Freundin hat aber offensichtlich große Probleme, deren Ursache letztendlich bei/in ihr liegen. Sie wird immer mit Familien konfrontiert werden, die mehr Kinder haben als sie, ein schöneres/besser gelegenes/.. Haus, Frauen, die schwanger sind usw.

Vielleicht kannst du ihr noch mal schreiben, dass du traurig bist, ihre Entscheidung akzeptierst und die Arme offen hälst, falls sie den Kontakt wieder aufnehmen will oder Hilfe braucht.

Ich habe eine genau gleich alte StudienFeundin, die über etliche Jahre versucht hatte, schwanger zu werden, ohne Erfolg - und dann war ich auf einmal ohne Planung und Übung schwanger. Nachdem ich ihr das erzählt hatte, hat sie sich nicht mehr gemeldet, war nicht zu erreichen, vom Bildschirm verschwunden ...
Das hat mir damals auch ziemlich weh getan und verwundert.

Viele Monate später hat sie dann den Kontakt wieder aufgenommen, als sie dann doch noch schwanger geworden war und kurz vor der Entbindung stand. Und mir erklärt, warum sie erst einmal Abstand gebraucht hatte.

LG
B.

Anonym schrieb am 14.04.2018 19:17

hier die TS

Danke für Eure lieben Antworten.

Dramatisch irgendwie, dass das Problem weit verbreitet scheint, jedenfalls unter weiblichen Freundinnen. Die Männer gehen mit sowas einfach anders um, pragmatischer. Aber die sind ja auch nicht so nah dran wie wir.

Ich habe bereits während der 2. Schwangerschaft von mir aus gar nichts mehr zum Thema erzählt, sondern eben von anderen Bereichen meines Lebens (die genug Baustellen und somit Gesprächsstoff bieten).
Da ging das noch halbwegs. Ich hab ihr auch immer gleich nach positivem Test Bescheid gesagt, wofür sie bei meinem 2. Kind sehr dankbar war.

In der jetzigen SS habe ich das Thema völlig ausgeklammert, als wir im Herbst das letzte Mal Kontakt hatten. Ist also nicht so, dass ich nur über meine Kinder rede, im Gegenteil. Aber nun ist es wohl so, dass alleine die Tatsache, dass ich schwanger bin, bald 3 Kinder habe usw. für sie alle andere unmöglich macht. Auch ein Austausch per email über andere Dinge.

Und es ist ja nichtmal so, dass sie völlig kinderlos wäre, sie hat ja eines, das ist ein dreiviertel Jahr jünger als mein Ältester. Aber eben alleine die Tatsache, dass sie sich immer eine große Familie gewünscht hat und das einfach nie so sein wird wie sie es gerne hätte killt jetzt alles.
Das ist mir schon klar, dass der Schlüssel alleine bei ihr liegt, an sich zu arbeiten, um irgendwie besser klar zu kommen, ihren Weg zu finden, der wahrscheinlich so gar nicht der sein wird, den sie sich immer vorgestellt hat.
Ich stell mir das grad auch brutal zerstörerisch vor, jede Bekanntschaft mit Kind zu meiden, überall Kinderwägen und dicke Bäuche zu sehen und jedesmal in ein Megaloch zu fallen. Ich hoffe sehr für sie, dass sie da irgendwie ihren Weg findet, und m.M.n. wäre professionelle Hilfe absolut angesagt.

Sie schrieb auch ganz klar gestern, dass sie überhaupt nicht mehr über das Thema reden will. Also respektiere ich das, und komme auch nicht mehr mit Büchern oder Hilfemöglichkeiten, die vielleicht gut wären.

Ich hab in meiner email heute klar gesagt, dass ich da sein werde, wenn sie wieder Kontakt haben will und mich freuen werde, wenn dieser Tag da ist. Ich hoffe, die message ist bei ihr angekommen.

Ano_TS

Anonym schrieb am 14.04.2018 21:01

Hallo,
ich habe jetzt nicht alles gelesen aber ich kann sehr gut versehen wie du dich fühlst. Ich habe leider das Gleiche erlebt.
Es tut mir sehr leid für dich

Grüße Ano E

Anonym schrieb am 14.04.2018 21:16

Ich kenne das auch, dass dieses Thema Beziehungen belastet oder unmöglich macht.
Bei Freunden und in der Familie.
Das wollte ich nur sagen, da es wirklich ein seeeehr häufiges Problem-Thema ist, über das nur kaum einer spricht!

