Windelkind

"ich will mich umbringen"

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Anonym schrieb am 13.11.2017 08:52

ich will mich umbringen

seit sa bin ich nur noch am heulen. Depressionen habe ich seit 25 jahren. durch die Kinder ist es fast weg gewesen.
jetzt werden alle groß, kaum eins muss mehr betüddelt werden und es kommt wieder.
ich will meine Kinder beschützen, ich liebe sie, sie sind mein leben. aber ich kann mir ein leben ohne Kinder nicht vorstellen. sie gehen ihr eigene wege. das tut so verdammt weh. und ich sehe keinen sinn mehr.
die letzten jahre habe ich jeden tag gekämpt, jeden tag aufstehen, jeden tag sie begleiten für sie sorgen, haushalt etcpp obwohl ich ständig kraftlos und erschöpft bin trotz medis.
ich sehe keinen sinn mehr. und ich will verdammt keine Therapie mehr. es wird sich soweiso nichts ändern. die Depression ist teil von mir ich will aufgeben....
ihr seid die einzigen, denen ich schreiben will/kann.
mein mann ist völlig hilflos und versteht nicht wieso ich heule obwohl ich es ihm gesagt habe. er denkt, wenn er mir einen kuss gibt ist alle wieder in Ordnung und meint, dass ich die Kinder ans Spielzeug ansehe.
ich breche zusammen, wenn ich Fotos von früher, bzw alles von früher der Kinder sehe.
ich will mich umbringen aber meinen Kinder das nicht antun

Antworten

Flaps (Profil) schrieb am 13.11.2017 09:12

Liebe Anonyma,

ich möchte ehrlich sein. Zuerst habe ich deinen Beitrag weg geklickt, weil es mich einfach überfordert. Aber eigentlich möchte ich dich nicht alleine hier lassen.
Aber ich bin mir bewusst, dass ich dir keine (praktische) Hilfe sein kann bei all dem was dich bedrückt.
Mir ist es aber wichtig, dass du weißt dass du nicht alleine bist mit deinem Schmerz und deinen Gedanken.

Und mir ist es wichtig dir meine ersten (wenn auch sicher im Moment nicht so hilfreichen, da dir sicher bewusst) Gedanken mitzuteilen.

Wenn es irgendwie geht, dann versuche dich ins Leben zurück zu kämpfen. Bitte.
Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen als sich ein ganz ganz lieber und wichtiger Mensch in meinem Leben sich (so hat es sich für mich angefühlt) einfach so aus entgültig meinem Leben geschlichen hat.
Ich habe immer und immer wieder auch die quälende Frage in mir bewegt (und bewege sie auch jetzt manchmal noch) - hatte ich eine Mitschuld ...
Und ich glaube dass so was die eigenen Kinder noch viel viel mehr bewegen wird.
Du schreibst, dass du sie beschützen möchtest und alles für deine Kinder tun willst damit es ihnen gut geht. Aber wenn du sie allein lässt wird genau das Gegenteil eintreten. Was wird ihn ihren kleinen Seelen kaputt gehen?

Bitte such dir Hilfe, lass dich nicht nur ambulant behandeln.

Ich zünde eine Kerze an und bete für dich.

Flaps

beccy74 (Profil) schrieb am 13.11.2017 09:34

Ich kann Flaps nur zustimmen. Ich kann dir nur virtuell die Hand reichen.

Bitte greife meine hand - sie hat der form eines telefon hoerers. Ich werde immer dran gehen und mit dir reden - und fuer dich da sein.

Meine Nummer lautet 0800/111 0 111 · 0800/111 0 222 · 116 123 es kostet dir kein Geld mich anzurufen.

Natuerlich bin nicht wirklich ich da - aber gute menschen die dir viel besser helfen koennen...

beccy

purzelmurzel (Profil) schrieb am 13.11.2017 10:52

Ich kann deine Gedanken schon verstehen.
Bitte hol dir Hilfe! Ich habe eine Zeit in der Psychiatrie gearbeitet. Man kann Menschen helfen, manchmal steckt dahinter auch noch eine andere Krankheit. Es gibt viele viele Möglichkeiten.
Ich denke , du kennst dich auch selber aus. Ruf jemand an, der dir hilft, weitere Schritte in die Hand zu nehmen - mach einen Aufenthalt in einer Klinik!
Alles Liebe und geh den ersten Schritt! Jetzt!

