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Babycremes und -Öle

Die wichtigste Pflegemaßnahme lautet: weniger ist mehr. In folgenden Fällen ist es sinnvoll, die Haut mit Creme oder Öl zu unterstützen:

  • Nach einem Bad, um die verlorene Feuchtigkeit wiederzugeben (das ist auch eine schöne Gelegenheit für eine kleine Massage).

  • Bei trockenen, schuppigen oder geröteten Hautstellen.

  • Bei Minusgraden im Freien (dann darf die Creme allerdings kein Wasser enthalten).

  • Als Sonnenschutz im Sommer (was für Säuglinge aber noch nicht unbedingt empfohlen wird).

Öfter zu cremen ist (auch im Windelbereich) nicht nur unnötig, sondern kann die Haut davon regelrecht abhängig machen, so dass sie sich schließlich wirklich nicht mehr selber helfen kann. Mit dem Urin wird die Haut normalerweise durchaus fertig; in einer Wegwerfwindel wird er ohnehin schnell vom Superabsorber aufgesaugt. Wenn die Babyhaut im Windelbereich ohne Creme regelmäßig rot wird, sollte sollte man sich bemühen, die Ursache dafür herauszufinden und abzustellen.

Cremes die helfen sollen den Urin von der Haut weg zu halten bewirken durch ihren "Schutzfilm", dass der Luftaustausch für die Haut behindert ist, besonders, wenn sie zu dick aufgetragen werden. Außerdem schwächen sie die Saugkraft der Windel. Besonders ungünstig sind Babypflege-Produkte, die einen hohen Anteil an unnatürlichem Paraffinöl enthalten. Denn dieses zieht nicht in die Haut ein, und kann sie somit auch gar nicht richtig pflegen. Zudem ist nachgewiesen, dass Paraffine sich im Körper anlagern (wobei aber noch nicht geklärt ist, ob dies negative Folgen hat).  Auch Zink, das in vielen "Wundschutzcremes" enthalten ist, sollte nicht ständig auf die Haut aufgetragen werden. Erst recht sollten natürlich keine eventuell schädlichen oder Allergie auslösenden Substanzen an die Babyhaut gelangen, die für alle möglichen Stoffe noch wesentlich durchlässiger ist als die Haut von Erwachsenen. Die ÖKO-TEST-Sonderhefte Kleinkinder enthalten Aufstellungen darüber, welche Pflegeprodukte bedenkenlos verwendet werden können - fast alle gängigen "Supermarkt-Marken" von Babypflege-Produkten fallen leider nicht darunter. Die Produkte aus dem Naturkosmetik-Handel sind dagegen meist unbedenklich. Ebenfalls gut für die Babypflege geeignet sind simple Pflanzenöle wie Mandel- oder auch Sonnenblumenöl.

Die tägliche "Katzenwäsche"

Am besten geeignet für die tägliche Reinigung ist eine Schüssel reines, warmes (nicht heißes!) Wasser in Kombination mit einem Waschlappen. Für Babys gibt es kleine Pflegetücher aus Mull- oder Molton-Gewebe, die weicher sind als Frottier, und mit denen man besser in die kleinen Hautfalten kommt. Seife trocknet die Haut aus und ist meist unnötig - und Babys machen sich schließlich noch nicht dreckig. Einmal am Tag ist eine Reinigung auf dem Wickeltisch fällig, wobei Eltern selber entscheiden können, ob es ihnen morgens oder Abends besser in den Tagesrhythmus passt. Gesäubert werden sollten dabei in erster Linie das Gesicht, die Ohren, die Hände, der Windelbereich und die Hautfalten unter den Armen, am Hals und an den Leisten..

Windel-Wechsel

Müssen beim Wickeln Stuhlrückstände von der Haut entfernt werden, benutzt man für das "Gröbste" am besten Klopapier (je dicker, desto besser). Einen Halter dafür kann man sich gleich am Wickeltisch installieren. Der Rest geht wieder am besten mit dem Waschlappen weg, der für das Neugeborene angewärmt sein sollte. Später kann er dann schon am Wickeltisch bereit liegen. Bei ganz hartnäckigen Rückständen kann man mit ein wenig Öl nachwischen. Bei sehr weit verteilten Stuhlmengen kann es allerdings sinnvoller sein, den kleinen Schatz gleich in die Wanne zu stecken...

