"„Vorbelasteter“ Trainer"

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Anonym schrieb am 22.12.2018 15:14

„Vorbelasteter“ Trainer

Hallo,

mich interessiert eure Meinung.
Mein Sohn spielt Fußball. Der Trainer ist ein junger Mann hier aus dem Dorf, Familienvater, verheiratet. Ich bin vor einigen Jahren zugezogen und kenne noch nicht jeden. Mein Partner, gleich alt wie der Trainer, ist ebenfalls hier aufgewachsen. Als ich ihm erzählte, wer der Trainer ist, ist er aus allen Wolken gefallen. Der Trainer sei bekanntermaßen ein Drogendealer und konsumiere selbst, und zwar nichts „Harmloses“ (Kokain, synthetische Drogen). Ich habe dann gesagt, dass mir das insoweit „egal“ ist, solange er das nicht beim Training oder sonstwo macht, wo die Kinder dabei sind.
Gestern waren wir mit ein paar Kumpels meines Partners unterwegs. Irgendwann kam man darauf, dass besagter junger Mann jetzt Jugendtrainer beim Fußball sei. Ein Freund, der ebenfalls hier aufwuchs, aber nicht mehr hier wohnt (und es deshalb bisher nicht wusste), flippte völlig aus, meinte, der Typ sei hochgradig kriminell, würde ganz tief in der Szene drin hängen, und jetzt kommt das, was mich echt beschäftigt: Wird mindestens im Rausch immer wieder handgreiflich gegenüber seiner Frau (die ich nur flüchtig kenne) und seinen Kindern (Kindergarten- und Grundschulalter). Der Freund wohnte früher über der Familie und hat mehrfach die Frau und die Kinder kurzfristig in seiner Wohnung aufgenommen, wenn er ausgeflippt ist. Einmal habe er auch die Polizei gerufen, weil er und die Frau mit den Kindern von dem Trainer unmittelbar bedroht wurde. Die Familie wohnt nun nicht mehr in dem Haus, aber noch im Dorf.
Ich habe eine Freundin von mir, die im Vorstand des Sportvereins ist, gefragt, ob sie irgendwelche Geschichten über den Trainer kennt. Sie meinte, ihr sei da nichts bekannt, die Familie wohne ihrer Meinung nach recht zurückgezogen und sei außer durch den Trainerposten nicht weiter im Dorf integriert. Das ist auch mein Eindruck, wobei ich mich selbst auch weitgehend raushalte. Ich habe das gegenüber meiner Freundin jetzt nicht konkret gemacht, was mir da zugetragen wurde, aber es beschäftigt mich schon.

Gebt mir mal Input - was ist da eine angemessene Reaktion? Ich glaube meinem Partner und dessen alten Jugendfreund natürlich. Ich glaube auch, dass meine Freundin nichts weiß. Ich weiß nicht, inwiefern das ganze - der Drogenkonsum, die Dealerei, auch die häusliche Gewalt - mich was angehen, inwiefern der Typ vielleicht auch schon vorbestraft ist, ob er das heute noch tut oder er damit aufgehört hat (zumindest was den Konsum angeht, sind sich alle, die ihn kennen, sicher, dass er das noch tut). Die ihn kennen, halten ihn für aufbrausend, gewalttätig, unberechenbar. Beim Training, wenn ich zugeschaut habe, war er nicht sehr zimperlich mit den Jungs (viele strafrunden rennen, er wird da auch laut usw.), aber nichts, was mir jetzt große Sorgen gemacht hätte.

Es ist bei mir so dieses „Wenn doch mal was passiert, kann ich mir verzeihen, dass ich nichts gesagt habe?“-Gefühl.
Mein Kind will grad eh nicht zum Training, aber aus anderen gründen. Dennoch weiß ich das ja jetzt.

Was würdet ihr tun?

Grüße!

Antworten

munkes (Profil) schrieb am 22.12.2018 15:30

Ich würde das ganz offen mit der Vorstandschaft des Vereins besprechen und um Klärung bitten. Ein Mensch der mit Kindern arbeitet kann jederzeit aufgefordert werden, ein erweitertes Führungszeugnis vorzuweisen. Das ist jetzt nur eine Idee, es muss der Vorstand reagieren.