Anonym schrieb am 13.11.2017 12:48

auch ich zünde ein kerzlein für dich an und schicke dir gute gedanken, weiss und weich umhüllt vom schnee, der heute fällt.

und,

liebe anonyma,

ich schliesse mich den anderen schreiberinnen an: geh auf menschen zu, in der deiner nähe, telefonisch - du darfst dir helfen lassen, unbedingt!

vielleicht magst du auch mehr erzählen?

den hinweis, dass vielleicht eine andere krankheit dahinter liegt, finde ich sehr wertvoll. ich weiss einen menschen, der lange zeit mit massiven depressiven stimmungsschwankungen kämpfte, auch medikamentös, bis man herausfand, dass die schilddrüse nicht tat, wie sie sollte. seit da ganz konkret hilfe besteht, sind die trüben tage wie weggeblasen.

ich bin nicht vom fach, nicht ärztin, seelsorgerin, psychologin, sonst etwas in der art, ich bin nur mutter und mensch - so hoffe ich, dass ich nun nicht ganz falsche dinge schreibe.

doch noch ein paar gedanken, die mir kamen: deine kinder mögen vielleicht nicht mehr betüddelt werden, brauchen werden sie dich trotzdem. nur d u kannst ihnen in der weise mutter sein, wie du es bist. ...und hast das über all die zeit gut gemacht, trotz der schwere.

wichtiger aber finde ich, dass du auf irgendeinem weg dahin findest, dass du selbst, du allein grund genug bist, im leben zu bleiben. da ist etwas, das nur d u der welt schenken kannst, was über deine kinder hinausgeht. du wirst es finden, meinst du nicht?

wer in deiner umgebung weiss, wie es dir tatsächlich geht? manche menschen wirken nach aussen hin sehr souverän und gut gestimmt, obwohl es innen ganz anders aussieht. vielleicht bist du so jemand? ...und würdest eine ganz andere, eine helfende, unterstützende resonanz erfahren, wenn deim umfeld merken darf, wo du wirklich stehst?

...oh weh,
darf ich das nun abshcicken?
oder schütteln da manche, die erfahren sind im begleiten von menschen am lebensrand, den kopf?

ich möchte, wie flaps, nicht einfach wieder gehen, ohne einen gruss da zu lassen, dazu alle guten wünsche für dich -
auch, wenn es vielleicht sehr stümperhaft ist, was hier nun steht.

bleib behütet.

dass wir das sind, daran glaube ich ganz fest.

sünneli

purzelmurzel (Profil) schrieb am 13.11.2017 13:26

Noch was. Ich bin auch weit weg gegangen von Zuhause, auch ins Ausland, richtig weit weg. Das geht dann besonders gut, wenn man weiss, dass es da jemand gibt b zudem man immer kommen kann, egal was passiert.
Auch jetzt wohne ich 500 km entfernt und meine Mutter ist unglaublich wichtig für mich. Wir sind gar nicht so eng im Kontakt, sie hat ihr Leben. Es macht mich stolz, was sie jetzt macht. Sie ist und bleibt für mich immer ein ganz ganz besonde Mensch. Vielleicht sollte ich ihr das mal wieder dringend sagen! Danke dir für die Sensibilisierung!

Anonym schrieb am 13.11.2017 14:22

"Jedes Wort - zuviel und doch zu wenig!"

.. das schreibe ich gerne in Beileidsbekundungen, wenn mir die Worte fehlen und hier denke ich ähnlich: Egal was ich dir mitteilen möchte, ich möchte nicht, dass etwas falsch verstanden wird und es könnte ziemlich wirr geschrieben werden!
Ich habe vor einem Monat eine zweijährige Gesprächs-Therapie beendet, fühle mich die letzten zwei Wochen aber wieder wie am Anfang und kenne dieses Selbstmordgedanken nur zu gut - weiß aber auch, dass ich trotzdem hierbleiben möchte. Es ist nur oft so "was wäre wenn?" und "Würde ich wirklich jemanden fehlen?" Wenn ja, na und?
Habe mir grade unten im link angegebenes Video angesehen, hach das baut mich schon wieder etwas auf!
LG
Anja

