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"Vom Bürojob zur Altenpflege?"

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Anonym schrieb am 16.05.2017 20:10

Vom Bürojob zur Altenpflege?

Hallo ihr Lieben,

ich habe vor ein paar Wochen meinen Job gekündigt, da das Betriebsklima schlecht war und ich nicht mehr wollte/konnte. Ich bekomme jetzt zwar eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld, aber das nehme ich in Kauf. Seit 2,5 Wochen bin ich jetzt daheim, muss mich ja aber vom Arbeitsamt aus wieder auf Bürojobs bewerben, was ich auch getan habe.
Ich merke aber (bzw. habe das eigentlich schon seit Jahren), dass ich mit einem richtigen Widerwillen mich auf diese Arbeit bewerbe. Ich mag eigentlich gar nicht stundenlang im Büro vor dem PC sitzen! Ich habe das gelernt, ja, aber auch da wurde ich eher hindirigiert (durch Beziehungen in der Familie).

Ich würde viel lieber etwas soziales machen, mit Menschen zu tun haben, nicht mit Zahlen und Druckerpapier.
Könnte mir total gut vorstellen, im Altenheim zu helfen, allerdings bin ich mit Anfang 40 finde ich zu alt für eine Umschulung samt Ausbildung und Schulbank drücken. Da würde ich mich nicht wohl fühlen, mit Schülern die meine Kinder sein könnten, in eine Klasse zu gehen.

Ich habe von Alltagshelfern gelesen, die demenzkranken im Alltag behilflich sind, aber auch in Seniorenheimen für Beschäftigung sorgen. Oder in Tagespflegeheimen.
Auch wenn die Bezahlung sicher nicht so ist wie ich es gewohnt bin, würde es mich sicher viel mehr erfüllen, mich um Bedürftige zu kümmern als vor dem Computer zu sitzen und Bürosachen zu machen.
Habe demnächst ein Vorstellungsgespräch (musste mich wo bewerben, war Vorgabe vom Arbeitsamt) und ich habe jetzt schon Bauchweh. Es ist überhaupt nicht das was ich möchte und muss schauspielern, wie ich es auch im Anschreiben getan habe. Ich freue mich kein bisschen auf die Einladung und kann nur hoffen dass ich rausfalle und nicht genommen werde!

Ich weiß jetzt gar nicht was ich hören möchte - man hat nur 1 Leben, und wenn ich es beruflich nicht jetzt umkrempel, wann dann?

Hat jemand Ahnung in Bezug auf Altenpflege, was da machbar ist? Bedarf ist ja sicherlich da...
Allerdings würde ich ungern nur zum Bettenmachen oder Windeln wechseln benutzt werden - Betonung auf nur. Dass auch das dazugehört, ist mir klar.

Danke fürs Zuhören, heute mal Ano, wegen Bewerbung ;)


Antworten

Anonym schrieb am 16.05.2017 20:36

also du kannst definitiv immer noch den sogenannten Altenpflegehelfer machen. Da bist du mit Mitte Anfang 40 guter Durchschnitt.
Wenn du außerdem Autofahren kannst könntest du bei Haushaltshilfefirmen arbeiten. Da fährt man zu den Alten hin uns ist eben für Haushalt etc. zuständig und es ist eine dankbare Aufgabe weil die alten Leutchen den ganzen tag darauf warten.
Schwer ist es, wenn man quasi sein Soll zu erfüllen hat und alles auch wieder nur husch husch gehen muss.
Ich habe selber einmal im Altersheim gearbeitet und die angestellten Frauen untereinander haben sich nur gegenseitig bei der Vorgesetzten angeschwärzt. Eine schlimme Hackordnung, einer bespitzelte den anderen und die bettlägerigen Alten wurden von oben herab behandelt und der Tonfall war verächtlich.
Im Krankenhaus wäre es von der Hierarchie her noch schlimmer. Die zweitschlimmste Struktur nach der Bundeswehr.

Eigentlich hat dieser Beruf seine soziale Seite längst verloren.
Du musst in Schichten arbeiten und am Wochenende. Wenn du älter wirst ist es körperlich nicht mehr zu schaffen.

