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"Sehnsucht und Hunger"

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Anonym schrieb am 19.05.2017 11:44

Sehnsucht und Hunger

Hallo ihr Lieben,

ich leide unter Sehnsucht und Hunger. Nach echten Gefühlen. Nach Wärme. Nach etwas Weichem. Meine Welt ist so laut und schnell und hart geworden. Ich hätte so gern einen Ausgleich.

Ich habe einen Mann, da ist auch Liebe, wir haben auch Sex, aber ich bin immer noch hungrig. Es ist so technisch, es ist nie Zeit zwischen Kindern und Job und "ich bin viel zu müde".


Wir haben alles. Liebe Kinder. Gesundheit. Geld. Haus. Auto. Ich müsste doch glücklich sein. Warum bin ich das nicht? Manchmal denke ich, ich bin verrückt. Oder dabei es zu werden.

Kennt ihr das? Gibt es einen Weg satt zu werden?

Antworten

Anonym schrieb am 19.05.2017 12:02

Das könnte von mir sein, meine Situation ist eine ähnliche. Vielleicht liegt das gerade in der Luft?
Ich liebe meinen Mann und meine drei Kinder, und sehne mich trotzdem nach Intimität, Nähe und Gemeinschaft, die über das rein rationale Funktionieren und die Logistik hinausgehen.
Ich sehe meinen Mann, wie er Zeit mit Freunden verbringt, oder sich beruflich engagiert, und ihn das bereichert und erfüllt, und das ist alles in Ordnung. Ich selbst bin auch beruflich und ehrenamtlich eingebunden und mir ist nicht langweilig.
Und ich wünsche mir trotzdem so sehr, mit meinem Mann Zeit zu verbringen, in der er auch wirklich bei mir ist. Mal zwei Stunden zu reden und das Gefühl zu haben, der andere hört tatsächlich zu und ist in diesem Augenblick ganz in der Situation und bei sich und mir.
Wahrzunehmen, dass der andere sich an mir und auf mich freut und Freude daran hat, sein Leben mit mir zu teilen.
Den anderen überraschen.
Einfach den anderen anzusehen und zu denken (oder auch zu sagen) "ich bin so unglaublich froh darüber, mit dir und den Kindern zusammen zu sein".
Mit den Kindern geht es mir oft ähnlich, dass ich gern mehr wirklichen Kontakt zu ihnen hätte. Sie wirklich zu sehen, und nicht nur die Aufgaben, die noch zu erledigen sind.
Vielleicht ist das nicht genau das, was du meinst.
Ich versuche, innezuhalten, das, was ich fühle, aufzuschreiben, und mich selbst ein bißchen in den Arm zu nehmen. Das hilft ein wenig.
Die Sehnsucht bleibt trotzdem.

Anonym schrieb am 19.05.2017 13:07

Wir haben hier eine eher ungewöhnliche Situation:
die Familiengründung erfolgte unverzüglich, und so fiel das Kinderkriegen noch in die frische Verliebtheit (hüstel...) - das war mutig, aber voll so beabsichtigt!
Vielleicht fällt es uns daher leichter, den Familienalltag zu haben und trotzdem in voller Fülle verliebt zu sein?

Jedenfalls sagen wir uns viel so etwas wie:
das und das, das machst Du gut!
Danke da und dafür
ich wünsche dir heute das und das
wir haben es so gut miteinander
...

Wir haben sehr selten Wochenenden für uns verbracht, wie das manche Paare machen. Ich finde es mehrere Tage ohne die Kinder gar nicht so schön.
Wir haben aber oft kleine Zeiten nur für uns:
Manchmal machen wir gemeinsam Mittagspause (arbeiten räumlich in der Nähe, das ist natürlich ein riesen Glück)
an Tagen, an denen ich nicht arbeite, sitzen wir manchmal noch eine halbe Stunde zusammen am Frühstückstisch, wenn die Kinder schon außer Haus sind
früher waren wir auch manchmal Freitags nach einem frühen Feierabend zusammen essen, wenn die Kinder noch im KiGa waren

solche kleinen gemeinsamen Zeiten finde ich wichtig.

Aber vielleicht meintest Du was anderes?
Meintest Du das eher so in Richtung größere Lebensgemeinschaft, also über die kleine Familie hinaus in einer Gemeinschaft leben?

