"Mit Angst umgehen"

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Anonym schrieb am 29.07.2021 07:36

Mit Angst umgehen

Hallo Ihr,
wir wohnen in einem alten Haus in einem Gebiet mit hohem Radon vorkommen.
Vor ein paar Tagen kamen die Ergebnisse der Radon Auswertung und sie sind in vielen Zimmern über der Höchsgrenze von 300. Im September kommt eine Firma, die schaut, wo genau es herkommt und wie wir es rausbekommen

Zeitgleich kriegt mein Sohn seinen Husten nicht los. Der Arzt meint nach lungenfunktionstest, dass es vermutlich asthma ist und hat uns einen schnellstmöglichen Termin nächste Woche beim lungenfacharzt besorgt. Corona hatte er letztes Jahr auch und wir sind beim desensibilisieren gegen ein paar Pollen.

Mein Papa ist an lungenkrebs gestorben und ich krieg das gerade nicht aus dem Kopf. Ich bin sonst kein ängstlicher Mensch, aber das die Werte so hoch sind und er so rumhustet und er seit corona den ganzen Tag nur drinnen rumhockt, macht mich fertig. Ich hab solche Angst.

Wie komm ich da nur runter?

Ich brauche mal aufbauende Worte, bitte.

Danke,
L.

Antworten

sandoro (Profil) schrieb am 29.07.2021 19:30

Liebe L.,

ich kann dein Gedankenkarussell gut verstehen. Fühl dich erst mal ganz doll umarmt, wenn du magst.

Die erste Maßnahme bei Radon im Haus ist lüften, lüften, lüften. So reduzierst du die akute Dosis erst mal. Aber das weißt du sicherlich schon.

Könnte der Husten deines Sohnes vielleicht ein Post-Covid sein? Falls ja, darf er schon geimpft werden? Es hieß mal, dass sich die Überbleibsel bessern, wenn das Immunsystem nochmal durch eine Impfung angestupst wird…

Auch wenn ich deine Angst durch die familiäre Belastung sehr gut verstehe, ist es doch eher unwahrscheinlich. Versuch positiv zu denken. Ihr habt bald einen Termin beim Facharzt.

Ich halte dir/euch fest die Daumen!!!

Liebe Grüße,
Sandra

Henni (Profil) schrieb am 29.07.2021 22:06

Ich hab von Radon keine Ahnung.

Aber evtl. könnt ihr jetzt im Sommer noch mehr nach draußen ausweichen?

Übernachtung im Zelt?
Bei einem alten Haus habt ihr evtl. auch einen Freisitz, irgendwo eine überdachte Stelle als Aufenthaltsort? Hängematte zum Lesen?
Also, außer dem klassischen Terassentisch noch kleine ruhige Plätzchen für 1-2 Personen einrichten?

Ich hoffe, dass dann im Herbst irgendwas an der Lage verbessert werden kann!

LG Henni

Erika (Profil) schrieb am 30.07.2021 08:00

Ich wohne auch in einer Gegend, wo es hohes Radonvorkommen gibt. Es gibt Beratungsstellen dafür, die beraten auch zu radonsicherem Bauen. Ihr müsst unbedingt etwas tun, aber das was ihr schon aufgenommen habt, ist eh geschehen und kannst Du nicht mehr ändern. Von daher wäre mein Rat: in die Zukunft schauen und die Herausforderungen, die das mit sich bringt anpacken und loslegen.

https://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/radon/schutz/schutz_node.html

Anonym schrieb am 31.07.2021 18:59

Nun hast du mich aber aufgeschreckt. Ich wohne auch im Radongebiet und werde mal messen (dauert ja 1 Jahr ;o()
Mein Geologenfreund hat mich aber schon beruhigt. Das Wichtigste wäre wohl ein gut durchlüfteter Keller, dann kommt das Radon gar nicht bis in die Wohnung. Ich habe Sommer wie Winter alle vier Fenster im Durchzugverfahren offen.
LG

Anonym schrieb am 02.08.2021 15:42

Meine große Angst hat etwa 1,5 Tage angehalten, ich habe mich total verrückt gemacht und mir kamen dauernd die Tränen. Dann sind wir in unser Zelt im Garten gezogen. Mein Sohn fühlt sich dort wohl, da er nachts null husten muss. Auch wenn es kalt und verregnet ist.

Sind wir wieder im Haus, muss er husten.

Morgen ist der Arzttermin und ich hoffe das Beste.
Danke Euch.

Anonym schrieb am 03.08.2021 13:19

Es ist kein asthma. Radon spielt der Arzt runter (dann hätten wir hier alle Krebs, sorgen Sie sich nicht). Er hat seine Allergien, evtl. Hausstaub und die Nebenhöhlen. Also holen wir uns morgen was für die nebenhöhlen und fangen mit der nasendusche an und hoffen, dass der Husten endlich weggeht...

Radon im Haus finde ich dennoch unerträglich.

Camilla (Profil) schrieb am 04.08.2021 21:25

Das er so ganz klar husten muss, wenn er im Bett schläft und nicht hustet, wenn er im Zelt schläft, passt gut zu Hausstaubmilben. Aber da könnt ihr ja zum Glück was machen. Wenn die Lunge von Radon geschädigt wäre, würde das nicht mit einer Nacht im Zelt verschwinden (was nicht heißen soll, dass ihr nicht trotzdem etwas unternehmen solltet um die Radonbelastung zu minimieren).

Hier helfen gegen Milbenprobleme ganz deutlich Encasing-Bezüge über Matratzen, Decken und Kissen aller Betten im Zimmer. Habe mich lange gesträubt, weil ich befürchtet habe, dass es schwitzig ist. Aber ich habe dann mit höherem Eigenanteil die "Luxus"variante genommen und bin positiv überrascht. Wenn es im Sommer sehr warm ist, lasse ich den Bezug der Decke weg. Aber die dünne Sommerdecke kann ich gut regelmäßig waschen, so dass die sowieso nicht so viel Probleme macht, wie Matratzen oder Winterdecken. An Encasings beteiligt sich bei nachgewiesener Allergie die Krankenkasse (auch für Geschwisterbetten im gleichen Zimmer).

Bettwäsche häufig wechseln, möglichst wenig Stoff (Teppiche, Vorhänge etc.) im Zimmer - muss man natürlich bisschen abwägen mit der Gemütlichkeit. Und regelmäßig saugen (sollte nicht das Kind machen) und wischen.

Gut, dass es (noch) kein Asthma ist.

Gute Besserung

LG Camilla