Ich hab eben versucht, ausführlicher dazu zu schreiben, aber das gelingt mir gerade nicht, weil das Thema so komplex und so persönlich ist.

(Profil) schrieb am 15.04.2018 09:44

Ich habe großes Glück mit meiner Freundin, die auch ungewollt Partner und Kinderlos ist und zumindest letzteres wegen viel zu hohem Alter auch bleiben wird.

Trotdem genießt sie die Zeit mit meinen Kindern und mir. Die Kinder lieben sie und sie zieht auch Freude aus dem Spiel und den Umarmungen.

Ich rechne ihr das sehr hoch an! Es bedarf einer großen Reife um seine eigenen Probleme nicht auf andere zu übertragen. Ich wäre auch unendlich traurig und wohl auch sauer, wenn sie mich nicht mehr aushalten könnte, nur weil ich "ihren" Lebensentwurf leben darf.

Und in dem Fall: Die Frau hat doch ein Kind. Es ist so schade, dass der Mensch dazu tendiert, das Glück das er nicht haben kann höher zu schätzen als, das welches er in Händen hält.

Eine Therapie könnte deiner Freundin evtl helfen und wenn sie für sich die Erlebnisse verarbeitet hat, kann sie vielleicht auch wieder eine Freundin für dich sein. Die Hoffnung würd ich jetzt nicht komplett aufgeben. Menschen können reifen.

Anonym schrieb am 15.04.2018 11:28

Hallo,
ich kann dich verstehen, aber auch deine Freundin.

Ich hätte selber auch gern ein zweites Kind gehabt, aber auch bei uns liess sich der Kinderwunsch nur mit ICSI erfüllen.

Zu der Zeit, als wir mit dem zweiten Versuch angefangen haben wurde meine Schwägerin ungeplant mit dem zweiten Kind schwanger, das Baby war dann da, als wir kurz vor dem dritten u. letzten Versuch standen, der leider auch negativ ausfiel.
Es hat fast ein Jahr gedauert, bis ich mich gefangen hatte u. wieder normal mit ihr umgehen konnte.
Es nagt einfach sehr an einem, wenn man sieht, wie einfach manche schwanger werden u. die Zeit, während der Kinderwunschbehandlung ist einfach körperlich u. seelisch sehr anstrengend.

Und ja, es ist erstaunlich, wie viele Familien von unerfülltem Kinderwunsch betroffen sind u.wie wenig darüber geredet wird. Inzwischen denke ich, dass vieles einfacher gewesen wäre, wenn wir einfach offen darüber geredet hätten.

Viele Grüße

Anonym schrieb am 15.04.2018 11:48

Hallo,


Inzwischen denke ich, dass vieles einfacher gewesen wäre, wenn wir einfach offen darüber geredet hätten.


Diesen Satz finde ich sehr wichtig.
Leider wird zu wenig ehrlich und offen über solche Themen gesprochen. Vielleicht weil frau zu sehr im jeweiligen Gefühlschaos gefangen ist? Ich weiß auch nicht, ob Männer pragmatischer damit umgehen. Vielleicht sind sie nur die besseren Verdränger?

Eigentlich kann niemand von uns wissen, wie es dieser Frau geht, ihr Verhalten wird aber trotzdem bewertet.

Liebe Ano, vielleicht kannst du bei dir und deinen Gefühlen bleiben und liebevolle Gedanken für deine Freundin finden.
Deine Trauer verstehe ich sehr gut, allerdings wirst du akzeptieren oder zumindest respektieren müssen, dass deine Freundin _im Moment_ keinen Kontakt zu dir möchte.
Das würde für mich echte Freundschaft ausmachen.

LG Doro

Anonym schrieb am 15.04.2018 13:07

Die Frau hat doch ein Kind. Es ist so schade, dass der Mensch dazu tendiert, das Glück das er nicht haben kann höher zu schätzen als, das welches er in Händen hält.

