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"was gebt ihr für Lebensmittel aus? Drei Personen Haushalt..."

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Anonym schrieb am 08.11.2017 18:32

was gebt ihr für Lebensmittel aus? Drei Personen Haushalt...

Hallo!
Hab grad tierisch Stress mit meinem Mann, weil angeblich sein Geld rauswerfe.
Nun werd ich sein Konto nicht mehr berühren. Ich habe im Monat nach Abzug von Fixkosten 850€ und muss davon Essen, Drogerie, Klamotten für kind und mich, Getränke etc besorgen. Ich kaufe fast 100% Bio (darauf legen wir beide Wert) aber fast ausschließlich beim Discount, ca. 10% im Bioladen.
Nun will ich haushalten und dachte ich komme für Essen und Drogerie vielleicht mit 400-500€ hin? Möchte am liebsten 400€ schaffen, 200€ sparen (bereite eine Trennung vor) und 250 für den Rest also Geld für Schule, tanken (fahre wenig), Klamotten, Schwimmbad, Kino etc.
Denkt ihr die Rechnung haut hin?
Bisher war es so, dass ich das Geld verbraucht habe und dann an sein Konto bin. Das war halt in Monaten mit geringem Einkommen oder großenBelastungen mehr. Es gab aber viele Monate, in denen ich völlig autark war.
Ich weiß echt nicht ob ich Verschwenderin bin oder ob das so normal ist?
Er verdient fast 5000€ und beschuldigt mich, dass keinen Monat was übrig ist...

Antworten

Anonym schrieb am 08.11.2017 19:13

Hallo,
wir haben deutlich weniger (ca. 1700€ Gehalt plus 400€ Kindergeld).
Davon zahlen wir Miete, Schulgeld, Telefon, Fahrkarten, essen, Drogerie und was man halt sonst noch braucht...
Wir sind zu viert, zwei erwachsene, ein Schulkind und ein baby.
Wir kommen mit dem Geld hin, übrig bleibt jedoch nix. Wir haben einen Schrebergärten und können viel Gemüse selber anbauen, Klamotten kaufen wir sehr wenig und hauptsächlich 2nd Hand, ein auto haben wir nicht.
Wenn es tatsächlich stimmt und ihr mehr als 5000€ jeden Monat ausgebt, wird es am Anfang wahrscheinlich schwierig auf vieles verzichten zu müssen, macbar ist es aber auf jeden Fall.
Halbano muräne

Anonym schrieb am 08.11.2017 19:45

Ich find jetzt 850 Euro ausgaben nicht zu viel...
Wenn er so viel verdient wieso musst du dann alles bestreiten? Ist das das haushaltsgeld das er dir zur Verfügung stellt?

Wir haben hier ein gemeinschaftskonto von dem die gemeinschaftskosten gedeckt werden und jeder zahlt darauf anteilig zu seinem verdienst ein ... dann sieht man auch schnell was man tatsächlich mtl. Benötigt ...
Vg
Ece

Anonym schrieb am 08.11.2017 19:55

Ich führe aus dem Grund -Trennung - jetzt ein Haushaltsbuch. Ich werde in Zukunft mit 2.000€ (Wohnkosten schon abgezogen) auskommen, bei vier Personen (drei Kindern), davon etwa 300€ für Betreuung, mein Auto (brauch ich wegen der Arbeit) und natürlich Essen und Kleidung und Freizeit. Ich spare aber auch einen nicht zu kleinen Anteil, das ist mir wichtig.
Ich kann in zwei Monaten dann entscheiden, ob ich in Zukunft mehr arbeiten will /muss, deshalb schreibe ich gerade alles akribisch auf.
Kann das nur empfehlen!

Wenn dein Mann so gut verdient, dann steht dir und deinem Kind auch Unterhalt zu, und zwar nicht zu wenig.

Anonym schrieb am 08.11.2017 20:49

Also ich käme damit hin. Habe grob überschlagen und liege auch so etwa um den Betrag, auch wenn ich es natürlich nicht genau sagen kann, weil ich nicht Buch führe. Aber selbst wenn es etwas mehr wäre, weiß ich, dass ich noch Sparpotential habe, deshalb behaupte ich jetzt mal das reicht für Mutter und Kind nach Abzug der Fixkosten.

Anonym schrieb am 08.11.2017 23:09

Ich käme knapp hin, mit drei Kindern, aber nicht alles Bio. Von den 5000 gehen dann aber noch Miete und Nebenkosten usw weg, oder ? Ist das brutto oder netto? Bekommst du wenigstens das Kindergeld? Und sonst etwas für dich?

Lola

Anonym schrieb am 08.11.2017 23:14

Ich habe ein Einkommen , dank schlechter Lohnsteuer ein kleines Einkommen, bekomme Kindergeld und 250 € von ihm. Wenn ich Versicherungen etc abziehe bleiben besagte 850€. Er hat 4700€ netto und zahlt davon alles was ich nicht zahle. Also Hauskredit, Auto, Nebenkosten, Internet, Heizen etc pp.

FrauFidibus (Profil) schrieb am 09.11.2017 07:34

Was ist denn das für ne Ehe????

Uns gehört alles gemeinsam da wird nix aufgedröselt. Das ist voll daneben! Wenn man heiratet und Familie hat ist man ein Team. Alles kommt in einen Topf und was benötigt wird wird gekauft. Wueso soll ausgerechnet dein kleines Einkommen für alle Alltagsausgaben herhalten? Er verdient doch echt gut. Was isn das fürn Geizkragen? Ist ja nicht sein Geld. Er kann ja nur auf deinen Schultern so viel verdienen!

Wasch deinem Mann lieber mal den Kopf bevor du dich
so gängeln lässt! Hast ja auch seine Kinder bekommen und deswegen berufliche Einbusen.

Mein lieber Schwan, da würd bei uns und auch meinen Eltern die Hölle losbrechen, wùrde der Mann sowas von sich geben!

Anonym schrieb am 09.11.2017 09:33

Was ist denn das für ne Ehe????

Uns gehört alles gemeinsam da wird nix aufgedröselt. Das ist voll daneben! Wenn man heiratet und Familie hat ist man ein Team. Alles kommt in einen Topf und was benötigt wird wird gekauft.


fraufidibus
leider kommen immer wieder so ähliche Beiträge. Ich kippe da auch jedes Mal aus den Latschen, ich verstehs nicht und kann es in der heutigen Zeit auch überhaupt nicht nachvollziehen. Da sieht man einfach wie sehr es an Gleichberechtigung vor allem auch in den weibl. Köpfen noch fehlt. Niemals würde ich mir von jemanden Geld einteilen lassen, würde es nicht akzeptieren, dass ich keinen freien Zugang zum Geld hätte, als Familie für mich unabdingbar, da muss es ein Geschmeinschaftskonto geben. Meiner Meinung nach, auf Dauer tut so eine Abhängigkeit, ungerechte Machtverteilung nicht gut, vor allem dann, wenn noch mehr Kinder hinzukommen und sie grösser und teurer werden, und Frau nicht dauerhaft zurückstecken will.

Ansonsten kann ich zur eigentlichen Frage nicht viel beitragen,tut mir leid. Es nützt dir ja nix, wenn ich dir erzähl mit wieviel weniger wir auskommen, da haben wir zu unterschiedliche Lebensstandards usw. Ansonsten hilft es natürlich schon, mal 2-3 Monate Haushaltsbuch zu führen, einfach um einen überblick zu bekommen. Und klar, somit kannst du ihm auch nachweisen wieso du mehr brauchst :-(

LG, M

Anonym schrieb am 09.11.2017 09:43

Wenn ich das richtig verstehe, bahnt sich da eine Trennung an. Das erklärt die getrennten Konten (oder umgekehrt, die getrennten Konten führen zur Trennung. Mein Exfreund hat damals auch jeden Kassenzettel genau durch 2 geteilt, obwohl er als Lehrer NETTO dreimal so viel verdient hat wie ich. Meine Eltern meinten nach der Trennung auch nur, richtig so. Wie hätte der denn Verantwortung für eine Familie übernehmen sollen?)

