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"Burn out versus schwere Erkrankung"

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Anonym schrieb am 18.06.2017 12:40

Burn out versus schwere Erkrankung

Ihr Lieben,

ich muß einfach schreiben, um nicht verrückt zu werden. Seit Ende April bin ich krankgeschrieben wegen eines Burn outs. In diesem Zusammenhang habe ich meine Hausärztin um eine Überweisung zum Psychotherapeuten gebeten. Drei probatorische Sitzungen liegen hinter mir. Nach der dritten gab mir die Therapeutin den Consiliarbericht mit. Darin bat sie die Hausärztin um weiterführende Untersuchungen. Der langen Rede kurzer Sinn. Sie vermutet, dass sich hinter meinen Symptomen KEINE "Muttikrankheit" verbergen könnte, sondern eine schwere Erkrankung. Die Hausärztin hat dann eine umfangreiche Diagnstik eingeleitet, Ultraschall Schilddrüse (unauffällig), Diabetes Test (negativ), Blut abgenommen. Jetzt sitze ich hier und grübele. Die Resultate sollten morgen oder übermorgen vorliegen.

Ich bin alleinerziehende Mutter dreier Kinder. Schlecht ( Müdigkeit, Schwindel, Panikattacken, Rückenschmerzen, seit letztem Jahr auch Magen-Darm-Probleme) geht es mir seit 2010. 2014 diagnostizierte mein Orthopäde eine Thorakolumbalskoliose, 2015 eine weit fortgeschrittene Osteoporose. 2014 waren wir auch zu einer Mutter-Kind-Kur. Jetzt frage ich mich auch, ob die Hausärztin nicht schon eher auf die Idee einer umfangreichen Diagnostik hätte kommen können. Natürlich gehen mir auch ganz existentielle Gedanken durch den Kopf, mit denen ich meine Kinder nicht belasten möchte.

Das blöde ist auch, dass ich keinen habe, der mit mir die Befunde erfragen könnte (Hand halten, in den Arm nehmen). Die Befunde darf ich telefonisch erfragen. Ich habe jetzt schon Angst.

Vielen Dank für's Lesen!

Anonyma

Antworten

Anonym schrieb am 18.06.2017 13:31

Mach dir keine Sorgen, so ein Konsil ist ein ganz normaler Vorgang als psychologischer Psychotherapeut muss man von einem Arzt abklären lassen ob keine körperliche Ursache dahinter steckt. Dazu schreibt man drauf, dass dieser bitte schwere körperliche Erkrankungen ausschließen muss. Bei bestimmten psychischen Erkrankungen fordert man genauer schildrüsen diagnostik, eisenwert ect an, weil die manchmal auch erschöpfungszustände machen können. Wahrscheinlich hat sie das unglücklich formuliert und deine Ärztin ist damit unvertraut und übervorsichtig.

Weißt du wie der genaue wortlaut war?

Lg
Tiana

Lola (Profil) schrieb am 18.06.2017 13:36

Ich kann verstehen, dass man sich, allein mit drei Kindern Sorgen macht. Hast du dann auch keine Hilfe mit den Kindern, wenn du niemandem für die Sorgen in der Nähe hast?

Wo wohnst du denn? Vielleicht gibt es hier jemanden, mit dem du zumindest Mal benutzt Kaffee trinken und abschalten kannst?

Ich wünsch dir alles Gute! Fühl dich gedrückt.

Lola (Profil) schrieb am 18.06.2017 13:37

In Ruhe, nicht benutzt. Entschuldige.

Anonym schrieb am 18.06.2017 20:05

Vielen Dank für Eure Zeit und Eure lieben Worte!

An den Konsiliarbericht war ein Rezeptblatt geheftet. Darauf standen viele Fragen an die Hausärztin. Dass sich hinter den Symptomen auch eine ernsthafte Erkrankung verbergen konnte, sagte mir die Psychotherapeutin am Ende der dritten Sitzung.

Leider wohnt keine Freundin in der Nähe. Sie müssen auch arbeiten, haben teilweise einen Partner und eigene Sorgen. Im Moment täte mir jemand gut, der einfach hier wäre, auch in der Nacht.

Meine Hausärztin habe ich seit Ende 2014 und frage mich, ob sie nicht viel früher eine umfangreiche Diagnostik hätte einleiten müssen. Sie ging immer zielstrebig auf die Mehrfachbelastung als erwerbstätige Alleinerziehende.

