"Zeiten wie diese..."

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Stupsi (Profil) schrieb am 17.12.2018 13:09

Zeiten wie diese...

Ich stehe momentan im völlig falschen Kino.
Zuerst eskalierte mein basedow mal wieder, weswegen ich mich dann doch endlich zur Entfernung meiner Schilddrüse durchrang.
3 Knoten waren ja bekannt, 2 davon autonom einer kalt, keiner davon im mindesten suspekt und ist ja ohnehin selten was.
Selten kann meine sd offenbar gut (basedow und autonomien hat man normal auch eher nicht zusammen) eine Woche nach op war der histologische Befund da: 2 papilläre karzinome.
Ok das ist die freundliche Variante mit radioaktivem jod gut behandelbar selbst bei Metastasen, da stirbt kein Mensch dran.
Aber radiojodtherapie soll sein um auch die letzten sd Zellen loszuwerden und in der zugehörigen ganzkörperszintigraphie Metastasen sicher auszuschließen.
Gut, heisst in der Zwischenzeit keine hormone um in eine deutliche unterfunktion zu kommen für die rjt.
Das nahm natürlich die augenbeteiligung des basedow übel, also ab zum Augenarzt.
Ja sagt der, die eo blüht aber sie haben auch schon wieder eine sehnerventzündung hinterm Auge und das vep sieht auch nicht so prickelnd aus, bitte zum neurologen und eine ms ausschliessen lassen wenn die rjt durch ist.
Ein paar Tage später beim endokrinologen weil unerklärliche sporadische Blutdruckentgleisungen, üblen Kopfschmerzen und trotz tiefer unterfunktion immer noch knallwarm und das Herz zackig flott unterwegs und mütterlicherseits ein Syndrom besteht,das mit vermehrter tumorbildung ua an der nebenniere einhergeht => katecholamine und cortisol auffällig bitte im Januar zur bildgebung.
Dann kam die rjt vorletzte Woche: szintigraphie und spectct unauffällig, also keine jodspeichernden Metastasen, aber der tumormarker bei >800 => plötzlich ernste Mienen und keine Rede mehr von alles ganz harmlos dafür übermorgen fdg PET/ct um nach nichtjodsoeichernden Metastasen zu suchen.
Und weil's nicht reicht rief kurz vor der abschlussuntersuchung mein Vater an, man brächte gerade meine Mutter mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus und es sähe überhaupt nicht gut aus.
Bis ich entlassen war und mein Bruder und ich dann endlich dort waren war sie tot..
10 Jahre habe ich sie gepflegt, nur in den letzten 4 Wochen hab ich mich um mich selber gekümmert mit den krankenhausaufenthakten und Untersuchungen etc and prompt lass ich sie so im Stich...

Kann mich bitte, bitte, bitte um Himmels Willen jemand aus diesem Alptraum aufwecken.

Antworten

Camilla (Profil) schrieb am 17.12.2018 13:33

Ich habe keinen Trost, den ich dir mitgeben kann, aber ich mag auch nicht ohne ein Wort aus dem Thread wieder verschwinden. Komm, lass dich fest umarmen.

Nein, du hast deine Mutter nicht im Stich gelassen, du hast alles in deiner Macht stehende getan. Der Rest lag nicht in deiner Hand. Aber ich wünschte trotzdem für dich, du hättest auch ganz am Ende bei ihr sein können.

LG Camilla

purzelmurzel (Profil) schrieb am 17.12.2018 13:42

Ich habe keine Antworten und weiß auch nicht, was ich schreiben soll. Aber es gibt Zeiten im Leben, da sind wir eben mit dem Leben irgendwie überfordert. Leider kann man es dann weder pausieren, noch auf langsamer schalten, sondern es läuft einfach in diesem Tempo weiter.
Es passieren Dinge, die wir nicht beeinflussen können.
Schau doch bitte darauf, dass du die viel Zeit - den größten wichtigen Abschnitt da warst. Du hast dich viel gekümmert, du hast viel Verantwortung übernommen.
Dann passiert das Leben manchmal wie es ist. Und vielleicht (und das hoffe ich) hat es dann trotzdem seinen Sinn, auch wenn wir ihn nicht direkt sehen können und nicht verstehen.

Nur bitte, sei nett zu dir! Mach dir keine Vorwürfe! Und schon gar nicht für etwas, was einfach nicht anders ging.

Alles Liebe

Lola (Profil) schrieb am 17.12.2018 13:48

Oh Gott, Stupsi, Du machst ja was mit!

Du hast Deine Mutter nicht im Stich gelassen. Und ich bin mir ganz sicher, dass sie jetzt, wo auch immer sie auch ist, weiss und versteht, dass Du dich um dich selber kümmern musstest! Habe kein schlechtes Gewissen, Du hast so genug auf deinen Schultern.

Zum Rest kann ich nicht viel sagen. Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus. Aber ich wünsche Dir alles, alles Gute und Gottes Segen, wenn Du magst.

Kann man den Termin für Januar nicht vorziehen?

solskinn (Profil) schrieb am 17.12.2018 14:02

Ich kenne dich nicht und kann dich nicht aufwecken. Es ist das Leben, es passiert immer und überall und manchmal bricht es nur so über uns herein. Ich drücke dich ganz fest, ich wünsche dir Kraft und Unterstützung und Ruhe! Schreib es hier nieder, wenn es dir hilft!