Liebe TS, ich will Dich damit überhaupt nicht angreifen und mir auch nicht anmaßen, über eure Ehe zu urteilen (vielleicht war sie anfangs gut), kann aber Frau Fidibus' Meinung durchaus nachvollziehen.

Kann man mit 850 Euro auskommen? Bei mir/uns ist das so: Wir kommen mit dem aus, was da ist. Letztes Jahr habe ich das ALG I in der Elternzeit wegen unzumutbarer Pendelentfernung ausfindig gemacht; ein monatlicher Geldsegen für 12 Monate. In dieser Zeit haben wir deutlich mehr ausgegeben. Jetzt wird der Gürtel wieder eng geschnallt, und auch das wird gehen. Als Studentin bin ich mit 500 Euro im Monat für alles (Miete, Versicherung, Essen, Kleider, alles) hingekommen. Heute kaum mehr vorstellbar, aber ich würde es immer noch schaffen, wenn ich müsste.

LG

Ano


Ano wegen Exfreund

Anonym schrieb am 09.11.2017 11:59

vielleicht nicht ganz zum thema budget aber zur einteilung im allgemein.

bei uns ist ja alles andersrum. Ich bin hauptverdiener(in) und mein mann arbeitet teilzeit.

ich zahle "alles" Hauskredit, Versicherungen und fast alle "Spesen". Also lebensmittel, allgemeine einkaeufe. Und auch "mein" taschengeld. Seit er wieder arbeitet ist mehr luft drin und er deckt eben eher Klamotten und "schoene" sachen ab - udn auch wenn das Geld von mir nicht gereicht hat fuer lebensmittel...kommt auch mal vor.

Wir haben beide unsere Konten und haben alles friedlich aufgeteilt. Er will nicht zugriff auf mein konto oder geld haben - weil er es nicht "durcheinenader" bringen will. Er kann sich draufverlassen was ich leiste und ich mich auf ihn.

ich denke nicht das es in der heutige moderne zeit notwendig ist alles auf einen haufen zu werfen - sondern drueber zu reden was machbar ist - einzuteilen und ein ueberblick zu halten.

Wir sind beide wirklich gluecklich damit - ich lege jeden monat das Geld fuer Spesen hin - kommt in einen schoenen fach - auf wochen eingeteilt wegen der uebersicht. Wenn weg dann weg - und es ist klar wie danach vorgegangen wird.

Fuer mich ist hier kommunikation das hauptthema - ich lege alles offen - es ist so vereinbart und alle sind zufrieden...

lg

beccy

Anonym schrieb am 09.11.2017 13:38

Naja ich "darf" ja an sein Konto aber es ist halt so fernab von gemeinschaftlich. Ich habe schon tausend mal Vorschläge gemacht, Sparplan, Haushaltsbuch etc pp. Solange ich funktioniere, nix fordere oder nicht motze (über völlig andere Themen der Beziehung) ist ja auch alles gut. Aktuell hatte den Dauerbrenner Alkoholkonsum kritisiert und dann kam neben zich anderen Vorwürfen auch das liebe Geld zur Sprache.
Da ich seit Anbeginn der Beziehung immer Bauchweh bei seinem Konsum hatte und dauerhaft kommentieren muss um es in Maßen zu halten hatte ich nun gesagt, dass ich ins Gästezimmer ziehe solange er keine Therapie macht.
Ich habe mehrfach gewarnt, meist mit dem Wortlaut ich möchte nicht mit einem Alkoholiker leben. Er kann nicht anders oder er kauft es mir nicht ab. Nachdem er mich dann völlig fertig gemacht hat und nun zum dritten mal sagte, ihm ginge es besser ohne uns, habe ich Trennung und Auszug angeboten. Dies will er alles nicht, ich soll einfach spuren und die klappe halten, dann passts für ihn.
Keine Nähe, kein Sex etc. Ist ihm recht so und ich geh schier dran kaputt. Allerdings sitze ich jetzt trotz Therapie und guten Freunden in der Falle, weil jede Entscheidung nur falsch sein kann für unser Kind, für mich und für uns. Wenn ich nen dickeren Pelz hätte und mehr kämpfen könnte, würden wir es vielleicht schaffen. Also die Probleme sind so viel größer aber das Thema Finanzen ist greifbarer und ich kann pragmatisch handeln.

Lola (Profil) schrieb am 09.11.2017 13:45

Und wenn du dir professionelle Hilfe suchst, die dich nicht nur therapeutisch durch die Trennung begleitet? Vielleicht Lebenshilfe oder etwas ähnliches?

Lola (Profil) schrieb am 09.11.2017 13:48

Und warte nicht auf seine Entscheidung. Ich finde auch nicht, dass " ich möchte nicht mit einem Alkoholiker leben " sehr klar ist. In seinen Augen hat er ja keiner. Definiere, was du willst. Und dann entscheide selber, warte nicht, dass er dein Angebot auf Trennung annimmt. Du musst entscheiden, was Du willst!

Anonym schrieb am 09.11.2017 16:20

Liebe Anonym,

Es geht nicht darum, dass DU mehr kämpfst, damit IHR es schafft! Das kann und wird nicht funktionieren!
Wenn dann kannst nur du etwas bei dir ändern und er etwas bei sich.
Andernfalls verbiegst du dich, so wie du es gerade tust.

Ich habe nach langem Kampf und zähem Ringen vor wenigen Wochen den Schlussstrich gezogen. Ich habe gemacht und getan und zurückgesteckt und mich versetzen und verletzen lassen und dann kam der Tag, an dem ich mir gesagt habe, stopp! Ende! Dann lieber allein!
Mir war ganz wichtig den Absprung zu finden, bevor ich nur noch Verachtung und vielleicht sogar Hass für ihn empfinde.
Ich mag meinen Noch-Mann. Vielleicht liebe ich ihn sogar noch. Aber das macht so für mich keinen Sinn.
Ich kam an den Punkt festzustellen, dass meine Beziehung mehr Kraft zieht als mir gibt.
Ich weiß, dass ich stark bin, ich hBe ebenfalls schon vor einem Jahr eine Therapie gemacht, weil ich dachte, irgendwas würde mit mir nicht stimmen. Diese Therapie hat eines bei mir bewirkt: Dass ich gelernt habe, wie stark ich bin.
Die Vorstellung einer Trennung ist schrecklich, zweifelsohne. Ich renne gerade durch mein Leben, habe einen fordernden Job, drei kleine Kinder, einen Haushalt. Ich habe all das schon immer allein gemacht, aber das Gefühl von Einsamkeit, das Gefühl gescheitert zu sein, das überkommt mich manchmal leise von hinten. Noch habe ich keine Zeit zu realisieren, was das alles heißt.

Aber ich schaffe das. Ich hatte auch Angst davor, wie die Kinder reagieren, aber bisher ist es okay. Ich bin Ihnen gegenüber auch viel ausgeglichener jetzt. Meine Panik, meine Traurigkeit, all das kommt eher abends und nachts.

Kinder spüren auch den Frust und die unterschwelligen Konflikte. Auch das tut ihnen nicht gut.

Ich will nicht behaupten, dass es leicht ist (das kann ich nach so kurzer Zeit gar nicht beurteilen) und dass es das beste ist (dito), aber ich weiß für mich, dass ich ein Mensch bin, der es sich selbst wert ist, diesen vermeintlich schwereren weg zu gehen, um irgendwann wieder glücklich zu sein.

Wenn du fragst, ob das Geld reicht, klingt das wirklich wie Vorbereitung. Vielleicht ist dein rationales Ich schon weiter als dein emotionales.
Dieser Schritt ist schwer. Ich hatte solche Angst es auszusprechen. Mit einem Alkohol-Thema ist es sicher nochmals schwieriger.