https://www.youtube.com/watch?v=GvI4u8YZtV8

Anonym schrieb am 13.11.2017 15:00

Auch ich will nicht einfach wegklicken...
Meine Gedanken: Die Therapiemöglichkeiten, auch die medikamentösen, haben sie in den vergangen Jahren und Jahrzehnten stark gewandelt. Vielleicht ist deine Medikation ja noch aus alten Zeiten und es lohnt sich, da mal einen Psychiater drüber schauen zu lassen, der auf dem Stand der Zeit ist?
Und ein Gedanken von mir als "Kind" eines Depressiven: Die Angst, dass sich ein Elternteil was antun könnte, ist schlimm. Man wird nie so "alt" und erwachsen, dass man das gut wegsteckne könnte. Insofern: Deine Kinder wollen vielleicht nicht mehr betüddelt werden, aber Eltern spielen ja im besten Fall auch im Erwachsenenalter eine soooo wichtige Rolle! Viellicht gibt es eine Möglichkeit, Deine Mutter-Rolle neu zu definieren und darin neue Kraft zu finden.
Alles Gute für dich auf dem weiteren Lebensweg.
Shelamone

Anonym schrieb am 13.11.2017 17:33

Danke, dass ihr da seid. Danke für eure Worte.
Ich habe heute Vormittag noch bei der Seelsorge angerufen. Mir geht es ein kleines kleines bisschen besser.
Leider habe ich niemanden. das erschwert die ganze Situation. Mein eines Elternteil ist selbst sehr früh verstorben (durch Krankheit) als ich in der Pubertät war (das Elternteil, das ich leider auch noch sehr geliebt habe), das andere war nie für mich da. Eine Freundin habe ich auch keine. Nur oberflächliche Bekannte. Und ja, nach außen hin zeige ich niemandem wie es bei mir innen aussieht. Außer meinem Mann und der Verwandtschaft weiß es niemand. Und auch nur mein mann bekommt mit, wie es mit tatsächlich geht. Das zu ändern ist ein guter Ansatz

Anonym schrieb am 13.11.2017 18:58

Suche Dir die Nummer des sozialpsychiatrischen Dienst bei Dir im Ort heraus und ruf dort an. Mir hat man dort in einer akuten Krise sehr geholfen. Und sie wissen auch genau, welche Hilfsangebote es vor Ort gibt (und welche Wartezeiten jeweils dafür aktuell sind und können ggf. auch eine Dringlichkeitsantrag stellen).

Leider habe ich niemanden. das erschwert die ganze Situation.
Hast Du es schon mal mit einer Selbsthilfegruppe ausprobiert?
Dort würdest Du ebenfalls Betroffene kennenlernen, mit denen Du Dich über Deine Erkrankung und Gefühle austauschen kannst. Das sind Leute, denen es genauso geht wie Dir und die Dich verstehen können. Oftmals entstehen über solche Gruppen/Treffen auch sehr tolle Freundschaften.

Schau einfach mal nach der nächsten Selbsthilfekontaktstelle und frage dort nach entsprechenden Gruppen an ... oder delegiere das an Deinen Mann.

Es gibt oft auch Selbsthilfegruppen für Angehörige von psychisch Erkrankten oder für Angehörige von Leuten mit Depression. Vielleicht wäre das auch etwas für Deinen Mann?
Bestimmt ist dies ja auch nicht einfach für ihn. Dort würde er auch lernen, besser damit umzugehen und wie er Dich ggf. besser stützen kann.

Ansonsten lass Dir gesagt sein, dass Deine Kinder Dich auch brauchen, auch wenn sie jetzt erwachsen sind und auf eigenen Füßen stehen wollen. Vielleicht hast Du nur Schwierigkeiten dies zu erkennen, weil Du in so jungen Jahren Deine Eltern vermissen musstest und dies nicht aus eigener Erfahrung kennst?
Die Beziehung zu den Kindern ändern sich einfach laufend, wenn sie älter werden, aber gebraucht werden beide Eltern immer. So wie man irgendwann mal aufgehört hat zu wickeln, zu stillen usw. ... dafür entstehen dann wieder andere Berührungspunkte und Bedürfnisse auf beiden Seiten.