Und was laut und schnell und so angeht.
Unsere Kinder haben keinen Freizeit-Stress. Jeder hat 1 Hobbie, zu dem ich jeweils hinfahren muss, das wars.
Auch keine Turniere oder so.
Ich habe jetzt schon mehrfach eine andere Familie einladen wollen, aber das geht nie, weil immer irgendwelche Turniere, Trainings sind...unser Zeitplan ist so, dass immer auch noch spontane Verabredungen rein passen und willkommen sind. Das finde ich auch wichtig!

Bin gespannt, was Du eigentlich genau meintest :-)

Anonym schrieb am 19.05.2017 13:13

Das ist absolut verständlich, geht wahrscheinlich Millionen von anderen Frauen auch so in Deiner Lebenslage, und es ist super, dass Du spürst, dass etwas nicht passt. Der Weg führt nach innen, zur Selbstliebe und zur Findung der weiblichen Intuition. Das kann eine Weile dauern, aber dann wirst Du um so glücklicher und zufriedener sein!
Wie alt sind denn Deine Kinder und musst Du so viel arbeiten? Für Deinen Weg brauchst Du nämlich Zeit für Dich selber, um in Kontakt mit Deinem Inneren zu kommen.
Mir ging es vor einigen Jahren genauso wie Dir, daher habe ich mich zuerst an eine Psychotherapeutin gewandt. Die Gesprächsstunden bei ihr haben mir sooo gut getan! Weitere Stationen waren Biografiearbeit, viel Schreiben ("Der Weg des Künstlers"), ein bis zwei Fastenwochen im Jahr, und das Lesen vieler Bücher. Was gibt es für tolle Bücher!
Gerade lese ich: "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estes, ich bin total begeistert davon.
Und dann ein weiterer Tipp, den ich auch aus diesem Forum habe: "Die Wahrheit beginnt zu zweit: Das Paar im Gespräch". Eine Anleitung für Zwiegespräche mit dem Partner. Mein Mann und ich wollen demnächst mit den Gesprächen anfangen.

Alles Gute auf Deinem Weg, es lohnt sich!

Ano 13:13

FrauFidibus (Profil) schrieb am 19.05.2017 14:09

Gibt es einen Weg satt zu werden?


Ich denke den gibt es, und du hast di Lösung in dir.

ich würd sagen:
1.Wo es nur geht, nimm das Gas raus aus deinem Leben. Weniger ist mehr! Weniger Kindertermine, weniger Haushalt, weniger Freizeitsress, alles was nicht unbedingt notwendig ist weglassen.

2.Nimm die Zeit die du mit deinem Mann hast wahr! Nicht "wir haben nur Sex zwischen Tür und Angel"
sonder
" wie schön, dass wir es schaffen mitten im Alltag uns nah zu kommen." Genieß die paar Minuten! Man kann üben den Kopf auszuschalten und nur den Moment zu leben. Schieb bewusst alles ander weg, konzentrier dich auf deine Haut und deine Fingerspitzen und du fühlst dich ganz bei der Sache!

3. Es ist völlig normal, dass in unserer Lebensphase kaum Zeit bleibt. Unsere Ansprüche sind da auch oft zu hoch, dabei sind wir meist selbst für unsere zu vollen Terminkalender verantwortlich.
Auch ein "immerzu erfüllt sein" gibt es nicht. Alltag ist alle Tage, wir müssen uns mit Arbeit beschäftigen, damit wir zu essen und zu heizen haben, wir müssen die Kinder erziehen, damit es ihnen gut geht und aus ihnen was wird. Das Leben besteht nicht dauern aus großen und angenehmen Gefühlen.

Aber wenn sich zwischendurch mal ein angenehmens Gefühl einstellt, dann dürfen wir es erleben, genießen, auskosten, aber nicht erwarten, dass "es jetzt so bleibt".

4. Gib Acht dass du dich nicht verrennst in Selbstfindungsratgebern, vermeintlichen Krisen die du hättest.
Ich hab auch depressive Phasen, aber ich habe gelernt sie nicht mehr so ernst zu nehmen und vor allem erkannt, dass sie vorüber gehen, und ich mich nicht unter Druck sezten muss, "dass ich doch eigentlich glücklich sein müsste".
Nein, ich bin auch mal genervt, gestresst und voller Sehnsucht, aber nicht jedes Bedürfnis muss sofort befriedigt werden, die Zeit dafür kommt schon wieder, und wenn ich sie nicht nutze oder wahrnehme, dann bin ich selber dafür verantwortlich.
Mein Rezept zum Glücklichsein ist mich für einen zusammengelegten Wäschekorb zu loben, jeden Sonnenstrahl den ich erwischen kann, aufzufangen (Hormooooone ;-), die knappe Zeit mit meinem Mann voll da zu sein, aber es nicht tragisch zu nehmen, wenn das mal nicht klappt.