Wo ich lebe wäre es auch die einzige Möglichkeit dazu zu verdienen.
Aber für die paar Mark lasse ich mich nicht fertig machen und zum untersten Dienst degradieren.

Anonym schrieb am 16.05.2017 20:36

Hallo Du,

wieviel Prozent möchtest Du denn arbeiten bzw. hast Du gearbeitet?
ich hatte vor 2 Jahren ähnliche Gedanken wie Du, hab damals sogar 2 Tage im Altenheim hospitiert und mich über die Ausbildung zur Altenpflegerin informiert. Damals hatte ich einen stinklangweiligen Bürojob, die meiste Zeit war ich allein im Büro. Mir hat eine sinnvolle Aufgabe gefehlt und Menschen um mich rum.
Allerdings haben mir so ziemlich alle Leute davon abgeraten, in die Altenpflege zu wechseln, zumal mein Bürojob relativ gut bezahlt und eben stressfrei war. Ich habe mir dann erstmal eine ehrenamtliche Tätigkeit gesucht (war nicht schwer, da kam ja die Flüchtlingswelle). Da ich nur 12 Stunden im Büro war, hatte ich dafür auch noch etwas Zeit übrig.

Anfang des Jahres habe ich nun in einen anderen Bürojob gewechselt, immer noch 12 Stunden (30%, wird aber sicher im Laufe der Jahre mehr).
Dort gefällt es mir richtig gut, es sind nette Kollegen und eine anspruchsvolle Tätigkeit. Nebenher kann ich immer noch das Ehrenamt ausüben, evtl. wechsle ich bei Gelegenheit auch in einen anderen Bereich (Begleitung von Sterbenden würde mich interessieren).

Die Kombi finde ich nun echt super! Geld verdienen mit einem soliden Bürojob, und dazu noch eine Aufgabe, die einen erfüllt. Muß man sich natürlich finanziell leisten können, ich habe da echt Glück, dass ich nicht mehr arbeiten muß.

Wäre das auch eine Lösung für Dich?

Viel Erfolg bei der Suche nach dem richtigen Weg!

Ano 1

Anonym schrieb am 16.05.2017 20:39

Genau das Gefühl kenne ich auch. Ich habe studiert, jahrelang nun hocke ich im Büro und es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass ich es hasse. Im Gegensatz zu Dir habe ich noch keine "Ausweichmöglichkeit".

Wenn Du in die Altenpflege möchtest, schaffst Du das vorallem körperlich, geistig ist auch noch eine Hausnummer (ich denke da nur an die dahin siechenden Alten, sowas tut mir total leid, ich könnte das nicht)?!

Was vielleicht noch eine Idee für Dich wäre, damit könntest Du bissl Büro mit viel Sozialem verbinden... rechtlicher Betreuer heißt das. google mal.

LG C.

dorle (Profil) schrieb am 16.05.2017 20:43

Ich glaube es heißt Demenzbetreuer wenn du eher in den täglichen Umgang eingebunden sein willst und Spiele, Spazieren, Singen, malen etc mit den Alten.

Als Pflegehelfer bist du echt nur derjenige zum Betten wechseln, Windeln wechseln und machst die Drecksarbeit in Schicht mit dem gesetzlich minimal möglichen verdienst ohne jede Aufstiegschance..

Anonym schrieb am 16.05.2017 20:58

Dorle, genau, Alltagsbegleiter heißt das.
Das würde ich gerne machen. Mit den alten Leuten zum Friedhof, zum Arzt, sich mit ihnen beschäftigen.... Ist nicht pflegehelfer. Das wäre nicht meins.

Ich hatte jahrelang 20 Std die Woche gearbeitet. Zuletzt 16. Mit 4 bzw 3 Kindern mehr als genug, ich mag den Spagat nicht mehr! 10 -15 würden mir reichen. Vielleicht sogar minijob.... Hach ich weiß nicht!