Anonym schrieb am 13.11.2017 20:09

Leider, muss ich sagen, sind mir im Leben immer wieder schwer depressive Menschen begegnet. Entweder ist das Zufall oder es gibt tatsächlich viel mehr von "euch" als ich früher gedacht habe.
Ich selber bin ein Optimist wie er im Buche steht. Egal wie scheiße die Situation auch ist, mir macht das alles nichts aus. Ich nehms wies kommt, wird schon irgendwie gehen.
Ich persönlich empfinde mich als einen total antriebsschwachen Menschen. Eher mittelmäßig intelligent, tolerant und mache nur soviel wie gerade sein muss.
Diese ganzen depressiven Menschen die ich sehr nahe kannte, teilweise liebte und von denen sich zwei auch umbrachten, waren total starke Persönlichkeiten. Alle, durchweg alle, waren hoch intelligent.
Manche konnten mit ihrer Intelligenz nichts anfangen, andere opferten sich auf für ihre Kinder, gründeten Firmen, Gruppen, Bands und und und...waren ständig tätig - und keiner hätte es je gedacht!
Ich denke, Depression ist wirklich eine Art chemische Fehlbildung. Als wenn den Menschen ein paar Hormone oder Mikrodinger fehlen die ihnen den "Kick" geben.
Manche versuchen es mit Drogen.
Ab einem gewissen Alter finde ich es keinen schlechten Weg, so es denn funktioniert.
Ein Glas Wein kann manchmal helfen und lockert. Ich bin auch der Meinung das medizinisches Mar*huana einen Versuch wert ist.
Versuch dir Gesprächspartner zu finden.
Überlege welche Beschäftigung dir etwas geben könnte.
Tiere? Pflanzen? Malen?
Bedenke auch: wenn man total desperat ist eröffnen sich auch Chancen.
Du könntest dein Leben einem ganz anderen Zweck widmen anstatt es wegzuwerfen. Du könntest nachts über Zäune klettern und Fotos von im Dunklen gehaltenen Hühnern machen um die Tierhaltungsbedingungen zu verändern.
Geh jeden Tag einen kleinen Schritt und schreib ein Tagebüchlein von den Dingen die schön waren. Und wenn es hier im Forum ist dann ist es hier im Forum.
Manchmal nervt es mich, das hier alle immerzu ihre Sorgen veröffentlcihen. Wir haben einen ganzen 400 Beiträge langen Strang mit Kindermund, aber keinen mit schönen Erlebnissen.
Das ist so typisch Mutti!! Immer die anderen beobachten, immer nur die Kinder und ihre süßen Wörter.
Mach die Augen auf - so schwer es auch ist - du hast so viel. Kinder, die gesund sind, deinen Mann, der dir nen Kuß gibt wenn du weinst...
ach, ich weiß, wenn mans nicht fühlt dann ist es dasselbe als gäbe es das alles nicht.
Ich denke du brauchst Tabletten. Nimm die. Schlafe viel. Hör gute Musik und genieße dein restliches Leben.
Wenn du keine Kinder hättest - also ich bin der Meinung das jeder Mensch selber entscheiden darf ob er hier bleiben will oder nicht.
Aber es schmerzt eben so sehr wenn sich die Mutter das Leben nimmt. Und die Chancen das es sich "vererbt" sind sehr hoch.

Anonym schrieb am 13.11.2017 20:37

Liebe letzte Ano,
ich möchte nur kurz darauf hinweisen, dass eine Depression eine Krankheit ist! Sicher selber auch mit zubeeinflussen, aber aber rational zu begreifen.
Der Antrieb ist abgeschalten, die positiven Gedanken kommen nicht durch...
Eine Krankheit, die behandelt werden muss!
Purzel

Anonym schrieb am 13.11.2017 20:37

Ich würde bitten, sehr sensibel mit dem Thema umzugehen und nicht mal eben so meine Küchenpsychologie-weisheiten zum Besten zu geben. Dafür finde ich die Überschrift zu erschreckend konkret.

An die TS: toll, dass du zum Telefon gegriffen hast. Das ist ein Anfang. Ich hoffe, Du findest Hilfe und Abschluss. Es waren ja gute Tips dabei! Alles erdenklich Gute! Ich denke bestimmt die nächste Zeit ganz oft an Dich!

Anonym schrieb am 13.11.2017 21:29

oh je...erst mal kopf hoch... bei mir wäre die Hemmschwelle riesig wohinzugehen und um hilfe zu bitten ... aber vielleicht liest du ja gerne...