Da du das mit den Steuerklassen gesagt hast: Bestehe doch auf 4/4. Dann ist das Einkommen „realer“, deines und auch seines. So lange ihr zusammen seid, bekommt ihr das gleiche über die Steuererklärung raus, und das kann man dann teilen.
Steuerklasse 2 als Alleinerziehende ist ganz wenig mehr als 4 (oder 1).

Ich wünsche dir alles Gute! Das können wir gebrauchen :)


Anonym schrieb am 09.11.2017 17:21

Allerdings sitze ich jetzt trotz Therapie und guten Freunden in der Falle, weil jede Entscheidung nur falsch sein kann für unser Kind, für mich und für uns. Wenn ich nen dickeren Pelz hätte und mehr kämpfen könnte, würden wir es vielleicht schaffen. Also die Probleme sind so viel größer aber das Thema Finanzen ist greifbarer und ich kann pragmatisch handeln.



Du kannst es nur falsch machen für euer Kind, wenn du bleibst!!!!

Von einem Alkoholiker und Machtmenschen gibt es nur einen Weg und der heißt: "Geh! Geh! Geh!"

Und wenns noch so schwer fällt!
Alkoholiker sind und bleiben Alkoholiker wenn sie keine Therapie machen wollen! Und sei der noch so sehr der Kern eines lieben Menschen! Du bist in der Verantwortung deinem Kind gegenüber und die wahrzunehmen heißt sich zu trennen!

Den Alltag mit einem alkoholkranken Mann teilen zu müssen ist die prägende Katastrophe für das Leben deines Kindes!

Frag doch mal Erwachsen was sie sich gewünscht hätten:

Dass Mama "den Kindern zu Liebe" beim Säufer / Gewalttäter/ Tyannen geblieben ist?

Oder werfen diese Kinder nicht alle ihren Müttern vor: "warum bist du nicht gegangen? Warum hast du mich nicht geschützt? Warum warst du so feige?"

Hundertmal lieber ein Leben mit Harz4 als ein Leben mit einem Alkoholiker! Mach die Augen auf! Was du jetzt dein Kind erleben lässt prägt sein ganzes Leben!

Natürlich lieben die Kinder ihre alkoholkranken Elternteile, sie lieben auch ihre prügelnden Eltern, ihre Zugedrühnten,... so lange, bis sie erkennen, was ihnen angetan wurde!

Vielleicht hört man raus, dass mich das persönlich betrifft!

Ich kann dir nur raten:
versteck dich nicht hinter vermeintlichem Heileweltspielen für dein Kind. Der Einzige der die Macht hat zur Veränderung bist du! Dein Mann hat die Macht nicht, dien Kind hat die Macht nicht. Nur du hast sie!

Bitte nimm mir die groben Zeilen nicht krumm, aber ich musste schon zu oft leidvoll erfahren, was passiert, wenn die Mütter (aus eigenen schlimmen Lebensgeschichten heraus) nicht die Stärke hatten, für ihre falsche Partnerwahl gerade zu stehen.

Anonym schrieb am 09.11.2017 18:48

Naja, er ist nie besoffen, außer vielleicht zweimal im Jahr wenn ne Gelegenheit ist. Dann aber ohne jetzt rumzufallen oder halt aufzufallen.
Es ist vielmehr einfach dauerhaft und täglich zu viel. Wenn ich es nicht kommentiere oder nicht mitbekomme sind es auch wochentags 3-5 Bier. Letzten Samstag waren es schnell und heimlich von 18:30 bis 21:30 vier Stück. Danach wäre auch nicht schluss gewesen, hätte ich nix gesagt. Unser Kind bekommt das jetzt nicht so mit aber natürlich die emotionale Gemütslage die ihn dazu bringt. Es gab einmal Freitags die Situation, da musste ich bisschen länger arbeiten und als ich um 20 Uhr kam hat er ne ganze Flasche Wein getrunken und Kind war noch wach.
Ich empfinde es als zu viel, spioniere aber nicht. Es sind immer mal wieder so Schreckmomente wenn ich was entdecke. Weinflasche in der Garage etc.
Er trinkt jetzt zb gar nix mehr aber mir reicht das nicht. Erstens bleiben Zweifel und zweitens will ich, dass er die Ursache angeht. Eigentlich kann ich das aber gar nicht verlangen, das ist SEINS sondern nur entscheiden, ob ich das so will oder nicht. Und wenn es nur an mir liegt bekomm ich die Panik und rudere zurück. Ich bin psychisch sehr labil mitunter (was sicher auch an der Beziehung liegt) und ich weiß nicht ob ich das schaffe. Von Außen bekomme ich nur das Feedback, dass ich definitiv alleine klar komme mit Kind aber ....

Anonym schrieb am 09.11.2017 18:59

Ach so, warum ich so besorgt bin ist natürlich
1. Mein Vater war Alkoholiker (auch nicht so klassisch aber ruckblickend eindeutig)
2. Sein Vater ist am Alkoholismus gestorben mit 47 wegen Herzinsuffizienz. Er war gewalttätig und hat die Familie und alle Mitglieder zerstört...

Anonym schrieb am 10.11.2017 14:33

So, TS hier.
Bin jetzt auf der Warteliste für Ehe- und Trennungsberatung. Sollte zeitnah klappen. Ansonsten ist der Umgang distanziert, unsicher, freundlich. Wollte am Wochenende zu meinen Eltern fahren und er hat ängstlich gefragt, ob wir denn wieder kommen. Da tut er mir dann wieder leid. Er kann einfach nicht anders. Naja, Kind will zu St. Martin aber hier sein, also wird nix draus. Wobei mein Mann sagte ich kann ohne sie fahren aber sie will mich dabei haben und ich brings dann wieder nicht übers Herz sie zu enttäuschen. Eigentlich bekloppt, ich bin immer überall dabei...

Anonym schrieb am 10.11.2017 15:27

Liebe TS, hier die Ano mit den harten Worten :-)

ich gratuliere dir wirklich zu deinem Schritt, dich in die Trennungsberatung zu wagen! Find ich echt super!!!

Und wenn das Kind nun an St. Martin da sein will und du darauf eingehst find ich das auch voll ok und voll normal.
Häng dich nicht überall auf, du hast jetzt ne Richtung und die verfolgst du.

Denk immer dran: Niemals musst du den ganzen Weg auf einmal gehen!
Deine Kraft wird aber immer genau für den nächsten Schritt reichen!

Alles alles Liebe und Gute!

Anonym schrieb am 10.11.2017 16:35

Eigentlich bekloppt, ich bin immer überall dabei...

Ich schätz mal, weil Du weißt, wie es ist, wenn keiner dabei ist... (meine Eltern waren ganz selten mal bei etwas mit und ich trauere dem immer noch hinterher. Ich geh fast überall bei meinen Kindern mit, wahrscheinlich genau deshalb!)

Anonym schrieb am 10.11.2017 19:45

Und wenn du dir professionelle Hilfe suchst, die dich nicht nur therapeutisch durch die Trennung begleitet? Vielleicht Lebenshilfe oder etwas ähnliches?

Ich wollte dazu sagen, dass Lebenshilfe eine Vereinigung für Menschen mit Behinderung ist, vorrangig für Menschen mit geistiger Behinderung. Eine Beratung außerhalb des Bereichs Eingliederungshilfe machen die in der Regel nicht. Der Name Lebenshilfe ist etwas irreführend weil er sich so allgemein anhört.

purzelmurzel (Profil) schrieb am 10.11.2017 21:09

Das klingt gut. Machst du klasse. Da ist nichts bekloppt. Ich wünsche dir viel Kraft für jeden Tag! Und genau- Du brauchst nur Kraft für einen Tag! Dann für den nächsten!
Alles y Liebe

Lola (Profil) schrieb am 10.11.2017 21:30

Und wenn du dir professionelle Hilfe suchst, die dich nicht nur therapeutisch durch die Trennung begleitet? Vielleicht Lebenshilfe oder etwas ähnliches?

