"Leistungsturnen ja oder nein?"

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Clarita (Profil) schrieb am 19.12.2018 20:47

Leistungsturnen ja oder nein?

Ich brauche mal eure Meinung und hoffe, der lange Text schreckt nicht ab.

Meine Tochter wird in Kürze 7, ist in der ersten Klasse. Die Schule läuft ohne Probleme.

Sie ist schon immer bewegungsfreudig, sportlich und in dem Bereich auch ziemlich ehrgeizig. Hat schon Bronze-Schwimmabzeichen, immer wieder tage- oder wochenlang zu Hause von sich aus ständig Handstand, Rad oder Purzelbäume geübt, dass es z.T. nervte. Sie ist auch sehr gelenkig, hat irgendwann vor über einem Jahr festgestellt, dass sie Spagat kann, ohne dass ich mich erinnern kann, dass sie das jemals gezielt "geübt" hätte.
Sie macht jetzt zum dritten Mal beim allerdings nicht besonders anspruchsvollen (sind auch 3jährige dabei) Faschingstanz mit und geht seitdem sie Laufen kann zum "Kinderturnen". Da war es ihr bei uns im Dorf vor einem Jahr zu langweilig, da eben für Kleine, die einfach herumrennen und machen, was sie wollen. Sind dann in den übernächsten Ort gewechselt, da gab es für Vorschulkinder etwas anspruchsvolleres, eben auch mit Anleitung, aber auch Gruppenspiele etc. Mit der Einschulung dann dort Wechsel ins Mädchenturnen für Grundschülerinnen. Eine Schulfreundin ist auch dort, deren Mutter und haben uns mit dem Bringen und Abholen abgewechselt, so dass jeder nur einmal hinfahren musste.

Vor einiger Zeit meinte sie dann, dass sie es dort langweilig fände, es passte ihr auch nicht, dass die Trainerinnen eher am Rand sitzen und sagen, was die Kinder machen könnten/sollten, anstatt richtig "mitzumachen" und zu zeigen. Und eben auch weiterhin immer auch einfache Fangspiele und weniger richtiges Turnen.

Habe also recherchiert und festgestellt, dass es noch ein paar Orte weiter (ca. 16 Minuten Autofahrzeit von uns) auch wettbewerborientiertes Turnen für ihr Alter gibt, bei dem sie jetzt geschnuppert hat. Beim ersten Mal war sie totaaaal schüchtern, hat nichtmal ihren Namen gesagt, hing nur an mir und hatte Probleme, dass sie dort niemanden kennt. Zu Hause hat sie dann aber eine Sequenz am Boden ausprobiert, die sie genau beobachtet hatte und meinte, sie wolle dort turnen. Also das nächste Mal wieder hingegangen und da hat sie dann nach kurzem Anlaufproblem mitgemacht, ich konnte nach ein paar Minuten gehen und sie fand es toll.

Eigentlich war mir schon klar, dass es etwas für sie ist (s.o.), sonst wäre ich ja nicht auf die Idee gekommen. Allerdings gibt es auch ein paar Probleme, die mich beschäftigen:

Erstens müssen sie zweimal die Woche zum Training, so dass es für mich stressig ist, zumal der eine Termin um eine Uhrzeit ist, die wir nur mit extremer Anstrengung gerade so schaffen können. Ich hole nach der Arbeit den kleinen Bruder vom KiGa, zu Hause koche dann was Schnelles, wir essen und müssen sofort los. Nur Brot essen finde ich mittags blöd, da sie ja in Schule und KiGa auch schon Brot (und Rohkost/Obst/Nüsse) hatten. Vorkochen ist auch nicht meins.

Zweitens: da ich mich mit niemandem abwechseln kann, muss ich sie hinbringen und abholen, lohnt sich nicht, in der Zwischenzeit nach Hause zu fahren. Also zweimal in der Woche mit 4 1/2jährigem Bruder 1,5 Stunden lang in einer Kleinstadt herumhängen, in der es nicht viele Möglichkeiten gibt. Einkaufen tun wir eigentlich anderswo. Ok, in 5 Minuten Autoentfernung gibt es einen wohl schönen Spielplatz mit Wildgehege, den wir noch nicht kennen. Ist aber auch nur bei gutem Wetter sinnvoll und muss auch nicht zweimal in der Woche sein. Schwimmbad in der Stadt hat an den Tagen bzw. zu den Uhrzeiten zu.

Das Dritte beschäftigt mich grade fast noch mehr. Der größte Unterschied zum "normalen Spaßturnen" der anderen Sportvereine ist die große Bedeutung der Körperspannung. Dachte erst, das sei etwas Gutes. Aber dann ist mir aufgefallen, dass sie immer die Arme nach hinten und "die Brust rausdrücken" sollen und dabei ins Hohlkreuz gehen. Bei einem Kind ist es mir extrem aufgefallen. Muss das wirklich so sein?? Möchte eigentlich nicht, dass meine Tochter ein Hohlkreuz bekommt. Bisher hat sie einen guten, gesunden Rücken. Ich denke, ich spreche das morgen mal an, ob da gar nicht drauf geachtet oder dagegengesteuert wird oder so. Es sind aber ganz junge Trainerinnen, die selbst Turnen und es vielleicht genauso gelernt haben, keine Ahnung.

Und zu guter Letzt ist es natürlich einfach viel Freizeit, die ihr zwar Spaß macht, aber in der aber doch andere ihr sagen, was sie zu tun hat. Das Tanzen macht sie ja weiterhin (von September bis Fasching), also 3 Nachmittage mit wenig Zeit für freies Spiel mit ihrem Bruder, Verabredungen und Rausgehen. Wird mir selbst im Frühjahr/Sommer fehlen, wenn ich nicht einfach mit den Kindern in den Garten gehen kann, sondern eben zu den Terminen fahren und mich anderswo aufhalten muss. Eigentlich fände ich auch sowas wie Pfadfinder gut, da hat sie auch mal bei einem Spielenachmittag in den Ferien geschnuppert und hätte es sich vorstellen können. Waren mir dann nur zu viele Termine für sie. Genauso Musikschule, da gibt es ein Instrumentenkarussell zum Ausprobieren verschiedener Instrumente. Hatte ich erst vor, hab sie dann aber doch nicht angemeldet. Aber eigentlich insgeheim für nächstes Schuljahr "vorgesehen".
Ach so, da sie nächstes Jahr in die nächst höhere Tanzgruppe rutschen würde, die an einem anderen Tag übt, könnte sie dann da nicht mehr mitmachen. Das Tanzen ist aber mit allen Schulfreundinnen und hier im Ort, wo sie hinlaufen kann. Außerdem ist Fasching immer ein großes Ereignis, die gemeinsamen Auftritte natürlich tolle Erlebnisse für die Gemeinschaft und Integration (wir sind - noch bevor wir Kinder hatten - zugezogen).