“Grenzenlose Energie - Das Powerprinzip:
Wie Sie Ihre persönlichen Schwächen in positive Energie verwandeln “

Ich hab das buch schon in der Pubertät gelesen ...und geliebt ...und momentan stöbere ich auch grad wieder drin rum ...ist zwar ein bisschen Psychologie richtung nlp aber jeder kann ja das für sich rausnehmen was er selbst gut findet.

Lg
Ece

https://www.amazon.de/dp/3548742270/ref=cm_sw_r_cp_apa_W9FcAbN6J20GH

Anonym schrieb am 13.11.2017 21:37

...oder vielleicht auch ein anderes ... da gibt's ja unendlich viele in diese Richtung :-)
Vg
Ece

Anonym schrieb am 13.11.2017 21:57

Liebe Ano,

ich war vor 20 Jahren an diesem Punkt, hatte keine Kinder und habe es gemacht. Zum Glück nicht erfolgreich. Aber fast.

Für meine Eltern und Freunde war es schrecklich.

Was der Arzt im Krankenhaus zu mir sagte, begleitet mich mein Leben lang. "Ach Mensch, schauen Sie mal, die bösen Menschen, die leben einfach ihr böses Leben, und die guten, die halten es nicht mehr aus und nehmen sich das Leben. Dann bleiben immer mehr böse Menschen übrig..."

Seit 10 Jahren glaube ich nun, es geschafft zu haben. Die Anzeichen zu erkennen und sofort gegenzusteuern. Ja, es ist eine Krankheit. Aber man muss sie auch besiegen wollen.

Und auch bei mir wusste keiner, wie es mir geht. Die psychiatrische Ambulanz hat mich am selben Morgen noch weggeschickt (ist ja gar nicht so schlimm), ich war nachmittags noch im Unisport...

Auch mein Mann war vor 2 Jahren depressiv. So hatte ich das Gefühl, das alles hat "sich gelohnt": Ich hab sehr früh gemerkt, was los ist, ihn geschnappt und sofort, aber sofort Hilfe geholt, er bekam Medikamente und eine Therapie. Heute versteht er gar nicht mehr, was los war.

Dass Du hier im Forum schreibst, finde ich toll. Und lese daraus: Eigentlich will ich ja gar nicht... Super! Weiter so! Bitte Dein unmittelbares Umfeld um Hilfe. Auch wenn es schwerfällt. Es lohnt sich. Gib Deinem Leben einen neuen Sinn. Arbeite mit Kindern. Versuch Dich an ganz banalen Dingen zu freuen, die Du sonst nie wieder sehen würdest, und betrachte sie aufmerksam: Ein Sonnenstrahl durch die Wolken, ein Gänseblümchen... Lächle. Oder zieh einfach die Mundwinkel hoch. Immer wieder. Das setzt rein körperlich Glückshormone frei.
So und mit anderen Dingen hab ich mich ganz langsam aufgerappelt und in ein neues Leben zurückgekämpft. Hauptsache, immer wieder ein paar Sekunden glücklich. Irgendwann werden es mehr.

Dein Weg kann natürlich ganz anders aussehen. Aber mit Deinen Voraussetzungen müsste es auch Deinen Weg geben, mit neuen Medikamenten, mit Therapie. Du musst ihn nur finden wollen.

Alles Gute.



Anonym schrieb am 13.11.2017 22:14

Liebe TS,

wenn Du seit 25 Jahren Erfahrung mit Depressionen und Therapie hast, dann weißt Du sicher alles, was hier schon stand. Du weißt, wie hoch die Mortalität bei Despressionen ist. Du weiß, dass eine gute Medikation und eine entsprechende begleitende Therapie die Mortalität deutlich verringert. Du weißt, dass in der akuten suizidalen Krise eine eintretende Ruhe trügerisch sein kann.

Bitte rette Dein Leben. Du bist die Einzige, die das kann.

Bitte nimm die Tabletten. Bitte nimm die Therapie. Bitte geh stationär für eine Weile. Wenn man sich das Bein bricht, tut man beides auch: Tabletten, Klinik.

Unten noch die lokalen Notfallambulanzen.