Viele Eltern bevorzugen der Bequemlichkeit halber Feuchttücher. Diese sind allerdings nicht nur viel weniger wischkräftig als ein Stofftuch (besonders die dünnen Fabrikate), sie enthalten auch meist eine immense Menge an ungesunder Chemie, u.a. da die duftenden feuchten Tücher, damit sie nicht schimmeln, sehr stark konserviert werden müssen. Alle diese Stoffe bleiben nach der Reinigung auf der Haut zurück. Zudem erzeugen die Tücher überflüssigen Restmüll. Eine praktische Anwendung ergibt sich für sie vor allem Unterwegs oder für wickelnden Besuch. Öl-Pflege-Tücher dienen - wie der Name schon sagt - prinzipiell der Hautpflege und nicht der Reinigung.

Eine neue und m.E. sehr gute Alternative zu Feuchttüchern für zuhause, den "Poclean" konnte ich gerade testen, und er hat mir recht gut gefallen. Klopapier wird dabei in einem Halter aus Plastik durch selbsteingefülltes (bestenfalls natürlich hochwertiges) Öl angefeuchtet. Die Reinigungswirkung ist gut, die Entsorgung praktisch und die laufenden Kosten niedrig. Einziger Nachteil vielleicht, dass dann doch bei jeder Reinigung Babyöl auf die Haut kommt, die dadurch ev. "überpflegt" wird.

Unterwegs sind Probepackungen von Feuchttücher praktisch. Hat man keine zur Verfügung, kann man auch Tempo-Taschentücher benutzen, und die Haut mit einem kleinen Wasserzerstäuber anfeuchten.

Baden

In die Wanne sollte ein Baby nicht zu oft; einmal in der Woche ist ausreichend. Denn durch den Aufenthalt im Wasser quillt die Haut, trocknet aus und wird so anfälliger für Infektionen. Es ist nicht unbedingt nötig, ein einen Badezusatz zu verwendet werden; tut man es, dann sollte er rückfettend sein (auch Babybäder wurden übrigens in Öko-Test geprüft). Viele Hebammen empfehlen einfach Milch oder Sahne ins Wasser zu geben, und dazu ev. ein wenig Öl. Schaumbäder trocknen die Haut besonders stark aus, und sind zur Reinigung der Haut nicht nötig. Das Baby wird mit dem Waschlappen oder auch nur der Hand sanft abgewischt. Genauso wird auch der Kopf gereinigt. Hat das Baby nicht ungewöhnlich viele Haare, ist ein Shampoo im ersten Lebensjahr überflüssig.

In den aller ersten Wochen ist das Waschbecken gut als Badewanne geeignet. Es hat auch die richtige "Arbeitshöhe". Danach kommt eventuell die Babybadewanne zum Einsatz; viele Kinder baden dann aber bereits am liebsten mit Papa oder Mama zusammen in der großen Wanne. Möglich ist auch ein "Tummy Tub". Viele Babys mögen diese Art zu Baden sehr - manche aber fühlen sich in dem engen Eimer gar nicht wohl, und dann war die teure Anschaffung umsonst. Eine Badewanne kann auch dann noch eingesetzt werden, wenn das Baby später sitzen kann, damit man nicht die ganze große Wanne für sein Bad füllen muss.

Die meisten Babys genießen das Bad im warmen Wasser von Anfang an. Kleine Angsthasen steckt man am besten ganz, ganz langsam in die Wanne, mit dem Gesicht zum Wasser gewannt, damit sie sehen, was "auf sie zukommt". Es muss ausreichend Wasser vorhanden sein, sonst friert das Baby.  Viele Kinder werden vom Baden müde - der ideale Zeitpunkt dafür ist dann vor dem ins-Bett-gehen. Bei manchen ist es aber auch genau umgekehrt. Wer unsicher ist, wie man ein Baby in der Wanne am besten festhält und umdreht, lässt es sich von den Schwestern im Krankenhaus oder zuhause von der Nachsorge-Hebamme zeigen. Keine Angst, mit den richtigen Griffen rutscht das Baby nicht aus der Hand. 

Nach dem Baden wird das Kind mit einem - am besten vorgewärmten - Handtuch gründlich trocken getupft, und danach eingeölt. Dies ist ein wunderbarer Zeitpunkt für eine kleine Massage. Damit das Baby nicht friert, liegt es dabei am besten unter der Wärmelampe auf dem Wickeltisch.

Quellen vorwiegend: 17, 1, 19, 16, meine Hebamme(n).