LG ano threadstellerin

Anonym schrieb am 16.05.2017 21:19

in der schweiz heisst das 'aktivierungstherapeutin' und ist ein richtiger beruf mit verschiedenen levels und ausbildungszeiten.
...vielleicht wohnst du ja grenznah?

viel glück und guten mut!
sünneli

Inge (Profil) schrieb am 17.05.2017 06:48

Wenn du mit dementen Menschen arbeiten möchtest, such mal nach "Sylviahemmet", einfach weil ich denke, dass jemandem der hier im Forum unterwegs ist, diese Form des Umgangs mit dementen Menschen am Besten liegt. (Auch wenn sich insgesamt im Umgang mit Demenzkranken viel getan hat).

In Deutschland machen das die Malteser.
Ich weiß allerdings nicht wo du her kommst, die Einrichtungen gibt es ja nicht überall. Aber bei uns gibt es sowohl "Cafés" (Tagesbetreuung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz) als auch Heimbetreuung und natürlich Unterstützung Angehöriger die ihre dementen Familienmitglieder noch zu Hause betreuen.

Ich selbst hatte ja mein Medizinstudium wegen der Kinder abgebrochen. Ich bin als Rettungssanitäterin wieder im Rettungsdienst eingestiegen und bin jetzt fast mit der Rettungsassistentenausbildung fertig (danach kommt noch Notfallsanitäter drauf, weil der Rettungsassistent ja abgeschafft wird). Ich werde jetzt 45.
Ich hätte auch in meinem alten Beruf arbeiten können (Industriemechanikerin), aber mich hat es auch eher in den sozialen Bereich gezogen, bis jetzt bereue ich keine Minute.
Allerdings sind Rettungsdienst und auch Pflege wirklich Knochenjobs die man u. U. nicht bis zur Rente machen kann.

LG Inge

natascha (Profil) schrieb am 17.05.2017 07:23

Hi
Mir ging es ähnlich
Wollte erzieherin werden
War überlaufen
So wurde ich bürofrai mit kundenverkehr.
War nicht glücklich
Dann kamen 4 kids.
Jetzt bin ich intekrationshelferin in der grundschule
Betreue ein kind mit trisomie 21.
Habe jeden schulfreien tag frei. Und bin glücklich.
Das kommt immer mehr.

Wenn du was soziales machen willst
Wäre das evtl auch was
Lg natascha

Axh ja ansprechpartner sond schulen kindergärten
Lebenshilfen das jugend und sozialamt

Lg natascha

Anonym schrieb am 17.05.2017 08:02

Das klingt auch interessant, Natascha.
Allerdings bin ich mit meiner 6jährigen noch ein bisschen gebunden, was die Arbeitszeiten anbelangt. Die Großen sind schon selbständig (14 und fast 17, der ganz Große wohnt schon nicht mehr hier), aber wegen der Kleinen muss ich noch schauen, dass die Arbeitszeiten geregelt am Vormittag sind und nicht mit Schulbeginn oder -ende kollidieren.
Danke trotzdem!

natascha (Profil) schrieb am 17.05.2017 08:53

Geht dein kind nicht zur schule?
Noch angepasster an schulzeiten und ferien
Wird es scgwer werden.
Ich habe meine kinder losgeschickt und bin auch los.
Die andere i jraft beginnt später und geht früher

Lg natascha

Anonym schrieb am 17.05.2017 14:16

Hallo!
Bei mir ist es genau umgekehrt...habe zwei akademische Abschlüsse im Pflege- und Gesundheitsbereich und arbeite jetzt als Mama von drei kleinen Kindern gerne im Büro.
Meine Gedanken dazu.....die Arbeitszeiten im Pflege- und Betreuungsbereich sind sehr familienfeindlich. Menschen brauchen 365 Tage im Jahr Betreuung. Ausser man arbeitet in einer Tageseinrichtung oder als Integrationshelferin in Schulen ,wird man an Wochenenden, Feiertagen und auch nachts gebraucht. Ohne Ausbildung, bzw. als Assistenz macht man, vorsichtig ausgedrückt, viel Putzarbeit und Hilfstätigkeiten unter Zeitdruck. Die Arbeit mit Menschen rückt in den Hintergrund.
Abgesehen davon, ist die Arbeit mit älteren und dementen Menschen eine enorme psychische Herausforderung.
Ich finde den Vorschlag ehrenamtlich in den Bereich reinzuschnuppern gut, du lernst die Abläufe in einer Einrichtung kennen und probierst aus, ob die Arbeit für dich passend ist. Vor allem hast du dann Zeit dich mit den Menschen zu beschäftigen, ohne Dokumentation und Bürokratie im Hintergrund.
Gute Entscheidungsfindung!
LG, S.