Auf der anderen Seite hat sie eben Talent und Freude am Turnen und warum soll ich sie darin nicht fördern? Eine Freundin meinte, dass es auch für's Selbstbewusstsein gut sei, etwas zu haben, was einem Spaß macht und man gut kann. Auch sozusagen vorbeugend für die emotional vielleicht labileren Phasen in der Pubertät - sie hat eine 13jährige Tochter.

Was meint ihr? Soll ich sie tatsächlich bei den Leistungsturnerinnen anmelden? Natürlich heißt das ja nicht, dass sie dort für immer und ewig bleiben muss, aber ständig die Hobbies wechseln ist ja vielleicht auch blöd, v.a. wenn sie mal in der Gruppe integriert ist, wird sie dort ja auch nicht mehr weg wollen, sofern dort nicht gemobbt wird o.ä.

Antworten

Tine (Profil) schrieb am 19.12.2018 21:19

Huhu,

also prinzipiell bin ich ja bei der Freizeitgestaltung meiner Kinder (bzw. meines Kinder, der Kleine hat keine festen Termine ;-) ) der Meinung, dass er mir schon sagen wird was ihm gefällt und was nicht.
Also wenn mein Sohn sagen würde, dass er es machen will, dann kann er es gern ausprobieren. Jetzt das große ABER: Da hängt ja noch ein Kind dran.
Und bei 2 Terminen in der Woche finde ich das für den jüngeren Bruder ganz schön hart, wenn er da jedes mal mit muss. Er kann sich ja an diesen Nachmittagen auch nicht verabreden, nicht einfach spielen gehen, nicht das machen was er mag.
Gibt es denn eine Verbindung mit den Öffentlichen, die deine Tochter nach ein paar Mal üben allein Nutzen kann?
Lass mal 1,5 Jahre vergehen, deine Tochter bleibt bei diesem Sport und liebt ihn. Dann müsste der Bruder immer noch mit. Und ist aber vielleicht in einem Alter in dem er gern selbst auch Hobbys nachgehen möchte.

Schwierige Entscheidung.

Lg
Tine

Priska (Profil) schrieb am 19.12.2018 21:28

Ich hätte spontan erst gesagt, machen, vor allem wenn Interesse und Talent zusammenkommen. Allerdings finde ich, dass Tine auch ein Stück weit Recht hat. Aber vielleicht gibt es in der Kleinstadt ja auch etwas, an dem der Kleine in absehbarer Zeit teilnehmen könnte? In unserem Tanzkurs war immer ein Mädel, deren älterer Bruder in der Zeit beim Fußball war. Das war nur zwei Straßen weiter und er konnte dann selbst vom Tanzkurs aus dorthin gehen.

Clarita (Profil) schrieb am 19.12.2018 21:32

Ja, für den Bruder ist es immer Stress, das finde ich auch blöd. Er ist ein extrem schüchternes Kerlchen, sagt auch nie, dass er sich verabreden will. War mit ihm auch erst kinderturnmäßig gewechselt (also vor einem Jahr), dort waren es für ihn aber in seiner Altersklasse viel zu viele und auch unbekannte Kinder. Er hätte eigentlich ohne Mutter dorthin gesollt, no way. Gruppenspiele gingen gar nicht, selbst wenn ich mitgemacht habe. Habe ihn dann wieder abgemeldet, als die Große zu den Schülerinnen (an einem anderen Tag als das Kinderturnen) wechselte. Jetzt ist ihm vor ein paar Wochen eingefallen, dass wir doch hier im Ort im KiTu waren und wollte hin. Waren jetzt zweimal dort und er liebt es. Natürlich mit der großen Schwester (die zwar eigentlich zu alt dafür ist, aber z.T. ist auch eine Schulfreundin dort trifft und die älteren Kinder derjenigen, die die Halle aufschließt und ein paar Dinge aufbaut) und einer Hand voll Kinder aus dem Ort, mit denen er aber keinen Kontakt aufnehmen würde. Er ist im Nachbarort im KiGa.

Öffentliche Verkehrsmittel gehen gar nicht. Es handelt sich nicht um die Kleinstadt, zu der unser Ort eingemeindet ist, selbst da wäre es mehr als fraglich, ob zur passenden Zeit ein Bus fährt. Alles andere wäre eine Weltreise und nicht machbar.

Clarita (Profil) schrieb am 19.12.2018 21:39

Hab auch schon überlegt, ob es für den Kleinen was anderes zeitgleich geben könnte. Ist aber eben schwierig (s.o.). Da müsste ich auf jeden Fall dabei sein, weswegen sowas wie Musikschule (was ihm sonst liegen würde) generell erstmal wegfällt, selbst wenn es zufälligerweise in der Zeit was gäbe.

Einzige Idee, aber doch auch schwierig wäre das Eltern-Kind-Turnen in "unserer" Kleinstadt, die zwischen unserem Ort und dem Turn-Städtchen liegt. Dorthin geht nämlich seine liebste KiGa-Spielkameradin, mit der er auch in zwei Jahren in die Schule kommt. Die ist auch recht schüchtern (ihr Vater musste beim Kindergeburtstag meines Sohns dableiben), so dass sie ganz gut zusammen passen. Allerdings sind dort erstens auch viele Kinder, die er nicht kennt, außerdem passen die Zeiten nicht so ganz. Das Leistungsturnen ist montags von 15-16.30 Uhr und das Eltern-Kind-Turnen 16-17 Uhr und eben nicht im selben Ort. Ginge also nur, wenn mein Sohn mit dem Elternteil oder Oma oder so seiner Freundin dort bliebe, bis ich mit seiner Schwester zurück käme...

ChristineT (Profil) schrieb am 19.12.2018 22:00

Du könntest dort fragen, ob sie zwingend zweimal die Woche kommen muss oder ob es reicht, wenn sie einmal pro Woche da ist. Das wäre schon eher zu händeln.

Clarita (Profil) schrieb am 19.12.2018 22:07

Sie müssen leider zweimal kommen, sonst kommen sie nicht mit. Wurde mir schon gleich gesagt, ich war davon ausgegangen, dass es jedem selbst überlassen ist.

Inge (Profil) schrieb am 19.12.2018 22:24

Ich helfe auch bei einer leistungsorientierten Turngruppe mit. Körperspannung ist extrem wichtig und verhindert Verletzungen.
Mit Spannung im Hohlkreuz stehen ist auch nicht schädlich, weil die Muskulatur die Belastung von der Wirbelsäule weg nimmt. Trotzdem ist das eigentlich so nicht richtig, zumindest nur als kleiner Teil im Gesamten.