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist genauso groß beim 2., 3., 4. Kind das nicht kommen will wie bei einer kinderlosen Frau.
Ist für Außenstehende schwer zu begreifen, aber psychologisch gesehen tatsächlich genau so.

dorle (Profil) schrieb am 15.04.2018 13:09

mir ging es jahrelang wie deiner freundin und vielen frauen-ich konnte nicht schwanger werden, hatte viele fehlgeburten, war auf medikamente angewiesen die gleichzeitig immer wieder zu fehlbildungen führten und war todunglücklich.
auch ich konnte so langsam keine schwangeren mehr sehen, kinderwagen, dicke bäuche etc.pp.
natürlich habe ich das auch so geäußert in meiner verzweiflung: ich kann es nicht mehr sehen, euer ganzes glück, wie ihr an euren babys klebt, wie eure babys an euch kleben, euer tagesrhythmus kotzt mich an: nein, um zwei schläft mein baby noch da kann ich mich nicht mit dir treffen!
oder man war um 15 uhr verabredet und saß da stundenlang rum: ach, mein baby hat heute bis 16 uhr geschlafen und ich wollte es nicht wecken!
---scheiß babies, immer waren die ihnen wichtiger als ich, als mein unglück.

natürlich haben sie sich dann von mir zurückgezogen. wer will schon jemanden sehen der unglücklich ist während man selber auf allen wolken schwebt.

mir persönlich hat damals der kontakt zu alleinerziehenden müttern sehr sehr geholfen!
die waren so happy wenn ich ihre kinder nehmen durfte, haben mir von ihrer positiven energie was abgegeben, so haben wir beide was daraus gezogen. das waren schöne, lustige abende. thema waren damals einfach männer, sex, musik, bands, clubszene und klatsch und trasch.
nie thema war familie ! der ganze kram um die perfekte erziehungsmethode oder ob man nun gemeinsam am tisch essen soll etc.pp.
ich hatte wieder freunde, ich hatte zeitweise kinder und sie hatten mal etwas zeit für sich.

wenn du einen platz im leben für deine freundin, so wie sie jetzt ist, hast, dann biete ihr diesen an.
wenn dein kind da ist und es deiner freundin immer noch schlecht geht, dann überlege dir ob sie vielleicht deine hilfe bei sich braucht.
vielleicht sollte man auch mal hartnäckig sein.
wenn dies meine freundin wäre würde ich sie besuchen und zum homöopaten schleifen, trotz schwangerschaft.

jesus wurde mal gefragt welches das wichtigste gebot ist und er hat gesagt: Liebe deinen nächsten wie dich selbst!

deine freundin hat gerade nicht viel liebe für sich selber, ihren zerstörten körper der ihren lebenstraum kaputt gemacht hat.

ich kenne euch nicht.
vielleicht ist es ja auch der richtige weg den du gewählt hast.

und sowieso: trigger trigger trigger - wir benutzen hier manchmal worte als hätten wir alle medizin studiert.
wer sagt denn das es schädlich ist triggerpunkte zu berühren?
vielleicht kann man das auch umkehren, in etwas positives verwandeln, vielleicht darf sie den zweitnamen aussuchen, sich an deiner schulter ausweinen, schluchzen wie verrückt und dann dein baby spüren?

ich habe damals diese gedanken an fremde babys gehasst - aber babys selber... die doch nicht!

und sie hat doch noch ihren sohn. kann sie sich um den denn noch kümmern? denk doch auch mal an dieses kind.

ja, schweres thema und wird es auch immer geben auf der welt!

ich wünsche euch einen guten lösungsweg...also vor allem deiner freundin, du bekommst ja bald ein baby und hast die schönste ablenkung der welt.

ja diese worte sind gemein, aber manchmal ist die wahrheit eben gemein. das leben ist manchmal gemein. und in diesem falle eben zu deiner freundin - obwohl sie noch viel viel mehr hat als so manch andere frau mit kinderwunsch, ohne mann, ohne haus, ohne erstes kind und womöglich in armut

schlimmer geht immer, sagt man ja auch

Anonym schrieb am 15.04.2018 15:24

@Dorle

Gerne wäre ich für sie da- aber "live" ist das unmöglich weil wir 800 km auseinanderwohnen.
Wenn sie ganz klar schreibt, sie will über dieses Thema nicht mehr reden, was soll ich da machen? Das einzige ist doch, es zu respektieren.
Sie ist offenbar so dermaßen mit den Nerven runter, dass sie noch nicht mal den Gedanken an mich und mein Baby erträgt. Einfach nichts damit zu tun haben will. Und nicht nur mit mir, offenbar auch mit anderen Freunden, die mittlerweile Mehrkindfamilien haben. Sie schreibt, sie ist es leid, menschen um sich zu haben, bei denen die Zweit- und Drittkinder wie Pilze aus dem Boden sprießen.
Ja, manchmal muss man hartnäckig sein, da geb ich Dir recht. Aber genauso finde ich muss man merken, wann auch das einfach nicht mehr angebracht ist.