Ich wollte dazu sagen, dass Lebenshilfe eine Vereinigung für Menschen mit Behinderung ist, vorrangig für Menschen mit geistiger Behinderung. Eine Beratung außerhalb des Bereichs Eingliederungshilfe machen die in der Regel nicht. Der Name Lebenshilfe ist etwas irreführend weil er sich so allgemein anhört.


Da hast Du Recht, das hatte ich falsch auf dem Schirm. Tut mir leid. Aber warum schreibst du das denn anonym?

Anonym schrieb am 10.11.2017 21:49

Da hast Du Recht, das hatte ich falsch auf dem Schirm. Tut mir leid. Aber warum schreibst du das denn anonym?

Weil ich die TS bin.

Lola (Profil) schrieb am 10.11.2017 22:09

OK :)

Anonym schrieb am 13.11.2017 14:33

Hallo ihr lieben!
Irgendwie bin ich am Ende. Seit acht Tagen nun gehen wir höflich distanziert miteinander um und ich schlafe im Gästezimmer und verbringe die Abende auch dort und kaum im Wohnzimmer. Das geht unter der Woche ganz gut, das Wochenende war aber wie erwartet furchtbar. Haben diesen St. Martins Tag miteinander verbracht wobei er einmal für 30 Minuten für Kind und dessen Freundin zuständig war. Dies funktionierte wohl gar nicht und mir wurde sogar hinterher telefoniert. Tja waren viele Leute da und die Kids hibbelig. Vollkommen normal, er ist dann am Limit ganz ohne psycho Diagnose.
Jetzt habe ich in der Beratung nächste Woche einen Termin alleine und morgen Therapie aber ich weiß nicht wie ich das noch aushalten soll. Gedanklich rudere ich vor lauter Angst und Unsicherheit zurück, relativiere etc. Er schwankt zwischen ängstlich versöhnlich und muffig verschlossen.
Ich frage mich, warum er nicht auf mich zugeht, fragt wie es weiter geht etc. Er sitzt es aus und ich auch. Ich kann aber nicht offen sprechen, vor allem über die Trennungsgedanken weil ich Angst vor seiner Reaktion habe. Angst nicht vor Gewalt oder so, sondern fertig gemacht zu werden und die endlosen Schuldzuweisungen über mich ergehen zu lassen. Ich glaube am Ende immer selbst, dass ich im Unrecht und meine Bedürfnisse unangemessen sind.
Ich verzweifel schier. Ich frag mich ob ich wirklich einen Grund habe unzufrieden zu sein? Aber dann höre ich wieder, wie er dreimal sagt (binnen 1,5 Jahren) ohne uns ginge es ihm besser und natürlich an was ich alles Schuld bin. Und dann die vielen verzweifelten Nächte in denen ich sexuell zum hundertsten mal zurückgewiesen wurde oder die unzähligen Male in denen ich Nähe einfordern musste und nie einfach so erhalte. Aber ich könnte doch auch zufrieden sein, mir das fehlende anderswo holen und nicht alles hier kaputt machen. Wie schaffen es Frauen nur alles aufzugeben, das mit schweiß renovierte Eigenheim? Es ist nix exklusives, es ist alt, aber so hergerichtet, dass ich mich unendlich wohl und geborgen fühle. Alleine niemals zu stämmen... Dann denke ich ich trenne mich und bleibe hier wohnen, baue den zweiten Stock für mich aus. Mit null Geld unmöglich. Fürs Kind aber vielleicht auch die beste Lösung? Oder nur bequem für mich ? Ich mach mir ins Hemd, keinerlei Familie hier und nur eine Freundin und die kenne ich erst zwei Jahre und sie hat selbst dauernd Stress.
Örks und heul

Anonym schrieb am 13.11.2017 15:07

Vielleicht geht er auch nlaus den gleichen Gründen nicht auf dich zu? Will es nicht wahrhaben? Einer muss anfangen zu reden. Und wenn du ihm einen Brief schreibst? Wäre das einfacher? Ich schicke bei Problemen gerne eine Mail an meinen Mann, damit er einfach alle Gedanken kennt und ich nicht alles vergesse, was ich sagen will. Das klappt gut. Vielleicht ist das was für dich?

Anonym schrieb am 13.11.2017 18:47

Hallo Du Liebe,

ich verstehe Dich sehr gut! Aus der schwierigen Lage kann ich Dir nicht raushelfen, aber mein Mitgefühl schenken!
Hoffentlich bringt Dir das Therapiegespräch morgen etwas, und nächste Woche dann die Beratung... würde mich auf jeden Fall interessieren, was da rauskommt.
Ich habe hier auch schon öfter über unsere Beziehung geschrieben, und dann regelmässig Tipps bekommen, mit meinem Mann zu reden, reden, reden, oder die Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Alles das habe ich gemacht bzw. versucht, und was hat es gebracht: rein gar nichts! Er hat diese Wand um sich herum hochgezogen (zumindest in Bezug auf unsere Beziehung) und ich erkenne leider nicht, dass er daran etwas ändern möchte. Wir waren sogar schon 3 mal zusammen bei der Paarberatung, im Dezember haben wir den nächsten Termin. Bis dahin sollte zumindest klar sein, ob wir zusammenbleiben möchten. Der Paartherapeut ist super, das finden wir beide, und dennoch passiert nichts! Ich habe schon mehrmals angeregt, Zwiegespräche zu führen, möchte mit ihm spazierengehen um in Ruhe reden zu können (das hat uns auch der Therapeut sehr ans Herz gelegt). Beim letzten Termin war das Fazit, dass mein Mann sich von mir bedrängt fühlt, dass er Zeit braucht. Also halte ich mich zurück, bin einfach normal, aber wir leben völlig nebeneinander her. Und gehen nicht spazieren, weil mein Mann nicht auf mich zukommt. Ich befürchte, dass er so große Angst davor hat, in seine Seele zu schauen, dass er es lieber ganz sein lässt und seinen Schutzpanzer behält. Da bin ich machtlos!
Hier ist es allerdings so, dass kein Alkohol im Spiel ist, daher denke ich auch nicht an Trennung (mein Mann vielleicht schon, wer weiß?) Ich versuche einfach, das Thema Beziehung als einen Teil in meinem Leben zu sehen, der nicht gut läuft, mit dem ich aber die meiste Zeit trotzdem klar komme. Alles andere ist nämlich echt prima. Aber gerade die verregneten, dunklen Wochenenden sind schwierig.
Es ist einfach traurig, wenn nicht beide Partner sich auf den Weg machen, um an der Beziehung zu arbeiten. Was ja in erster Linie bedeutet, an sich selber zu arbeiten.
Ich werde beim nächsten Gespräch auf jeden Fall klar stellen, dass ich die Verantwortung für die gescheiterte Beziehung nicht mehr auf mich nehmen kann. Mein Mann versucht nämlich immer, mir den schwarzen Peter zuzuschieben. Denn früher war ja alles gut, bis ich angefangen habe, mich zu verändern. Ja, bis ich erkannt habe, dass ich in der Mutterrolle und er in der Rolle des kleinen Jungen steckt. Dahin möchte er gerne wieder zurück, damit er Aufmerksamkeit bekommt für seine Krankheiten, gut versorgt wird...
Sorry, war jetzt echt viel über unser Problem.

Auf jeden Fall wünsche Dir alles Gute, hoffentlich findet Ihr eine Lösung!