Am Anfang stehen die Kinder aber bei der Übung oft im Hohlkreuz, weil die richtige Koordination noch nicht da ist. Die Kinder sollen sich eigentlich lang machen und die Wirbelsäule strecken. Bauch, Po und Oberschenkel anspannen und die Schulterblätter nach mitte/unten ziehen. Das ist für diese Altersgruppe noch schwierig. Die Kinder müssen erst überhaupt lernen was ihr Becken und die Wirbelsäule macht, das geht oft erst mal in Extreme bis die Kinder die "Mitte" finden.

Ich würde sie mitmachen lassen und das ganze etwas länger anschauen: Wie landen die Kinder nach Sprüngen (Hohlkreuz oder gerader Rücken), wie ist die Grundhaltung bei gymnastischen Elementen? Werden die Kinder in der Haltung korrigiert? Machen sie

- Kraftübungen (natürlich ohne Gewichte!, sondern halt Körperspannung, Hängen am Reck mit angezogenen Armen, Unterarmstütz...)?
- Dehnübungen (auch dabei muss auf die Körperhaltung geachtet werden, aber auch da dauert es, bis die Koordination so weit ist, dass das so aussieht wie es soll). Wird auch mit geradem Rücken nach vorne gedehnt (ausschließlich mit geradem Rücken geht nicht ;o), wird korrigiert wenn die Knie nicht gestreckt, die Beine nicht gespannt sind? Wird korrigiert wenn die Füße nach innen kippen (wenn sitzend in Grätsche nach vorn gedehnt wird, beim Hürdensitz, beim Spagat...)
- Geschicklichkeitsübungen
- Gleichgewichtsübungen

Wie sieht das Aufwärmen aus? Da sollte von allen oben genannten Elemente was drin sein.

Wie sieht das an den Geräten aus? Wie groß sind die Gruppen? Müssen die Kinder lange warten? Werden die Kinder an die Übungen hingeführt, wird auf Körperspannung geachtet, wird Hilfestellung gegeben?

Wie sieht die Körperhaltung bei den guten Turnerinnen aus? Stehen die richtig, haben die Körperspannung, haben die ihren Körper während der Übungen unter Kontrolle, oder ist das mehr ein dauerndes Abfangen von unsauber ausgeführten Übungen? Es dauert bis die Körperspannung und Koordination gut ist.

Ich kann dir schreiben, wie bei uns das Training in dem Alter aussieht. Es muss nicht überall so sein. Wir würden gerne mehr spielerisches rein bringen (Pedalos, Balancebretter, Rola-Bola, Sprossenwandklettern, Seile), aber nachdem wir nur eine halbe Halle haben, ist das aus Platzgründen sehr schwierig.

Trainingszeit: 2 Stunden:
Als erstes gibt es meist irgendein Laufspiel zum aufwärmen. Manchmal Fangen oder Versteinern spielen, Schwarzer Mann oder so was halt.
Oder es wird gleich aufgebaut und die Geräte dienen als Hindernisse.
Dann kommt das eigentliche Aufwärmen/ Einturnen auf den Bodenmatten. Vorwärts /rückwärts/ seitwärts gehen, Vierfüßlergang, Froschhüpfer, gymnastische Elemente, Anspreizen, Hochspreizen, Seitspreizen, Hüpfer, gymnastische Sprünge, leichte Akrobatik (Rollen, gestreckt seitwärts rollen, Räder, Handstand abrollen, je nach Leistungsstand)...
Kraft, Koordination, Gleichgewicht wechseln sich immer wieder ab. Zum Abschluss des Aufwärmens wird noch gedehnt.
Insgesamt dauert das Aufwärmen bei den Kleinen (5-8 Jahre) eine knappe Stunde.
Dann werden die Gruppen eingeteilt. Nach Leistung und auch Größe, damit man nicht immer das Gerät umstellen muss.
Wir haben an jedem Gerät einen kleinen Übungsparcours den die Kinder durchlaufen.
Ich bin meist am Sprung, da sieht das dann meist so aus:

Das "Gerät" ist bei den Kleinen ein Mattenberg. Je nach Können und Alter 2-3 Weichbodenmatten aufeinander. Davor natürlich das Sprungbrett. Auf dem Rückweg sind Übungen zu dem was man am Sprung braucht:
- Sprungkraft: Z. B. Prellsprünge von einem Sprungbrett auf eine Bank und wieder zurück
- Körperspannung: Vierfüßlergang in Liegestützhaltung, oder auch Teppich schieben, Handstandstehen mit Bauch Richtung Wand (verhindert Hohlkreuz), in Liegestützhaltung immer abwechselnd ein Knie vor ziehen... Da sind ganz viele Übungen drin, die du auch in einer Rückengymnastik-Gruppe findest.
- Stütz, bzw. Armabdruck: Hasenhüpfer, die Guten schwingen auch schon in den Handstand auf und Hüpfen dann mit den Händen weiter, dafür braucht es aber schon gute Körperspannung...

Dann kommt für die Fortgeschrittenen meist noch eine Übung dazu die ein bestimmtes Problemfeld "bearbeitet". Beim Handstandüberschlag in die Rückenlage z. B., dass die Beine "hoch" gebracht werden, der Körper also gestreckt, aber nicht überstreckt wird.

Die Kinder stehen bei uns also nicht rum, sie warten nicht bis sie dran sind sondern arbeiten auch sehr viel alleine. Natürlich muss man alles im Blick haben, auch die Zusatzübungen muss man immer mal korrigieren wenn da geschludert wird.

Am Gerät steht der ÜL als Hilfe- und Sicherheitsstellung.

Angefangen wird bei uns z. B. am Sprung mit Strecksprung auf eine Matte. Dann auf zwei und dann geht es schon zum "Handstand-umfallen" (Handstandüberschlag in die Rückenlage). Da werden die Kinder anfangs geturnt, sie müssen nur abspringen und Körperspannung halten, den Rest macht der ÜL.

An den anderen Geräten ähnlich. Die hauptsächlich geübten Elemente ergeben sich aus den in den Wettkämpfen geturnten Pflichtübungen. Diese Pflichtübungen haben schon in sich einen didaktischen Aufbau. Es kommt mit jeder schwierigeren Übung etwas dazu, wofür in den vorhergehenden Übungen die Grundlage geschaffen wurde.

Und, worauf bei uns auch geachtet wird: Lieber eine leichtere Übung sauber geturnt, als eine schwierigere "hingerotzt".

Zum Schluss abbauen und noch ein kurzes Spiel.