Ich würd mich freuen, auch morgen, übermorgen und in eins paar Monaten von Dir zu lesen.

http://www.depressionen-depression.net/notfaelle/notfallnummern.htm

natascha (Profil) schrieb am 14.11.2017 06:29

Was wäre wenn,
Wenn ich noch ein kind bekommen hätte,
Wenn ich glücklich wäre
Wenn die blumen anders wären und die strasse in der ich lebe.
Was wäre wenn, ich andere freunde hätte, es neue musik gäbe, ich ein hobby hätte.......
Endlosschleifen fangen einen
Erdrückende gedanken reisen einen in die endlisschleife
Und es ist so schwer raus.
Das gehirn muss neu trainiert werden.
Echt schwer
Zu schwer für einen alleine
Der in der endlisschleife hängt.


Du brauch hilfe von ausen.
Dass du hier schreibst
Ist ja schon ein hilfeschrei.


Geh zum arzt
Lass dich bringen


Viel kraft

Lg natascha

Anonym schrieb am 14.11.2017 21:40

Hallo Du,

ich kann Dich gut verstehen, mir gehts ähnlich. Schon lange stabil, auf einmal wieder Verzweiflung und den starken Drang, mit dem Fahrrad in ein Auto zu fahren oder ähnliches.

Ich werde mich nicht umbringen, weil ich eine Verantwortung meinen Kindern gegenüber habe. Mehr noch - ich will, dass sie lernen, dass frau aus einer Krise wachsen kann. Dass wir sie überleben und stärker werden. Ich will nicht, dass meine Kinder meine kranken Verhaltensweisen übernehmen, so weit ich es beeinflussen kann. Der Gedanke "Ich will sterben" begleitet mich mein Leben lang wie ein ausgetretener Pfad, den ich jedes Mal automatisch wieder einschlage, sobald es mir schlechter geht.

Ich glaube, ein Elternteil durch Selbstmord zu verlieren, ist unglaublich schlimm für Kinder. Und dadurch, dass wir Kinder bekommen haben, haben wir auch die Verantwortung zu LEBEN und für sie da zu sein, mal mindestens, bis sie volljährig sind.

Du kennst die Anlaufstellen sicher, hier mal zur Erinnerung
- Hausarzt
- Beratungsstelle (kirchlich, städtisch,...)
- Psychiater, eventuell (andere) Medikamente (zur Not Tavor oder so was für Akutsituationen)
- Therapeut
- Ambulanz einer psychiatrischen Klinik
- zur Not Einweisung in die Psychiatrie, wenn Du gar nicht mehr kannst

Du schaffst das! Wir schaffen das! Wir müssen jetzt erstmal durch den Winter kommen, dann wird es bestimmt wieder besser (es geht immer vorbei). Und wir können uns Hilfe holen. Hey, Du warst (wie ich) jetzt so lange stabil, da kommst Du doch wieder hin!!!!

Liebe Grüße
XY

Anonym schrieb am 14.11.2017 22:26

Liebe TS,

wenn Kinder und dass sie Dich brauchen, Dein persönliches Antidepressivum sind, dann nutze das. Dürfen es auch fremde Kinder sein?

Dann biete Dich (zunächst ehrenamtlich) an oder gib Kurse. Da gibt es so viel, und so viele Kitas und Grundschulen suchen,Leute zum Vorlesen, zum begleiten auf Ausflügen, zum Basteln und Malen, Hausaufgabenhilfe ...

Bist Du musikalisch? Ruf einen Kinderchor ins Leben oder eine Singgruppe. Gemeinsam mit Kindern singen macht sehr glücklich. Bzw. nimm Dir das vor für die Zeit, wenn Du die erste Hürde geschafft hast und wieder etwas Land siehst. Das gibt einem so viel, wenn man Kinder als Sinn des Lebens ansieht.

Von echter Kinderhilfe würde ich -- erstmal -- absehen, das kann einen enorm runterziehen, auch wenn diese Kinder einen natürlich viel mehr brauchen, als Kinder, die "nur" basteln und singen und vorgelesen kriegen wollen...

Und, wie viele schon schrieben, auch große Kinder brauchen ihre Mama, anders, aber nicht unbedingt weniger...

FrauFidibus (Profil) schrieb am 15.11.2017 07:32

Ich hab hier ja leider ganz nah miterlebt wue eine Mutter zweier Kleinkinder im Sommer das Leben genommen hat.

Unfassbar welch grausames Leid sie ihren Kindern damit zugefügt hat.
Kaum zu akzeptieren dass sie sich nicht Hilfe geholt hat. Alle Türen standen ihr offen. Sie ist nicht eingetreten.