katopua (Profil) schrieb am 17.05.2017 15:22

In einem Altenheim arbeiten, weil Du eine 'soziale Ader' hast oder Menschen helfen willst, geht früher oder später schief.

Altenheim ist dank Pflegeversicherung und Unterbesetzung wie eine Art Menschenversorgung am Fließband geworden. Du hast dort keinen freie Minute dich um die Belange der Menschen zu kümmern. Du musst schauen, dass Du mit Deinem Pensum durchkommst, hast immer zu wenig Zeit, gerätst in Gewissenskonflikte, wenn einer der alten Leute mal ein Problem hat und mit Dir sprechen will, weil Dir die Zeit für solche Gespräche einfach fehlt. Und jede 5 oder 10 Min, die Du Dich doch mit jemanden unterhälst, hängst Du anschließend an Deine Schicht noch hinten dran.

Wenn Du richtig in die Pflege willst (Altenpflegehelferin/Altenpflegerin) hast Du sogar tw. das Problem, dass Du gar keine Zeit hast, irgendwelche Hebe-Hilfsmittel zu verwenden, weil die so sicher und langsam arbeiten, dass Du gar nicht die Zeit dafür hast.

Und auch als Alltagsbegleiterin (für Demenzkranke) musst Du Spät- und Frühschicht sowie Wochenenddienst machen. In vielen Institutionen musst Du Dich dazu noch mit Händen und Füßen wehren, keine Pflegearbeiten zu übernehmen ... es gibt so viele schwarze Schafe, die die Alltagsbegleiter als billigere Pflegekräfte missbrauchen ... oder es automatisch geschieht, weil einfach die Stellen für Pflegekräfte nicht besetzt werden können.

Ich habe von 1992 bis 2003 als Altenpflegehelferin gearbeitet ... mich kriegt niemand mehr in ein Altenheim. Gerade wenn Dir die Menschen am Herz liegen, macht es Dich seelisch kaputt, so zu arbeiten; gezwungen zu sein, sie derart abzufertigen. Ganz, ganz gruselig.
Und mein Rücken nimmt mir heute noch diese Betätigung sehr übel ... und ich habe NIE vollzeit gearbeitet. Meist nur 10-20 h pro Woche...

Such Dir einen Job in Deinem Beruf mit gutem Betriebsklima. Oder schau, ob Du bei irgendeiner Sozialen Institution eine Verwaltungsarbeit im Büro mit Kundenkontakt findest... Auch in solchen Organisationen, Vereinen etc. gibt es Verwaltungs- und Bürokräfte ...
Es gibt auch so etwas wie ehrenamtlichen Besuchsdienst für alte Leute, die niemanden mehr haben. Musst Du mal schauen, welche Organisation das bei Euch vor Ort anbietet. Da kannst Du ohne Zeitdruck sinnvolle Arbeit leisten ... aber halt kein Geld mit verdienen.

... und wie gravierend waren die Probleme in Deiner alten Arbeit? ... wenn es Richtung Mobbing ging, dann geh jetzt noch oder das nächste Mal zu einer Mobbingsberatungsstelle bevor Du kündigst ... dann kommst Du aus so einem Job auch ohne Sperre beim Arbeitsamt raus. Würde ich ggf. auch noch im Nachhinein machen...

lg katopua

Anonym schrieb am 18.05.2017 10:11

@Natascha
Bist Du dann ohne weitere "Ausbildung" zu diesem Job gekommen?
Ich kann außer meiner 4 Kinder nichts weiteres an pädagogischer Kompetenz vorweisen ;-)
Einfach Schule und Kindergarten anschreiben? Lebenshilfe gibt es im nächst größeren Ort, auch Jugendamt.
Kannst mich auch gern privat anschreiben, konnte Deine Mailadresse leider nicht im Profil sehen.