Dieses Training ist relativ streng (keine Angst, der Spaß kommt nicht zu kurz), ist aber natürlich nur für Kinder geeignet, die selbst auch wirklich turnen wollen. Überehrgeizige Eltern werden bei uns sehr schnell ausgebremst.
Für Kinder die sich nur einfach bewegen wollen und sehr verspielt sind ist das nichts, es soll ja auch Spaß machen. Für diese Kinder gibt es bei uns im Bereich allgemeine Bewegung die Kindersportschule. Wenn ein Kind dann später doch noch zur Leistungsgruppe dazu stoßen möchte ist das kein Problem. Leistung heißt bei uns nicht: zeigt gute Leistungen, sondern: ist bereit sich anzustrengen. Wie gut das Kind dann wirklich turnt ist zweitrangig. Aber ab 8 Jahre: 2x die Woche 2,5 Stunden sind Pflicht, ebenso die Wettkämpfe (3x im Jahr).

LG Inge

Anonym schrieb am 20.12.2018 07:43

Ich verstehe dein Dilemma total gut. Vor allem im Sommer (trainieren sie auch in den Ferien?) würde es mein Familienleben total einschränken.
Ich empfehle dir eine Pro und Kontra Liste. Das bringt erstmal Klarheit ob eine Seite tatsächlich überwiegt. Die Pro Seite muss natürlich ganz ehrlich ausgefüllt werden ;o)

Ich selbst würde den Leistungssport nach hinten verschieben. Vielleicht in die dritte oder vierte Klasse. Dann ist sie auch eher in der Lage, alleine mit den Öffentlichen zu fahren und dein Kleiner ist Schulkind und kann auch mal zwei Stunden allein bleiben.
Bis dahin würde ich schauen, was ihr eurer Tochter bieten könnt. Vielleicht habt ihr einen Garten und könnt ein Reck aufbauen. Slackline geht auch immer. Und ich würde noch mal richtig recherchieren, was es in eurer Nähe noch an Sportmöglichkeiten gibt.

Mich persönlich gruselt es schon, wenn ich bei Olympia diese eigentlich erwachsenen Turnerinnen sehe, die (nach meinem Empfinden!) körperlich auf dem Stand einer 13jährigen stehen geblieben sind. Das wäre ja dann die Zukunft deiner Tochter, für den Fall, dass sie "richtig" durchstartet.

LG Doro


schneckmeck (Profil) schrieb am 20.12.2018 08:03

Ich hab mich grad bei meiner 6,5 jährigen dagegen entschieden. Bei ihr ist auch quasi seit der Geburt der natürliche Lebensraum die Turnhalle und mir wurde wärmstens ans Herz gelegt - von der Turnleiterin - das ich sie zum Leichtathletik und Geräteturnen anmelde. ABER sie ist jetzt eben auch grad erst in der 1. Klasse, ich finde, dass ist erst mal genug! Wir gehen jetzt im nächsten Stadtteil zu einer Zirkusgruppe: dort läuft überwiegend Akrobatik, die laufen auf Bällen etc., die 6-8 jährigen nehmen noch nicht an Wettkämpfen teil - das ist für mich ein guter Kompromiss und das Tochterkind hat Spass dran... Vielleicht gibt es bei euch auch ein Ding dazwischen -zwischen Larifari und bierernst - in einer anderen Spate???

munkes (Profil) schrieb am 20.12.2018 08:10

Wir haben das paar mal gemacht und dann gelassen. Bei uns liegt die Betonung wirklich auf Leistung, die Trainerinnen sind mehr verbissen als liebevoll und meine Tochter fühlte sich oft zu etwas gezwungen, ist aber zu schüchtern um sich zu behaupten. Ab 6 2x pro Woche, ab 8 sogar 3x ist mir dann auch echt zu viel Eingriff in unsere Freizeit.
War froh, als meine Tochter keine Lust mehr hatte.
Jetzt machen wir Schwimmverein, einmal pro Woche pflicht, einmal optional und Kinder Zumba in einem Fitnessstudio. Mein Kind hat Spaß und Dauergrinsen im Gesicht beim Training.

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 09:35

Danke, Inge, das ist echt interessant! Also bei uns sind es ja nur 1,5 Stunden. Aufwärmen ist einfach Rennen durch die Halle, aber schon recht lange würde ich sagen. Zumindest so lange, bis die Kinder von selbst nicht mehr rennen, sondern nurnoch laufen.
Krafttraining und Dehnen haben sie zumindest beim ersten Schnuppertermin erst am Ende gemacht. Nach dem Aufwärmen fangen sie anscheinend immer mit dem Boden an, Purzelbaum mit Strecksprung oder so Hüpfer vorwärts und rückwärts. Haben es meiner Tochter, als sie dann mitmachte auch gut gezeigt, soweit ich es beurteilen kann.

Öffentliche Verkehrsmittel fallen tatsächlich dauerhaft aus, egal wie alt sie ist. Habe grade mal spaßeshalber geschaut. Da wäre sie donnerstags knapp 2 Stunden unterwegs mit zweimal Umsteigen. Montags nur 30 Minuten mit einmal Umsteigen, dafür aber fast 40 Minuten vor Beginn dort. Rückweg einmal 1 Stunde 10, einmal 49 Minuten. Dabei ist noch nicht der Weg von zu Hause bis zur einzigen Bushaltestelle unten im Ort eingerechnet. Dauert nochmal ca. 15 Minuten auf dem Hinweg, auf dem Rückweg sicher länger, da man bergauf läuft und sie dann nicht mehr so fit wäre.

Ich gehe mal davon aus, dass in Schulferien nicht trainiert wird, ist sonst zumindest immer so. Habe aber noch nicht gefragt.

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 09:54

Also beim Dehnen wurde auf jeden Fall darauf geachtet (und korrigiert, wenn es nicht so war), dass die Zehenspitzen nach Außen zeigen, das ist mir aufgefallen, obwohl ich nicht wusste, dass das wichtig ist.

Hm, Alternativen. Sie träumt ja seit letztem Fasching davon, Tanzmariechen zu sein. Das geht ja in eine ähnliche Richtung, wird aber von unserer kleinen Fastnachtsgesellschaft nicht wirklich unterstützt. Da bräuchte sie - woher auch immer - einen Privattrainer und müsste genauso zweimal pro Woche trainieren. Der richtige Gardetanz ist bei uns halt leider erst ab 11 oder 12 oder so. Vorher sind es von den Trainerinnen selbst ausgedachte Tänzchen, bei denen Verkleidung zu einem Thema und der Spaß der Kinder im Vordergrund stehen. Sie proben auch nicht das ganze Jahr durch, sondern nur gezielt ab Herbst (was meine Tochter aber blöd findet). Deswegen tanzen natürlich auch viel mehr Kinder mit als in der richtigen Jugendgarde. In anderen Ortschaften ist das anders, da wird schon früher ganzjährig und gardemäßig getanzt. Abgesehen davon, dass ich sie da natürlich auch hinfahren müsste, fände ich es aber blöd, wenn sie an Fasching in anderen Orten unterwegs wäre. Fasching ist eben überall ziemlich gleichzeitig (also nicht jede einzelne Veranstaltung, aber so im Wesentlichen) und es ist ja toll, dass es in unserem kleinen Ort einen eigenen Verein gibt mit Prunksitzung, Kinderfasching und sogar einen eigenen Rosenmontagsumzug. Das sollte man schon auch erhalten, finde ich. Zumal eben ihre ganzen Schulfreundinnen auch dort mitmachen.