Ich selbst hatte auch eine Mutter die mit Sekbstmordplänen belastet war. Heute ist sie gesund.
Aber es kann sich nur ein Kind vorstellen was ich durchmachen mussre ,das dasselbe erlebt hat.

Die Angst, wenn ich aufwache ist sie weg.
Wenn ich ins Bad gehe liegt sie tot in der Wanne.
Wenn das Auto nicht in der Garage steht...

Als ich mit 17 bei meinem Freund übernachtet habe, hab ich die halbe Macht geheult weil ich ihr das Versprechen abgerungen habe es nicht heut Nacht zu tun.

Ein Freund der dasselbe erleben musste hat mit seiner Mutter gebrochen weil er es nicht mehr ertragen konnte. Er hat es als Erwachsener als Erpressung und Egoismus erlebt. Möglich.

Aber sich nicht helfen zu lassen bei suizidalen Gedanken ist eine tiefe Schuld an den Kindern, dem Mann, den Freunden.

und meine Vorschreiberin hat so recht wenn sie sagt sie will ihre kranken Verhaltensmuster nicht weitergeben.

Was du jetzt tust oder unterlässt lenkt das Leben deiner Kinder! Du brauchst Therapie. Du brauchst Medikamente. Evtl ein Leben lang. Dann nimm das verflixt nochmal in Anspruch! Gibt kaum ein Land wo die Gesellschaft das so auffängt und akzeptiert wie hier!
Lass dich einweisen und lass dur helfen.
Das bist du den Kindern die du in die Welt gesetzt hast schuldig!!!

Und ich kann noch so alt werden, meine Mama brauch ich immer!
Ich hab Jahre gebraucht meine Verlustängste zu besiegen, aber ich hab meiner Mutter vetziehen. Sie konnte nicht anders und hat sich für mich zusammengerissen, wenn auch keine Hilfe geholt. Bei wars die Schilddrüse und als das passte wurde es besser. Aber einen Selbstmord, das hätt ich ihr nie verzeihen können. Ich wäre zerbrochen. Zerbräche noch heute daran.

Anonym schrieb am 16.11.2017 16:30

Hallo Ano,

ich hoffe, es geht dir inzwischen etwas besser?

Du musst doch gar nicht ohne Kinder leben. Du kannst dir doch weiterhin ein Leben mit Kindern gestalten.

Spontan fällt mir ein: Als Lesemutter in die Grundschule, Ausflüge begleiten, jetzt in der Adventszeit mit Kindergartenkindern backen/kochen. Trainerin in einem Sportverein. Überall sind doch Kinder, die einen "brauchen".

Gute Besserung!
Ano




Flaps (Profil) schrieb am 17.11.2017 18:58

Liebe Ano-TS,

wie geht es dir?
Ich enke oft an dich und hoffe so sehr dass du Dinge findest die die ein Lächeln ins Herz zaubern und dir etwas Kraft geben.

Du bist eine starke Frau.

Liebe Grüße
Flaps

Anonym schrieb am 20.11.2017 12:30

liebe ts,

wie geht es dir?

mein kerzlein brennt für dich,
noch immer.

alles liebe, kraft und mut,
sünneli

Anonym schrieb am 24.11.2017 21:45

liebe threadstarterin

dein beitrag hat mich fast schon wütend gemacht aber ich hatte VOR meinen kindern auch schon mal solche gedanken

mir hat immer ein verbaler arschtritt geholfen und die frage ob ich das leben wegschmeissen will, was noch so viele geschenke für mich bereit hält

willst du echt so egoistisch sein und das deinen lieben antun ?

willst du echt das leben einfach so wegschmeissen, wo es unendlich viele gibt, die es sich wünschten gesund zu sein und nicht vom krebs zerfressen oder ähnliches?

ich weiß, depressionen sind wie krebs im kopf aber da gibt es einen weg raus auch ohne medis und ich spreche da verdammt noch mal aus erfahrung!!!

rappel dich auf, zieh dich an den haaren aus der scheisse, hör auf opfer zu sein und nimm dein leben jetzt verdammt noch mal selbst in die hand!

du bist nicht deine depressionen, das ist nur irgendein falsches denken in deinem kopf

noch was zum schluss: google mal stefan hiene, ließ oder höre was von ihm und dein leben wird sich ändern

du packst das verdammt noch mal!!!

wollte es eigentlich nicht ano schreiben aber meine vergangenheit geht niemanden was an.