Flaps (Profil) schrieb am 18.05.2017 10:44

@Natascha
Bist Du dann ohne weitere "Ausbildung" zu diesem Job gekommen?
Ich kann außer meiner 4 Kinder nichts weiteres an pädagogischer Kompetenz vorweisen ;-)
Einfach Schule und Kindergarten anschreiben? Lebenshilfe gibt es im nächst größeren Ort, auch Jugendamt.
Kannst mich auch gern privat anschreiben, konnte Deine Mailadresse leider nicht im Profil sehen.


Liebe natascha,
ich bin auch an deinen Erfahrungen interessiert:-)
Klingt sehr spannend für mich und würde genau in mein Interessenbild passen.
Wie bist du zu diesem Job gekommen?
Ist sicher in den unterschiedlichen Bundesländern auch verschieden - ich wohne in Sachsen und hab da noch nicht so wirklich nen Plan.
Außer das ich weiß dass es mit meinem eigentlichen Beruf mit drei kleinen kindern (ältestes kommt nächstes jahr in die schule) nicht möglich ist.

Danke dir.
LG Flaps

Anonym schrieb am 18.05.2017 14:27

Ich bin jetzt auch wegen der Schulzeiten selbst an ner Schule.
Der Bedarf an Schulen ist enorm! Jedes Bundesland handhabt das eigen, ist ja Ländersache.
Auch wegen der Flüchtlingskinder kann man gerade glaub ich einfach unterkommen...
Selbst die sechs Wochen Sommerferien werden inzwischen bei Vertretungskräften mitbezahlt!
Natürlich will ich und kann ich kennen Klassenlehrer vertreten. Das ist auch viel viel extra Arbeit Zuhause.
.
Purzel

Moni von Rügen (Profil) schrieb am 18.05.2017 14:48

Ich habe von Alltagshelfern gelesen, die demenzkranken im Alltag behilflich sind, aber auch in Seniorenheimen für Beschäftigung sorgen. Oder in Tagespflegeheimen.


Ich habe jetzt die Antworten nicht gelesen, aber o.g. Dinge kenne ich eigentlich nur als ehrenamtliche Arbeit, sprich ohne Bezahlung.

lg Moni.

Anonym schrieb am 18.05.2017 21:34

Hallo Flaps,

als Schulbegleiter/Einzelfallhelfer brauchst du auch in Sachsen keine pädagogische Ausbildung. Eher ne persönliche Eignung.

LG

RuthH (Profil) schrieb am 18.05.2017 21:41

Verrät jemand, wie die Helfertätigkeiten in der Schule und bei Demenzkranken bezahlt werden? Wie sieht es in den Ferien aus?

Henni (Profil) schrieb am 18.05.2017 22:34

Das mit der I-Helfer-Tätigkeit ist sehr zweischneidig.

Ja, die Arbeitszeiten passen perfekt, wenn man Schulkinder hat.
Ja, in den meisten Fällen wird keinerlei Qualifikatin gefordert.
Ich habe schon ehemalige Köche, kaufm. Angestellte, Bundeswehroffiziere...als I-Helfer erlebt.

Aber:
es wird schlecht bezahlt,
die Verträge sind meistens kurzfristig, weil ja die I-Hilfe für jedes Schuljahr neu beantragt werden muss
und letztlich ist es eine billige Methode, um zu verschleiern, dass für die Inklusion eigentlich viel zu wenige Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Ganz oft werden I-Helfer mit ihrem Kind zum Schaukeln geschickt oder was auch immer - mit individueller Förderung ist da nichts.

Dass es in manchen Fällen auch sehr gut und zufriedenstellend laufen kann, so wie bei Natasche, ist keine Frage!
Trotzdem sollte man das ganze System kritisch hinterfragen.

Oft denke ich auch, eine Förderschule, die ein Kind ohne Einzelbetreuung besuchen kann, ist doch eigentlich fördernder für die Persönlichkeit, als eine Schule, in der ich minütlich so überfordert bin, dass ich ständig für alle sichtbar eine Begleitperson brauche.

heute mal Ano wg. eigenem Beruf

Anonym schrieb am 19.05.2017 08:19

Das mit der I-Helfer-Tätigkeit ist sehr zweischneidig.