Was gibt es noch in "unserer" Kleinstadt? Also die ist nur 8 km entfernt (statt ca. 15 km), auch nur mäßige Busverbindung, aber immerhin eher ggf. mal möglich, ansonsten halt näher, mit tollem Spielplatz und deutlich gewohntere Umgebung als die andere Stadt. Dort waren wir früher in der Musikschule und meine Tochter auch im Schwimmkurs, während dem ich z.T. mit dem Kleinen am Bach daneben spazieren war, dort sind die weiterführenden Schulen, auf die sie voraussichtlich mal kommen etc. Wäre also weniger Stress, zumal wenn es nur einmal pro Woche wäre.

Dort gibt es natürlich auch normales Mädchenturnen (aber dann könnte sie auch gleich wieder dorthin gehen, wo sie bisher war), Teakwondo (vom Sportverein) und auch eine Tanzschule. Allerdings nicht Zumba, sondern "Dance4Kids"

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 10:08

Für 11-14jährige Mädchen gibt es dann auch in "unserer" Stadt "Wettkampftraining und Geräteturnen", aber nur einmal pro Woche für 1 1/4 Stunde. Vorher nur das normale Mädchenturnen für Grundschülerinnen. Das allerdings gleichzeitig (fängt nur 1/2 Stunde früher an, da eben 1,5 Stunden) mit dem Kinderturnen für Vorschüler. Wäre also in einem Jahr ggf. praktisch - sofern mein Sohn da mitmachen würde.

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 12:55

Hab mir grade mal Elementvideos bei von Turn10 bei Youtube angeschaut (siehe Link). Sieht ja schon auch toll aus, aber das ist mit Sicherheit harte Arbeit, bis man das so kann. Es gibt auch einen vereinsinternen Wettkampf mit entsprechendem Ranking, wie ich auf der Homepage gesehen habe. Also ja auch irgendwie immer Konkurrenz. Hm, finde ich auch nicht so toll. Ich dachte, die würden nur bei den Kinderturnfesten als Gruppe antreten oder so.

Meine Tochter freut sich schon seit Montag auf heute Nachmittag, wenn wieder Turnen ist. Mal sehen. Ich hoffe, ich kann auch noch ein bisschen mit einer Trainerin sprechen und dann müssen wir wohl über die Ferien überlegen, was wir machen. Da treffen wir u.a. auch zwei turnende Cousinen von ihr, die aber schon 13 und bald 15 sind und die ihre Lieblingscousinen sind. Die wohnen weit weg von uns, so dass wir sie nur max. 3-4mal im Jahr sehen. Die haben aber später angefangen, die jüngere, die noch mehr im Turnfieber ist, meinte nur mal, dass sie im Nachhinein lieber früher hätte anfangen sollen. Mal hören, was meine Schwester (also die Mutter der beiden) meint ;-). Allerdings wohnen sie in einer größeren Stadt, so dass sie vermutlich immer selbst zum Training fahren können.

https://www.btv-turnen.de/geraetturnen/turn10r/elementvideos.html

Anonym schrieb am 20.12.2018 14:24

Meine ist sechs, turnt wunderschön, ohne Anleitung. Sie macht Saltos auf dem Trampolin. Alles nur zum Spass. Ich war mit ihr beim Geräteturnen, weil sie es einmal ausprobieren wollte. Nach dreimal schnuppern merkte sie, das ist ihr zu streng. Garde will sie zum Glück nicht. Da sie Pferde mag, darf sie dann zum Voltigieren. Das ist ihr größter Wunsch.

Kommt der Wunsch denn von Deiner Tochter oder möchtest du sie fördern?

Ich habe früher selber Leistungsturnen gemacht. Irgendwann würde es mir aber zu viel, ich hatte Wettkämpfe und eine strenge Trainerin, und auch ich bin beim Voltigieren gelandet...ha..der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Lola

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 15:03

Naja, ich habe halt geschaut, was es noch gibt, nachdem sie das Mädchenturnen langweilig fand. Meine Kollegin hat dann zufällig ergoogelt, dass es da eben dieses wettbewerborientierte Turnen gibt.Meine Tochter wusste ja auch gar nicht, dass es das gibt, also konnte sie gar nicht so einen Wunsch äußern.
Ich selbst komme aus einer Familie, in der Sport im Gegensatz zu Naturwissenschaften, aber auch Musik, überhaupt keine Bedeutung hatte. Entsprechend war ich nie auch nur ansatzweise im Bereich von Leistungssport.

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 15:10

Vielleicht war es auch naiv von mir, sie dort schnuppern zu lassen. Nur weil ich unsportlich bin, will ich sie ja trotzdem Sport machen lassen, wenn das ihr Ding ist. Jetzt will sie das unbedingt machen, dabei habe ich ihr noch nichtmal die Videos gezeigt. ..

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 15:11

Ich werde heute nochmal etwas genauer nachfragen und schauen.

pepperlotta (Profil) schrieb am 20.12.2018 18:35

Unbedingt machen lassen !

Mein erster Impuls. Auf jeden Fall zahlt sich bei Sport früh anfangen oft aus und wenn deine Tochter eine Leidenschaft gefunden hat wäre es doch schade sie auszubremsen. Wie sieht es mit Fahrrad zum Training fahren aus ? Dann wäre sie auf jeden Fall auch warm (vllt ja auch mit dem Rad zwischen dem turnen vom Bruder hin und her wenn sie das alleine kann).

Und für die schwankende Zeit wenn sie in die Pubertät kommt ist eine Sportgruppe die ihr Halt und Selbstvertrauen gibt doch auch toll ! Über gesundheitliche Nachteile würde ich mich auch noch informieren bzw. Schauen wie Training körperfreundlich gehalten werden kann.


Ich lese weiter mit. Spannende Entscheidungsfindung und ich mag das du uns so teilhaben lässt ;)

Lola (Profil) schrieb am 20.12.2018 21:54

Dann hast du jetzt ein selbstgemachtes Problem, würde ich sagen...:P

Also, wenn du es ihr gezeigt hast und sie das jetzt toll findet, solltest du ihr meiner Meinung nach auch die Möglichkeit geben, es zu machen.