LG
Ano_TS

dorle (Profil) schrieb am 15.04.2018 18:47

seufz - ach ich drück dich.

ich habe auch noch beim schreiben gemerkt wie sehr das thema mich trifft und berührt. war so aufgewühlt das ich gleich waschmaschinen aufgehangen und abgenommen habe und diverse rabatten durchgejätet hab.
dachte eigentlich ich bin mit dem thema durch, aber was man erlebt hat prägt einen eben.
alles gute dir und eine gute geburt

Anonym schrieb am 15.04.2018 21:11

Ach, das kenne ich auch! Sooo schwieriges Thema!

Ich selbst habe unseren Sohn mit Anfang 20 bekommen und wollte so sehr noch ein Kind. Und obwohl mein Partner und ich fruchtbar sind - er will keins mehr. Wie ein Schlag ins Gesicht. Und genau zu dieser Zeit wurden alle um mich herum schwanger und tüttelten mit den kleinen Babies herum. Da musste ich auch erstmal ein bisschen auf Abstand gehen.
Nun habe ich die Entscheidung meines Partners immerhin schon zu 80 Prozent akzeptiert. Ich kann mich wieder am Babyglück anderer erfreuen - auch wenn dann und wann noch der Neid zwickt.
Mir hat sehr geholfen, das ich immer Montags auf die Kinder meiner Freundin aufpassen darf. Das Große spielt dann mit unserem Sohn, aber das Kleine ist nun schon Montags bei mir seit sie 10 Monate alt ist. So kann ich meine Hormone nochmal ein bisschen beruhigen, es macht mich in meiner Situation aber nicht unglücklicher, es hilft mir tatsächlich eher.
Auch erlebte unser Sohn dadurch so etwas wie eine Geschwister Situation (wir sehen uns alle nicht nur Montags). Vermehrte Rücksichtnahme, sich mal zurückstellen können und auch mal ein Eifersuchtsdrama. All das konnte er durch die Betreuungskinder miterleben und miterlernen, wenngleich er selbst ein Einzelkind bleibt.

Aber im Moment kannst du deiner Freundin tatsächlich nur Zeit Zeit Zeit geben. Und dich aller paar Monate mal unverbindlich melden.

LG und euch beiden viel Kraft!

Henni (Profil) schrieb am 15.04.2018 21:57

Ich finde, Du hast gut reagiert mit deiner Nachricht an die Freundin.
Und ich finde, Du solltest Vertrauen in sie haben, dass sie die Situation irgendwie meistern wird und irgendwann auch wieder Kontakt zu dir aufnehmen mag.
Bloß bist Du in deiner familiären Situation einfach nicht die Richtige, um ihr derzeit zu helfen.

Wir kennen eine Familie mit Einzelkind (wg. Adoption blieb es bei dem einen Kind).
Die haben so ca. ab Schulalter z.B. immer einen Neffen/eine Nichte mit in den Urlaub genommen. Also quasi zeitweise die Familie vergrößert. Das war für alle Beteiligten gut, glaube ich!

Deine Freundin wird auch eine Linderung finden, denn wie eine oben schon schrieb, Familien mit mehreren Kindern begegnet man im Leben ja dauernd. Ob in echt, in Filmen, in Büchern....vor dem Thema kann man sich ja quasi nicht drücken und muss es in irgendeiner Form bewältigen.

Sanne74 (Profil) schrieb am 16.04.2018 08:33

Ich würde versuchen, das nicht so hoch zu hängen. Klar bist du traurig über den Verlust des Kontaktes und bietest ihr an, jederzeit wieder für sie da zu sein, wenn sie es möchte. Und gleichzeitig ist es in erster Linie die Verantwortlichkeit deiner Freundin, mit ihrem Leben klar zu kommen, und nicht deine. Das Beispiel der Freundin, die darum bat, den Kontakt ruhen zu lassen, und dann wieder aufnahm, die weiter oben beschrieben wurde, fand ich bemerkenswert, und auch das, was Dorle geschrieben hat. Es ist eine Lebensaufgabe, die deine Freundin zu bewältigen hat, und das kann sie nur allein lösen.

schokine2008 (Profil) schrieb am 18.04.2018 13:35

Eine sehr gute Freundin, die gleichzeitig mit mir schwanger war und ich hatte dann eine Fehlgeburt, hat mir später ihr Baby in den Arm gelegt mit den Worten "Ich kann deine Tränen aushalten." Ich wollte keinen Kontakt, sie hat ihn mir mehr oder weniger aufgezwungen und wider erwarten war es extrem heilsam. Ab dem Tag konnte ich ab da Kinderwagen und babys wieder ertragen.