Ja, die Arbeitszeiten passen perfekt, wenn man Schulkinder hat.
Ja, in den meisten Fällen wird keinerlei Qualifikatin gefordert.
Ich habe schon ehemalige Köche, kaufm. Angestellte, Bundeswehroffiziere...als I-Helfer erlebt.

Aber:
es wird schlecht bezahlt,
die Verträge sind meistens kurzfristig, weil ja die I-Hilfe für jedes Schuljahr neu beantragt werden muss
und letztlich ist es eine billige Methode, um zu verschleiern, dass für die Inklusion eigentlich viel zu wenige Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Ganz oft werden I-Helfer mit ihrem Kind zum Schaukeln geschickt oder was auch immer - mit individueller Förderung ist da nichts.

Dass es in manchen Fällen auch sehr gut und zufriedenstellend laufen kann, so wie bei Natasche, ist keine Frage!
Trotzdem sollte man das ganze System kritisch hinterfragen.

Oft denke ich auch, eine Förderschule, die ein Kind ohne Einzelbetreuung besuchen kann, ist doch eigentlich fördernder für die Persönlichkeit, als eine Schule, in der ich minütlich so überfordert bin, dass ich ständig für alle sichtbar eine Begleitperson brauche.

heute mal Ano wg. eigenem Beruf


Naja, man sollte das System vielleicht kritisch hinterfragen - aber das bedeutet doch nicht, dass man als Einzelperson diesen Job nicht tun sollte, wenn er zu den Fähigkeiten passt.

Und zu deiner generellen Kritik: sie mag stimmen, wenn man beispielsweise an Kinder mit dem Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" denkt. Aber viele andere Kinder sind sehr wohl gut in den Regelgrundschulen aufgehoben - beispielsweise Kinder mit einer körperlichen Einschränkung oder mit leichteren Formen von Asperger Autismus.
Und was die weiterführenden Schulen angeht ist das Konzept des Schulbegleiters das einzig mögliche! Denn wenn Schüler mit einer körperlichen Einschränkung oder Autismus aufs Gymnasium, aufs berufliche Gymnasium, oder auf die Fachoberschule gehen wollen, beibt ihnen ja ausschließlich der Besuch der Regelschule, denn diese Schulen gibt es so gut wie gar nicht im Förderschulbereich. Da hört alles spätestens nach dem mittleren Schulabschluss auf!
Ich unterichte an einer technischen Fachoberschule, und wir haben viele Inklusionsschüler, da es keine technische FOS im Förderschulbereich gibt. Und mit den Schulbegleitern klappt das prima!!

Gruß
Ano

P.S.
Die Schulbegleiter bleiben bei uns in der Regel zwei Jahre lang mit den Schülern an der Schule und wechseln nicht.

Anonym schrieb am 19.05.2017 08:22

Verrät jemand, wie die Helfertätigkeiten in der Schule und bei Demenzkranken bezahlt werden? Wie sieht es in den Ferien aus?

Da man keine pädagogische Ausbildung braucht, wird es, wie Henni äääh Ano ;o) schreibt, nicht besonders gut bezahlt. Hier wird es idR über Fachleistungsstunden abgeleistet, meist über Honorarvertrag. In den Ferien muss man sich was anderes suchen. So war es zumindest bisher.
Für ne Hausfrau, die über ihren Mann krankenversichert ist und sich nur was dazu verdienen will, mag das gehen.

Aber ich sehe es wie Henni sehr kritisch.

LG Doro

Anonym schrieb am 19.05.2017 08:25

An die letzte Ano - Werden die Schulbegleiter sozialversicherungspflichtig vom Land angestellt?

LG Doro

Henni (Profil) schrieb am 19.05.2017 08:36

Ja, Ano-Vorschreiberin, ich habe Schüler mit schweren Beeinträchtigungen, mit sozial-emotionalen Schwierigkeiten und vor allem mit kognitiven Einschränkungen täglich vor Augen.