Anonym schrieb am 22.12.2018 16:51

Hallo,
also meine Info ist, dass jeder, der mit Kindern arbeitet, auch wenn das ehrenamtlich ist, ein erweitertes Führungszeugnis vorweisen muss.
Bei uns an der Schule ist das für alle Pflicht. Ich weiß aber nicht, ob das Bundeslandabhängig ist.
VG
Cora

munkes (Profil) schrieb am 22.12.2018 17:32

Die Frage ist natürlich, ob seine Straftaten dort erfasst sind. Was für den Erziehungsdienst nicht relevant ist wird auch nicht drin stehen, was "verjährt" ist auch nicht, ja und wenn er nie erwischt wurde auch nicht.

purzelmurzel (Profil) schrieb am 22.12.2018 20:30

Mh? Puh? Mit Kindern ist das ne ganz andere Nummer finde ich. Schwierig. Ich würde das gern offen ansprechen wollen. Von der Reaktion würde dann einiges abhängen...

natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 10:14

Hi

Ich habe jahrelang an dwr Schule gearbeitet, nie ein Führungszeugniss gebraucht.
Die, die bei uns im Verein arbeiten haben auch keines vorgelegt.


Ich bin immer vorsichtig, was Aussagen anderer angeht.
Denn es ist nur höhren sagen.

Polizei war bei unserern Nachbarn auch schon.
Ehestreit mit rachehintergründigen Anschuldigungen, weil er betrunken war.
Nachts mit Blaulicht und abführen.
Es wurde alle von Schlägen bis sonstwas von uns reininterpretiert.



Meine Kinder spielen auch Fussball.
Der Ton ist rau, rennen liegestützen anpflaumen.
Der vorherige trainer war auch rau und der davor auch.



Nun geht es ja einmal um die Kinder,
Und aber auf der andere seite um den Menschen,
Der von anderen # verurteilt# wird.


Ist ne sensible sache,
Weis auch nicht, wie ich damit umgehen würde.

Auf jeden fall sorgsam,
Kann ja sein, dass er in jungen Jahren mist gebaut hat, nun aber geerdet ist.
Seine Frau und Kinder deswegen zurückgezogen leben, weil es Geschichten gibt, von früher oder jetzt, wahr oder unwahr.

Nur kann das auch vergangen sein,
Wenn der aus dem Dorf ist, wissen viele diese Geschichten, auch einige im Fussball.
Und jeder hat seine Wahrheit.

Ich habe keinen Rat,
Geht er mit in die Umkleide?
Ist dein Kind mit ihm alleine?

Hat dein Kind angst vor ihm.

Ich kennen den jetztigen Trainer meiner Kinder nicht.
Er ist gross dunkle Ausstrahlung
Dominant
Und streng.
Und meine Kinder lieben ihn.
Ich bin noch nie auf die Idee gekommen.
Ihn zu hinterfragen.

Ich glaube ich würde mit einem Vorstand vertraulich reden, und achtsam sein, um keinen ungewollten Stein ins rollen bringen, der nicht rollen soll.

Doch ich kann das rational schreiben, du bist betroffen und emotional, dir geht es durch den kopf, und du malst es dir vielleicht aus.



Aber woher wussen denn das die anderen so genau.

Häusliche gewalt, vor allem wenn knnder betroffen sind, werden eigentlich von einem familienhelfer betreut oder die Kinder vom Jugendamt begutachtet und evtl entzogen.
Geade wenn Polizei im spiel ist.
Und eine Anzeige kann nicht mehr zzrückgezogen werden, wenn irgendwie Kinder im Spiel sind.



Liebe Grüsse
Natascha

Anonym schrieb am 23.12.2018 10:31

Natascha trifft es gut.

Aber: mir persönlich würde das Brüllen schon reichen. Wir waren in einem Fussballverein, da wurden die Kinder angebrüllt. Auch, voll peinlich, während des Spiels. Eure Scheiss Pässe usw ... oft sehr persönlich. Ich finde das asozial. Sorry. Ich weiss, ist ganz und gäbe, muss aber nicht sein, finde ich. Leistungsdruck kann man anders aufbauen. Die Sprache gefällt mir einfach nicht.

Wir sind in einen anderen Verein gewechselt. Klar, angeraunzt werden sie auch, aber nicht so anfällig und persönlich. Meine Kinder fühlen sich da wohl. Es kann also auch anders gehen.

Lola

natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 11:09

Lola
Das ist ja grässlich.
Wie du sagst
Es gibt brüllen und brüllen.


Bei uns wird eher so gebrüllt, das die kids sich bestätigt fühlen anzugreifen.
Aber nicht mit Kraft ausdrücken.

Eher so

Lauf, LAUF !!!! Den holst du dir!!!
ist DEIN Ball.


ZUMACHEN
EUER spiel
LLLLLAAAAAAAUUUUUUFFFFFFF

So langsam lernen meine Kinder türkisch.
Denn die meisten Ķomandos kommen auf türkusch, da der trainer voll mit den luds ist und 90 % der Mädchen türkischer Abstammung sind.
Ab und zu kommen noch franz. Klmandos vom Co trainer
Und wir lachen uss kaputt.