Anonym schrieb am 13.11.2017 19:00

Hier Ts.
Danke letzte Ano, hier auch ein riesen Panzer und dahinter echt ein armer kleiner Junge. Aber da ist in der Kindheit so viel vorgefallen, dass es vielleicht nicht zu ertragen wäre dahinter zu gucken? Ich glaube mein Mann würde erstmal ewig nicht mehr aufhören können zu weinen...
Das tut mir unendlich leid aber er tut definitiv nix für seine emotionale Gesundheit oder zumindest Ausgeglichenheit und mutet uns seine Launen, Ängste, Wut etc voll zu. Wir dürfen keine Probleme machen, müssen funktionieren und ich bin zudem der Sündenbock. Im Prinzip ist das aber alles egal. Jeder einzelne unserer Konflikte kann für jemand anderen ein ausreichender Trennungsgrund sein. Aber das hilft mir nicht, ich muss schlichtweg entscheiden, ob ich so leben will oder nicht. Paartherapie hatten wir mal, das war ein voller Fehlgriff. Rein Verhaltenstherapeutisch und null hinter die Fassade blickend. Was hinter Streitthemen wirklich steckt wurde nicht beleuchtet.

Anonym schrieb am 14.11.2017 19:14

Wie gehts Dir heute? War die Therapiestunde hilfreich?

Anonym schrieb am 14.11.2017 21:57

Hallo, hier die TS
ja habe heute mittag einen Brief geschrieben und mit in die Therapie genommen. Hatte ja eine von euch vorgeschlagen und ich fands dann ne gute Idee. Besser als gar kein Austausch. Hab ihm den Brief hinterlegt, wir hatten beide heute viel um die Ohren, abends jeder Termine und ich kam später heim. Er hat mich dann gleich drauf angesprochen und gefragt, was das mit der Therapie soll. Davon hätte ich kein Wort verloren bisher. Dabei hab ich ihm gesagt, bevor du keine Therapie machst zieh ich nicht mehr ins Schlafzimmer. Er dachte vermutlich, es reicht wenn er einfach nix mehr trinkt. Er ist so klein mit Hut und leidet wie ein Hund und schaut mich ganz bittend an und wollte von mir wissen, warum er bitte eine Therapie brauche. Ich hab ihm dann gesagt, dass ich das heute nicht mehr besprechen will und kann, sondern in Ruhe, wenn wir das beide haben sacken lassen und nicht völlig fertig vom Tag sind. Das hat er so akzeptiert und wir haben noch bisschen was anderes gesprochen und das wars. Ich mag ihn echt gern und er mich auch, aber irgendwie glaube ich würden wir als Freunde besser harmonieren, wenn diese ganzen Ansprüche an den anderen wegfallen und man den anderen einfach so nimmt wie er ist, ohne seine Bedürfnisse befriedigt haben zu wollen. Klar, ich muss mich selbst ändern, mich selbst lieben etc. pp. aber ich kann nicht mit mir selbst Sex haben und ich kann mich nicht selbst in den Arm nehmen, mich selbst loben, anerkennen, anziehend finden,

Anonym schrieb am 15.11.2017 07:41

Klar, ich muss mich selbst ändern, mich selbst lieben etc. pp. aber ich kann nicht mit mir selbst Sex haben und ich kann mich nicht selbst in den Arm nehmen, mich selbst loben, anerkennen, anziehend finden,

Puh, das wäre ja schlimm, wenn frau DAS ALLES nicht selbst könnte!

LG

Anonym schrieb am 15.11.2017 08:40

Schließe mich meiner direkten Vorschreiberin an. Selbstverständlich kann man wunderbar für sich selbst sorgen. Und ich finde, was du machst, sind Erpressung und Machtspielchen, und wird deinen Mann nicht dazu bringen, Verantwortung für sich selbst und sein Leben zu übernehmen. Und dich auch nicht.

LG S.

Anonym schrieb am 15.11.2017 09:06

Hallo Ihr letzten beiden Anos,

ich bin die Ano mit dem "eingemauerten" Mann von vorgestern.
Klingt richtig, was Ihr schreibt, und mich selbst loben, anerkennen..., das kriege ich auch gut hin.
Aber wie würdet Ihr denn handeln, wenn Euer Mann so verschlossen wäre? Wenn er sich jeglichen Gesprächen verweigert, die über das alltägliche hinausgehen? Einfach nur mit gutem Beispiel vorangehen und hoffen, dass er erkennt, wieviel leichter und schöner das Leben ist, wenn man seine Gefühle kennt und seine Bedürfnisse ausdrücken kann? Würdet Ihr weiterhin aneinander vorbeileben oder würdet Ihr Euch trennen?
Bin gespannt...

Anonym schrieb am 15.11.2017 09:33

Lobst Du ihn denn und erkennst ihn an?

Wir landen hier auch immer wieder mal an einem Punkt, an dem jeder nur noch am anderen rummault und sich dem Maulen des anderen gegenüber verschließt.

Irgendwann merkt es einer.

Generell denke ich mir, vieles ist eine Frage der Haltung. Auch und gerade der Alkohol. Ich war aus dem selben Grund bei einer Familienberatung, und der Mann sagte mir: Also, ich hab da ne Frau mit einem trinkenden Mann, sie sagt, der ist trotzdem ein Superpapa, keiner leidet darunter, dass er trinkt, und sie steht dazu.

Was genau stört Dich? Die bloße Anzahl bzw. Frequenz? Leidet jemand unter seiner (potenziellen) Sucht? Woran genau? Oder leidest nur Du, weil Deine persönliche Grenze immer wieder überschritten wird, weil Du Deine Vorgeschichte hast etc.

Ich habe beschlossen, den Alkohol lockerer zu sehen, nicht dauernd rumzumeckern und stelle fest, dass mein Mann durchaus in der Lage ist, auch mal nichts zu trinken. Völlig problemlos. Da finge für mich Sucht an.

Das Einzige, wo ich mecker, ist, wenn er tagsüber vor den Kindern trinkt.

Und wenn die finden, er stinkt, werden sie ihm das schon selber sagen.

Aber Druck, Erpressung, die Biere in den Mund zählen halte ich persönlich mittlerweile für einen falschen Weg.

Verzeih die etwas harten Worte. Aber ich war an genau dem gleichen Punkt, mit genau dem gleichen (zu) viel trinkenden Vater.

Vielleicht hilft Dir etwas mehr Gelassenheit ja auch.

Anonym schrieb am 15.11.2017 09:51

Hallo Ihr letzten beiden Anos,

ich bin die Ano mit dem "eingemauerten" Mann von vorgestern.
Klingt richtig, was Ihr schreibt, und mich selbst loben, anerkennen..., das kriege ich auch gut hin.
Aber wie würdet Ihr denn handeln, wenn Euer Mann so verschlossen wäre? Wenn er sich jeglichen Gesprächen verweigert, die über das alltägliche hinausgehen? Einfach nur mit gutem Beispiel vorangehen und hoffen, dass er erkennt, wieviel leichter und schöner das Leben ist, wenn man seine Gefühle kennt und seine Bedürfnisse ausdrücken kann? Würdet Ihr weiterhin aneinander vorbeileben oder würdet Ihr Euch trennen?
Bin gespannt...


Mein Mann ist auch so ein Exemplar. Alles, was Familienlogistik, Politik, Fußball und Naturwissenschaften betrifft (also Sachliches), kann man gut mit ihm besprechen. Aber die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und danach zu handeln, über Gefühle zu sprechen – da geht kein Weg rein. Ich bin dann oft frustriert, weil ich mir mehr Verbindung wünsche und die Gespräche über die rein sachliche Ebene nicht hinauskommen. So nehme ich es eben hin. Ich kann nur äußern, was ich mir wünsche. Aber bei jemandem, der sein Leben lang weder über Gefühle gesprochen hat noch seine Bedürfnisse reflektiert, redet man gegen eine Wand. Das kann die Person nur selbst ändern, wenn sie oder er das möchte. Wir waren auch schon zur Paarberatung, gebracht hat es nichts, keinerlei Entwicklung seinerseits. Ehrlich, ich stelle mir unter einer gelungenen Beziehung auch etwas anderes vor, aber ich kann meinen Mann nicht ändern. Ich kann nur bleiben und akzeptieren, was ist, oder gehen, mit allen Konsequenzen, die das hat.