Aber selbst bei einer Autismus-Spektrums-Störung gestaltet sich die Inklusion mit Hilfe eines I-Helfers sehr schwierig, weil die Lehrer selbst ja nicht wissen, welche Art von Hilfestellung nötig ist.
Wie soll dann ein I-Helfer ohne Qualifikation mit dem Kind sinnvoll arbeiten?
Da sind Fachkräfte gefragt (die es ja gibt, die aber teuer sind).
Das muss man sich schon überlegen, bevor man so eine Tätigkeit anfängt, weil das ja total frustrierend ist, so zu arbeiten.
Dorle kann da vielleicht aus eigener Erfahrung noch was zu schreiben?

Hier in der Gegend gibt es auch einen Träger-Verein, der I-Helfer einstellt, die nehmen aber ausdrücklich nur qualifiziertes Personal.
Möglicherweise findet man über einen solchen Verein auch Qualifizierungsangebote.

Ich wollte nicht die Inklusion an sich in Frage stellen, falls sich das so anhörte (die ist ein Menschenrecht!), wohl aber die Durchführung mithilfe von billigem Personal.
Auch wenn das in manchen Fällen - die Du beschreibst - sinnvoll ist und gut funktioniert.

Ano hatte sich eh erledigt :-) LG Henni

Henni (Profil) schrieb am 19.05.2017 08:43

Liebe TS,
...der Verein, den ich meinte heißt SOKO-ASS.
Unter dem Stichwort Autismus-Spektrums-Störung findest Du sowas vielleicht auch in Deiner Gegend.
LG Henni

Anonym schrieb am 19.05.2017 13:19

Hier nochmal Ano 1.
Ich bin nur einmal pro Woche für 3 Stunden in der Grundschule, um Flüchtlingskinder zu unterstützen. Bekomme dafür von der Stadt eine Ehrenamtspauschale in Höhe von 9 € pro Stunde.
Das macht Spaß, ist aber auch anstrengend. Es sind ansonten überwiegend Leute im Ruhestand, die da helfen.

natascha (Profil) schrieb am 19.05.2017 17:51

hi

also qualli brauchte ich nciht, das braucht man bei uns in rlp nur für emotional gehändicapte kids.
es ist ja eine art betreuung,
man hilft bei den materiealien und toi gängen und raumwechsel und sprachwechsel und so sachen,
was man braucht ist eine weise weste
das führungszeugniss sollte leer sein.
liebe zu kindern viel geduld und ein gespühr, wann ein kind gerade überfordert ist,
mein betreukind hat trisomie 21 und kann sich nciht so ausdrücken, und wenn ich denke, jetzt ist alles zu viel gehn wir auch mal raus.
da das zur zeit die zukunft ist, brauchen sie bei uns viele i helfer
so viele ausgebildetet leute gibt es gar nciht

lg natascha

Anonym schrieb am 19.05.2017 17:53

hier gehn die i hlefer über einen träger oder die eltern stellen ein.
mann kann das nciht pauschalisieren, denn jedes bundesland und shculde händelt das anderst.

ach ja ich bin zur schule und habe gefragt ob sie nach den sommerferien evtl ein kind bekommen
und so wars dann auch

lg natascha

Anonym schrieb am 19.05.2017 18:46

@Natascha
Machst Du es auf 450 Euro Basis, oder ehrenamtlich?

Ich habe heute übrigens erneut eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch bekommen! Unglaublich, eine Handvoll Bewerbungen losgeschickt und schon die 2. Einladung...
Diesmal in einem Schulsekretariat einer Realschule. Das klingt eher nach meinem Geschmack :)
Klar, ist auch Büro, aber wenigstens ist man kommunikativ und hat auch mit Menschen zu tun, nicht nur mit Zahlen....
Ich bin gespannt auf das Gespräch.

LG
Die Threadstellerin :)

Anonym schrieb am 19.05.2017 22:22

Ähm das sind 27 stunden die woche
Das mach ich bestimmt nicht ehrenamtlich.
Auch nicht für 450 €
Den rest gerne per mail
Lg n.