Es muss nicht alles so perfekt sein. Weder du noch dein Leben, noch dein Alltag.

Viele Leute drehen sich heutzutage im Kreis um sich selbst, ihre Familiengeschichte, irgendein gesundheitliches oder psychisches Problem und übersehen dabei einfach ganz normal zu leben. Den normalen Alltag mit seiner Anstrengung und die kurzen Pausen mit ihrem Glückspotential.

Und fürs Wochenende:
Raus mit dir an die frische Luft! Mach Seilspringen und Seifenblasen! Knuddel deine Kinder, ob sie wollen oder nicht ;-)) Es ist alles da was du brauchst, verlauf dich nicht in einer Sehnsucht, die Zeit für Zweisamkeit kommt schneller zurück als du glaubst!!!

maidli (Profil) schrieb am 19.05.2017 14:31

Ich schleiche mich kurz rein, um dir, Frau Fidibus für deine weisen Worte zu danken. Danke!

Nicola (Profil) schrieb am 19.05.2017 18:52

Ich glaube, Du hast ein ganz normales Leben mit - entschuldige, ist nicht anmaßend gemeint! - Luxusproblemen und ich würde auch weder ein Problem selbst stricken noch heraufbeschwören durch irgendwelche Therapien...

Schaffe Dir doch einfach Freiraum in kleinem Stil, und wenn es nur abends eine halbe Stunde Innigkeit mit Deinem Mann ist, eine Unternehmung mit Deinen Kindern ohne Anhang, irgendetwas was Du schon lange gern machen wolltest aber bisher nicht umgesetzt hast.
Genieße die Kleinigkeiten, und denk dran dass die Kinder größer werden und sich das Leben beständig ändert und anders wird. Es kommen auch wieder ruhigere Zeiten - wenn Du einen Spagat zwischen Beruf und Kindern hast, kannst Du Stunden reduzieren? Dich nach etwas anderem umsehen?
Zwischen Deinen Zeilen meinte ich zu lesen, dass Du eigentlich weißt, was Dich derzeit stört, und da würde ich ansetzen.

Alles Gute!

LG
Nicola

Noli75 (Profil) schrieb am 19.05.2017 20:18

Wie steht es um deine Spiritualität ? Mir ist mein Glaube sehr wichtig und mein Wegweiser durch's Leben. Mein Kompass, nach dem ich mein Leben ausrichte, mein roter Faden dem ich folge...
Sehnsucht ist ein wichtiges Gefühl, dem du Raum geben solltest, vielleicht in einer Meditation? Weiss nicht, wie du Zugang zu deinem Innersten findest.
Spannend diese Phase, es lohnt sich der Sehnsucht zu folgen. Nur Mut! Die Auflösung oder Erfüllung geschieht im Kleinen, Unscheinbaren.
Hach, da müsste ich jetzt ein Gespräch führen, um in so ein komplexes Thema einzutauchen.
Du bist nicht allein!
LG Uli

Moni von Rügen (Profil) schrieb am 19.05.2017 21:01

Wow, Frau fidibus, ich bin ja nicht immer einer Meinung mit dir ;-), aber heute sehr!
Ich schließe mich wortwörtlich den Worten von Frau fidibus an.

Tu es einfach!
Schau deinem Mann in die Augen, sag ihm wie sehr du dankbar bist für das Leben mit ihm!
Sag kleine und große "Dankeschöns" im Alltag.
Flechte liebe Worte und liebe Gesten in den Alltag ein.

Dafür ist immer und jederzeit Zeit - auch im noch so stressigen Alltag!
Dafür braucht man keine Verabredung und keinen freien abend - dafür reicht 1 Minute.

tu es - und tu es oft und immer wieder!
Du wirst sehen - es ist ansteckend ;-).

liebe Grüße, Moni.

natascha (Profil) schrieb am 19.05.2017 22:35

Vielleicht etwas für dich
Nur für dich
Was dich glücklich macht und nur für dich ist.
Stricken oder malen sport yoga lesen handwerken
Etwas nur für dich
Spinnen gäertnern
Weben schreiben dichten
Nur für dich
Was dich glücklich macht.
Eben nur für dich

Lg natascha

Anonym schrieb am 19.05.2017 23:39

Mein Mann und ich hatten neulich gleich zwei seltene Sternstunden.