LG S.

dorle (Profil) schrieb am 15.11.2017 10:23

Was der Mann macht ist doch erstmal völlig egal.
Der Frau geht es nicht gut in der Beziehung und sie denkt deswegen an Trennung. Mehr braucht es dazu nicht.
Sie versucht gerade noch ein letztes mal die Beziehung zu retten und diese Versuche sind vielleicht hilflos, oder nicht die richtigen, sind aber doch deswegen nicht als Machtspielchen und Erpressung zu titulieren.
Hinter Machtspielen, Manipulation und Erpressung steht ein negatives Gedankengut.
Hier will die TS aber doch eindeutig etwas positives bewirken.
Ob es klappt sei mal dahin gestellt.

Zum Thema Gesch*echtsverkehr möchte ich anmerken: man kann niemanden dazu zwingen. Weder eine Frau noch einen Mann.
Auf der einen Seite ist das natürlich richtig so, auf der anderen Seite natürlich auch tragisch für den der zurück gewiesen wird.

Das zusammengehörigkeitsgefühl geht auf Dauer verloren wenn weder S+x. noch Zärtlichkeit oder andere körperlichkeit vorhanden sind. Kein gemeinsames Lachen, Unternehmungen, Fürsorge etc.
Es ist total nachvollziehbar das sich jeder für sein Leben diese Dinge wünscht und danach sucht.

Da der Mensch von Grund aus sozial angelegt ist halte ich es zwar für möglich sich all das alleine zu geben, aber definitiv nur dann für die ideale Lösung wenn man aus tiefster Seele voon sich sagen kann: Ich bin glücklich so!

Auf jede Frau trifft das nicht zu. Deshalb ist es zynisch zu schreiben das wäre ja auch noch schöner wenn frau das alles nicht selbst könnte.

Wir sind alle Individuen und jeder hat was anderes nötig.

Lola (Profil) schrieb am 15.11.2017 13:26

Danke Dorle. :)

Anonym schrieb am 15.11.2017 13:38

Hier TS,
Danke für die Belehrung. Also wenn ich mir das alles selbst geben kann und als normale Frau dazu in der Lage sein sollte, dann leb ich gleich alleine. Oder bilde eine rein platonische Zweckgemeinschaft zum Zwecke das Kind aufzuziehen.
Und danke Dorle! Ich bin todunglücklich und brauch mich vor niemandem rechtfertigen. Und die Gewissheit, dass er ist wie er ist und sich nicht ändern wird ist mein Dilemma!
Aber ich will euch trotzdem widersprechen! Der Mensch ist ein soziales Wesen und nährt sich durch Nähe, Austausch, Anerkennung und Liebe. Macht mir doch nicht weiß ihr seid so sicher und überzeugt von dem was ihr tut, dass ihr entgegen ständiger negativer Rückmeldung von Außen euer Ding durchzieht!
Und Erpressung liegt mir fern. Das ist sowas von daneben und macht mich stinksauer. Ich KANN gar nicht neben ihm schlafen im Moment, mit ihm die Abende verbringen geschweige denn ihm in die Augen schauen. Ich möchte wirklich bezweifeln, dass euer Pelz so dick ist, dass ihr all die Schuldzuweisungen und vorwürfe einfach so wegsteckt und ihr keine Konsequenzen draus zieht!
Aber gut, manchmal tuts sicher gut, jemandem der Verzweifelt und unsicher ist noch eins auf die Mütze zu geben.
Natürlich kann ich hier eine friedliche und tolerante Koexistenz führen, dann möchte ich die Gemeinschaft aber unbenannt habe in Eltern WG.
Lustig ist, dass ich jetzt all dies hier schreibe und mich aufrege, obwohl das genau das ist, was mein Mann wissen sollte.

Anonym schrieb am 15.11.2017 13:49

Und die Frage was mich am Alk nervt ist durchaus berechtigt. Er wird nicht aggressiv, vernachlässigt den Job nicht etc. Laut Definition ist er lediglich gefährdet.
Was mich irgendwie fertig macht ist seine und meine familiärer Geschichte zu dem Thema und die Tatsache, dass er eben "nur wegen mir" weniger trinkt. Das heißt z.b. Dass es in meiner Abwesenheit erheblich mehr ist und seine Mutter mal zu mir sagte, ohne dich wäre er längst Abhängig.
Ich fühle das als Last aufm meinen Schultern und als Verantwortung, die ich nicht tragen kann.

Anonym schrieb am 15.11.2017 14:54

Liebe TS,

ich kann diese Wut so gut verstehen. Monatelang, fast zwei Jahre lang, war ich ebenfalls wütend. Wütend und traurig und verzweifelt und hadernd und hoffnungsvoll und vernünftig und liebend und am Ende. Vor sechs Wochen habe ich mich von meinem Mann getrennt. Es war ein langer Weg und ich habe keine Ahnung, wohin er mich führt. Mir geht es oft gut und oft schlecht. Gerade habe ich dunkle, schwere Tage. Es kommen auch wieder bessere, ganz sicher, vielleicht schon morgen.
Bei meinem Mann war es nicht der Alkohol, der schlussendlich bei mir zum Aufgeben führte. Bei mir war es seine Arbeit. Seine immer und überall über allem stehende Arbeit. Er rettet keine Leben. Aber ich musste am Ende sagen, du, entscheide dich, deine Arbeit oder ich. Er hat sich entschieden.
Und dennoch wollte er weiter in dieser WG leben, die du beschrieben hast. Alle Vorteile genießen. Ohne Konsequenzen.
Ich weiß, dass er mehr verloren hat als ich. Er wird es eines Tages noch merken.
Aber dennoch tut es natürlich weh, sind die Aufgaben gewaltig. Manchmal ergreift mich nackte Panik. Ich habe drei kleine Kinder, ich habe einen Job, der uns ernähren muss. Ich habe keine Familie hier.
Ich habe Freunde. Sie sagen, ich sei mutig, und ich sage, nein, ich bin nicht mutig. Stark, ja, aber nicht mutig. Ich möchte glücklich sein, ganz egoistisch glücklich sein, ohne mich aufzureiben, zu verbiegen, zu verbittern, mich zu opfern.
Beziehung heißt in meinen Augen geben und nehmen. Eine Beziehung soll Kraft geben. Sie funktioniert nicht aus sich selbst heraus, weil es Liebe gibt oder gab oder weil Kinder da sind. Beziehung erfordert Einsatz. Wenn einer nicht bereit ist sich einzusetzen, sich in den anderen einzufühlen, etwas zu geben, zu tun, dann kann eine Beziehung nur mit Selbstaufgabe funktionieren.
Dazu bin ich nicht bereit.

Ich habe auch eine Therapie gemacht, ich habe ihn zur Eheberatung geschleppt, ich habe einmal im Monat einen Babysitter organisiert, damit wir abends was gemeinsam machen können, ich habe ihm beruflich den Rücken freigehalten und alles allein organisiert, habe beruflich selbst zurückgesteckt, Optionen sausen lassen, meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, geredet, gebeten, gedroht, und als der Punkt kam, an dem ich wusste, dass es nicht mehr geht, dass ich mich selbst dabei vergesse, war ich erleichtert. Wirklich erleichtert.

Der Alkohol an sich ist vielleicht gar nicht dein wahres Problem. Er ist ein Symptom, ein Verstärker, ein trigger. Ich habe das so erlebt mit der Arbeit. Wir hatten eine Absprache und das Telefon klingelte, ich wusste schon vorher, was jetzt kommt, jaja, die Arbeit, der Kunde, der Stau, ich hatte nur noch Wut, ich habe sie an meinen Kindern ausgelassen, es hat mich vergiftet.
Diesen Frieden habe ich schon nach kurzer Zeit gefunden. Diese Wut ist weg.
Andere Wut ist noch da. Neue Wut wird kommen.

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.



(Ich habe hier auch anders geschrieben, als bei mir noch „alles gut“ war. Ich war mir so sicher, dass Trennung für mich keine Option ist, auch der Kinder wegen. Dass man da eben durch muss.
Muss man vielleicht. Aber man kann auch was draus lernen. Und weitergehen.)