Einen guten Abend

TS

Tiana (Profil) schrieb am 18.06.2017 20:43

Dieser Zettel muss bei jeder Therapie ausgefüllt werden auch mit fragen. Bei bestimmten Diagnosen wie somatoformen Störungen sollte der Arzt eine klare körperliche Ursache ausschließen. Vielleicht zielt es darauf ab so eine Diagnose stellen zu können. Hat die Therapeutin mit dir über mögliche psycho Diagnosen gesprochen. Wenn nicht nimm nochmal Kontakt auf das klärt es vllt auch.

Lg

purzelmurzel (Profil) schrieb am 18.06.2017 20:59

Wenn ich das richtig verstehe, geht es dir jetzt vor allem darum, dass du jemand brauchst, der bei dir ist. Du bist gerade ziemlich allein mit der Situation.
Kannst du dich nicht jemand mehr öffnen und daraus könnte ne tiefere Freundschaft entstehen?
Wenn es mit den besten Freunden gerade nicht geht, dann such jemand, dem du Vertrauen kannst. Oder hau auf den Putz und sag deinen Freunden, dass du sie jetzt brauchst. Telefonisch geht doch immer in so einst Situation!
Da würde ich erst mal anfangen. Dann abwarten - so schnell gibt es kaum ne schlimme Diagnose. Da würden weitere Untersuchungen bevorstehen. Also erstmal könnten Entzündunggswerte erhöht sein. Dann müsste man weiterschauen.
Also, ich will dir nur die Ängste vor dem Gespräch oder Telefonat nehmen.

Und erstmal immer vom Guten ausgehen. Klar ist schwer. Aber das gibt viel zu viel negative Energie. Spar dir die Kräfte ein.
Alles Gute und ich drück natürlich die Daumen!

Annie (Profil) schrieb am 18.06.2017 21:09

Hallo,

ich würde an Deiner Stelle die Befunde NICHT telefonisch erfragen. Denn dann fallen Dir hinterher garantiert 100 Sachen dazu ein, die Du noch gerne gefragt hättest. Oder, Du fragst telefonisch, lässt Dir aber schon zeitnah einen Termin geben. Am Telefon sagt einem ja meist nur eine Schwester, ob die Werte in den Normbereichen liegen. Eine richtige Erklärung bekommt man da eher nicht. Kenne ich jedenfalls so.

Haben deine Kinder vielleicht Freunde, deren Eltern du auch ganz nett findest? (auch wenn Du bislang villeicht nicht mit ihnen befreundet bist)
Vielleicht kannst Du mal einen Spielfreund inklusive Mama einladen bei euch zu übernachten? Und abends habt ihr Mütter dann Zeit zum Reden?
Oder Du machst das mit dem Befunde abfragen direkt vor deiner nächsten Thearapiestunde?

Alles gute und ich hoffe mit Dir, dass es eben keine schlimme Krankheit ist!

Liebe Grüße, Annie

Anonym schrieb am 18.06.2017 23:53

Du Liebe,
ich möchte dir einen lieben Gruß dalassen verbunden mit dem Wunsch, das die Ärzte dir helfen können. Alles Gute wünsche ich dir und eine gute Nacht.
LG joanka

Anonym schrieb am 19.06.2017 07:31

Guten Morgen,

nimmst du denn schon Vitamin D + Vitamin K2? Das ist bei Osteoporose dringenst angezeigt. Zahlt dann sogar die KK. Wenn du bei Vitamin D Mangel mal nach den Symptomen nachliest, wirst du wahrscheinlich viele deiner Symptome wiederfinden.

Welchen Unterschied macht es denn für dich, wenn die Ärztin schon früher eine Diagnostik eingeleitet hätte?

LG Doro

Anonym schrieb am 19.06.2017 07:34

Im übrigen halte ich Burn out für eine ernstzunehmende Krankheit und keine "Muttikrankheit". Körper, Geist und Seele sind ja nicht voneinander getrennt und daher haben psychische Erkrankungen immer auch einen pathologischen Anteil, sei es der Hormonhaushalt oder Mineralmangel.

LG Doro

Anonym schrieb am 19.06.2017 07:52



Natürlich gehen mir auch ganz existentielle Gedanken durch den Kopf, mit denen ich meine Kinder nicht belasten möchte.



Ich habe deinen Post nochmal gelesen und bin an diesem Satz hängen geblieben.
Aber sag mal, wenn du aktuell niemanden für solche Gespräche hast (auch nicht telefonisch?), dann wäre doch deine Therapeutin eine gute Ansprechpartnerin. Sie könnte auch mit dir zusammen die Testergebniss anschauen. Hausärztin kann den Befund ja auch zu ihr schicken, wenn du dem zustimmst.