Mein aufrichtiges Beileid und Dir alles erdenklich Gute für den weiteren Weg!

Mornica (Profil) schrieb am 17.12.2018 16:34

Das ist wirklich eine tragische Geschichte. Leider kann dich wohl niemand hier daraus wecken. Aber fühle dich umarmt. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und auch Zeit, um zu trauern (was ja auch nicht immer leicht ist, sich die Zeit zu nehmen). Und dass du dich vor allem körperlich gut erholst.

Ich weiß nicht, ob es ein Trost ist, aber es passiert doch einigen, die ihre Lieben pflegen oder beim Sterben begleiten wollen, dass sie dann selber krank werden oder sonstwie kurzfristig ausgeschaltet sind. Und genau in der Zeit geht dann der oder die, den/die man gepflegt hat. Manchmal sind es nur ein paar Minuten oder wenige Stunden nach monatelangem Strebeprozess, die die Pflegende nicht da ist, und trotzdem passiert es genau in dieser Zeit.

Ob es nun Zufall ist oder zusammenhängt, du kannst es nicht ändern. Das was zählt, ist doch die Zeit davor. Manche Menschen möchten anscheinend auch ohne ihre Lieben sein beim Sterben, weil sie sonst nicht gehen können.

Vielleicht kannst du auch mit jemanden von einem Hospiz(-Verein) o.ä. darüber sprechen?

Alles Gute!
Bettina

Mornica (Profil) schrieb am 17.12.2018 16:38

... und du hast sie nicht im Stich gelassen, denn es war ja jemand da, der für sie gesorgt hat. Und du bist doch selber Mutter: deine Mutter hätte doch niemals gewollt, dass du dein Leben riskierst oder auch "nur" ernsthaft deine Gesundheit gefährdest, um ununterbrochen für sie da zu sein.

Priska (Profil) schrieb am 17.12.2018 20:40

Ich denke an Dich.

Henni (Profil) schrieb am 17.12.2018 21:53

Mann, das ist viel Forderndes auf einmal!
Und Kinder, Haushalt, Vorweihnachtliche Termine - das hast Du ja alles sicherlich auch noch??? Hast Du dafür denn etwas Entlastung?
Ansonsten unterschreibe ich ganz doll bei Mornica.
Und zu deinen medizinischen Sachen kann ich gar nichts sagen. Hört sich nur so an, dass die Entscheidung (SD raus) doch sehr richtig war - sonst wäre das alles ja gar nicht ans Tageslicht gekommen! Da hattest Du das richtige Gefühl!
Ich wünsche Dir alles Gute für weitere Untersuchungen, Therapien etc. und hoffe, dass Dub Entlastung bei den Aloltags-Dingen hast. Ganz normaler Familien-Alltag mit SD-Unterfunktion ist ja wirklich schwer zu schaffen....
Ich wünsche Dir viel Kraft und viel tatkräftige Hilfe!
Henni

pepperlotta (Profil) schrieb am 17.12.2018 23:19

Viel wurde schon gesagt. Vieles kann ich dir garnicht mit Worten ausdrücken. Und trotzdem hoffe ich Du spürst, die Anteilnahme und die umarmenden Gedanken.

Du bist eine mutige Frau ! Deine Gedanken und dein Leben so intensiv es gerade ist mit uns zu teilen erfordert Mut! Und ich wünsche dir sehr, daß Mut weiterhin ein Gefühl sein wird daß dich begleitet wenn all die anderen Gefühle die gerade total berechtigt sind ihren Raum hatten und weiter ziehen und das Leben wieder Zeiten für dich bereit hält denen du dich auf Anhieb gewachsen fühlst.

Anonym schrieb am 18.12.2018 07:35

Hallo Stupsi,

zum Tod deiner Mutter möchte ich dir mein Beileid aussprechen. Zu deinen Schuldgefühlen möchte ich dir allerdings sagen, dass Menschen, vor allem alte und/oder kranke Menschen scheinbar einen Einfluss auf den Zeitpunkt ihres Todes haben. Häufig stirbt der Mensch genau dann, wenn er allein ist.

Trotz allem...schön mal wieder von dir zu lesen.

LG

Anonym schrieb am 19.12.2018 07:57

Ich möchte Dir auch noch eine Umarmung da lassen. Das ist ja wahnsinnig viel auf einmal! Du kannst stolz darauf sein, dass Du so lange Jahre für Deine Mutter da gewesen bist. Ich wünsche Dir Zeit zu trauern und für Deine Gesundheit das Allerbeste! Ich denke an Dich! Christine

Dörte (Profil) schrieb am 19.12.2018 09:34

Liebe Stupsi,

ich schicke Dir eine herzliche Umarmumg und beste Genesungswünsche!
Habe ich das richtig verstanden, dass Du heute noch eine Untersuchung hast?
Meine Mama ist übrigens auch dieses Jahr gestorben, Ende April. Ich hatte sie davor ein knappes Jahr nicht gesehen, in den letzten Monaten ging es ihr richtig schlecht, vor allem psychisch. Es war mir aus verschiedenen Gründen nicht möglich, sie in dieser Zeit zu besuchen. Dennoch konnte ich sie gut gehen lassen und bin mit mir in dieser Hinsicht absolut im Reinen. Ich wünsche Dir, dass Du das auch eines Tages so fühlen kannst.

Liebe Grüße,
Dörte