Ne unter der Gürtellinie darx es nicht ablaufen.


Lg natascha


natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 14:20

Eine ältere Dame sagte mal zu mir,
Man braucht eine Stimme, um nen Ruf zu ruinieren.
Und 1000 um ihn wieder herzustellen


Lg natascha

Anonym schrieb am 23.12.2018 16:03

Unabhängig von Gerüchten über häusliche Gewalt etc., würde _ich_ nicht wollen, dass mein Kind von einem Dealer trainiert wird.
Ich wundere mich, dass das hier in der Debatte scheinbar gar keine Rolle spielt. Das hat doch ein ganz anderes Gewicht, als Anbrüllen. Oder etwa nur für mich...?
Was meint ihr denn, wem Dealer idR Drogen verkaufen?

LG

Anonym schrieb am 23.12.2018 16:12

Hi

Ich habe jahrelang an dwr Schule gearbeitet, nie ein Führungszeugniss gebraucht.
Die, die bei uns im Verein arbeiten haben auch keines vorgelegt.



Das ist doch bitte nicht dein Ernst Natascha. Wo gibt's denn so was noch?

LG Doro

natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 16:39

Hier wird kein Ehrenämtler im Sport oder Schule überprüft.

Due ganzen Mams die Schulbücherei oder so machen, werden nicht überprüft.

Lg natascha

natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 16:46

Unabhängig von Gerüchten über häusliche Gewalt etc., würde _ich_ nicht wollen, dass mein Kind von einem Dealer trainiert wird.
Ich wundere mich, dass das hier in der Debatte scheinbar gar keine Rolle spielt. Das hat doch ein ganz anderes Gewicht, als Anbrüllen. Oder etwa nur für mich...?
Was meint ihr denn, wem Dealer idR Drogen verkaufen?

LG



Doch klar interesiert mich das, aber das gehört zu
Habe ich gehört...... ist das bewiesen?

Also der Bekannte schwört drauf, der nächste sagt, weis hier jeder,

Ähm realistich kenne ich keinen, der als dorfbekannten Dealer rumläuft, und in einem Sportferein tätig ist, die ja Führsorgepflicht haben, und dem keiner was nachweisen kann.

Bei uns hat ne Lehrkraft, die ein Führungszeugnuss hatte, Grass an der Schule meiner Kinder vertickt, ging nicht lange gut......



Gerade wenn die Gerüchte so brodeln, dass es jeder weis, bin ich vorsichtig.

Meine Debatte umfasst das ganze,
Habe ich gehört
Und ist wahr....sind oft zwei paar Schuhe.


Wenn es jeder weis, warum nicht die Polizei?
Und keiner erstattet Anzeige, jeder schaut weg und denkt, lass ihn mal machen.



Vielleicht dealt er wircklich, dann muss das aber verfokgt werden, denn das fällt nimmer unter Kavalierdelikt.



Lg Natascha

natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 16:49

Und wenn er wircklich hochgradig grimminell ist, dann müsste irgendwas im Führungszeugniss stehen, wenn man eines anfordern würde.
Irgendwas bleibt immer hängen,
Vor den 18. Geb. Wurd nach dem 18. Geb. Gelöscht
Zu mind. Kleinere sachen


Lg Natascha

natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 16:50

Hi

Ich habe jahrelang an dwr Schule gearbeitet, nie ein Führungszeugniss gebraucht.
Die, die bei uns im Verein arbeiten haben auch keines vorgelegt.



Das ist doch bitte nicht dein Ernst Natascha. Wo gibt's denn so was noch?

LG Doro


Werden bei euch alle Ehrenämtler überprüft?
Schule Sport Freizeit?


Lg natascha

Inge (Profil) schrieb am 23.12.2018 16:55

Ich musste sowohl in der Arbeit als auch bei beiden Vereinen wo ich Übungsleiterin mache ein erweitertes Führungszeugnis abgeben.

LG Inge

purzelmurzel (Profil) schrieb am 23.12.2018 17:31

Für Grundschule hab ich sofort ein erweiterter Führungszeugnis gebraucht!

natascha (Profil) schrieb am 23.12.2018 19:04

Fürs Ehrenamt oder Arbeit.?