Ich weiß ja nicht, wie dein aktueller psychischer Zustand ist, aber alleine über den Tod zu reflektieren kann auch eine Einbahnstraße sein.
Dann wäre die telefonische Seelsorge vielleicht eine Möglichkeit.

LG Doro

Anonym schrieb am 20.06.2017 00:42

Hallo,
ich würde an Deiner Stelle die Befunde NICHT telefonisch erfragen. Denn dann fallen Dir hinterher garantiert 100 Sachen dazu ein, die Du noch gerne gefragt hättest. Oder, Du fragst telefonisch, lässt Dir aber schon zeitnah einen Termin geben. Am Telefon sagt einem ja meist nur eine Schwester, ob die Werte in den Normbereichen liegen. Eine richtige Erklärung bekommt man da eher nicht. Kenne ich jedenfalls so.


Ich würde Dir sogar empfehlen, Dir eine Kopie der Befunde und Wert geben zu lassen (das steht Dir rechtlich zu, musst nur evtl. Kopierkosten und ggf. Porto erstatten - hat bei mir aber erst einmal ein Arzt verlangt)
Damit legst Du Dir einen Ordner an und sammelst in diesem Kopien von all Deinen Befunden, Arztbriefen und Blutuntersuchungsergebnissen.

So kannst Du nachher immer nochmal nachschauen, was wirklich gemacht wurde. Außerdem kannst Du diese dann zum Besuch bei einem Facharzt mitnehmen und dieser weiß, was schon getestet wurde (wenn man das nicht macht, wird oftmals beim Facharzt B manche Sachen wiederholt getestet ... bringt man aber die Unterlagen mit, kann der Arzt sich diese unnötigen Untersuchungen sparen und hat vielleicht eher auch noch Spielraum im Budget, um mal was anderes zu testen).

Außerdem kannst Du mit diesem Ordner auch noch mal zu einem anderen Arzt gehen und Dir eine Zweitmeinung holen, wenn Du es wünschst oder Du meinst, dass Du Deiner jetzigen Hausärztin nicht mehr vertrauen kannst.

Der langen Rede kurzer Sinn. Sie vermutet, dass sich hinter meinen Symptomen KEINE "Muttikrankheit" verbergen könnte, sondern eine schwere Erkrankung.
Sieh das wirklich mal ganz positiv. Mir erging es (wie vielen anderen auch) nämlich genau umgekehrt: Die meisten Ärzte haben mir immer unterstellt, dass meine Probleme nur eingebildet/psychisch wären ... und es hat 15 Jahre gedauert, bis man endlich herausfand, was ich habe ... von daher ist es sehr gut und vorbildlich, dass erst körperliche Ursachen ausgeschlossen werden sollen.

Das blöde ist auch, dass ich keinen habe, der mit mir die Befunde erfragen könnte (Hand halten, in den Arm nehmen). Die Befunde darf ich telefonisch erfragen. Ich habe jetzt schon Angst.
Kannst Du nicht zusammen mit Deinem Therapeuten dort anrufen? Dann hättest Du ja gleich jemanden, um das ganze zu bereden?

Oder wende Dich an eine Familieneratungsstelle und mache dort einen Gesprächstermin aus.
Hast Du mal daran gedacht, Dir Unterstützung durch sozialpädagogische Familienhilfe zu holen?

Ich bin selbst alleinerziehend (aber nur 1 Kind) und habe eine chronische Autoimmunerkrankung. Nachdem ich meinen Job verloren hatte, dann eine Umschulung wg. Betreuungs- und gesundheitlichen Problemen abbrechen musste, geriet meine chron. Erkrankung aus dem Gleichgewicht und ich wusste nicht mehr ein und aus (dazu noch Ärger mit den Ämtern ...).
Bis der Kinderarzt mir zuredete, mir Hilfe zu holen.
So bin ich über den Sozialen Dienst an eine Familienhilfe gekommen. Und im Endeffekt hätte ich das schon viel früher machen sollen.
Es hilft ungemein, einfach einen wohlgesonnenen Menschen zu haben, mit dem man alle Probleme durchsprechen kann, der einem dabei hilft eine vernünftige Struktur in die Bewältigung zu kriegen ... der weiß, wo man sich in welchen Fällen Hilfe holen kann ... der einen zu schwierigen Arzt- oder Behördenbesuchen begleitet... hilft Dir neue Kontakte und Hilfsstrukturen aufzubauen und ... und ... und
Diese Familienhelfer sind keine Haushaltshilfen ... sie unterstützen Dich dabei, Deine Probleme und die Deiner Familie und Euren gemeinsamen Alltag wieder besser in den Griff zu bekommen ...