1. Romantik auf einer Party: Vom Licht angestrahlt nachts auf der Weise stehen, ein Kind schreit "schau mal, die knutschen, und jetzt verstecken sie sich im Gebüsch"... Und dann haben wir auch noch seit langem mal wieder zusammen getanzt (er tanzt gern und gut).

2. sind wir nachts bei uns oben unterm Dach versackt, mit Alkohol (und Zigaretten) und haben gequatscht bis nachts um 3 Uhr. Mein Mann war plötzlich hochgekommen und hat mir seine Erkenntnis erzählt.

Das war toll. Davon werde ich lange zehren.

Ansonsten haben wir glücklicherweise dieselben Vorstellungen von Freizeit und sind glücklich, wenn wir mit Kindern und Picknick im Gepäck auf unseren Rädern durch die Gegend ziehen...
Mich macht auch immer noch extrem glücklich, nun doch noch Familie zu haben. Das sah mal gar nicht danach aus...

Ich glaube, bei mir ist es umgekehrt. Ich habe meinen Mann erst spät kennengelernt und bin nun "angekommen". In den vorherigen Beziehungen hatte ich so Sehnsüchte auch.

Wie war es vorher bei Dir?

Heute Ano :)





Anonym schrieb am 20.05.2017 06:47

Ich hab mal ein buchgelesen
Das heist
Mach dein glück dir selbst
Sonst macht es dir keiner
Alleine ter tittel war gedankenverändern

Darin geht es einfach um den altag ein wenig zu entschleunigen
Und um die einstellung zu ändern um mit dem jetztigen leben selbstzufriedenheit zu finden.


Das leben verändert sich ständig
Gerade war ich noch mit windeln meiner töchter beschäftigt
Brauch ich für sie damenhygene
Kann gespräche führen und es gibt verliebtheit und übernschtungsgäste.
Gestern musste ich in xxl töpfe kochen
Weil jedes der 4 mädchen essensbesuch mit hatte
Nun sind zwei ausgezogen und das thema 8 kilo waschaschine ist vom " wie bekomme ich ne 6 kilomaschine efektiv geladen#

Rückblickend rast die zeit
Und vorraussxhauend irgend wie auch in einer sehr verändernde weise.


Das leben ist das, was pasiert während man damit beschäftigt ist
Es zu planen

Liebe grüsse
Natascha

Anonym schrieb am 22.05.2017 15:43

Sehnsucht ist für mich ein sehr schönes Gefühl.
Es kann beflügeln.
Es kann zu Träumen anregen.
Es kann mir neue Ziele zeigen.
Mir bewusst machen, das ich ein kleiner Punkt in einem großen ganzen bin und mir eine Unendlichkeit an Möglichkeiten offen steht. Ich kann wählen. Ich kann die Sehnsucht genießen. Die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen. Die Sehnsucht nach neuen Abenteuern. Nach dem Sommer.
Solange ich mich nicht in der Sehnsucht allein verliere.

Auch ich habe viel das zum Glücklichsein beiträgt. Darf einen wunderbaren Mann an meiner Seite haben und wir können uns gemeinsam weiter entwickeln und aneinader viel lernen und gleichzeitig tiefen Halt haben. Ich habe wunderbare Kinder. Glück in der Natur... und vielerlei anderes.
Für die Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit haben wir einen ganz eigenen Weg gefunden. Der beschrenkt sich nicht auf uns als Ehepaar. Wir haben Geliebte, One-Night-Stands, tiefe Freundschaften... schlicht auch andere Partner jedweder Fasson.
Gerade macht mich mein Freund sehr glücklich und bereichert sowohl mein alsauch das leben meines Mannes und meiner Kinder.
Zärtlichkeit und Nähe sind uns sehr wichtig. Ehrlichkeit und Treue auch. Die Treue zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen am aller meisten. Wir leben gut damit. Schon Jahre und für mich gilt wirklich der Satz, das Liebe größer wird umso mehr man sie teilt...