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 22:04

Mit dem Fahrrad zum Training!! Das wäre für sie ein tagesfüllender Ausflug. Anscheinend liest Evi zurzeit nicht mit, sonst könnten wir uns gemeinsam über den Vorschlag amüsieren. Vermute, Du lebst im Flachland ;-). Ok, zwischen den beiden Kleinstädchen geht es sogar einigermaßen, aber da würde ich sie nicht alleine fahren lassen (ohne eigenen Fahrradweg außerorts) und es würde vermutlich auch zu lange dauern.
Die für das Turnen verantwortliche Trainerin hatte heute keine Zeit für ein Gespräch. Wir telefonieren dann.
Meiner Tochter hat es wieder mehr Spaß gemacht als das andere Turnen und möchte dort weitermachen... Immerhin kommt ein Kind aus unserem "Hauptort", wo das Eltern-Kind-Turnen montags ist. Wenn meine Tochter von der anderen Mutter mitgenommen würde (habe jetzt noch nicht gleich gefragt) könnte ich vermutlich mit dem Kleinen dorthin. Trotzdem ist zweimaliges Training in der Woche viel... Dazu kommen 4-5 Wettbewerbe. Die Info habe ich auch von der anderen Mutter.

pepperlotta (Profil) schrieb am 20.12.2018 22:15

Hihi! Ja tatsächlich flachestes Flachland naja ein wenig Hügel hat Schleswig Holstein auch :D
PS. Mein Großer ist komplett unbegeistert bisher von allem "Angebot" will nicht mal zum Probetraining oder so. Also vielleicht spricht auch ein wenig "Neid" aus mir dass deine Tochter ihre Leidenschaft wohl gefunden hat ;)

Clarita (Profil) schrieb am 20.12.2018 22:34

Meine Tochter würde wenn es ginge auch noch Fußball, Reiten, Ballett und was-weiß-ich-was machen... Und Schwimmen bis zur Goldmedaille sowieso. Da lassen wir sie aber jetzt nach Bronze erstmal pausieren. Zumal sie ab Januar alle 2 Wochen von der Schule aus Schwimmen hat. Hoffe, dass es ihr da nicht langweilig wird. Es können noch nicht alle Klassenkameraden schwimmen.

Anonym schrieb am 21.12.2018 07:47

Meine Tochter würde wenn es ginge auch noch Fußball, Reiten, Ballett und was-weiß-ich-was machen... Und Schwimmen bis zur Goldmedaille sowieso.

Hmm....das klingt für mich jetzt aber schon ganz anders als im Eingangspost. Ich hatte es so verstanden, dass sie unbedingt zum Turnen möchte. Wenn es auch jede andere Sportart sein kann und es ihr nur um die körperliche Auslastung und den Wettkampf geht, findet ihr doch sicher auch was anderes in eurer Nähe.
Vielleicht musst du sie dort auch einfach nur schnuppern lassen und sie beißt an. Leichtathletik gibt's doch bestimmt auch.

@ Purzel - ich bin schon auch sehr für Selbstständigkeit, aber eine noch nicht mal 7jährige diese Strecke auf der Landstraße mit dem Fahrrad fahren zu lassen, wäre mir zu heiß.

LG Doro

Clarita (Profil) schrieb am 21.12.2018 17:07

Sie ist auf jeden Fall begeisterungsfähig. Aber gleichzeitig glaube ich schon, dass das Turnen sie besonders anspricht. Z.B. Reiten ist etwas, das sie v.a. in der Zeit erwähnt hat, in der sie mit mehreren pferdeverrückten Mädels im KiGa war. Es war aber nie so ein richtiger Herzenswunsch. Für Fußball hätte sie meiner Meinung nach auch ein gewisses Talent gehabt, soweit ich das beurteilen kann. Da das Bambibi-Training aber am selben Tag wie der Faschingstanz war (und mein Mann und ich auch nicht besonders scharf drauf sind, jedes WoE irgendwo an einem Sportplatz zu stehen), ist das quasi von selbst weggefallen.
Zu Leichtathletik fallen mir nur Bundesjugendspiele ein. Weiß gar nicht, wird das im Verein abläuft und ob ihr das Spaß machen würde. Werfen und Fangen würde ich jetzt mal nicht unbedingt als eine besondere Stärke von ihr bezeichnen. Was auch daran liegt, dass sie es selten macht.

purzelmurzel (Profil) schrieb am 21.12.2018 19:30

Meine Tochter würde wenn es ginge auch noch Fußball, Reiten, Ballett und was-weiß-ich-was machen... Und Schwimmen bis zur Goldmedaille sowieso.


@ Purzel - ich bin schon auch sehr für Selbstständigkeit, aber eine noch nicht mal 7jährige diese Strecke auf der Landstraße mit dem Fahrrad fahren zu lassen, wäre mir zu heiß.

LG Doro

Hä? Ich hab doch gar nichts dazu gesagt, oder? Das würde ich auch nicht machen!

Anonym schrieb am 21.12.2018 19:41

Entschuldige Purzel, ich hatte mich verlesen bzw. mich wohl nur auf's "P" konzentriert ;o)
Peperlotta hatte das geschrieben.

LG Doro

purzelmurzel (Profil) schrieb am 21.12.2018 20:31

Entschuldige Purzel, ich hatte mich verlesen bzw. mich wohl nur auf's "P" konzentriert ;o)
Peperlotta hatte das geschrieben.

LG Doro


Ach so. Ich dachte schon, es steht schlimmer und wirrer um mich, als ich dachte...

Cora (Profil) schrieb am 21.12.2018 22:07

Wenn Du die Große zum Turnen fährst und den Kleinen mitnehmen musst, könnte er immer einen Freund mitnehmen und ihr drei geht dann auf den Spieli oder im Sommer Eis essen oder spielt Federball draußen oder so.

Dann könnte der Kleine seine Kontakte aufbauen und wäre beschäftigt.

Du nimmst Deinen Kindle oder Deinen Tolino und liest währenddessen all die Romane, zu denen Du bisher nicht gekommen bist.

Für das Regenprogramm müssten wir hier nochmal brainstormen....
Gibt es eine Bücherei?