IMHO hört sich Deine Situation so schwierig an, dass Du von einer FamilienhelferIn wirklich profitieren könntest ... frage mal bei einer Familienberatungsstelle u./o. dem Jugendamt gezielt danach.

Ich hatte vorher regelrecht Panik vor dem Jugendamt und dass sie mir mein Kind wegnehmen könnten, wenn sie sehen, dass ich manchmal alleine nur schwierig über die Runden komme. Diese Angst konnte mir die Familienhilfe mittlerweile nehmen, da ich mit ihnen über all diese Ängste und Szenarien sprechen kann und sie mir für fast alle Probleme mögliche Lösungen bieten können.

Natürlich gehen mir auch ganz existentielle Gedanken durch den Kopf, mit denen ich meine Kinder nicht belasten möchte.
Nimm nicht gleich das Schlimmste an. Warte erst mal ab, was bei den Untersuchungen herauskommt. Vielleicht kriegst Du auch nur gesagt, dass noch weiteres getestet werden muss oder Du zu weiteren Untersuchungen zu einem Facharzt musst oder dass sie gar nichts gefunden haben.

Aber wäre das wirklich eine gute Nachricht für Dich?
Eine Diagnose wäre ja auch immer mit einer Chance verbunden, dass die Erkrankung behandelt werden kann. Und bei vielen Diagnosen ist es um so besser, je früher sie gefunden wird.
Die Warterei auf Befunde ist doof ... wobei ich es immer nicht erwarten kann und froh bin, wenn eine Ursache für mein schlechtes Befinden gefunden wird. Denn nur wenn man die Ursache kennt, kann man etwas dagegen unternehmen.

Es gibt so viele Erkrankungen, die Erschöpfungszustände hervorrufen können ... und die meisten lasse sich extrem gut behandeln (ich habe gleich mehrere davon und für mich war es immer ein Segen, wenn ich endlich die Diagnose schwarz auf weiß in den Händen hielt. Meist war es ein langer Weg mit zig Arztbesuchen bis dahin).

Jetzt frage ich mich auch, ob die Hausärztin nicht schon eher auf die Idee einer umfangreichen Diagnostik hätte kommen können.
Leider läuft vieles im Gesundheitssystem hier falsch. Die Ärzte haben einfach kaum noch Zeit, um mit den Patienten zu sprechen, Befunde ausführlicher zu besprechen ... müssen laufend auf ihre Budgets gucken ... und oftmals wird nur ein flüchtiger Blick über Blutuntersuchungen usw. geworfen.

Schaue nach vorne. Grübeleien über die Vergangenheit bringen Dich nicht weiter. Versuche sie Dir zu verbieten ... ich weiß wovon ich schreibe, hätte man meine Haupterkrankung mit 17 Jahren und nicht erst mit 32 erkannt, hätte ich wahrscheinlich zwei abgebrochene Studiengänge, eine abgebrochene Ausbildung und eine zerbrochene Beziehung weniger ...
Ich persönlich verbiete mir solche Grübeleien. Meine Erkrankung hat mich schon viel zu viel Zeit gekostet, da versuche ich lieber in die Zukunft zu schauen. Zumal Du auch keinen Arzt dafür drankriegen kannst, weil er etwas nicht erkannt hat oder irgendwas nicht getestet hat. Du kannst ihn nur belangen, wenn er z.B. bei einer bestehenden Diagnose ein dafür nicht anerkanntes Medikament oder Behandlung angesetzt hat.

Und über die Ergebnisse von Blutuntersuchungen und evtl. Diagnosen mache ich mir erst Gedanken, wenn ich sie schwarz auf weiß vor mir sehe (und mir ggf. noch eine Zweitmeinung eingeholt habe).

lg kat.

Anonym schrieb am 20.06.2017 11:36


ich muß einfach schreiben, um nicht verrückt zu werden.


Mir geht's genauso. Ich hab auch einen Hang zum Schreiben. Die Gedanken brauchen einen Ablauf.

Meine Mutter sagte mir mal in Sachen Grübelkarussell: Eine halbe Stunde reicht. Was dann noch über ist, vertagst du auf den nächsten Tag.

Sehr weise...wenns doch nur immer so einfach wäre...

Alles Gute und schöne Grüße
Ano