Alles Gute!

Anonym schrieb am 15.11.2017 15:29

Letzte Ano hier TS!
Du sprichst mir aus der Seele und so vieles deckt sich. Mein Mann ist definitiv Workaholic und ich vermute auch nahe am Burn out. Alles ist zu viel, er schafft es zu arbeiten, am Haus mal was zu machen und in Harmonie das Kind zu bespaßen. Das kann er wirklich gut aber nur wenn sie keine zicken macht und er gut drauf ist. Er muss im Haushalt, Alltag wirklich gar nix tun außer alle zwei Tage Kind ins Bett bringen. Er arbeitet Minimum 10 Stunden am Tag, eher 12. Macht viele Dienstreisen und ist in Lejtungsebene.
Ich stecke beruflich dauerhaft zurück, habe zwei Stellen für die Familie aufgegeben (ohne jegliche Hilfe und nur Gemäcker ich leiste daheim nicht genug schaff ich das nicht) und halte den Rücken frei, obwohl selbst studiert und vorher Karriere begonnen. Sein Job steht über allem, er konnte nicht mal einmal Kind Krank sein als dies am zweiten Tag in meiner neuen Stelle nötig war. Jetzt hab ich fünf Wochen neue Stelle, bräuchte bissl Unterstützung, Rücken frei aber nix. Es interessiert nicht mal. Ich habe ihn gebeten Kind zur Schule zu bringen, damit ich von 7:15 bis 7:30 Zeit habe hier aufzuräumen. Er geht exakt zur selben Zeit wie Kind ausm Haus und es kostet ihn morgens 5 Minuten. Er hats eine Woche gemacht, dann bekam ichs afs Brot geschmiert. Es sei eine Frechheit das zu verlangen. Ich arbeite viel weniger... 25 Stunden und defacto Alleinerziehend! Er macht morgens nur sich fertig, komplett, hilft keinen Handstrich. Er leistet ja viel mehr... Tut er auch ja, aber ich will keinen Zombie Zuhause sondern einen Partner. Und Nähe bekomme ich nicht, weil er nue Zeit für sich hat und das stimmt zum Teil sogar. Aber muss ich das alles akzeptieren weil der Job uns ernährt und er sich verwirklichen mag?
Liebe letzte Ano, würde dich gern mal treffen oder ne WG mit dir gründen hihi ach und Dorle mit dabei!!!

Anonym schrieb am 15.11.2017 16:34

vor einger zeit hatte ich eine erkenntnis, lacht ruhig! :) , für mich war es wirklich ein aha-erlebnis. es ging um musik. mir wurde plötzlich klar, dass ich zumindest im moment sehr allein bin in der familie, was meinen musikgeschmack angeht. alle würden mir zuliebe mit in ein klassisches konzert kommen. aber nicht um ihrer selbst willen. d a s aber wäre, was ich wollte: dass neben mir jemand sitzt, der, weil es ihn selbst in der tiefsten seele brührt, diese musik hören will. dass wir dieses empfinden teilen.

ich habe verstanden.
und gehe nun allein.

vielleicht lässt sich das auf die geschilderten probleme ein wenig übertragen?
du,
liebe ts,
willst, dass er dir nähe schenkt, zärtlichkeit, aufmerksamkeit, dass es ein miteinander ist, kein ausgenützt-werden, auf allen ebenen in eurer familie.

würdest du dich damit zufrieden geben, dass er dies alles 'nur' dir zuliebe macht?
das könnte er vielleicht lernen, sich als gute gewohnheit aneignen. wenn er (!) will.

oder wünschst du dir ganz tief nicht eigentlich, dass es ihm selbst ein bedürfnis ist, so zu handeln? dass er liebevoll mit dir ist, weil es ihm (!) ein bedürfnis ist, dich zu beschenken, weil es ihn befriedigt, zu geben?
das würde eine radikalwende im wesen bedeuten. ob ein mensch das schaffen kann?

vielleicht lohnt es, einmal dahin zu spüren.

und auch, über erwartungen in beziehungen nachzudenken?

der satz seiner mutter, ohne dich wäre er längst abhängig, lässt mich schaudern! damit bürdet sie dir tatsächlich eine last auf. noch dazu eine, die nicht deine sache ist, sein kann. er ist für sich verantwortlich, niemand sonst.

kraft und mut wünsche ich dir!

vielleicht kann eine trennung auch vorübergehend sein? also nicht, dass du ihm das so kommunizierst (auch, wenn ich eigentlich für offenheit bin. aber manche dinge dürfen auch 'geschützt' reifen). mehr für dich: ich mache pause. ordne mich. schaffe physischen abstand und gucke, was mit mir, was mit dem kind, was mit der beziehung passiert. schaue, dass ich in dieser zeit gut für mich sorge, mir hilfe hole, mich freunden widme, dem kind, einem künstlerischen tun, das mich befriedigt. dass ich kraft schöpfen kann, selbstwirksamkeit erfahre, das selbstvertrauen stärke.
...was meinst du?

alles gute!
sünneli



Anonym schrieb am 15.11.2017 23:04

Liebe TS,

mir wurde ein großes Haus hinterlassen mit einem A**** voll Schulden, komm her, zieh ein, beteilige dich mit etwas Miete und gegenseitigem Kindersitting und wir kriegen das gemeinsam hin ;)

Jaja, Galgenhumor hilft manchmal auch. Oder zumindest tröstet er für den Moment.

Ich hatte immer den Gedanke, dass es vielleicht wieder besser wird, wenn die Kinder größer sind. Der Jüngste ist fast vier, es ist besser, aber eben nicht so wie vor den Kindern. Einmal sagte mein Mann zu mir, er sei es leid seine wenige freie Zeit noch mit mir zu verhandeln. Ha, da habe ich laut gelacht. Freie Zeit. Ich verhandle jede Minute meines Lebens mit irgendwem, auch nachts. Ich habe seit sieben Jahren nicht durchgeschlafen. Ich verhandle mit den Kindern, mit jedem einzeln, mit allen zusammen, mit ihm, mit meinen Freunden, meinem Arbeitgeber, mit dem Alltag, mit mir. Über freie Zeit rede ich da gar nicht. Wir haben unser Leben Komplet um ihn herum geplant, ihn teilweise gebucht, wortwörtlich. Er bekam eine Outlook-Nachricht und drückte auf „Zusagen“ oder „Ablehnen“. Immerhin bekam ich jedesmal eine Erklärung in einem Satz, warum es nicht geht. Lösen musste ich das Problem alleine.
Nähe... ich konnte die Vorstellung nach seiner Nähe am Ende gar nicht mehr ertragen. Ich wollte diese Nähe lange haben und dann kam der Punkt, wo es vorbei war. Es ging nicht mehr. Nachdem ich die Trennung ausgesprochen hatte, nahm er mich in den Arm, rein freundschaftlich, immer wieder. Habe dann am zweiten Tag gesagt, dass er das lassen soll, jetzt sei es zu spät. Aber wie er mich jetzt behandeln solle? Da war ich fassungslos. Er wollte mein Freund sein, sofort. Das will er bis jetzt. Sucht meine Nähe, erzählt mir aus seinem Alltag, stellt mir Entscheidungsfragen, die sein zukünftiges Leben betreffen.
Ich denke, was uns unterscheidet, ist: Er hat sich nicht verändert und ich habe Kinder bekommen. Das verändert ganz automatisch.
Mein Alltag ist wie vor der Trennung, es gibt keine große Veränderung, organisatorisch. Die beiden älteren Kinder weinen manchmal und sagen, dass sie traurig sind, dass wir uns getrennt haben, aber er kommt und holt sie ab, nach Absprache, aber regelmäßig. Ich brauche jetzt einfach Regelmäßigkeit. Ich möchte ihm nicht mehr den Rücken freihalten. Ich muss mich jetzt um mich kümmern, in jeder Hinsicht.