LG
Cora

Clarita (Profil) schrieb am 21.12.2018 22:48

Es ist echt spannend, auf was für Ideen ihr so kommt, die für mich so total abwegig sind... ;-). Mein Sohn hat zwar Kinder zum Geburtstagfeiern eingeladen, aber ansonsten noch nie nachmittags was ausgemacht. Mit einem wollte er sich mal eine Zeit lang treffen, da hieß es von der Mutter immer: "Ist grade so viel los, ganz schlecht. Ich merke mich dann, wenn es passt." Später war er dann auch nicht mehr so interessiert an dem Jungen. Es gab mal Kombinationstreffen mit einer Familie,deren Kinder jeweils gleichalt sind wie meine und meine Tochter mit der Tochter befreundet war und dann eben auch die Jungs gespielt haben. Seitdem die Mädels in unterschiedlichen Schulen sind (da wir eben im KiGa des Nachbarorts sind und nicht hier), fehlen sie als treibende Kraft für ein Treffen.
In letzter Zeit hat er hauptsächlich zwei Kinder, mit denen er spielt. Der eine wohnt aber auch recht weit weg und zwar in entgegengesetzter Richtung zum Turnen. Es gab auch noch nie Wünsche zu privatem Treffen. Die andere, mit der er auch in die Schule kommen wird, ist nachmittags meistens bei den errungen oder anderen Großeltern und eben gleichzeitig auch so schüchtern, dass sie nicht allein zu uns gehen würde. Da sind Verabredungen leider auch so gut wie unmöglich.

Naja, im Moment tendiere ich doch eher gegen den Leistungssport. Obwohl ich natürlich ein schlechtes Gewissen habe, dass ich sie erstmal so "heiß gemacht" habe.

Clarita (Profil) schrieb am 21.12.2018 22:55

Habe heute mit einer Bekannten aus dem Ort geschrieben. Deren Jüngste ist eine Klasse über meiner Tochter (aber einen Kopf größer) , früher im selben KiGa und in der Zeit ab und zu zum Spielen da, wenn es zu Hause ein Betreuungsproblem gab (auch keine Großeltern in der Nähe). Ich erinnere mich, dass sie auch so ein sportlicher Typ ist. Kann sein, dass sie damals meine Tochter mit dem "Handstandvirus" angesteckt hat. Da die Mutter mittlerweile alleinerziehend und schon immer selbstständig ist, hat sie auch das Problem, wie die Tochter zu irgend einem Sport kommt. Sie wollte sie ab nächstem Jahr genau dorthin schicken, wo meine Tochter zuletzt war. Sie soll mit dem Bus hinfahren und sie müsste früher Schuss machen, um sie abzuholen.

purzelmurzel (Profil) schrieb am 22.12.2018 12:19


Naja, im Moment tendiere ich doch eher gegen den Leistungssport. Obwohl ich natürlich ein schlechtes Gewissen habe, dass ich sie erstmal so "heiß gemacht" habe.


Hast du dir mal einen Wettkampf angeschaut? Wie sehen die Mädchen da aus - was sagt deine Tochter dazu? Wie sehen die Übungen aus?
Manchmal ist Leistungs-Turnen oder Rhythm. Sportgymnastik sehr steif und streng. Alle machen genau das exakt gleiche, stark geschminkt etc. Das würde ich mir bei den Mädchen auch noch anschauen. Kann ja trotzdem gut passen, aber vielleicht eben auch nicht ;-)

maidli (Profil) schrieb am 22.12.2018 16:18

Habe heute mit einer Bekannten aus dem Ort geschrieben.....Da die Mutter mittlerweile alleinerziehend und schon immer selbstständig ist, hat sie auch das Problem, wie die Tochter zu irgend einem Sport kommt. Sie wollte sie ab nächstem Jahr genau dorthin schicken, wo meine Tochter zuletzt war. Sie soll mit dem Bus hinfahren und sie müsste früher Schuss machen, um sie abzuholen.

Wäre das nicht optimal: ihr meldet beide Mädchen beim Leistungsturnen an und wechselt euch beim Fahren ab. Wenn du dran bist, könntest du dann gleich den Wocheneinkauf erledigen.
Denn wenn das andere Mädchen so turnfreudig ist, wird ihr das “Spaßturnen“ ja auch bald zu fad sein.

Inge (Profil) schrieb am 22.12.2018 16:59

@ Purzelmurzel

Naja. Leistungssport und Leistungsgruppe im Breitensport ist nicht das Selbe.

Leistungssport Turnen: (Altersklasse 7 Jahre)
https://www.youtube.com/watch?v=bvLwvtr_oQU

In unserem Verein haben wir ein paar wirkliche Leistungsturnereinnen (bis ca. 10 Jahre, die meisten wechseln dann in den Breitensportbereich)

mit 7 Jahren: 3-4x die Woche 2,5 Stunden Training, davon 2x im Leistungszentrum.

die Leistungsgruppe im Breitensport wird da eher so was turnen:
https://www.youtube.com/watch?v=FRe8zlp9aF0
die Fortgeschrittenen vielleicht auch schon:
https://www.youtube.com/watch?v=nZ-0O9SUaDA

Dazwischen gibt es noch die LK-Wettkämpfe. Das sind praktisch die "höheren" Breitensportwettkämpfe. Das sind dann Kür-Übungen.

LG Inge

Anonym schrieb am 23.12.2018 16:05



Ach so. Ich dachte schon, es steht schlimmer und wirrer um mich, als ich dachte...


Nee, um mich allerdings scheinbar schon ;o)

LG Doro

Anonym schrieb am 23.12.2018 22:21

Hallo Clarita,

für mich hört sich das so an, als wärst du selber noch nicht klar. So wie sich das liest, hängst du ja an der Fahrerei mit dran, wenn es niemand gibt, mit dem du es aufteilen kannst und dein Sohn dann auch. Ich würde dir vorschlagen, dass du dir genau das überlegst, ob du das willst und leisten kannst. Denn ich glaube nicht, dass es für deine Tochter einen Mehrwert hat, wenn du dadurch gestresst wärst, bzw. der kleine Bruder dadurch viel zurückstecken muss.

Für mich wäre das klar, ich würde die Zeit/Fahrerei nicht alleine stemmen wollen. Und ich würde das auch nicht für ein Geschwisterkind wollen, wenn es in der Zeit nichts eigenes machen kann, bzw. auf Spielen mit Freunden verzichten müsste. Wenn deine Tochter unbedingt will, und du es auch unterstützen möchtest, finden sich evtl. noch andere Wege.

Als Alternative für zu Hause könnte für euch vielleicht auch ein Airtrack in Frage kommen. Unser Großer (9) bekommt jetzt einen zu Weihnachten, weil er ständig bestrebt ist neue Akrobatik zu lernen (hat sich über YouTube selber Rückwärtssalto auf dem Boden beigebracht).

Herzliche Grüße!!!

Anonym schrieb am 23.12.2018 22:33

Ach ja, und wegen dem schlechten Gewissen, falls du dich jetzt dagegen entscheidest: Das brauchst du nicht haben!!!
Es ist okay, wenn du jetzt zu ihr sagen würdest: Tut mir leid, ich habe erst jetzt richtig darüber nachgedacht und es ist mir zuviel mit dem Fahren/whatever dann deine Beweggründe wären.
Sie wäre vermutlich traurig, aber sie würde auch lernen, dass es okay ist sich umzuentscheiden, wenn man merkt, das es doch nicht geht.