Für meine Job hab ich das auch gebraucht.
Jedoch nue fprs Ehrenamt


Lg natascha

Inge (Profil) schrieb am 23.12.2018 20:37

Beides. Eines hauptamtlich Rettungsdienst, zwei mal als ehrenamtliche Übungsleiterin

LG Inge

Lola (Profil) schrieb am 24.12.2018 00:06

Keine Ahnung, ob ich damit gemeint war, aber bei mir war die Grenze schon beim Brüllen erreicht. Da würde sich die Frage nach dem Dealen gar nicht mehr stellen. So war das gemeint. Und damit bräuchte ich für mich den Kopf nicht mehr zerbrechen, ob das Kind dahingehen darf. Bleiben nur die anderen Kinder...

Ihr wohnt doch auf nen Dorf, oder? Ist sowas dann nicht eh Stadtgespräch? Ich kann mir nicht vorstellen, dass zwei so heftig reagieren und der Rest überhaupt nichts weiss... oder der Rest hält vielleicht einfach die Klappe, weil es hochgekochte Halbwahrheiten sind...? Ich würde es so machen, wie Natascha schreibt. Vorsichtig beim Vorstand nachfühlen.

Und Natascha, das kenn ich auch und so brüllen wir Muttis :D. Ich hatte den Beitrag der Ts so gelesen, dass es nicht ums Anfeuern geht.

Lola (Profil) schrieb am 24.12.2018 00:10

Hab mir den eingangsthread nochmal durchgelesen. Das mit dem Brüllen ist vermutlich nur meine Interpretation...;)

natascha (Profil) schrieb am 24.12.2018 03:57

Lola

Wenn ich kein vertrauen in einen Menschen habe, egal aus welchen Gründen,
Dem würde ich mein Kind nicht anvertrauen, schon gar nicht in der Freizeit.
Nur wenn ich ein gutes Gefühl bei dem Menschen hätte und mich das Getratsche irre macht, dann würde ich mir die Mühe machen.



Sportvereine werden oft gewechselt,
A
Das Kind hat keine Lust oder Zeit mehr.
B
Es harmoniert zwischenmenchlich nicht.


Du weist doch, ich bin da ein wenig radikal.
Kinderwunsch steht dann hinter unserem Bauchgefühl.

Ich möchte nicht, jedes mal dasitzten u d negative Gedankenkreise haben, wenn ich mein Kind freiwillig wo abgebe. Das wirkt sich ja auf die ganze Familie aus.


Ich habe aber die Threadstarterin so verstanden,
Wie sie mit den Infos umgeht.
Das vor den Infos alles für sie soweit in Ordnung war.

Meine Kinder sind gross, da wird schon anders umgegangen, als bei kleinen Kindern.
Aber sie sind auch so, daas sie schon sagen können, wenn ihnen was nicht passt

Lg Natascha

Anonym schrieb am 27.12.2018 15:05

Hier die TS.

Danke für eure Gedanken!
Ich bin jetzt immer noch nicht wirklich weiter. Vorerst werde ich wohl mit meiner Freundin aus dem Vorstand sprechen, wenn ich sie wieder mal sehe. Ist dieser Tage etwas schwierig.
Natürlich kann es sein, dass mal etwas war, vor fünf Jahren vielleicht, und jetzt ist der Mann geläutert und der beste aller Väter und Ehemänner. Vielleicht aber eben auch nicht und wenn ich dem mein eigenes Kind „ausliefere“ oder auch andere, obwohl ich es weiß... Ach Mensch.

Beim Thema Polizei/Verfahren/Urteil bei häuslicher Gewalt bin ich sehr skeptisch. Da wird viel gar nicht erst aufgenommen oder sehr zügig eingestellt. Ich selbst war unmittelbare Zeugin in einem Fall, als meine Freundin verprügelt wurde, es gab ein ärztliches Gutachten, einen Anwalt usw. Das Verfahren wurde ohne Anhörung wegen fehlendem öffentlichem Interesse eingestellt. Selbst wenn die Polizei da also ein Mal vor Ort ist, macht sie da noch lange nichts. Und wenn die Frau vielleicht sogar sagt, dass es halb so schlimm ist, dann erst recht.

Na ich werde da mal mit der Freundin reden und mein Kind vorerst daheim lassen, was in Ordnung geht, weil es eh nicht hin will.

Welcher Ton in einem Training angemessen ist, weiß ich nicht. Mir ist das zumeist eh zu leistungsorientiert, da fehlt die Lockerheit und der Spaß und es geht nur darum, wer die meisten Tore beim letzten Turnier geschossen hat und wer am schnellsten läuft usw. Die meisten Kinder wollen doch einfach nur kicken oder sich wie auch immer bewegen, aber das ist ganz schwer möglich. Naja gut, aber das ist ein grundsätzlich anderes Problem.

Grüße!