Manchmal denke ich, dass meine Entscheidung egoistisch war. Er wäre bereit gewesen für die Kinder, die Familie dieses Leben fortzuführen. Ich habe oft darüber nachgedacht. Getrennt im gleichen Haus sozusagen, unausgesprochen. Aber meine Zuneigung schlug in Wut um, in Schuldzuweisung, ich merkte, dass es mir immer schwerer fiel, vor den Kindern nicht schlecht über ihn zu reden. Ich möchte ihn nicht verachten oder gar hassen.
Irgendwie schütze ich auch ihn, da ich so entschieden habe. Ich schütze ihn vor mir.

Am Ende geht es nicht um schuld, und zwei Wahrheiten gibt es auch, mindestens.

Meine Freundinnen würden alle darauf wetten, dass wir wieder zueinander finden. Das habe ich komplett ausgeschlossen. Gestern war er da und hat was geholt und wir haben erzählt und gelacht und ich habe mich gefragt: Warum?

Schwere, dunkle Tage. Auch das gehört zum Prozess dazu.

Wenn du magst, können wir gern per Mail schreiben.

Die Ano mit der frischen Trennung

Anonym schrieb am 16.11.2017 17:36

Liebe sünneli! Danke für deine Worte. Sie haben mich sehr berührt und du hast es auf den Kopf getroffen. Eigentlich weiß ich das so ja selbst, aber die Erkenntnis, ist hart. Ich wünsche mir, dass er das Bedürfnis hat mich zu berühren, Sex mit mir hat weil er Lust verspurt und nicht mir zuliebe. Letzteres habe ich schon versucht zu provozieren. Ich war offen, habe aber nicht den ersten Schritt gemacht, habe gewartet wann er kommt und Lust hat, auch um ihn nicht zu bedrängen: Es waren dann mehrmals 6-9 Monate ohne Sex.
Das einzige Bedürfnis nach Nähe scheint er zu haben, wenn er aus dem Haus geht oder kommt. Da will er immer einen Schmatz. Das hasse ich wie die Pest mittlerweile weil es ne reine Pflichtübung ist. Im moment kann ich das gar nicht und er versteht es nicht.
Haben noch immer nicht über den Brief gesprochen. Wahrscheinlich heute... Er meinte nur, wie ich drauf käme, dass er Therapie machen soll. Er hatte das gar nicht gehört als ichs ihm gesagt habe! Nicht ernst genommen vielleicht.
Ja da wusste ich keine Antwort drauf denn ja, für ihn scheint es ok, ich will dass sich was ändert. Aber das wird es nicht. Er ist einfach so und ist es seit 17 Jahren. Ich kann eigentlich nur überlegen, ob ich das weiter will oder nicht. Selbst wenn wir Paarberatung machen wird er er bleiben. Und es ist im Prinzip unfair Veränderung zu erwarten. Ich will doch eigentlich auch so geliebt werden wie ich bin...
Und danke letzte Ano Leidensgenossin! Es tut gut an eurem Weg ein wenig teilzuhaben. Du bist mir nun einiges voraus aber irgendwie beneide ich dich darum, dass eine Trennung für dich und deine Kinder nicht der Verlust des Heims mit sich bringt. Das macht es mir so unsagbar schwer. Und das verrückte ist: Ich habe meine Mutter viele Jahre dafür gehasst, sich nicht getrennt zu haben, nur des Hauses wegen. Andererseits hatten wir die Hölle auf Erden mit täglichem Streit, Affären, Schulden, zerschlagenen Möbeln etc. Wir Kinder immer mittendrin. DAS erlebt meine Tochter alles nicht, ich halte aber auch oft den Mund, damit sie geschont wird und koche innerlich über...

Anonym schrieb am 16.11.2017 20:34

liebe ts,

vielen dank für deine zeilen!

ich lese gerade 'der lauf der liebe' von alain de botton. es reisst mich nun nicht vom hocker, aber, ja, fast widerwillig muss ich zugeben, dass er doch einige dinge beschreibt, die mir vertraut sind, und wo mir bewusst wird, dass weder mein mann noch ich rühmliche rollen einnehmen, wir beide noch viel zu lernen haben... nach über 20 jahren, vier kindern, das älteste bald 15, etlichen umzügen, auch ins ausland, puh!

vielleicht magst du einmal hineinlesen? ich habe kurz einmal in ein youtube-video hineingelinst: wenn du gut englisch kannst, ist ein vortrag vielleicht spannender. ich glaube, das buch ist auch einfach ein wenig dröge übersetzt...

im gespräch bleiben, beziehung wagen im sinn von ehrlichkeit und klarheit, das steht wohl im zentrum.

insofern möchte ich dich ermuntern: trau ihm entwicklung zu! wie dir selbst auch. und: egal wie gut wir uns zu kennen meinen: wortlos einander verstehen bleibt wohl in den meisten beziehungen, nicht nur zwischen ehepartnern, eine illusion... (so schade! ;) )

alles liebe,
sünneli

https://www.youtube.com/watch?v=v-iUHlVazKk

Anonym schrieb am 16.11.2017 21:37

wollte noch eine Rückmeldung zur Ausgangsfrage geben:
bei uns sind es ca. 400 Euro für Essen (4 Personen)
mit 250 € für den Rest käme ich allerdings nicht hin

aber wenn du Haushaltsbuch führst siehst du das ja relative schnelle, aber ein paar Monate müssen es schon sein, manches wird ja nur alle paar Monate oder jährlich fällig - wie Autoversicherung -und ist relativ teuer

corinna (Profil) schrieb am 17.11.2017 03:03

Ich war jahrelang in einer Ehe ohne Sex, es hat mich fast zerstört. Jetzt habe ich meinen Freund mit dem ein normales Sexleben möglich ist. M.M.n. ist das unabkömmlich. Ausser BEIDE sind zufrieden so natürlich. Ich möchte dich ermutigen, auf deine Bedürfnisse zu hören. Wir haben doch nur dieses eine Leben.

Anonym schrieb am 18.11.2017 12:08

Wir haben gestern 1,5 Stunden gesprochen. Er hat gesagt, dass er nicht mehr abschalten kann und es macht ihn unglaublich wütend, dass die Renovierung unseres Hauses nicht endlich fertig wird und dass am Monatsende nie Geld übrig bleibt. Er versteht das nicht und er will, dass es hier endlich fertig ist und er nix mehr machen muss. Andere in seiner Position müssten zuhause keinen Finger rühren (muss er wie gesagt in Sachen Kind und Haushalt, Einkauf, Erledigungen ja eh nicht) und wir brauchen Geld um Handwerker zu bezahlen.
Er will mit mir heute die Finanzen sichten, also Einnahmen, Ausgaben etc damit ich endlich Einblick habe. Evtl. Lässt er sich auf einen Sparplan ein.
Therapie macht er definitiv nicht und Eheberatung auch nicht, hat er ziemlich wütend von sich gewiesen.
Ja und so klären wir halt organisatorisches aber die Liebesbeziehung ist im Arsch.

Lola (Profil) schrieb am 18.11.2017 12:28

Eines nach dem anderen. Klärt jetzt das organisatorische. Vielleicht ist alles auf einmal auch zu viel. Vielleicht muss auch erstmal geklärt werden, dass ihr miteinander und nicht gegeneinander arbeitet. Vielleicht baut das klären der Finanzen ja auch gegenseitiges Vertrauen auf? Oder ihr lernt dadurch, miteinander zu reden? Wirf die Flinte noch nicht ins Korn. Du hast einen Anfang geschaffen. Das ist toll. Der Weg ist sicher nicht einfach. Aber geh zumindest an das organisatorische jetzt optimistisch ran. Vielleicht wird daraus dann erstmal wieder ein Team, auf das man aufbauen kann?

Viele vielleichts, ich weiß...

Und wenn nicht, dann hast du alles probiert.