Nur Mut und gute Entscheidungsfindung!!!

Clarita (Profil) schrieb am 24.12.2018 12:47

Ja, ich habe schon am Freitag mit ihr gesprochen, da hatte sie früher Schulschluss als der KiGa aus war. Bzw. hatte ich auch vorher schon über meine Bedenken in Bezug auf Hohlkreuz mit ihr gesprochen. Da hatte sie auch ganz süß gesagt: "Wenn das so ist (dass sie davon ein Hohlkreuz bekommt), dann machte ich es nicht". Sie will auch gar keine Wettkämpfe machen, sondern einfach anspruchsvoll turnen.

Ansonsten habe ich aber auch das Gefühl, dass sie sich sehr von meiner Meinung beeinflussen lässt und im Zweifelsfall das sagt, von dem sie glaubt/spürt, dass ich es hören will. Ist für mich natürlich zwiespältig, weil ich ja schon auch wissen will, was ihr selbst wichtig ist. Andererseits ist es natürlich tatsächlich so, dass sie es nicht allein entscheiden kann und es für mich einfacher ist, wenn sie kein Theater macht...
Habe ihr dann auch YouTube- Videos von Kinder-Zumba oder Dance4Kids gezeigt, ob ihr sowas vielleicht Spaß machen würde. Das hat sie aber spontan nicht wirklich interessiert.

Inzwischen habe ich auch mit der Trainerin telefoniert, die mir noch Infos geschickt hat. Es sind bis zu den Sommerferien 5 Wettkämpfe, erinnert davon ein ganzes Wochenende, also mit Übernachtung Vorort. In dem Alter mit Begleitperson möglich. In Bezug auf das Hohlkreuz meinte sie, dass es schon so sei, dass auch "ins Hohlkreuz trainiert" werde, da für einige Übungen ein Hohlkreuz "gebraucht"werde. Sie selbst turnt, seitdem sie 4 Jahre alt ist und habe keine Probleme. Weiß nicht, wie alt sie ist, aber vermutlich maximal 20. Im Übrigen seien alle Trainerin geschult und wüssten, was sie mit den Kindern machen dürften und was nicht.

Also ich denke, es spricht doch grade wesentlich mehr dagegen als dafür. Interessanterweise musste ich meinen Mann erstmal auf die ganzen Nachteile aufmerksam machen.

Ach so, die Kinder bekommen zu bzw. nach Weihnachten eine Hangel-Slackline. Also mit verschiedenen Griffen, Knoten oder auch mal einer Stange, an denen man sich festhalten kann. Alternativ kann man sie natürlich auch zum Drüberlaufen tief anbringen.

Inge (Profil) schrieb am 24.12.2018 15:23

Nee, da wär mein Kind definitiv nicht. Ja, für manche Übungen wird Hohlkreuz gebraucht (Bogengang, Flick-Flack, manche gymnastische Elemente), aber es sollte nicht "ins Hohlkreuz trainiert" werden.
Gerade bei Bogengang und Flickflack sollte die Hauptbewegung aus dem Schultergürtel kommen, nicht durch "ziehen" ins Hohlkreuz. Kinder die noch keine ausreichende Schulterbeweglichkeit haben dürfen bei uns keinen Bogengang turnen (beim Flick-Flack hängt es auch von der Sprungkraft ab).

https://www.youtube.com/watch?v=IdIDjVr-IXw
https://www.youtube.com/watch?v=mENkSZuKAlA

Schau dir mal die beiden Links an. Das ist zwar richtiger Leistungssport (Schweiz, deren P1 hat nichts mit unserer P1 zu tun), aber nur als Beispiel. Das Kind geht mit geradem Rücken ans Gerät und wieder weg. Auch nach dem "Ein- bzw. Ausmarsch" geht das Kind gerade. Die Hanstände sind gerade, Hohlkreuz wird nur gemacht wo die Übung das verlangt. Ein Handstand im Hohlkreuz ist einfach FALSCH und ungesund (die Kinder springen dann ja auch ins Hohlkreuz und gehen nicht nur langsam hoch) auch beim normalen stehen/ gehen, bei den meisten gymnsastischen Übungen braucht man einen geraden Rücken. Bei unseren Wettkämpfen wird übertriebenes Hohlkreuz als "Haltungsfehler" mit zwei Zehntel Abzug bestraft und zwar in JEDEM Element, wo das Kind Hohlkreuz macht. Wenn das Kind nicht gerade im Handstand, in der Drehung, im Rad und beim gehen ist, gibt das insgesamt 8 Zehntel Abzug.

Die Trainerin bei der ich jetzt mithelfe und wo meine Tochter auch turnt hat auch mich schon trainiert. Sie hat immer sehr auf gute, gerade Haltung geachtet. Ich bin jetzt 46 und habe auch keine Probleme mit dem Rücken ;o)

LG Inge

Clarita (Profil) schrieb am 02.01.2019 23:02

Wir werden es wohl doch erstmal machen. Die Cousinen waren sehr überzeugend... ;-) Obwohl das Dreitägige Landesturnfest an Christi Himmelfahrt (mit Übernachtung) verpflichtend ist. Da sind mein Mann und ich jetzt nicht so begeistert. Einer von uns wird da dann halt mitfahren.

Vielleicht lasse ich den Bruder ab und zu montags ganztags im KiGa, zumindest bei schlechtem Wetter. Dann muss ich ihn entweder kurz vorher abholen, bevor ich sie abhole, oder mein Mann schafft es, früher Feierabend zu machen und ihn auf dem Weg abzuholen.
Mal sehen. Sie hat ja ein bisschen Bammel vor den Wettkämpfen, will es aber gerne machen. Wenn sie einmal Sport und einmal Musikschule hätte, müsste ich auch zweimal fahren. Habe jetzt erst mitgekriegt, wieviel selbst meine in der Stadt lebende Schwester ihre 3 Mädels nachmittags herumfährt. Jeweils Sport und Musik. Die Turnerinnen können erst jetzt mit dem Fahrrad zum Training, dafür inzwischen dreimal pro Woche! Hier geht es nicht über zweimal hinaus. Dafür haben die Nichten nur 3 Wettkämpfe im Jahr.
Ich gehe mal davon aus, dass man im Zweifelsfall ja immer auch aufhören kann. Also falls sie die Wettkampfsituation doch ganz furchtbar finden sollte.

Clarita (Profil) schrieb am 02.01.2019 23:04

Das mit dem Hohlkreuz behalte ich natürlich trotzdem im Auge. Die Nichten/Cousinen haben zumindest keins. Sind natürlich andere Trainer in einer ganz anderen Gegend in Deutschland.